Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 32 (10.8.1923)
- Date
- 1923-08-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE bene i4jd fr tfc.^32 __ tttMifct wetden, ötf! die fetflftf 1hHfätP(fltil ßffifctlijllfl® fertizafoaften. Lord Sweetltng übernahm die Dtuehfühfttfti der Ääiöfttt Aktm. Irt tiäfctlStdf tm Wird WH Pä#t*f««te dfHe Köttfereitz züsamtfiertgerutefl wefdert, alt def sfeh alle dleJiHtecti PefsöhUcHkeltefi beteiffctefi wördeti, dte!tttett EoitfluSs in der Regehmg der Sched&ffäftegä eftfftHflteh teilet wdtlen. Eine Agtida-ttetegahtan bei HeffceM BaftiiteE LottdcMl, 90. JtrlJ. E?ne Deputation des Londorier E X e k tt 11Vbureaus der Ä#udas Ti-saro el wurde am 19, Juli Von Herbert Samuel empfangen. Sie bestand aus dem Vorsitzenden des E*eküttebtjre1a׳Us Solle!tor J. Landau, Mr. W. Schjff, dem Vorsitzenden der englischen Landesorganrsatian, und dem Ehrensekretär Mr. Good- H 4 fl. Mr. La ndatt knöpfte an die Zusicherungen an, die Herbert Samuel dem englischen Aguda-Bureau am . 30. Mai 1923 hlttsichtffch der Gage der aschkenasischen Gemeinde In Jerusalem gegeben habe, und die darauf ' htnausliefen, dass der Gemeinde volle Innere Freiheit 1 sowie eine gewisse Autonomie Itirterlralb der äesätrifcge־ 1 merrrschaft gewährt ־werden solle. Es sei deshalb bedauerlieh, dass inzwischen kein Fortschritt in ddr Lösung der! Angelegenheit erzielt worden ist, dass vielmehr die Regierung die andere Gemeinde ermächtigt habe, Steuern von der gesamten Jerusalemer Jtftiefi&dhäft 25ti erheben. | Das sei eine offenbare Üngereöhtlgteeit, ütti deren ,Ab« Stellung man den Oberkommtesär anfgetegerttltch ersräefce. , Herbert 5arirüel erwiderte, dass dfe pä'lästmtm• 1 sische Regierung den Wunsch ׳habe, mit einer eiflbeft- ' lieh e n jüdischen Gemeinde in Jerusalem zu verkehren, ebenso wie auch ein oberster moslemischer Rat und ein!lateinisches und ein orthodoxes Patriarohiat existierte. Die aschkenasische Gemeftüde sei klein im Verhältnis zu dem allgemeinen Wiiiad Holr und ’mau könne die beiden Körperschaften nicht auf gleichem Busse beha (Klein. Er glaube, dass der Wifead Hcdr bereit sein würde, der aschkenasischen Körperschaft den von ihr geleisteten Steueranteil zurückzUerstatten, allein er könne kehret besonderen Gruppe Steuerfreiheit bewilligen. Er wiederhole, dass von irgendwelcher Einmischung in die inneren Angelegenheiten der aSchketiasischen Gemeinde weder In bürgerlicher noch in religiöser .Hllislcht die Rede sein könne, aber die Regierung vermöge nicht mehr als eine Zentralgemeinsthaft offiziell a n z u e fk c n n e 11. Mr. Landau bemerkte, dass die äschkertasische Gemeinde keineswegs Steuerfreiheit beanspruche. Sie Wolle bereitwilligst alle von der Regierung auferlegten Steuern entrichten, aber ihre religiösen Rechte Würden äugenseheinlich verletzt durch die von einet Genie lüde erhobeiiött Steuern, der sie nicht zu gehöre Uttd mit der sic in religiöser oder bürgerlicher Hinsicht nicht ii b e r e i n s t i in m c. Soviel er wisse, würden übrigens der aschkenasischen Gemeinde auch die bürgerlichen Rechte nicht gewährt, da man alle Elleangelegenlieiten, Testamente, Vermächtnisse etc. In den Händen der andere ,וו Körperschaft lege. Mr. Schiff »ab der Meinung Ausdruck, dass im Falle einer paritätischen Anerkennung beide*■ Körperschalten ein gemeinsamer Rat beider Gemeinden für bürgerliche und gesetzliche