Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 32 (10.8.1923)
- Date
- 1923-08-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE PRESSE Nr.32 ו! ■■—■*—fHBa ■ Vterzelefmte <|0r Telephonmimtnem des Kongressgebäudes, Wien, 2. Bez., Zirkusgasse 42 bis 44. Nr. 46-4-77, Zimmer des Leiters des Ö, A. (Dr. Kohn). Nr. 46-4-78, Zimmer des Leiters des Kertessio Gedaulo- Bitreans (Direktor David Schlesinger). Nr. 46-4-79, Zimmer des Leiters des Pressbnreaus. Es tvlr־d gebeten, die Nummern nur ih dringenden Fitfeh *h beHütäteti. Auskünfte ln Empfäwtsatigelegeitlichert werden unter Nr. 44-1-91 erteilt. Auskünfte allgemeiner Natur sind unter Nr, 16-4-78 erhältlich. Die Leitung des Kenessio Gedahln-Btireaus. ״Die Anwesenden Delegierten und öäste, welche 111 fhfetn Helmatlatlde einer orthodoxen Organisation angehören, werden zu einer freien Aussprache auf SaBbat den 6. Elül, Wien, IL, Flossgaase Lokal def Wiener Jugendgrtippe eingelöden. Namens des G. A. des Jugendrefetates: gez. David Schlesinger. Öle Agudas Jisrnet in Mesöpotamten. Bagdad. (A. J. P. B.) Aus Mesopotamien Wird das stete Anwachsen der Aguctas Jisroel-Bcwegung gemeldet. Die ßagduder Agudas Jisrocl wühlte zu ihren Delegierten für die Kenessio Oedauio Oberrabbiner Chaim Noah und den bekannten Phüantropen Nashn NadtUm. Delegierter Nasim Nacluun ist bereits in Wien augelangt und konferierte mit den Führern der Agtidas Jisroel in Wien. Herr Nasrnl Nacluun regte die Gründung von Abendkursen für Arbeiter und Angestellte an, in we׳leben gründlicher Talmud-Unterricht erteilt werdet! soll. Herr Nashn Naclium spendete bereits einen grossen Betrag für die Anschaffung von Lehrmitteln und steifte die Zuwendung grösserer Beträge ht Aussicht. Die Delegierten Argentiniens bei der Kenessiö Gedaulo. Buenos Aires. (A. .T. P. B.) Unter grossem lnteresse seitens der jüdischen Bevölkerung werden die Vorbereitungen zur Kenessio GcdauJb getroffen. An den Deiegiertenwahlcn nahm die ganze orthodoxe .t-u de lisch aft teil, tu Buenos Aires allein wurden zwei Delegierte gewühlt, die sofort nach der Wahl nach Europa a!breisten. Abreise der Delegierten aus Erez «ffsroel. Jerusalem. (A. .1. P. B.) Am 20. Ab schiffte steh die Delegation der Jerusalemer Orthodoxie züf Kenessio Gedatilo ein. Vor der Abreise Wurde eine grosse Absciiüedsfeier veranstaltet, an welcher die orthodoxen Kreise grossen Anteil nahmen. Rabbinische Autoritäten bei der Kenessio Gedaulo. Wilna. (A. J. P. B.) Mit grosser Genugtuung wurde hier die Nachricht aufgeiiötntneu, dass der berühmte.Gaon R. Chaim Ojser Grodzemki bereits alle Vorbereitungen für die Abreise zur Kenessio Gedatilo nach Wien getroffen hat. Rabbi Chaim Brlsker ftir Agudas jisroel. Warschau. (A. J. P. B.) Rabbiner R. Mosoheh Soloweitschik hat während der stattgefündeneti Konfernz der niisrachistlschen Rabbiner Polens die Nachrieht veröffentlicht, dass sein seliger Vater, der grosse Rabbi Chaim Soloweitschik, bekannt unter dem Namen R. Ohaiiti BHsker, nuch der Kattowltzef Konferenz Sich gegen die AgUda gewendet haben soll» trotzdem er persönlich an der Gründungsversatnmiumg der Aguda im Jahre 5672 teilgenommen hat. