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Jüdische Presse · 1923-07-13 · 28 (13.7.1923) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
28 (13.7.1923)
Date
1923-07-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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fete, 26 .lUUl&Lat PKfcSSft Seite MMf ־41־ NACHRICHTEN. QSG9 ßfl Q9 Qfl QQj G£9 Bfl Qfl Q9׳Q0 RQ| 0B BQ BQ BQ BQ BQ BQ BQ BQBQ BQBQ OtUlScKSlUfNkft. Morris Ertgelmanri in Wien. Der Fh!an«sekte<är des Americati Relief Comltee, Herr Morris Engelmann, der durch seine agile Mitarbeit an der Oründüng des Joint hervorragende Verdienste sich erworben hat. Und Mittel- sowie ,Osteuropa bereist hat. weilte vergangenen Dienstag auf der Durchreise ln Wien. Morris Engelrtiann benützte seinen kurzen Aufenthalt dazu, um den Präses der Wiener Filiale des Relief Comitee, Herrn öberr'abbinef 8. Fürst, und das Sekretariat des Comltees in der Talmud Thora- Schule, Malzgasse 16, zu besuchen. Herr Morris ßngelmann kommt Mitte August nach Wien, wo er auf Grund seiner gesammelten Erfahrungen die Pläne für die weitere Arbeit biit den einzelnen Vertretern der mitteleuropäischen Hilfs* werke besprechen wird. Ein Freudentdg unserer Waisenkinder. Vor ungefähr 14 Tagen gab es einen regelrechten Festtag für die braven Zöglinge des Waisenhauses in Baden. Eine hochherzige Dame, Frau Rosa Schwarz, hatte die Knaben zu einem lustigen Nachmittage in den Döbihöffpark geladen* wo vergnügte Kahnfahrten veranstaltet wurden und ausserdem eine gute Jause bereitstand. Es war eine Herzensfreude, zu beobachten, wie die Kleinen sich amüsierten, wie ihre Augen leuchteten, ihre Wangen sich röteteh, und wie sie sich voll und ganz der Schönheit des Augenblicks hingaben. — Wir ,aber wollen der Dolmetsch des Gefühles der Dankbarkeit sein, von dem unsere Schutzbefohlenen für die gütige Spenderin erfüllt sind, und wollen ferner der Hoffnung Raum geben, dass sich auch noch andere so aufrichtige Kinderfreunde melden werden, die diesen Aermstcn der Armen ein wenig Sonne bringen wollen. Sigmund Hofbauer s. A* Freitag, den 15. Tamus fand unter überaus grosser Beteiligung das Begräbnis des Herrn Sigmund Bofbatier statt, der im 8&. Jahre verschieden lat. Im TrauerhauBe hielten die Herren Rabbiner Fürst und Pleseh, letzterer ein Schwager des Verstorbenen, ergreifende Hesel* dlfn und schilderten den grossen Verlust, den die Familie, das gesetzestreue Judentum und die Gesellschaft mit dem Hinseheiden dieses frommen und charaktervollen Jehüdfi erlitten.hat, dessen ganzes Leben ein heiliger Gottesdienst war. Am Grabe sprachen ferner zu Herzen gehende Worte Herr Rabbiner schenk und Herr Max Hofbauer, ein Bruder des Verstorbenen, Möge das Sechus des Verblichenen seiner ebenbürtigen Gattin und seinen Kindern stets beistehen. .חנ2בח »Compagnie Generale Trari8ät!&ntlcjüe. i’rauzö- Bische Linie, Wien, 1V., Wiednergüi-tel 24. Nächste Abfahrten nach New-York ab Havre: 21. Jüli ״L&fäyetie“, 28• Jüli »ftöcbämbeau*1, 28. Juli ״La SäVoie*, 4. Augüst ״PäriS״, il. August ״France*; nach Südamerika ab Hamburg, Bordeaux, Marseille und Genua: 20., 28., 28., SO. Juli, 9., 10,, 11. August* Scbwtix. Zürich. Im Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz berichtet Frau J. Dreyfuss*8traUss, Basel, über den Wiener Weltfrauenköngress. Unter anderem gedenkt Frau Dreyfuss des jüdischen Waisenhauses in Baden: ״Ich selbst fuhr nach Baden bei .Wen, um das von der Aguda ins Leben gerufene Knaben- Waisenhaus zu besichtigen; dort fand ich gut und zu-״ frieden aussehende Kinder; es ist eine segensreiche Einrichtung . . . .