Angelegenheiten gebildet werden könnte,' Der ObetkoHitnfssar erwiderte, dass er bei seiner Rückkehr nach Jerusalem die krage der Ehe* Schliessungen und verwandter Angelegenheiten weiter untersuchen werde und bat, ihn in dieser Hinsicht noch gertäuer mit Einzelheiten t\ 1 informieren. Mr. Goodman wies darauf liin, dass die Jerusalemer Gemcindefrageu nur einen kleinen Ausschnitt auS dem grösseren Problem der Jewish Agency und der Agudas Jisroel bildeten. Wenn dieses Problem gelöst wäre, so würden die Jerusalemer Schwierigkeiten verschwinden. Agudas Jisroel sei eine der einflussreichsten jüdischen Organisationen geworden und dürfte bean- Sprüchen, dass ihre Stimme, die Stimme der religiösen jüdischen Massen, in Palästina-Angelegenheiten gehört werde. Es sei ein unmöglicher Zustand, der zu den ernstlichsten Konsequenzen führen müsse, wenh die Wünsche hunderttausender orthodoxer Juden, die unabhängig von der zionistischen Organisation bleiben wollen in Angelegenheiten, die die jüdische Heimstätte betreffen, ignoriert werden. Eine ganze Aiizahl der in Palästina entstandenen Schwierigkeiten wäre vermieden geblieben, wenn die Jewish Agency eine repräsentative Körperschaft uftd nicht ein Monopol der zionistischen Organisation geworden wäre. Herbert Samuel bemerkte hierauf, dass er selftenn Versprechen gemäss seinerzeit mit der Zionistischen Organisation hinsichtlich Agudas Jfsroel und Jewish Agency in Verbindung getreten sei und als Antwort auf die Frage erhalten habe, in welchem Umfange die Agudas Jisroel zu dem Werke des Aufbaues Palästinas beitragen würde. Unglücklicherweise habe die Angelegenheit inzwischen keine Fortschritte gemacht, aber er wünsche gewiss, dass die Jewish Agency alle Teile der Judenheit in vollstem Umfang repräsentieren solle. Es sei dies jedoch ein Gegenstand, der weniger ihn als Oberkommissär, dehn die eiiglisehe Regierung als Mandatartnacht von Palästina betreffe. Mr. Goodman sagte, dass Palästina für die orthodoxen Juden keine reiii wirtschaftliche Angelegenheit sei, sondern eine religiöse Frage von lebenswichtiger Bedeutung für die jüdische Zukunft. Nur die moralische Kraft der gesamten Judenheit könnt dem Palästina werk die nötige Kraft geben, 1► r Mr. Schiff fügte hhtsu, dass nach offizieller Aner- Rttmung def Agudäs JiSroel auch in materieller Hinsicht Öütfäcbtliehes von der orthodoxen ituderrheH geleistet werden kamte, die ja seit Jahthmletten bewiesen bebe, welche Opfer sie für Eres Israel za bringen gewillt sei. Ohrte si-e gäbe es beule keine födfsehe Pö- 8 ft To n In Palästina. Herbert Samuel erinnerte nochmals daran, däss die .f&wtsh Agency noch triebt konstituiert sei und dass er auf eine bäkftee befriedigende Lösung dieser Frage hoffe. Br bube bereits durch Herrn Räbb. Horowitz ln Jerusalem dar Kenesslö Qedäulo seine Grösse Ubfefmitte In lassen und er hoffe, dass die Beratungen der Kenessfo Gedauio dazu beitragen würden, die zur Disküssten Stehenden Probleme eitler Lösung nähefiuführen. Brautausstattungen Billigste Binhaufsquelle in Leinen- Und Damastwaren, CHlfrone, sowie In Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer Ä*־”‘״«״ן. gties), Telephon 69-9-71 Frttn. Warschau, Da der Warschauer Schulrat neue Ver- OfdilUrtgen und Konzessionen für die Führung von Privatsdftdfetf Und Ghedarim verlangt, wird der Sejmklub der Agtidas Jisroel in Polen die Aktton des Schulrates betreffs der Jüdischen Schulen überwachen. ,«?