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit dieser Angelegenheit, veröffentlicht die Agudas Jisroel in Warschau eine Kundmachung der Rabbiner Polens für die Aguda aus dem Jahre 5678. die Rabbiner Ghafm Brlsker s. Ä. unterzeichnet hatte. Auch d£r Oberrabbiner von Wilna R. Chaim Ojser Gfodzenski veröffentlichte einen aufklärenden Artikel im Warschauer *Jud“, welcher die Beweise erbringt, dass R. Chaim ÖHsker s. A. bis an sein Lebensende eiti überzeugtet lifid treuer Anhänger der Agudas Jisroel gewesen ist. Delegierte Baltimores zur Kenessio Gedaulo. Baltimore. (A. J. P. B.) Eine zahlreich besuchte Versammlung, die sich mit der bobtlschen Lage des jüdischen Volkes im allgemeinen und der jüdischen Orthodoxie im speziellen beschäftigte, beschloss, an der Kenessio Gedaulo in Wien teilzunehmen. Als De- ]legierter der jiidisöhen Orthodoxie in Baltimore Würde Professof Dr. Simon gewählt. Kolomstendeleglette i&f dör Kenessio Gedaülö. Petaclt Tlkwah. (A. J. P. Ö.) Als Delegierte ZW Kenessio G&dauto ails Pctach Tikwah wurden gewählt: Dr. Moscheh Auerbach und Jizchok Giauörnann* Oesterrelchlschu Landsmannschaft. Wien. (A. J. P. B.) Die östetreichtsdie Landsiliatmschaft, bestehend aus ,10 Mitgliedern, hat betelts die erste Konferenz» die sich mit den Haupt- Problemen der Kenessio Gedaulo beschäftigte, abgehalten. Das französische öHhodüfce Rabblttat zur Kene'sHo Gedaulo. Paris. (A. J. P. 0.) Das Pariser orthodoxe Rabbinat sandte a׳n den Zentrailrat der Agudas Jisroel ein Schreiben, in welchem das Rabbiwit bedauert, wegen technischer Schwierigkeiten an der Kenessio Gedaulo nicht teilnehiiien zu können. Das Pariser orthodoxe Rabblriät!begrüsst die Kenessio Gedaulo, sendet seine herzlichstem Glückwünsche und erhofft von der Kenessio Gedaulo eitle Erstarkung des jüdischen Geistes und det jüdischen Orthodoxie, VI v J NACHRICHTEN. vT\ ׳ 11 .ö&läfid o'öfw Vom Tage Die Selbständigkeit der aschkenasischen Gemeinden In Jerusalem. An anderer Stelle unserer heutigen Nummer findet der Leser einen Bericht über den Empfang der Vertreter der Agudas Jisroel beim Oberkommissär von Palästina Sli* Herbert Samuel In London. Am diesem Bericht ist zu ersehen, dass die Situation der aschkenasischen Gemeinden ' fn.■Jerusalem, an deren Spitze dfe weltberühmten Gaonim I. I. Diskin und Ch. J. Soamenfeld stehen, ausserordentlich ernst Ist. Die englische Regierung will selbstverständlich aUS Gründen der Einfachheit und Bequemlichkeit bloss mit einet Organisation zu tun haben Diese Politik würde zur Folge haben, dass in Eroz Jisroel eine einheitliche Organ!- sation aller Gemeinden geschaffen werden müsste mit einer einheitlichen Spitzenvertretung nach aussen. Was dies bedfeiitert würde, Ist einmal zu ersehen aus den tatsächlichen Verhältnissen in Erez Jisroel, wo heute ein Oberrabblnat an der Spitze der religiösen Angelegenheiten steht, dessen efttZeine Mitglieder persönlich sicher die hochachtbarsten und einwandfreiesten Menschen und Juden sind, jedoch als Körperschaft wenn schon nicht unter der Vormundschaft, so mindestens unter dem sehr fühlbaren Einfluss von Ideen urtd Strömungen steht, welche die orthodoxe Judenheit als fefoidiich empfinden und gefahrbringend für ihre Existenz itötü für die Fortexistenz der überlieferten religiösen Tradittpnen empfinden muss. Wir haben ähnliche Erfahrungen sahimeln können auch in der Diaspora, wo die ZwangseiPheitsorgatnisat'ioncn überall Hader und Kampf gesät halten, deren bittere Früchte viele Generationen vergiftet haben. Aus demselben Bericht ist zu ersehen, dass Agudas Jisroel als Fürsprecherin der Forderungen der aschkenasisehen Gemeinde in' Jerusalem aufgetreten ist. Es ist dies mir allzu selbstverständlich, cs muss jedoch betont werden, dass diese Stclhiuganhme Konsequenzen nach sioh ziehen lüttes, die vor allem die Aguda zu einer intensiven Tätigkeft in Erez Jisroel