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Jüdische Presse · 1923-07-06 · 27 (6.7.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
27 (6.7.1923)
Date
1923-07-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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«U27 JÜDISCHE PRESSE Seite 185 G0G0B3S0 &3&0 £0 CO £0£0£0£Ef 0ä0äßQl9 03 0Q 0Q BQ 23qbQC&Qw NACHRICHTEN. WttlKfMnv• DiMtttMMmtM». Schtdsrfffoss an-der Tataf llUftSfijBSse Nr. 16. Der Merliche^hluss-Goftesdiensfrfand ander Talmud Thora Volks- und Bürgerschule am 28. v. M. statt. Die Sdflussanspracbe an die ScÄffler Welt der ReligionslehFer der Schale, Herr Räbfciner S. N-euw 1 rth. Die Talmud Thoraschule umfasste in diesem Schuljahre fünf Knabenvolksschulklassen und die erste Klasse einer Knabenbürgerschule. Die Zöglinge der zweiten und dritten Bürgerschulklasse ,wurden nebst einem ausgiebigen Talmudunterricht in den profanen Fächern kursweise unterrichtet. Der dritte Jahrgang hat an der Schwarzinger Bürgerschule die Schluss- Prüfung mit gutem Erfolg bestanden. Im nächsten Jahre werden alle Jahrgänge der Bürgerschule vollkommen ausgebaut unterrichtet. Die Mädchenvolksschule umfasste in diesem Jahre die ersten zwei Klassen, im nächsten Jahre wird die Mädchenschule bis zu der vierten Klasse geführt. An der Ausspeisung der Schule haben täglich 60 Kinder teilgenommen. Das Jahresbudget des gesamten Schuljahres machte 360 Millionen aus, die fast zur Gänze durch Spenden. gedeckt wurden. A. J. P. B. (Agüdas Jisroel Press-Bureau). Einem langgehegten Wunsche folgend hat der Zentralrat der Agmdas Jisroel ein Korrespondenzbureau ins Leben gerufen, das seinen Hauptsitz in Wien (II. Malzgasse 12 a, Telephon 4?.054) hat. Die systematische Sammlung aller die orllidoxe Judenheit betreffenden Nachrichten durch eine Zentralstelle und deren regelmässige als auch rascheste•' Verbreitung über die ganze Welt ist ein Bedürfnis geworden, ohne dass eine einwandfreie Orientierung des Pressewesens und somit der ganzen Judenschaft undenkbar erscheint. Es handelt sich’, wie erwähnt, vornehmlich um authentische Berichte aus dem Leben und Treiben der thoratreuen Judenheit, die bisher entweder vernachlässigt oder tendenziös gefälscht waren. Dies ist zweifellos auch die Ursache der vielfach verfehlten Einschätzung der heute noch nahezu 80 Prozent der Judenschaft umfassenden Orthodoxie. Warnung. Es kommen von auswärts, speziell aas dem ßurgenland Butter und Topfen hier zum Verkauf. Nachdem es sogar nicht ausgeschlossen erscheint, dass auch mit Mar g ar ine g ef ä 1 sKrh t e Butter hieher gebracht wird, wird dringend gewarnt, Lebensmittel, bei denen ein חלל איסור sein kann, nur von solchen Verkäufern zu kaufen, die inan kennt und die absolut verlässlich sind. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, dass die Delikatessen- und Lebensmittelhandlung des Herrn Markus Eckerling, IX. Liecbitensteinstr. 