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Jüdische Presse · 1923-07-06 · 27 (6.7.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
27 (6.7.1923)
Date
1923-07-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Nr. » Der Verfall des Glaubens, der Verfall der Faj,ttfHle nffid Jedweder geistigen Autorität hat eingesetzt, ä» dessen. Ende ein körperlicher und seelischer Tod aaansweirfibar droht Und das Traurigste von all dem Traurigen, weil cs beschämend und erniedrigend Ist Ist die Erscheinung, dass nicht nur die dem Judentum feindlichen Mächte an dem Ruin des Volkes arbeiten, sondern dass es eigene Teile, eigene'Brüder, eigene Parteien sind, die verblendet und kurzsichtig, Vorschub leisten den zerstörenden Kräften. Und manches, was auf den ersten Blick als heldenmütige Grosstat erscheint, entpuppt sich bald als herostrathisches Treiben. Der jüdische Mensch, leicht und agil im Aufnehmen und Verarbeiten fremden Stoffes, nahm bis jetzt meistens das Gute. Und dies schon wurde dem ganzen Volke übel vergolten. Was wird geschehen, wenn der jüdische Mensch nun auch das Böse aufnehmen wird? Ein Kampf tobt jetzt, der dem jüdischen Volke das Letzte rauben kann, das er besitzt Es geht um Glaube, Familie und Gemeinde. Der Kampf tobt auf zwei Fronten. Der stärkeren, der Front nach aussen und der gefährlicheren, der nach innen. Diejenigen, die es wissen, sie werden alles anwenden, um die Gefahr abzuhalten und zu siegen. Diejenigen aber, die in Ruhe und Trägheit mit verschränkten Armen zuschauen, die sollen vernehmen, dass es auch um sie geht und dass es der Kampf um Alles ist. — z. An unsere Leser! Um der breiten jüdischen Oeffentlichkelt Gelegenhelt zu bieten, die Ereignisse der Kenessio Gedaulo bis in die kleinsten Details Überblicken und miterleben zu können, wird drei Wochen lang eine deutsch! und jüdische Tageszeitung erscheinen. Beide beinhriten im wesentlichen: Offizielle Sitzungsberichte, stenographische Protokolle, Stimmungsberichte, MomentbÜder, Interviews usw. Der Abonnementspreis beträgf pro Ausgabe während ihres ganzen Erscheinens für Oesterreich 20.000 österrei« chische Kronen, für Rumänien 70 Lei, Tschechien 15 tschechische Kronen, Schweiz 3 Franken, Amerika 50 Centimes, Italien 10 Lire, England 2 Schilling, Jugoslawien 40 Dinar, Polen 30.000 polnische Mark, Deutschland 30.000 Mark, Lettland 60 Ruhe(. Die Abonnementsverhandlungen sowie die Ein- Zahlungen müssen bis spätestens 1. August erfolgen. Die Zahlungen sind für die deutsche Ausgabe an die Zahlstellen der ״Jüdischen Presse״, Wien, 2. Bez., Malzgasse 12 a (Wiener Postsparkassenkonto Nummer 13.458), für die jüdische Ausgabe an die Zahlstellen von ״Unser Weg“, Wien, 20. Bez״ Bäuerlegasse 20 (Postsparkassenamt Wien Nr. 55.207) (Postsparkassenamt Warschau Nr. 190.338), bezw. an die Landeszentrale zu richten. Die grosse Verbreitung der Kongresszeitung in allen Wertteilen macht sie für die Inserlerung besonders geeignet. Da der Inseratenraum sehr beschränkt Ist, liegt es l!n Interesse der