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Jüdische Presse · 1923-06-29 · 26 (29.6.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
26 (29.6.1923)
Date
1923-06-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 174 JÜDISCHE PRESSE Nr. 26 £0£0&3£0 £0 £0 £0 C0 &3£0£0£0 03 Ö3 03 03 03 0Q 03 0□ 03030203 NACHRICHTEN. S0£0E0Q3G0£0£0£0Q0£0£0£0 02 03 03 0□ 02 03 0□ 0□ 03 03030□ DtuKcIrästwticb. Jüdische Mädchenschule. Die konfessionelle Schule hat im Kampfe der Meinungen den Sieg davon getragen. Jeder Gesinnungsgenosse weiss, dass er sein Kind den Gefahren der öffentlichen Schule nicht aussetzen darf, wenn die zarte jüdische Kinderseele nicht leiden soll. Die Erfolge der konfessionellen Schule und die traurigen Erscheinungen der interkonfessionellen Schule sprechen eine so beredte Sprache,י dass hierüber jede Diskussion überflüssig erscheint. Die Frequenz der Talmud-Thora — der bisher einzigen jüdischen Knabenvolksschule mit Oeffentlichkeitsrecht — zeigt, dass die Wiener Orthodoxie dieser Schule nicht entraten kann. Für das nächste Schuljahr wird geplant, eine selbständige Mädchenschule anzugliedern und wurden zu diesem Zwecke schon geeignete Lehrkräfte gewonnen, die durch Vorbildung und reiche Erfahrung befähigt sind, der Mädchenerziehung besondere Aufmerksamkeit 2u schenken. . Auch der Lehrplan wird so ausgearbeitet sein, dass neben den profanen Fächern, der Religionsunterricht von ganz anderen Gesichtspunkten aus erteilt werden kann, weil in dieser Schule die Gefahr wegfällt, dass zwischen Schule und Haus gegensätzliche Ansichten auf religiösen Gebieten auftauchen könnten. Wenn diese Mädchenschule ihren Frequentanten nichts anderes bieten könnte als die Schulfreiheit an Samstagen, den ausschliesslichen Verkehr mit gleichgesinnten Kameradinnen, müsste sie schon allein dadurch den Vorzug und Vorrang vor allen anderen ^Schulen, die in Frage kommen, einnehmen. Doch unser Schul werk hat sich ein höheres Ziel gesteckt und kann dies nur erreichen, wenn alle Gesinnungsgenossen dieses Schulwerk zu ihrem eigenen machen. So wie sich aus der Knabenvolks־ schule die dreiklassige Bürgerschule entwickelte, soll auch die Mädchenschule die ganze Mädchenerziehung vom Grundbeginn bis zur Fortbildungsschule umfassen, so dass die Schule und das Erziehungswerk nur eine harmonische Ergänzung bilde zu dem Geiste von dem das jüdische Haus und Familienleben getränkt ist. Jeder der sein Kind dieser Schule anvertraut, schafft zugleich einen neuen Baustein zur Ausgestaltung unseres Schul- Werkes. Auskünfte ertheilt bereitwilligst das Sekreiariat der Talmud Thora, Wien II., Malzgasse 16. Versammlung der Osse Tob, III., Untere Viaduktstr. Nach eifrigenVorbereitungsarbeiten unter der Führung der Herren Grub er und Jo 11 es fand die erste öffentliche Versammlung im III. Bezirke Sonntag den 10. Tamus statt. Nach der Begrüssung seitens des Vorsitzenden Herrn Sternberg sprach Herr Rabbiner Dr. Pollak über die Bedeutung der Kenessio Gedaulo. Herr Elias Grünberg beschäftigte sich mit der Erez-Jisroel- Frage, Nachdem noch Herr Gr über zur tatkräftigen Arbeit ermahnte, schloss der Vorsitzende die würdige Versammlung. Versammlung Im XX. Bezirk. Sonntag den 10. Tamus nachmittags fand im Lokale der Jugendgruppe, Bäuerlegasse 20, eine