verpflichten, denn das Ist für jederttiäirtm klar, dass der Bestand det aschkenasischen Gefüeinde ln Jerusalem nur dann für die Dauer gesichert Wbrden kann, werin die orthodoxe Jitdehhelt Erez Jlsroels gestärkt wird. Diese Erstarkung kann nur die Folge einer gÖSÜnden Wirtschaftspolitik sein, die bestrebt Ist, die bisher bestehenden Unternehmungen und Institutionen der Orthoda-xie und Erez Jisroels ökonomisch zu stärken und dafür ZU sorgen, dass ein immer stärkerer Strom von neuen Emigranten zur Unterstützung der alten, bewährten Kämpfer ftäcli Erez Jisroel gelenkt wird. Bei dieser Sachlage ist rhih die Aufgabe der Agudas Jisroel, nicht eine hohe Pa-Iästinäpolitik zu betreiben mit diplomatischen Mitteln und iftft komproitiitlerehdeit Kompromissen, sondern die viel schwierigere Kleinarbeit der Intensivierung des Palästina- Willens bei den einzelnen Landesorganisationen und Ortsgruppen. Nicht am grünen Tisch wird das Schicksal der tnoratreuen Judenheit ln Erez Jisroels entschieden, sondejti auf den gränert Feldern, die infolge der g-ttgesegaieteu Arbeit g-ttesfürchtiger Kolonisten in Erez Jisroel blühen werden. Möbelfabrik I. Spira Feine UII8II, VII., ““ _ 3־־־ Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse) Nähmasehinen- Versandhaus * David STASTNY Wien, II., Nordwestbahnstrasse 21 Nähmaschinen mit Kugellager, 3jälir, Garantie, von 1,200.000aufw• 1r m Jaffa. In der Woche vom 13. bis zum 20. J«H sind 120 Personen nach Amerika abgereist. Washington. Unter den neuernaihntett amerikanischen Konsilien befinden sich drei Juden. Morris Altaser aus Ohio wurde zum Vizekonsul in Stuttgart, Dawis Berger aus Virginia zum Vizekonsul in Tientsin (China), Samuel Kletscher zum Vizekonsul in Neapel ernannt. Kairo. Die ägyptische Regierung beschloss, folgenden Sprachunterricht im Lehrerseminar zu Kairo einzuführen: Altägyptisch, Hebräisch, Koptisch, Griechisch, Lateinisch. Als Lehrer für die hebräische Sprache wird Dr. Alanalti, Professor für semitische Sprachen an der Universität zu Kairo, fungieren. Moskau. Die amerikanische 11ml englische ■Society of Fniends wird die Relief-Arbeit 11a< h ׳lef Ernte in Russland weiter fortsetzen. Die Hilfsarbeit ul.! meistens konstruktiven Charakter tragen. Riga. Die chriistilichnationale Presse in Riga führt, eitle Kampagne für die Einführung eines Ghetto für die Juden in Lettland. London. Der Oberkommissär Sir Herbert Samuel ist am 31. Juli nach Italien abgereist, wo er einen kurzeh Aufenthalt nehmen wird. Gegen Mitte September wird Sir Herbert Satnuei nach Pälastina zttrllokkehren. Lodz. Aus Lodz berichtet man uns: Trotz des Appels des früheren Stadtpräsidenten nach den schweren aütijüdisclien Ausschreitungen in Lodz ist die Ruhe noch nicht zuriiokgekchrt. Es vergeht fast kein Tag ohne kleinere und grössere Zwischenfälle antisemitischen Charakters. So berichtet ״Glos Polski“, dass in den Abendstunden von jugendlichen Personell, Mittelschülern in Kappen, mehrfach Spaziergänger überfallen werden. Als kürzlich ein Polizist einen Täter festimalim, wurde er natürlich allgegriffen Utid indessen entfloh der Festgenommene. Die Beunruhigung der jüdischen Bevölkerung ist gross. Berlin. Professor Max Liebermann wurde zum zweiten Male zurii Präsidenten der Berliner Kunstakademie für das Jaht• 1923-24 gewählt. Berlin. Die jüdische Volk&llygletiisclte Gesellschaft ״Ose“ veranstaltet im AugUst iti Berliti eine Weltkonferenz 1für jüdischen Gesundheitsschutz,!ittisbesondefc zür Verbesserung der sanitären Lage der jüdischen Bevölkerung