«*i'tete Ute ״&#}***#& lAte׳tete,ute Kaufet nur Bollinger Fabrik: Wien, XV. Stäglgässe 10, Telephon 88.119 Filiale: Wien, VlI. Bufggfcäse 11, Telephon 98.572 && && W7* tete* מי*י׳. Eitau««. Korrnö, In der zurzeit tagenden 11. Session des jüdlsollen Nationälrates ln Litauen ergriff Rabbiner Kalntmann das Wort, um gegen das Treiben jener radikalen KrofsC Litätiöfts, die jede Regung zur Tat seitens der jüdischen Orthodoxie, als Einflüsterung der ״Frankfurter Finsterlinge4* bezeichnen, zu protestieren. Rabbiner Kahnmaiin sagte: ״All unsere Handlungen zeigen die eigene litauische Note, spiegeln die Seöle des litauischen Judentums wider. Die Tatsache ulleih, dass wir nicht getrennt, sondern mit und unter euch arbeiten, allen uns;'.!!gedachten Hcrabwürdigurigön zithi Trotz zeigt, wie sehr unser .Herz in Liebe fii.r das litauische Judentum entflammt ist. Die Autonomie kahh für uns nicht Selbstzweck und Endziel sein. Ucbcr der Autonomie steht das jüdische Ich, das religiöse Interesse des Judentums, Alle linken Gruppen opfern das Volk als solches einer Orgatiisatlonsfonm. der Autonomie.“ fih fefneren spricht der Redner gegen die Einheitsschule, wie sic von der linken Seite propagiert wird. Bei def Abstimmung über die Resolution brachte Achduth Vetbesscrüiigsantiüge ein. Aclidnth ist im Prinzip für Beibehaltung des jüdischen Ministers, Jedoch entschieden gegen die Betrauuiig Dr. Rosenbiiums mit diesem Amte, dessen religiöse Einstellung die Massen verstimme. Auch die Handwefkcr stimmten der Veftraueilsrcsolutlon für Rosenbaum nicht zu. 111 der Frage der Legalisierung des Naffanalrates auf Gfund def Beschlüsse der Kehllauskonföfetlz Wünscht Achduth die ausdfilekliehe Aufnahme des Kultus in das Afbeitsgebiet def mitionuleu Autonomie. Gegen diese Fofdctung stimmten die Zionisten und, Was besortdefs beklagensweft ist, auch die Misrachisteii, Mit Hilfe der Zionisten konnten auch alle anderen Anträge der Achduth unbeachtet bleiben. Bel den Wahlen wünscht Achduth aus guten Gründen vor Zusammensetzung des Aktionskomitees die Neuwahl des Präsidiums. Mit Hilfe einer unwürdigen Abstimrtiungsaktion wird aber gegen die Stiminoii Von Achduth und Handwerker das alte provisorische Präsidium in seinem Amte bestätigt. Kowtio. Der PräsÜdlettt der Jjitauischien Republik besuchte dett jüdischen Minister Rosenbuum uftü Sprach bei dieser Gelegenheit die Hoffnung aus, dass die Beziehungen zwischen der Üitaüischen und jüdischen Bevölkerung sich weiterhin freundlich gestalten wird. Die litauische Weigerung bestimmte die Summe von 4000 Dollar für die Rabbiner in Litauen. W J‘ '11 ':■m Komplette Küchenauuseattungen zu | billigsten Fabrikspreisen. | Cteleg'eiiheitekäufe in Porsellan^Speise^ I Kaffee״, Tee״ und Mokka״, sowie iti Glas״ I Wein״, Bier״ und Likör-Servicen. j Besondere Abteilung für Hoch seit 8- I feschdükö iü praktischen Chinasilber״ und lpakkä״Gebrauchsgegen3tänden, ebenso wie in sämtlichen modernsten Wirtschafte״ maschinen. iimwmmim* m» 1«iiiiWWIUIWhiu»1i1tu*Uk«d!w^ A.Ta 17. A.