117, niemals unter der rituellen Aufsicht (חש נ חח) des gefertigten Rabbinats stand. Die ח שנח ח bezieht sich natfi wie vor ausschliesslich auf den Verschleiss von rohem Fleisch, dessen Verkauf nur in Anwesenheit und unter der Kontrolle des bestellten משגיח (Aufsichtsperson) erfolgen darf. Wien, Tamus 5683. Das Rabbinat der Adas Jisroel: Rabbiner S. Fürst. Juwelier Abraham Schapira, Wien, H. Rotenstecagasse 13, ersucht uns festzustellen, dass sein Bruder, der Sejm-Abgeordnete, Oberrabbiner von 9anok, Maler Sch apiira heisst, nicht Schapiro, wie irrtümlicherweise In mehreren Zeitungen zu lesen •war. Compagnie G6n6rale Transatlantlque, Französische Linie, Wien, IV. Wiednergürtel 24. Nächste Abfahrten nach New York ab Hawrei 14. Juli ״France“, 17. Juli ״Suffren“, 21. Juli ״Lafayette“, 23. Juli ״Rochambeau“, 28. Juli ״La Savaie“; nach Süd-Amerika ab Hamburg, Bordeaux Marseille und Genua: 13., 28., 29., 80. Juli, 9., 10., 11., 25., 27., 29., 30. August. (Entgeltlich.) 1*y * I» <****&•> Kaufet nur ßollingers Eiskasten Fabrik: Wien, XV. Staglgasse 10, Telex)hon 38.419 Filiale: Wien, VII. Burggasse 17, Telephon 33.572 Tomor Margarine כשד• Einem wahrhaft fühlbarem Bedürfnisse trägt die bekannte Firma V an doti B-ergha Fabrieken Rotterdam—London Rechnung, indem sie aus dem allerfeinsten Material hergestellte כשך Margarine auf den Markt bringt. Die Margarine ist mit dem Siegel des ״Beth- Din“ des englischen 0berrabbin«ate8 ▼ersehen in 73 kg erhältlich. Man verlange es in allen Lebensmittelgeschäften. Alleinvertreter: Julius Grober, Wien, IS., Matthäusgasse Nr. 14. Gedenket der Waisenkinderl Spendet für die Waissnbäuser der Aguda Jismi Sekretariat: Wien, II. Malzgasse Nr- 129. mauUjuj. Grosses Aufsehen und starke ßeregung in der ganzen Bürgerschaft verursacht der durch die Tagespresse bereits gemeldete rohe antisemitische Ueberfall der am letzten Freitag der bekannte Führer der bayrischen Orthodoxie und Vorsitzende der Ohel Jakob-Gemeinde, Kommerzienrat Siegmund Frankel, zum Opfer gefallen ist. Kommerzienrat Frankel befand sich mit seiner Familie in der Sirassenbahn, wobei im Umsteigen sein Sohn in einen Wortwechsel mit einem Unbekannten geriet. Die mit diesem offenbar verabredeten Kumpane stürzten sich auf den bejahrten Herrn Frankel, der bewusstlos hinsank. Auch seine Gattin wurde von der Bande misshandelt, die offenbar ganz systematisch zu .Werke ging und die Ueberfälle mehrmals erneuerte. Unbegreiflicherweise war und ist von einem Eingreifen der Polizei nichts zu merken. Man hofft, dass der Ueberfall für Leben und Gesundheit des um die Allgemeinheit hoebverdienten Mannes keine dauernden Nachteile zur, Folge haben ,wird• München. Die ״Münchener Neuesten Nachrichten“ schreiben: Nachdem in der letzten ZeZit unter dem starken ausserpolitischen Druck in München eine gewisse Beruhigung eingetreten war und antisemitische Exzesse unterblieben, ist in der Nacht zum Freitag an einen geschätzten und hervorragenden Mitbürger ein unentschuldbarer Roheitsakt verübt worden. Kommerzienrat Siegmund Fränkel, der allgemein als eine der führenden Wirtschaftspersönlichkeiten in׳ Bayern gilt, wurde von fanatischen Judenhassern schwer misshandelt und mit Erschlagen bedroht. Alle anständigen Menschen werden mit uns aus politischen und ethischen Gründen gegen jede Gewalttat an anders Gläubigen oder anders Denkenden sein. Dieser feige und grundlose Ueberfall auf einen verdienten, streng nationalen Mann kann aber nicht schart genug gebrandmarkt und geahndet werden. Hoffentlich gelingt es der Polizei, die Täter ihrer gerechten Bestrafung entgegenzuführen und München von diesen Eiementen zu befreien, die den guten Ruf der Stadt im In- und Ausland