Inserenten, sich so rasch als möglich mit der Administration In Verbindung zu setzen. Die Administration der Kenessio Gedaulo-Zeitung. Erinnerungen an Kattowitz. Von J. Kreppei. II. Wenige Wochen nach der Veröffentlichung des ersten Aufrufes trat in Kattowitz die erste öffentliche Konferenz der ״Agudas Jisroel“ zusammen. Unter den zahlreich Erschienenen trat in erster Reihe der greise Rabbiner von Brest-Litowsk, Rabbiner Chaim Soloweitschik s. Z. I. hervor. Der Brisker Raw war zu jener Zeit der ״Godaul hador“, eine der ersten rabbininsehe Autoritäten der Generation. Er erfreute sich in seinem Helmatlande in Russland aber auch lim Auslände, des grössten Ansehens. Selbst die Nichtorthodoxen und ,die Zionisten brachten ihm die höchste Verehrung entgegen. Es war beachtenswert, wie die zur Konferenz gekommenen jüdischen Jour- Blenvenida Ghirondi (in Padua), Gattin des Mordechai Ghirondi, war berühmt wegen ihrer hervorragenden Kenntnisse in der hebräischen Gram״ matik und der hebräischen Sprache. Von Mirjam L u r i a, der Tochter des Arztes David Chajm Luria (in Padua), ist es bekannt, dass sie schon als ganz junges Mädchen mit grossen Gelehrten talmudlsche Diskussionen pflegen konnte und eine gründliche Kennerin der Midraschliteratur war. Sie hielt, auch ihrem Sohne und mehreren seiner Genossen Vortrüge über Maimonides und׳ Raschi. Die Polin Sarah O s e r, Tochter des Rabbiners Oser in Beibirks und später die Gattin des gelehrten Kaufmannes Isaak Selka in Wilna, war ausserordentlich bewandert in Bibel, Midrasch und Talmud und verfasste auch schöne Gedichte in hebräischer Sprache. Sie starb im Alter von 86 Jahren. Tscharna Roscn111 a 1, Tochter des reichen und gelehrten Nuphtah Roscnthal in Moor, war eine tüchtige Kennerin der Bibel und wusste viele Talmudstellen im Wortlaut zitieren. Sic starb 1797. Auch in der neueren Zeit weiss mau von vielen jüdischen Frauen, die sich durch Kenntnis der hebräisehen Sprache und Bibelkunde auszeichneten. Das Talmudstudium ist jedoch wieder ausschliesslich die Domäne der Männer geworden. Maleachi. ———~oonalisten aus Warschau, zumeist Zionisten, sich beeilten, . Rabbi Chaim“ (so nannte man den Brisker Raw allgemein) zu besuchen. Durch die Teilnahme dieses berühr.־teil Gelehrten an der Konferenz erhielt unter den Juden des Ostens diese, nach aussen hin einen besonderen Glanz. Erschienen waren noch die Rabbiner: Schnur- Tarnow, Bombach-OS wi^cim, Engel-Krakau, Rabbinowitz-Poltawa, Lipschütz-Kalusch, Dr. Breuer- Frankfurt, Dr. Kohn-Basel, Grodzenski-Dwinsk (jetzt Wilno), Fürst-Wien, Dr. Hildesheimer-Berlin, Reich- Baden, Dr. Simon-Heidelberg, Dr. Bondy-Mainz, Thumim-Zaleschtschild, Dr. Löwenstein-Kopenhagen, Doktor Selinger-Lemberg, Rottenberg-Wadowice^ Schmelkes-Przemysl, Deiches-Leeds, Dr. Deiches-" Sunderland, Hillmann-Glasgow, Dr. Rosenäck-Barmen, Dr. Freimann-Holleschau, Dr. Schechter-Budapest, Kepel Reich-Budapest, Weidenfeld-Dombro.wa, Dr. Klein-Nürnberg usw. Ferner nahmen teil: F״rof. Hoffmann-Berlin, Dr. Meller-Altona, R. Aron