Versammlung statt. Es sprachen Herr Rabbiner Dr. Pollak und Herr Levi Izchok Kahane aus Erez Israel. Die Ferienaktion des ״Jüdischen Hilfs- ■ Werkes". Wie so oft hat uns diesmal die jüdische Wohltätigkeit nicht im Stich gelassen. Dank den jüdischen Gemeinden Guta und Komorn in der Tschecho-Slowakei hat sich die dortige jüdische Bevölkerung bereit erklärt 30 Kinder aus unseren Waisenhäusern privat zu übernehmen. In Komorn ist für diese Aktion dem Frauenverein insbesondere zu danken. Die Leitung des ״Jüdischen Hilfs- Werkes" spricht ihren jüdischen Volksgenossen ■dafür den wärmsten Dank aus und hofft, dass dieses Beispiel Nachahmung finden wird. Eine Sammelaktion am Semmering. Die Pension Hirsch, dessen Besitzer Herr Leo Hirsch wegen seines Interesses für unsere Wohlfahrts- Institutionen, insbesondere für das Kriegswaisenhaus in Baden, allgemein bekannt ist, veranstaltete anlässlich des Schewuoth-Festes eine Sammlung für die Waisenkinder, die einen Gesamtbetrag von 2,440.000 Kronen ergab. Auf diesem Wege sei auch den Spendern hefzlichst Dank gesagt. Die Zeichnungen der Völkerbundanleihe In der dritten Woohe gestalten sich, wie festgestellt werden muss, günstiger als in der vorhergegangenen, was zunächst auf die Geldfliissigkeiit zuriickzuführen 'ist und in Bleicher Weise auch durch andere Umstände beeinflusst wurde. Die Meldung, dass in Holland die österreichische Anleihe in kürzester Zeit überzeichnet wurde, hat auf die inländischen Zeichner gewiss einen vorteilhaften Eindruck gemacht, denn es wäre kaum anzunehmen, dass die Garantien und Sicherheiten, welche die Auslandszeichner in so hochem Masse für die österreichische Anleihe zu interessieren vermögen, auf die Zeichner und Zeichnungswilligen in den österreichischen Bundesländern ohne Wirkung bleiben sollten. In den letzten Tagen wurde denn auch eine gesteigerte Anmeldungstäbigkeit wahrgenommen, wozu auch die Steuerfreiheit bei Kursgewinnsten an der eben jetzt so festen Börse ein gut Teil beitragen mag. Wer sein Geld gut anlegen will, zeichnet Völkerbundanleihe und wird in dieser Art zum endgültigen Gelingen beitragen. Auslandsstimmen über die österreichische Völkerbundanleihe. Im gesamten europäischen Ausland und auch in der neuen Welt ■hat sich die Ueberzeugung durchgerungen, dass die österreichische Völkerbundanleihe den sicheren Weg zur Sanierung des österreichischen Bundes- Staates und zum Zusammenhänge damit die Zeichnung dieser Titres einer sicheren und guten Vermögensanlage für die Geldgeber bedeutet. Die ״Schlesische Zeitung“ vom 29. Mai betont, dass die Beteiligung des Hauses Morgan der österreichischen Sanierungsanleihe von grosser Bedeutung sei: ״Es ist das erstemal, dass das amerikanische Grosskapital in das europäische Wirtschaftsleben eingreift.“ Nach Bericht der New Yorker Staatszeitung vom 17. Mai hat der Präsident der internationalen Handelskammer, Mr. Booth, bei einer Anspräche an die ״Merohants Association“ erklärt, dass die drohende Katastrophe Oesterreichs jetzt als vermieden betrachtet werden könne. Die ״Neue Züricher Zeitung“ vom 7. Juni widmet den Bedingungen der Anleihe eineinhalb Spalten ihres Blattes und fügt hinzu: ״Der österreichische Anteil der Anleihe ist in derselben Weise sichergestellt und garantiert, wie die übrigen im Laufe