ih Osteuropa. Berlin. Tm 72. Lebensjahr ist hier der bekannte Jüdfscihc Industrielle und Philantrop Lazar Br öd s kl gestorben. Basel. Dieser Tage beging die bekannte Wolltirnia A. H. Gtiggeriheitti das 60jährige Oeschäftsjublläüm. Der Verwaltungsrat der Firma, Herr Sally Quggenheim, ist eilt bekannter jüdischer Philantrop. Lodz. Der jüdische י Sejmdeputterte Dr. Rosenblatt wurde zum Vizepräsidenten der Lodzer Stadtgemeinde gewählt. Odessa. Flüchtlinge aus Odessa melden, dass dort eine neue Hungerkatastrophe aiisgebrochen sei. Die Stadt gleiche einem Friedhof. * SSynagogen״Ornate und Barette 11)11 Dlehorbekloldunö Ih den vornshmtten AusfUhrungeh beim 8pe1lell1ten Dndnlf (Inlrictoin SolmeWormeleter, Wien, M., Tabor< nUUUll UUlUolulU. Strasse 5•*־ Fernsprecher 45-6-29. Versand nach allen Staaten wieder zulässig. Compagnie Generale Transatiantlaue. Französische Linie, IV. Wiedher Gürtel 24. Abfahrtsliste: Ab HaVrfe: 11. August France. 14. August Roüssllon. 18. August La Fayette. 31. August Chicago. 25. August La Savoig. 88. August Rochambeau. SO. August Süffrert. 1. September Paris. 8. Sfeptember France. 15. September La Fayette. 18. September Roussilon. 22. September Paris. 25. September Chicago. 29, September France. Dtufsdrämmkb. Auszeichnung eines jüdischen Gelehrten durch den König von Spanien. Wien. (A. J. P. B.) Der weltberühmte Vorstand der I. medizimsdheft Kiütilk ftir Ohre« und Nasenhellkünde an der Universität Wien, Prof. Dr. Heinrich Neumann, wurde während seines Aufenthaltes in Spanien mit einem hoben Orden, mit welchem der Titel Exzellenz verbunden ist. ausgezeichnet. Professor Neumann, der im jüdischen Leben Wiens eine bedeutende Rolle spielt, ist ein treuer Anhänger der Orthodoxie. Pie sdeSasten Gescheute kaufen Sie in der Kunstu. Antiquitätenhandlung Adele Hirecltier, Wien. L, Fleischmarkt 18 Reizende!1t Juwelen, Gold« und Sllberwaren, Uhren, Silber•Essbeltecke, Tempeigeräte etc. Binder Goldmann, wen. I.. KSrntnersir. 53 Vla-ä־vi8 der Oper, // Samatag geschlossen. England. Die SchechKaffäge iu England, London. A׳tn 29. Jüli hat die letzte Sitzung des Board of Deputies in der Söltinierscssioa stattgefunden. Auf der Tagesordnung befand sich unter anderem auch die Erledigung der Schechitafrage in England. Mehrere Redner betönten die ungeheure Bedeutung dieser Angelegenheit. Mr. Landau machte auf die Tatsache aufmerksam, dass die Erledigung der Schechitafrage im englischen Parlament nicht bloss eine rein englische Angelegenheit sei, sondern dass das ganze Judentum daran interessiert ist. Man müsse, sagte Mr. Landau, alle zur Verfügung stehenden Kräfte mobilisieren, um eine günstige Erledigung der Frage | durch das englische Parlament zu erwirken. Eine negative Erledigung wäre ein grosses Unglück. Redner konstatierte mit Erbitterung, dass die jüdischen Abgeordneten im englisehen Parlament die Sache viel zu leicht behandeln und nicht ihren ganzen Einfluss einsetzen, um eine günstige Wendung herbeizuführen. Die nichtjüdischen Abgeordneten, mit denen Mr. Landau sprach, staunen, wie gleichgültig äiesfe äussefst Wichtige Angelegenheit von den jüdischen Abgeordneten behandelt wird. Mr. Landau apeilierte ä«1 Lord Rotiischiid, derselbe möge Mr. Lyonei de Rothschijd in derselben Richtung beeinflussen, damit ein eiilheitUdies Vo!gehen aller jüdischen Notabein im Unterhaus in der Schechitafrage erreicht werdeit kÖHnc. Mr. Lisak, der Vorsitzende der Schechitakommission •. iu der Board of Depaties, erklärte, dass alle Mittel angei