Markus- Krakau, R. Jizchok Halewy-Hamburg (Verfasser des ״Doroth Horischaunim“), Dr. Lichtig-Hamburg, R. J. J. Thumim-Przemysl, Samuel Rokach und Dr. M. Munk-Lemberg, DD. Munk-Berlin, W. Papperheim- Wien, Prof. Weil und Prof. Lange-Frankfurt, Doktor, Biberfeld-Berlin, Dr. Karlebach-Leipzig, Dr. Hiroch- Halberstadt, v. Freudinger-Budapest, Direktor Gabel- Grosswardein, Weingott-Warschau, Lipschütz-Kowno, Wischlitzki-Kowno, R. Moses und Michael Horowitz-Krakau, Schmelkes-Krakau, Bauminger-Krakau, Frankel-Krakau usw. Die Konferenz nahm Montag, 11' Siwan (27. Mai) um 3 Uhr nachmittags ihren Anfang. Der grosse Saal' der ״Reichshallen“ war übervoll. Auch die Galerien waren überfüllt. Am Journalistentisch nahmen Platz die Vertreter der jüdischem-Presse, in Warschau, Krakau, Lemberg, Budapest, ' Breslau, Berlin, London usw. Dr. Hirsch-Halberstamm begrusste die Konferenz. Als erster Redner sprach Rabbiner Doktor Breuer-Frankfurt, der betonte, dass es die Aufgabe der Konferenz sei, die Notwendigkeit der Agudas Jisroel zu dokumentieren. Die Einzelheiten der Organisation wird ein zu wählendes Komitee ausarbeiten. Dem gegenüber meinte der zweite Redner, Rabbiner Rabinowitz-Poltawa, dass es nötig sei, schon jetzt diese Einzelheiten zu kennen. Wir wollen keinen Kampf gegen irgendwelche Partei entfachen, aber wir wollen nicht mehr ein Spielbali in den Händen anderer Parteien sein. Es sprachen noch Rabbiner Selinger-Lemberg, Kohn-Basel, Dr. Biberfeld-Berlin, R, Aron Markus-Krakau, Gabel-Grosswardein und Schmelkes-Krakau. Sämtliche Redner betonten die Notwendigkeit einer allweltlichen Organisation, Begrüssungen waren eingelaufen ,von den Rabbinern Braude und Babad-Lemberg, Rabbiner Rosenfeld-Czernowitz, Zirlsoh 11 -Kischenew, Rabbinat Petersburg,Rabbinat Odessa, orth. Rabbinat New-York, Rabbinat Kanada, Rabbinat Bobroisk. Die Grossrabbiner von Bojan und Sochatschew gratulierten telegraphisch, der Rabbi von Ger in einem ausführliehen Brief. Unter den Anwesenden herrschte eine begeisterte Stimmung. Man stand allgemein unter dem Eindruck, dass man einen grossen Tag erlebe. Obwohl die Verhandlungen des ersten Tages bloss einen vorbereitenden Charakter hatten, war es jedem Teilnehmer klar, dass die Agudas Jisroel an! nächsten Tage eine vollendete Tatsache sein werde. Am Schlüsse der Sitzung konnte der Vorsitzende konstatieren, dass die Zahl der Teilnehmer 300 übersteige, darunter 100 Rabbiner. Die Rabbiner hielten sowohl im Laufe des Tages, als auch abends eingehende Beratungen ab. Den Glanzpunkt der Konferenz bildete die, auf einem sehr hohen Niveau sich bewegende Verhandhing des zweiten Tages. Die Referenten, Rabbiner Dr. Breuer und Herr Jakob Rosenheim, entwickelten das Programm der Aguda in einer solch einleuchtenden Weise, dass die Annahme der Resolutionen mit einer begeisterten Einstimmigkeit erfolgte. (Fortsetzung folgt.) Berichte aas dein Ausland. London. Unter zahlreicher Beteiligung fand am, 27. d. M. die Generalversammlung der Agudas Jisroel־ in London statt. Nach erstattetem