auf das Schwerste schädigen. Kommerzienrat Fränkel, dem auch unsere Zeitung manch wertvolle Beiträge verdankte, war einer der nicht sehr zahlreichen Männer, die während der Rätezeit und nachher mutig und entschlossen öfienlieh in Wort und Schrift scharf gegen die Herrschaft der Levien, Lewine und Genossen, gegen den Bolschewismus überhaupt auf traten. Diese Gegnerschaft entsprang der streng staatserhaltenden patriotischen Anstellung Fränkels, der während der Reichskanzlerzeit Hertlings dessen wirtschaftlicher Berater war und noch heute trotz seines hohen Alters als eines der. eifrigsten Mitglieder des Eisenbahnrates sich betätigt. Schon diese einfachen Tatsachen beleuchten den politischen Wahnsinn solcher Gewaltakte, von denen besonders die Leitung der nationalsozialislisehen Arbeiterpartei kürzlich in einer auch von uns veröffentlichten Kundgebung gewarnt hat; aber scheinbar haben die antisemitischen Kreise ihre Gefolgschaft nicht fest in der Hand, den sonst müssten solche Attentate unmöglich sein. Wir gehören sicherlieh nicht zu denen, die immer nach dem Ausland schielen, aber im Zusammenhang mit diesem brutalen Roheitsakt muss doch einmal gesagt werden, dass wir unter den wenigen Freunden, die wir in der Welt noch haben, einen nicht unbeträchtlichen Teil verlieren, wenn dieser sinnlose Terrorismus in München so weiter geht. Derartige Rohheiten haben nichts mit Nationalgefühl zu tun; sie schädigen die gesamte nationalc Bewegung und müssen unter allen Umständen verhindert werden. Hier erwächst der Münchener Polizeibehörde im Interesse des Landes eine besonders wichtige Aufgabe. Der Dresdner Delegiertentag des zionistischen Verbandes für Deutschland. Von Montag den 25. Juni bis Mittwoch tagten in Dresden die Delegierten des zionistischen Verbandes. Die Tagung wurde von ungefähr 200 Delegierten beschickt. Den Hauptstoff der Verhandlungen bildete die Stellungnahme zu den politischen und organisatorischen Fragen; als Hauptreferenten zu dem Thema jewish Agency, Weltkongress und zionistische Organisation sprachen Br. Kaznelson und Feuering. Der Erstere vertrat den Standpunkt Weizraanns in Betreff der Zuziehung von nichtzionistischen Vertretern in die jüdische Agentur. Nur so hofft er, das Minimum, das die Zionisten in Paläsüna anstreben müssen, zu erreichen. Dieses Minitnum ist auf der einen Seite weder der souveräne Judenstaat, noch auf der anderen die öffentlich rechtlieh gesicherte nationale Heimstätte, die nur auf dem Papier des Mandats steht, ohne verwirklicht zu sein, es ist auch nicht ein Jüdisches Palästina, das so Jüdisch ist, wie England englisch. Es ist ein Palästina, in dem das jüdische Volk eine geschlossene jüdische Siedlung und die Majorität der Bevölkerung bildet. Diesen Anstellten gegenüber ,vertritt Feuering den Standpunkt, dass (Ile Zuziehung von Nichtzionisten nur einen Schaden und keinen Gewinn bringen wird. E&is die Nicht- Zionisten ihren guten Willen zeiget! wollen, so haben sie Gelegenheit, für den Keren Hajessod zu spenden. Aber die Verantwortung und die Rechte der jüdischen Agentur müssen bei der zionistischen Organisation verbleiben. Aus der überaus regen Generaldebatte heben wir bloss die Rede von dem Misrachivertreter vor. die sich gegen die antidemokratischen Pläne von Weizmamn wendet und auf die Aguda