Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 32 (10.8.1923)
- Date
- 1923-08-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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230 JÜDISCHE KRESSE Nr. 32 *־*יי■ fassen ,beti, das Wohl Mitmenschen zu I5rdem, udrch geistige ur!> Stützung /alles dessen was die jüdische v,. aft erffordert, wenn wir es unterlassen haben, Thora- Studium diesen Lebensnerv des Judentu.,.4, jeder- 'titann zugänglich zu machen, wenn wir es verabj säumt haben, dem Bedürftigen Hilfe, dem Wankenden!,Stütze zu bieten, sö ist dies eine Sünde gegen O-tt und die Menschen die nur durch *werktätige Umkehr!zu sühnen ist. Der Monat Eil ul soll in uns diese Erwägungen erwecken, soll uns anspornen unser Leben in Allem und Jedem vom Geiste der Thauroh lenken zu lassen, so dass wir in das neue Jahr als geläuterte Menschen hinübertreten zur Ehre Ottes, zum Wohle unserer Brüder. Der Ellal dieses Jahres gewinnt für das thora* treue Judentum ganz besonders an Bedeutung durch Abhaltung des כנסיה נתלה של אגדת ישראל. Eine Vereinigung von יראים aus aller Welt, | wie sie die Judenheit im גלות nicht gesehen, wird Rechenschaft ablegen über eine kurte Spanne Zeit. Viel Qutes wurde geschaffen, mehr noch vorbereitet. Diese Kenessio wird ein klares Bild schaffen über die Riesenaufgaben, die das orthodoxe Judentum ehrlichen Bekennern stellt und wir hoffen, dass der Geist der תורה, der diese Versammlung beherrschen wird, aufrütteln wird alle יראים zur selbstverleugnen Arbeit für Agudas Jisroel und für .כלל ישראל 16• * Zur ICexiessxo 0-ed.a.u.lo. s!ל תחו״ג 1Kmnlo Badaulo-Ausgaba dar ״Jfldlsciien Prosa“ »Die nächste Nummer der ״Jüd. Presse״ erscheint als KENESSIO GEDAULO // FESTNUMMER // am Mittwoch, den 19. August 1931 {נ' אלול) : ^■***aaaaaaaaaaa..aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa In Erwartung. Die Tage, wie wir sie jetz erleben,, sind ■an 'den Rand gefüllt mit wichtigen Ereignissen. Ein Wende- :Punkt in der Geschichte des Volkes naht heran und mit fiebernder Spannung harren wir jeden neuen!Nachricht, die uns Kunde sein soll einer neuen Zeit.!Die wichtigen Tagungen, die in diesen Wochen statt-;finden,!haben in *der jüdischen Gasse eine Atmosphäre •der spannenden Erwartungen hervorgerufen. -Das :Leben des Volkes, so wird׳ gesagt, soll auf neue geisflndene Grundlagen gestellt werden, die Zukunft des [Volkeis hoffnungsvoller;gestaltet werden. In ungeheures Leid gehüllt׳ schweigt *da!s Volk?und harrt. Harrt eines Führers und Lenkers. Harrt; 7dass endlich die Zeit komme, in welcher es ver- Itrauensvoll sein Schicksal in berufene Hände legen kann. Harrt, dass endlich ein Ruf erschalle, der alle, dm eine Fahne 6charen wird. Die Fahne verheissungs- ,voller Erlösung ,von massloscm Unglück. ,Wer wird es sein, dem das jüdische Volk folgen wird? Antwort kann auf dle9e Frage nicht erteilt *werden. Eines aber steht fest: Wer auf die Gefolgschalt des ganzen Volkes hofft, wer die Führung erllngen will, muss auf seine Standarte die leuchtenden Worte setzen: G1 a u b c u n d L a n d! Mögen die Kongresse und Programme -noch so *Schönes und Verführerisches versprechen, mögen jsie aber auch drohen und anklagen, kein Echo wird ihnen aus der schweigenden Maasse des Volkes ant- ,Worten, wenn nicht die heiligste Versicherung ge- *geben wird: Wir wollen den Glauben als Leitstern, 1das heilige Land als Ziel! Denn keiner Organisation, keiner Partei, keinem Kongress und keinem Weltkongress wird es gehngen, die Seele des Volkes zu ändern. Und die Seele desVolkes will: Durch Glauben zurückinsheiligeLand. | Entwurf einer Satzung der Agudas Jisroel-Weltorganisation. f. Zweck und Mitgliedschaft § 1. Agudas Jisroel dient organisatorisch dem von G—tt durch die Thora gestifteten jüdischen Volke, das für alle Zeichen durch die Thora in seiner Eigenart gekennzeichnet und in allen seinen Lebensäusserungen yon ihr beherrscht bleibt. Die Juden im Golus geistig und physisch zu