Tätjgkeitsbericht appelliert Rabbiner Zimmermann an die orthodoxe Judenschaft in London, in der Weft- Organisation Agudas Jisroel mitzuarbeiten und das grosse geschichtliche Ereignis der Kenessio Gedattfo würdig vorzubereiten. Eine diesbezügliche Resolutio׳n wurde einstimmig angenommen. Jaffa. Der Jerusalemer Rabbi Abrami Orator Noah sprach in Jaffa vor einem grossen Attditorkest über d$e Bedeutung der Kenessio Gedaulo. Die intensive Tätigkeit der Aguda in Jaffa hat die Position de? Aguda bedeutend gefestigt. Lettland. In Riga, Libau, Dwinsk, Rreuzburg und anderen Städten finden andauernd Versamrntongen statt, die sich mit! der Kenessio Gedaulo befassen und eine zahlreiche Vertretung der dortigen orthodoxen Juden auf der Kenessio Gedaulo in Atts«! sicht stellten. Warschau. Der ״Jud“ veröffentlicht bereits "die: ersten Listen der Kandidaten zur Moezeth Gedolei! Hatauro. Sie umfassen 70 Delegierte aus aßen; Gegenden Polens, New York'. Die jüdische Zeitung ״Dos jiddische Licht“ teilt mit, dass die Vorarbeiten zur Kenesstpi; Gedaulo intensiv fortsohreiten. Warschau. (J. P. Z.) In Warschau wurde ein spezielles Informationsbureau eröffnet für die potoak sehen Teilnehmer an der Kenessio Gedaulo in Wien.:; Kowno. (J. P. Z.) Der ׳Manische orthodoxe Jttgendiyerban<l r,Zelre Jisroel“ hat beschlossen, Vertretet zur Kienpssio Gedaulo zu schicken. Tefegrammitieihmgen. Ans Chris tianm haben sich aäs DeSfe^KCfiC! zttm Kongress angemeldet die Herren Rabbiner ׳Lewitan, Herr Gemeindevorsteher Fein und- Hei* Lewkow. Aus Amertka sind vrläufig als Delegierte gewählt: Aus New Y ork die Herren: Rabbiner Dr. Klein, Gar funke 1, Dr. J u n^g.; Mendel Käscher, ferner die׳ Herren Gol^K st ein, Dr. Simon «nd Wolf Siegel, aus Boston Herr Kaplan und Feuerstein. 'Aus Baltimore Rabbiner Dr. Schaffer und Herr Nathan Adler. Aus Argentinien hat sich der dortige Agudavorstancl bereits angemeldet. übernimrait kulantest ״Anker“, 1. Bez., Hoher Markt 10 Konkurrenzlose um ihm Soll die Kenessio Gedaulo nicht nur ein grosser moralischer Erfolg von dauernder Wirkung sein, sondern auch ein momentan greifbares Resultat חחורח ומייא np לוזרסת bringen, so muss in derselben ein grosser Betrag aufgebracht werden, um ln Erez Jisroel Schmitto beobachten zu können. ‘E^ ergeht an alle Delegierten und Besucher der Keriessio Gedaulo die dringende Bitte: Die Zeit bis zur Kenessio Gedaulo zu benützen, um möglich grosse Beträge für diesen Zweck zu sammein und mitzubringen, ,da die Zeit drängt. Wien, im Tamus 5683. Der geschäftsfuhrende Ausschuss; Wien, Frankfurt, Kischenew, Niträ, Slobotka, Warschau. ‘'״y~->rr1-t11Tr-~1r-1~r^— —** ׳- — ---•־nunn ii.igj riniiiniTn.iVTetirvirirr־־ 1! רווו ר־דו 11^M1n־1'^11nr»1^1‘M\1«1n1־«1-1v,1r1»rnr־1*~~rn־1־-^1<-nnr1־r~-~rrV—r*J-~—־——־1■ ־-*~v—'׳‘ו־ר־ו—!— Perücken aus dauergewelltem Naturhaar, garantiert unsichtbar im Tragen, liefert kurzfristig Rudolf SCHIFF Wien, 1. Bezirk,' Kärntueratrasse 8 (nächst dem Stcfanwlatz, um die Ecke)

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