des Monates Juni zur Ausgabe gelangenden Teile der Völkerbundanlei'he. ״Dasselbe Blatt bringt am 4. Juni einen Leitartikel über Oesterreich, in dem es auf das anhaltende Interesse hiinrweist, welches das ausländische Kapital seit einigen Monaten für österreichische Bank- und Industrieaktien an den Tag legt. Gleichsam als Ergänzung hiezu spricht das ״Journal de Geneve“ vom 5. Juni den Wunsch aus, dass das schweizer Kapital sich an einer so lohnenden und sicheren Vermögensanlage wie die Völkerbundsanleihe beteilige. Der ״Temps“ vom 6. Juni sieht in der Auflegung der Völkerbundanjeihe den Beweis, dass man überall die Arbeit, die Oesterreich fortsetzt, gebührend würdige, und an den Erfolg glaube. Der ״Süddeutsche Zeitungsdienst“ vom 4. Juni betont, dass die Völkerbundamleihe eine der sichersten Kapitalsanlagen darstelle, die dem österreichischen Publikum je geboten wurde. (Die Steuerfreiheit von Börsengewinnen.) Die Eigenheiten unserer Steuergesetzgebung stellen bekanntlich die Krone vom Vorjahre der heutigen gleich; wenn jemand Verkäufe vornimmt, so unterliegt der Preisunterschied gegenüber der Anschaffung jedenfalls der Steuer ohne Rücksicht darauf, dass sich in wertbeständiger Währung vielleicht ein Kapitalsverlust ergeben würde. Die Steuer wird als recht drückend empfunden, macht sie doch bei Aktiengesellschaften 65 bis 75 Prozent, bei Privaten 50 bis 60 Prozent, bei Einzelfirmen ausserdem 15 bis 25 Prozent (Erwerbssteuer) aus. B/ei Verkäufen bis 15. 'September jedoch kann man dieser Steuer auf vollkommen legalem Wege entgehen, ■indem man die Oesterreichische garantierte Staatsanleihe zeichnet oder dazu die jetzt einzulösende Goldanleihe verwendet. Der Geschäftsmann muss nur einen solchen Börsengewinn an Effekten oder Devisen in eine Reserve für Valutaschulden bezw. für Ersatzanschaffungen an Maschinen oder für Kursverluste im allgemeinen, im letzteren Falle ein Drittel des Gewinnes, bei Sparkassen die Hälfte, hinterlegen. Ein Privater bekommt sogar die Börsengewinne ohne weiteres steuerfrei, ohne sie besonders zu reservieren. Auch ■eventuelle Kursgewinne an den Stücken der Völkerbundanleihe sind naoh einjährigem Besitz von der Einkommensteuer befreit. So bietet die Zeichnung der Anleihe, um die man sich im Ausland förmlich ״reisst“, ausser zahlreichen anderen Vorteilen noch die weitgehenden Steuerbegünstigungen. Kunerol aus Kokosnüssen, in Atzgersdorf hergestellt, wird unter strenger Aufsicht des Matlersdorfer Ravv vom Anbeginn des Pressens der Nüsse bis zur endgültigen Erzeugung und Verpackung. Kann von jedem בר ישראל אף למהדרין מן המהדריי בלב השקט genossen werden. JULIUS GRUBER II € U ■H N € > ft •H VAN DEN BERGH’8 כשר T O כשר T fl M O R O כשר כשר R MARGARINE * H• (D P V CP TOMOR MARGARINE allerfeinste Qualität aus den Van den Bergh’s Fabriken, Rotterdam — London, mit dem Siegel des ״Beth Din“,des englischen Oberrabinates, in V* kg Würfel Konkurrenzlose übernimmt kulantest ״Anker“, 1. Bez., Hoher Markt 10 Russland. Der ״Eines“ klagt weiter. Ein Korrespondent aus Dubruwna beklagt sich im jüdisch-kominunistischen russischen Organ ״Emes" darüber, dass unter den organisierten Arbeitern dieser Stadt sich auch Tallessim- und Tfilimverfertiger befinden, was er als eine Art Kulturschande zu empfinden scheint. Sein