hinweist, die einen demokratischen, die Paiästmafrage umfasenden Kongress einberufen hat. Da zeigt sich nicht nur die Palästinafreundlichkeit dieser Teile des jüdisehen Volkes, sondern auch, dass man dort von uns zu lernen beginnt. Der Antrag des Hauptausschusses: Die Exekutive wird ermächtigt, zur Jewish Agency Vertreter solcher Organisationen heranzuziehen, die gewillt sind, bei der Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte n Palästina zu heilen, wird mit 57 gegen 51 Stimmen angenommen. Jabotinski in Aktion. Wladimir >־a:bo ttrrs'kl, der seit seinem Austritt aus der Zionistischen Organisation untätig war, erschien wiederum auf der Bildfläche des jüdischen öffentlichen Lebens. Er ist in das Redaktionskomitee der in Berlin erscheinenden russisch zionistischen Zeitung ״Rasswjet“ eingetreten. Sein Hauptprogramm ist: Bildung jüdischer Legionen in Palästina, Kampf gegen das Motabelnsystem Waitzmanns. Es scheint, dass Herr Jabotinski von! Kampf nicht lassen kann. Es ist dies auch schwer von einem Menschen zu verlangen, der einmal Blut gerochen hat. כשר Fabriken, Rotterdam—London, mit dem Siegel des ״Reth Din“, des engl. Oöerrablnates, in 1/;,kg-Wiirfel Vertriebs ,CESSTßA* ffi« <3.,Wien, &i»,Taborstr. 24?a Sajoszentpeter. Am 5. Tainus wurde der Überrabbiner von Sajoszentpeter Joachim F r i e d zu Grabe getragen. Oberrabbiner Fried war sowohl durch sein talmudisches Wissen, wie seine Frömmigkeit in ganz Ungarn hochgeschätzt. Im Trauerhaus haben ihm sein Sohn und Schwiegersohn Maspid gewesen. In der Synagoge haben noch die Oberrabbiner von Putnok, Szikso, Csaba, Diosgyör, Edeleny, Ujhely und Ozd den grossen Gelehrten und den treuen Mirten, der seine Gemeinde über 38 Jahre geleitet hat, gewürdigt. kaufen Sie in der Kunstu. Antiquitäten handlung Adele Härscliler, Wien, I., Fleischmarkt 18 Polen. Warschau. Der Sejinatisschuss nahm mit 15 gegen 13 Stimmen den Numerus clausus für alle nach Nationalität, Glauben und Rasse in der Minderheit befindlichen Völker Polens an. Die Zulassung wird von der Zahl der vorhandenen Lehrmittel abhängig sein. Die Genehmigung der Kammer dürfte ausser Zwei71 sein, trotzdem Witos bei seinem Regierungsantritt den Juden versprochen hatte, dass er den Numerus clausus nicht zulassen werde. Es trifft übrigens nicht nur die Juden, sondern auch die Deutschen .und Ukrainer. Für die Universität Posen dürfte ein Prozeutsatz von 1 :2 für die Juden bestimmt wcrdui. Warschau. Bei der Schuklebatte im Stadtrate plädierte der bundistische Ratmann Ehrlich für die Einführung der jiddischen Sprache als Lehrfach in den allgemeinen Schulen, ausserdem für die Bewiiligung von 40 Millionen monatlich und einer einmaligen Unterstützung von 100 Millionen an die jiddisclnstisehe Schule. Dabei unterliess er es aber nicht, die wüstesten Verleumdungen gegen den Cheder und das alte jüddische Erziehungswesen anzubringen. Ein zionistischer Ratinanu verlangte gleichmässige Berücksichtigung der hebräischen und jiddischistischen Schulen. Von orthodoxer Seite ergreift Ratmann Hofnagel das Wort und weist zunächst auf das Gebot der Billigkeit und Gerechtigkeit hin, die jiddischen Kinder in den öffentlichen Schulen zu keiner Sabbat- -entweihung zu zwingen oder zu «efcatüassea, ebenso

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