“ Basel. In Basel verschied letzten Donnerstag im pätriächalischert Alter Frau Witwe .Müsste Stern* buch, Mutter des Herrn Naftali Sternbuch. Die würdige Matrone war hervorragend durch ihre tiefe Religiosität. Dank ihrer wahrhaft jüdischen Tugenden genoss sie überall die höchste Achtung. Russland. Charbin. Das Wüten der Jew-Sektion. Die Uebernahihe der Macht durch die Bolschewiken in den Republiken des Fernen Ostens wird schon spürbar. Die dortigen Juden sind die Ersten, die es zu fühlen bekommen. In Nikolsk^Usurlsk kam eine Bande jüdischer Bolschewiken in die Synagoge und zerrissen auf kleine Stückchen zwei Sifrei Thoras. Zwei andere Sfarim nahmen sie mit sich mit. Der Ortsbevölkerung bemächtigte sich eine ungeheure Erregung und man wandte sich an die Behörden in Wladiwostök mit der Forderung nach sofortiger Abstellung solcher Hooliganerien. Die zwei zerrissenen. Srfrei Thoras wurden zu Grabe getragen. Nähmaschinen* Versandhaus * David STASXNY Wien, II., Nordwegtbahnstrasse 21 Nähmaschinen mit Kugellager, 3jähr. Oar«nt(e, von 1,200.000aufw. Pit schöitstcn fodNafy kaufen Sie in der Kunstu. Antiquitätenhandlung Adele Hlrscttl*!־, Wien, I., Fleischmarkt 18 itMtn. ■ ' % ־ * י Zur Sohultfag•» Das Präsidium der Vereinigung der israelitischen italienischen Gemeinden berichtet: Der Advokat Angela Serenf, Präsident der obgenannten Vereinigung,, der schon im März L J, bei der in Bologna abgehobenen Sitzung die Aufmerksam• keif seiner Kollegen auf die Wiederherstellung des Religionsunterrichtes in den Schulen lenkte, bat um elfte Audienz beim Urtterfichtsmltilster und wurde 1h Begleitung des Oberrabbiners von Rom Dr. Sacerdotl am 4.1. M. von dem Minister Gentill empfangen, wel* eher nach einer langen Unterredung die Versicherung abgab, dass er die geistigen Interessen der Nicht* katholiken vollauf berückschtigen wird, Peltn. Die Jüdische Einheit In Wolynlen. Röwttö. Wie der ״Jud“ aus Rowno meldet, wurde dortselbst unter dem Namen ״Achduth" eine Organi- Sätlöft gegründet, die Zum Ziele die Zusammenfassung des orthodoxen Judentums in sozialer, eharitativer und iimerpolltischer Hinsicht, hat. Die Organisation, die keine Partei sein will, stellt sich zur Aufgabe: Die Schaffung verschiedener religiöser, kultureller und ökonomischer Institute, die Verbreitung der religiösnationalen Idee unter allen Schichten des jüdischen Volkes, die Behütung des Kaschrus und Schmlros Hadass. Die Eröffnung von Erztehungs* und Lehr* anstalten wie Chedarim, Talmud Thoras, Jeschttwos, gesellschaftlicher und privater Gymnasien für Knaben und Mädchen, sowie von Abendkursen für Erwachsene. Die Befreiung der Schüler von Zwangsbildung. Mitarbeit auf dem Gebiete des Aufbaues in Erez Jisroel usw.; Die Organisation Acliduth soll ״die Zersplitterung des wolynisehen Judentums verhüten und eine um* fassende unparteiische Vereinigung sein. Der Werbeaufruf ist von sämtlichen hervor* ragenden Mitgliedern der jüdischen Orthodoxie Wolyniens unterzeichnet, Warschau, in der Redaktion des ״Jud“ meldeten sieh einige Personen, die von schauderhaften Fakten erzählen, derer Augenzeugen sie gewesen sind. Auf dem jüdischen Frie^höf, auf weichem bis vor kurzer Zeit eine Bande von Dieben grassierte, die die Grab* denkmäler und Verzierungen stahl, sieht man jetzt Diebe, die die Gräber aufwerfen, um die gestohlenen Knochen für S t u d i e n z w e c k e zu verkaufen. Es wurde