einziger Trost besteht darin, dass diese Ritualien hauptsächlich für den Export, insbesondere nach Amerika gearbeitet werden, in Russland selbst aber wenig Verwendung finden. — Es ist eine traurige Tatsache,'dass diese jüdischen Kommunisten, die sich katolischer als der Papst gebärden, zu den schlimmsten und gefährlichsten Feinden der jüdisehen Religion und des Judentums überhaupt, zu zählen sind. Die Konzentration der jüdischen Bevölkerung in den Grosstädten. Im Laufe der letzten Jahre lässt sich eine stetige Abnahme der auf dem Lande und in kleineren Städten wohnenden Juden und ein entsprechendes Anwachsen der jüdischen Bevölkerung in den Grosstädten konstatieren. Während im Jahre 1897 noch 18 Prozent der jüdischen Bevölkerung in den Dörfern, 49 Prozent in kleineren Städten und 33 Prozent in den Grosstädten wohnten, sind die bezüglichen Zahlen für das Jahr 1920 13, 12 und 75 Prozent. Diese Bewegung ist durch die Unsicherheit auf dem Lande gegenüber den immerhin stabileren-Verhältnissen in den Städten zu erklären. Als furchtbares Beispiel sind die ukrainischen Dörfer anzuführen, in denen während der Pogrome die ganze jüdische Bevölkerung ausgerottet wurde. Jekaterinoslaw. In Jekaterinoslaw wollten die jüdischen Kommunistenführer verhindern, dass die Synagogen am Pessachfeste geöffnet werden, und ebenso hatten sie die Absicht, nicht zu gestatten, dass in irgend einem Privathause der Seder-Abend nach alter Vorschrift gefeiert werde. Als alle Verhandlungen mit den jüdischen Kommunisten gescheitert waren, wandten sich die gequälten religionstreuen Juden mit der Bitte um Hilfe an die christliche Arbeiterschaft und so kam es denn, dass in Jekaterinoslaw im Jahre 5683 sowohl die Synagogen während der Gebetszeit, als auch die Privathäuser während der Sederzeit von einer treuen, selbstlosen Bereitschaft christlicher Arbeiter gegen den Anstoss der jüdischen Kommunisten verteidigt wurden. Deutschland. Orthodoxer Verlag ״Chermon“. In Frankfurt wurde eine orthodoxe Verlags-A.־G. unter dem Namen ״Chermon“ mit einem Kapital von 200 Millionen Mark gegriindet. Zweck der Gesellschaft ist religiös-jüdische Literatur zu verbreiten. Miglieder des Komitees sind unter anderem die Herren: Eisenmann, Bankdirektor Bernaria, Dr. Breuer und Jakob Rosenheim. In der eigenen Drukkerei wurde ein feierliches Chanukas Habais abgehalten. Nach dem Lernen von Mischnajis und Tfilmsagen hielt einer der Vorsitzenden, Herr Isaak ein geistvolles Referat, Längere Reden, die die Bedeutung der Unternehmung würdigten, wurden auch von den Herrn Eisenmann, Deutschländer, Redakteur Schachnowitz gehalten. .1L *1k ■Jlh..J JLmL 4i» •A. hAAA JbJL Hotel Gruth. Wien. II., Hollandstrasse 14 (friere Stefaniestr. (Ecke Kleine S per lg.) in der Nähe des Nord- und Franz Josefs-Bahnhofes empfiehlt den sehr geehrten Delegierten des Weltkongresses ״Kenessio Gedaulo" sowie allen nach Wien kommenden p. t. Glaubensgenossen seine 80 modernst u. elegantest eingerichteten Zimmer. Bäder im Hause. Bäder im Hause. ur Synagogen-Ornate und Barette Chor- und Dlenerbskieidung in den vornehmsten Ausführungen beim Spezialisten Dnrlnlf Pnlrictoin Soheeldermelster, Wien II., Tabor• liUUUii txUiUoluIUj atraHNe 54 Fernspreober 45-629־. 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