stützen, das jüdische Volk und das heilige Land auf den Wegen der Thora der von G—tt verheissenen dereinstigen Wiedervereinigung würdig zu machen, ist die Aufgabe der Agudas Jisroel. § 2. Agudas Jisroel •bezweckt ,,, daher, insbesondere: a) die Erhaltung 1des Bewusstseins? Von der Eigenart des jüdischen Gemeinschaftsbegriffes ,(§ 1 Absatz 1) insbesondere gegenüber dem politischen Nationalismus und der indivi• duellen Assimilation in der Judenheit; b) den organisatorischen Zusammenschluss aller ד die Erhaltung des gesetzestreuen Judentumserstrebenden Juden; c) die grossztigige Förderung des ׳Thorastudiums׳ und der jüdischen Brziehug, sowie die Förderung einer vom jüdischen Geiste erfüllten Literatur, Wissenschaft und Presse in allen Ländern; d) den Wiederaufbau fdes ,heiligen Landes als einer Stätte geheiligten jüdischen Geistes- und Wirtschaftslebens; e) die Besserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungon der jüdischen Massen, in den Ländern der Not, die geistige und'materielle' Fürsorge für die Emigranten und die Ver- ן anstaltungen von Hilfsaktionen. jeder Art im• Falle des Bedürfnisses; f) die Abwehr von Angriffen auf Judenheit und Judentum und die Pflege des durch Gesetz und Tradition geheiligten Treuverhültnisses der jüdischen Gemeinschaften in den Golusländern zu den Staaten. §3. Die Thora ist für-alle Betätigungen der Agudas Jisroel massgebend. §4. Mitglied der Agudas Jisroei kann jeder Jude werden, der die Verbindlichkeit der Thora für das jüdische Volk anerkennt. Den Landesorganisationen steht das Recht zu, unter Zustimmung des rabbinischen Rates ilises Landes einschränkende Bestimmungen über die Aufnähme von Mitgliedern für eine begrenzte Zeitdauer zu treffen. II, Organisation. §5. Die Organe der Agudas Jisroel sind: 1׳. die Landesorganisationen, 2. der Zentralrat, 3• das Exekutivkomitee, 4. der Geschäftsausschuss, 5. die Kenessio Gedaulo, 6. der rabbinische Rat. Wählbar in die Organe der Agudas Jisroel sind Twr solche Mitglieder, die in ihrer Gesinnuug und ■Lebensführung anerkanntermassen auf dem Boden der tjiorä stehen und fiir die Verwirklichung ׳agudis-■ tischer Ziele sich opferfreudig einzusetzen entschlossen sind, Angehörige von Organisationen, die sich in prinzipiellem Gegensatz zur Agudas Jisroel־ befinden, sind in die zentralen ,Verwaltungsorgane־ nicht wählbar. III. Lamlesojganisatlonen. § 6• Die Ortsgruppen der einzelnen Länder ,werden in Landesorganisationen zusammengefasst. An der Spitze der Landesorganisation steht der Landesvorstand, der von dem Delegiertentag der Landesorganisation gewählt wird. Die Landesorganisationen regeln ijire Tätigkeit nach einem Landesstatut, das der Gemehmigung des Geschäftsausschusses bedarf. § 7. Die Landcsorganjsationen haben die Juden ihres. Landes für die agudistischen Ideen zu gewinnen und ihre besondere Aufmerksamkeit der Jugenderziehung und tatkräftigen Förderung des Thorastudiums zuv widmen. N$ch diesen Worten schickte sich Rabbi Efraini än, dem Ausgang zuzustreben. ״Rabbi“, stellte sich ihm der Fremde entgegen, ״'die Trauung darf eben nicht stattfinden, bevor Sie alle meine Fragen befriedigend beantwortet haben“, u , Die Ungeduld der Anwesenden steigerte sich. Planche murmelten das Wort ״Chuzpe“. Rabbi Efraim JJber stand unschlüssig da, fragte dann mit zitternder Stimme: ״ יWas hat das zu bedeuten? Was wollt Ihr von uns, fremder Mann?‘׳ ״Die Trauung darf nicht stattfinden“, erklärte ״dieser mit fester Stimme. ״Euere Etscheidung mag zutreffen, . aber Euere Tochter, darf nicht wieder heiraten, denn....“ ״Was denn?“ fragte der Rabbi heftig. ״Rabbi Jakob Aschkenasy lebt!....