eine energische Forderühg gestellt, dieser Schauderhaften Profonation ein rasches Ende zu machen. Warschau. Die roten ״Genossen" gönnen sich keinen Atemzug Ruhe. Kaum haben sie die Kampagne gegen den Gheder siegreich verloren, beginnen sie wieder mit der Bekriegung des Feindes jeder ״Mo* dernen Anschauung‘, des Sabbath. Denn was hilft es, wenn die Kinder in den Schulen Über das alte fanati* sehe und dunkle traditionelle Leben ihrer Väter und Mütter aufgeklärt werden. Was hilft es, wenn ihnen frühzeitig die Lehre vom Klasseiikampf und der , Diktatur des Proletariats eingeimpft wird, wenn die Atmospäre des elterlichen altjüdischen Heimes sie an all dies vergessen lässt. Durch den sabbath besonders und seine religiöse Stimmung wird das Kind wieder rückfällig und ebenso ״reaktionär“ wie seine Eltern, Um diesem schrecklichen Uebel abzuhelfen, be* schlossen die hiesigen ״Genossen" nach langtägigen Debatten dem Kinde für das sabbathllche Fest zu Hause, in der Schule Ersatz zu schaffen, der mit seiner Reichhaltigkeit die Kinder dem ״schädlichen Einfluss“ entzieht. Zuerst sollen gerade am Sabbath Ausflüge unternommen werden, auf Luxusdampf־ schiffen unter Hinzufügung von Tanz und Musik. In der Folge sollen noch andere ״Ablenkungen“ geschaffen werden. Die Genossen werden sich eine ebenso grosse Blamage holen, wie sie sich sie in.der Cliederfrage geholt haben. Warschau. Endlich״ Die jüdischen Abgeordneten im polnischen Sejm entschlossen sich endlich, einen Antrag zur Abschaffung der zwangsmässigen Sonn* tagsruhe für die jüdischen Kaufleute und Handwerker einzubriilgen. Wir wollen hoffen, dass die Regelung dieser Frage eiii Ende der unhaltbaren Situation be* reiten wird, die sich aus der Kollision zwischen Sab* bath- und Sonntagsruhe ergab. Lodz. Bel der Eröffnung der Sommerkolonle der sozialen Sektion des Magistrates konstatierte der jüdische Vorsitzende der Sektion Rumovsky, dass den 70 jüdischen Kindern Trefe-Köst verabreicht wurde. Da trotz seines energischen Protestes in den nächsten Tagen keine Abhilfe geschaffen wurde, verweigerten die Kinder die Annatffne der Speisen und vefliessen freiwillig die Ferienkolonie. Herr Rttmovsky erinnerte die Behörde an das Versprechen, den jüdischen Kindern koschere Rost zu verabreichen, und es soll in nächster Zeit eine separate Küche eingeführt werde rv Pabffliitc*. Dm langen schwebettden Ztmtmde Auf dem wichtigen Rubbinatstelile m Pabtente* wurde diese Woche durch die Durchführung der Wahl ein Ende bereitet. Ais Kandidaten kamen in Betracht der bisherige prov. Rabbiner i&bbt Mendel Alter, ein Bruder des Gerer Rabbi, seitens der Aguda, sowie der Joselowltscher Rabbiner als Kandidat der Misrachi. Nach eitier heftig geführten Wahlagitation wurde Mendel Alter, der Kandidat der Agatha, mit 80 Prozent Stimmen zum Pablanlcer Raw gewählt. Kallseli, Vergangene Woche wellte in Kalisch ein seltener und ehrenvoller Gast, einer der Pührer der jüdischen Orthodoxie im polnischen Sejm. Herr Rabb. Schapira aus Sanok. Trotzdem die Nachricht von der Ankunft geheim gehalten wurde, erwartete eine zahlreiche Menge den Gast am Bahnhöfe, Wäh* rend des zweitägigen Aufenthaltes in Kalisch hatte man Gelegenheit, auf Versammlungen und Maasen* mectiilgs die sugestive Macht cler Rede und der Per* Göttlichkeit des Gastes kennen zu lernen. Der Aufent* halt Rabbiners Schapira wurde von der hiesigen jü* disclicn Bevölkerung als Fest gefeiert. Der Zweck der Reise, die Werbearbeit für den Ma&s Haägüdä* hatte einen vollen