-a.e־u.st 1S20 läuft Im Cantral-Ki Wien, II, Taborstrasse Nr. 8 a der grösste j-CLdisclie mim der je gezeigt wurde! Lebensbilder ans dem orthodox jüdischen Familienleben ät19 dein Osten uiia WeStefi mit jüdischen Öesangs- und Muslkehilägett In den Hauptrollen: Kartert sichern! Karlen sichern! Die Folgen der neuen jüdischen Politik in Litauen. Unter diesem Titel veröffentlicht Df. N. R a c h־ m;del ö w 11 s c h , Kowrio, einett Artikel, der dlö Misserfolge der neu elngeschlageften Mlnorhätenpolitlk aufzeigt. Dr. Rachmielewitsch, der Führer def Achduthpaftel, döf Während der Wahlkampagne in Litauen, gegen den Anschluss all die anderen Minoritäten gewesen Ist, und deshalb a)9 Kandidat nicht aufgestellt worden ist, entwirft zuerst das Täfcigkeitsblld der wenigen (fi) jüdischen Deputienten• in der Gründungszeit des Staates. Alle Parteien und alle Regierungen -reohrieten damals mit den Stimmen der jüdischen Abgeordneten, die langsam ZU einem entscheidenden Faktor wurden. In sämfffchen ־SejmkomiffllSsäonen hatten die jüdischen Abgeordneten Sitz und Stimme und konnten so Einfluss auf die Entschlüsse und B&stlm־ mutigen der Regierung aüstiben. Dadurch war es auch möglich, die Rechte und Forderungen der jüdischen Bevölkerung zu wahren and dnrclizasetzen. Diese KoffStellä* tiofl war aber nur dann möglich, wenn man ln den jüdischen Sfcjmabgeordneten nichts anderes als Vertreter der jüdfsehen Bevölkerung gesehen hat. Seitdem aber die neue Politik efngesohlagen wurde, die Politik der Alllerung mit den anderen nationalen Minderheiten, ist die Situation . wesentlich anders und schlechter geworden־ Kein einziger jüdischer Deputat gehört einer Sejmkommission ah, oder mit anderen Worten, kein einziger jüdischer Abgeordneter besitzt das Vertrauen der Regierung in der Leitung von Staatsgeschäften. Dieses Misstrauen!ist eine Beleidigung der ganzen jiidisohen Be- Vüikcfttng in Litauen und eine Etappe zur Schaffung von Ausnahmegesetzen, Schuld an diesem Zustande trägt zum grössten Teile die sogenannte Minoritätcttpolitlk. Zur Opposition gezwungen, Vön dett' ahdeteh Minoritäten, die nur für ihre eigenen Rechte Interesse haben, im Stiche gelassen —י sind die Vertreter der jüdischen Wählerschaft jedweden. Einflusses bar. Das sind die Folgen einer kurzsichtigen Partei- und Mandatspolitik. Dass sclbstvertändlich diu ganze Bevölkerung unter solchen Zuständen leidet, Ist klar. Es wird bereits von Schulreformen gesprochen, die aber ״ohne Juden“ durcligefühft werden solleh• Ferner treibt die oppositionelle Politik die jüdischeh Abgeordneten in Sackgassen, aus denen kein Ausweg vorhanden Ist. Das traurigste aber ist, dass die jüdischen Abgeordneten nicht cinsehen wollen, dass solch eine Politik nur schädlich sein mtiss und jedwede Vertretung illusorisch macht. Eine vollkommene Löslösüng Voll jedweder MinofftätertpoMtik Ist eine brennende Notwendigkeit # geworden. Die traurigen Folgen einer ParteipoHlik zeigen sich bereits in der Förm eines gesellschaftlichen und politischen Boykotts. Telephon 69-P23 Telephon 60-1‘Si Knlsöacher & Windscbaasr,!111811,!., ItMrgauil ערצייגס וואלל־ אונד )יידענ^ימים ExpaB nach äliörc Staaten Moskau; Prof. Silberberg, der bekannte Chirurg aus Odessa, ist ium internationalen Chlnirgetikongress ln Paris eingetroffen; Prof. Silberberg Ist überrascht,' dass man in Europa Urtd Amerika der Ansicht ist, die jüdische Hllfsäfbeit in Russland sei nicht mehr so dringend wie früher. Ei weist mit Ziffern und reichem •Tatsachenmaterial nach, dass ein Aufhören der Hilfstätlgkclt eine Katastrophe herbei• führen würde. Brillanten, Serien, Uhren, Gold- und Silber Waren *u den, billigsten Preisen beim Oeslnnung&- genossen Salo Eok, Wien, VIII. Alserstrasse 3*