“ Achtes Kapitel. Der ״Märschalek“ war schon längst mit seinem;Latein zu Ende. Er hat nicht bloss das Mögliche ver- |sttCht, um die Braut in eine heitere Stimmung zu brin- [gen, er hat auch noch alle Freundinnen derselben ״ge- E~ ekelt“ und allseitige Lachsalven hervorgerufen, die auen zum Tanz mit der Braut aufgerufen, jeder in provisierten Versen etwas Angenehmes gesagt und jeum Tanz den Takt geschlagen. Aber der Bräutigam, Mfcr in Begleitung der männlichen Hochzeitsgäste zu «erscheinen hatte, um der Braut mit einem bereit gehal- Wen ״Decktuch“ den Kopf zu bedecken, als Symbol, 'dass sie nunmehr unter die Haube komme, Hess auf!sich warten. I Die Anwesenden wurden ungeduldig, und selbst Öle־ Braut empfand ein gewisses Unbehagen darüber,!dass man sie so lange harren lasse und den nicht immer!geschmackvollen Spässen des Marschalek aussetze. Dieser benützte die Gelegenheit, um wieder einmal ein ״gutes Wort“ vom Stapel zu lassen. ״Ja, Kalleleben, wenn Rabbiner zu einer Diskussion zusammenkommen, werden sie nie fertig. Viele Köche versalzen die Suppe. Am Ende können sie noch zu dem Be- Schlüsse kommen, die Braut weitere 24 Stunden fasten zu lassen. Män müsste bestimmen, dass nicht das Brautpaar, sondern die anwesenden Rabbiner am Hochzeitstage zu fasten hätten, dann würden sie nicht so viel herumreden....“ Man lachte etwas gezwungen über den neuen Witz und meinte, der Marschalek möge lieber einen Sprung ins Lehrhaus machen und die Rabbiner zur Eile anspornen. Da wurden,plötzlich die Türen des Brautzimmers aufgerissen und an der Schwelle zeigten sieh Rabbi Efraini und der Vater des Bräutigams. Der Marschalek klatschte in die Hände und rief begeistert: ״Sie kommen, sie kommen schon!“, ohne das ernste Gesicht der Rabbiner zu bemerken, die etwas unschlüssig stehen geblieben und einander angeschaut haben. Doch Sarah entging clie wenig hochzeitsinässige Stimmung ihres Vaters nicht. Rasch entschlossen verliess sie den Brautsitz, eilte Rabbi Efraim entgegen und fragte: ״Vater, was ist geschehen?“ ״Nichts, mein Kind“, erwiderte dieser, ein fremder Mann, der deinen früheren Gatten gekannt hat, ist da und wünscht, dich zu sprechen“. ״Ein Bekannter meines Jakob!“, rief sie überrascht, fasste sich aber bald und •sagte sich, dass sie kein Recht mehr habe, ihren ehemaligen Gatten in der Stunde, da sie im Begriffe sei, einem anderen Manne die Hand zum ewigen Bunde zu reichen, so zu nennen. Sie korrigierte sich selbst und sagte: ״Ein Bekannter des Märtyrers, sichrauno llwrocho! Wo ist er und was wünscht er von mir?“ Rabbi Efraini winkte.'den Fremden heran. ״Sarah, da ist der Mann “ ״ Der Fremde trat näher und fragte Sarah mit zitternder Stimme: ״Erinnerst du dich an den Brief,; den dir dein Gatte mitgab, als du ihn zum letzten Male verlassen hattest?“ ״Ja,“ erwiderte Sarah nach einigem Nachdenken, ״ich erinnere mich wohl dieses Briefes. Es war eine Anfrage an meinen Vater in Angelegenheit einer Aguna.“ ״Was ist mit diesem Brief geschehen?‘4 fragte der Fremde. ״Hast du ihn deinem Vater übergeben?“ ״Nein!“ hauchte Sähra, von einer plötzlichen Schwäche ergriffen. ״Nein, der Brief ist mir auf dem Wege abhanden gekommen.“ ״Wie schade,“ meinte der Fremde, es handelte sich um das Schicksal einer unglücklichen jüdischen Tochter, deren Mann plötzlich verschollen war und die lebenslang an ihn gebunden blieb, ohne wieder heiraten zu können. ״Schrecklich, schrecklich, rang Sarah die Hände, meiner Unvorsichtigkeit wegen musste die Arme leiden, Gott ,verzeihe mir die schwere Sünde.“ ״Ja, ja,“ sagte der Fremde bitter, wenn sie die Tochter deines Vaters wäre! Dieser würde schon '100 Rabbiner gefunden haben, die ihr die Wieder-• Verheiratung ermöglicht hätten!“ ״Was sollen diese Worte bedeuten?“ fragte Sarah zu Tode erschrocken. ״Was wollt Ihr von mir?“ ״Du bist nicht besser als jene Aguna!“ Auch 100 Rabbiner können irren!“ ״Vater, was will der Mann von mir?“ ״Ein Lebenszeichen von deinem Jakob . . .** ״Ein Lebenszeichen von meinem Jakob!“ rief Sarah und stürzte ohnmächtig in die Arme ihres Vaters. (Fartsetzuwg folgt.)!Perücken aus dauergewelltem _1 ^.liP ^־MTTTO'Wn Naturhaar, garantiert XKJQLC&Otf SwXlJJF JP unsichtbar im Tragen, י1 )011ן^ן Bezirk, Kttvntnevstrasse 8 liefert kurzfristig (nächst dem* Stefansplatz, - um die Ecke)