und befriedigenden Erfolg. Cftauen. Kowno. In der letzten Steuojf des Ittaulschen Sejm wurde dem jüdischen Deputierten Rosenbaum verboten, ln jüdischer Sprache an den Debatten teil• zunehmen, Bisher konnten sich alle jüdischen Deputierten jederzeit der jüddischen Sprache bedienen. Man sieht in dem Verbot eine Verletzung der in der Verfassung garantierten Rechte der nationalen Minderhelten. England. Püiästinadebatte Im englischen Oberhaus. In der jüngsten Palästinadebatten des Oberhauses hat ViS* könnt Grey vorgeschlagen, die Anwesenheit Sir Herbert Samuels in London dazu zu benützen, einen bestimmten Plan auszuarbeiten, nach welchem die jüdische Verwaltung in ausgesprochenen arabtsehen Bezirken vermieden wird, jedoch den Juden die Möglichkeit• gewahrt bleibt, ihr eigenes Kulturheim im Rahmen eines überwiegend arabischen Staates zu gründen, Bei diesem Vorschläge glaubt Visköunt Grey noch immer auf der Basis der Baiföür-Dekl&rä* tion zu stehen. Einsetzung einer Paiastina-Komniission seitens der britischen Regierung. Das Englische Kabinett hat zur Prüfung der Palästiiiafrage eine Kommission ölhgesetzt. Der Kommission gehören an: Der Kolonialsekretär Lord Devonshire als Vorsitzender, Sekretär des Kriegsministeriums Lord Derby und der Sekretär für Indien Viscount Peel. Dip Einsetzung einer Palästittä־Körtttttisskm beweist, dass die Palästina-Politik der englischen Regierung nicht jene Stabilität hat, die ih diesen kritischen Zeiten vonnöten wäre. Die jüngste Rede des Herzogs von Devonshire hat nur mit Mülle Verdeckt, dass England intterlicii nicht mehr an der Balfourdekiaration festhält und sie bioss der äus&effcil Form halber noch als Grundlage ihrer Politik bezeiCh* net. Ein Mitarbeiter an der Balfourdekiaration. Lord Grey, verlangt offen, dass man die Deutung der Balfourdekiaration im Sinne des berühmten Weiss* büches nicht mehr anerkenne und die britische Pälästina-Politik noch mehr der arabischen Wünsche Rechnung trage, Unter diesen Umständen bedeutet die Einsetzung einer Palästina*Kommission seitens der britischen Regierung nichts Günstiges für die jü* dische Sache. Was immer die Resultate seih Werden, welche die Arbeit dieser neuen Kommission zeitigen wird, es steht heute schon für jedeh denkenden Mensehen fest, dass die jüdische Arbeit für Erez Jisroel auf ganz anderer Grundlage nufgebaut werden müsse. Diese Grundlagen sind die von der Thora bestimmte Wille des jüdischen Volkes, Erez Jisroel als das jü* dische Land zu betrachten, das nur im Einverständnis mit der Mehrheit der jetzigen Bevölkerung aufgebätit werden kann. Die Agitation gegen das Mandat und die Balfourdeklafätibrt.״ London, tu allM Zeitungen, die gegen die englische Palü&Unapolitik sind, erscheinen aus Artlass der Debatten im Unterhaus Artikel des Inhalts, die englische Regierung solle die bisherige Richtung in bezug auf Palästina aulgeben und die Bevorzugung »41er zionistischen Bewegung unterlassen. ״Dailly Mail“, ״Daily Express“. ..EvewMs. Standard", ״Morning Post“ verwerfen ule bisherige Pp:־, litik, die dein englischen Steuerzahler viel Lasten aUferHgt,; wogegen die Juden der ganzen Welt wertig Interesse be* zeugen und minimale Qeidop'fer darbringett. ..Daily Mail“ verlangt die Demission Herbert Samuels. Passende Hoehzsitsgsscltsnke sowie kompi. Sliberkassetten, Leuchter, Glranj dole - und כליי קורש zu billigsten Preisen.[ JUWELIER ABRAHAM SCHAPIRA Wien, H. Bezirk, Rotensterngasse 131 4

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