Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 26 (29.6.1923)
- Date
- 1923-06-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 JÜDISCHE PRESSE Seite 173 Mitteilungen des Kenessio Gedaulo- Bureau. 1. Der Preis für die öastkaricn fst f״b;endermassen festgesetzt worden: a) Für die Dauer der ganzen Tagung für Mitglieder der Aguda öster. K. 100.000, für Nichtmitglfeder der Aguda *ater. K. 150.000, b) für die einzelnen Tagungen für Agudamitglieder toter. K. 30.000, für Nichtmitglieder der Aguda öster. K. 50.000. c) für die Eröffmmgs- und Schlussitzung für Aguda- Mitglieder öster. K. •40.000, für Nichtmitglieder der Aguda toter. K. 70.000. . 2. Die Anmeldungen für Gastkarten haben oei der jewelligen Landeszentrale zu erfolgen. Mit der Anmeldung muss der Betrag erlegt werden. Die Landeszentralen stellen eine Interimsbestätigung aus, welche nach der Ankunft in Wien im Bureau der Kenessio Gedaulo gegen die definitive Gastkarte umzutauschen fst. 3. Es wird dringend gebeten, dass von diesem Grundsatze der Betätigung der Anmeldungen bei den jeweiligen Landeszentralen nicht abgegangen wird. Die numerierten Plätze werden vom Bureau nach der ׳Reihenfolge vergeben, in der die Anmeldungen seitens der Landeszentrale einlaufen. Es steht den Landeszentralen frei, für eine beschränkte Anzahl solcher Persönlichkeiten, die um die Aguda sich verdient gemaoht haben, oder deren An- Wesenheit seitens der Landeszentrale als wünschenswert erachtet wird, den Antrag auf Erteilung von ermässigten oder Gratisaktien möglichst bald an den Geschäftsführenden Ausschuss in Wien zu •stellen. Die Landeszentralen werden ersuoht, sich deshalb sofort auch mit den Jugendorganisationen ihres Landes in Verbindung zu setzen. 4. Das Kenessio Gedaulo-Bureau hat für eine Anzahl von Gästen, wobei namentlich bei den Massenquartieren an Mitgliedern der Jugendgruppen gedacht ist, freies Quartier vorgesehen. Die Anmeldungen hiefür müssen bis spätestens 20. Juli bei den ׳Kenesio Gedaulo in Wien, JI., Malzgasse 12a, betätigt sein. 5. Solche Gäste, welche wünschen, dass für sie seitens des Kenesio Gedaulo-Bureau Zimmer lin Hotels reserviert werden, wollen ihre diesbezüglichen Wünsche bis spätestens 25. Juli an das Kenesio Gedaulo-Bureau nach Wien senden und etwaige Ansprüche in Bezug auf die Qualität des Hotels kund geben. 6. Die Fürsorge für Erteilung des österreichischen Einreisevisums kann nur dann sicher in Aussicht gestellt werden, wenn die Anmeldungen bei der Verkehrsabteilung des Kenesio-Bureaus bis spätestens 16. Juli erfolgt ist. Der Anmeldung muss beiliegen, eine Bestätigung der Landeszentrale, dass die betreffende Persönlichkeit entweder als Delegierter oder als Gast der Kenesio Gedaulo beizuwohnen wünscht. Notwendig sind ferner genaue Angaben des Vor- und Zunamen des Alters, sowie der Staatszugehörigkeit. Eine entsprechende Summe für die Auslagen (Porto, Telegramme usw.), muss der Anmeldung beiliegen. 7. Es ist vorgesehen, dass in den Nebenräumen des Tagungsraumes die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden, und zwar zu möglichst billigen Preisen. Diese Massnahmen gelten zwar zunächst nur für die Delegierten, es ist aber Vorsorge getroffen worden, dass bei rechtzeitiger Anmeldung (10. August) die ־Gäste an den gemeinsamen Mahlzeiten tdilnehmen können. Die Landeszentralen werden ersucht, wenigstens die Zahl der Personen, die aus ihrem Lande mit Wahrscheinlichkeit kommen, bis 10. Juli an das Kenesio-Gedaulo-Bureau nach Wien anzumelden. Solche Personen, welche ausserdem ihre Ankunft in Wien rechtzeitig anmelden, werden vom Empfangskomitee des Kenessk) Gedaulo-Bureaus am Bahnhof erwartet und in ihre Wohmrng geführt. Brief aus Polen. Die letzten Ereignisse in Polen, allgemeinen sowie rein jüdischen Charakters, müssen mit intensivstem Interesse verfolgt werden. Die Verhältnisse fn der polnischen Republik, in der ein Grossteil des jüdischen Volkes lebt, sind in ein Stadium geraten, welchem vielleicht ein Entscheidendes folgen wird. Der Sturz der polnischen Valuta, die politischen Erklärungen des neuen Ministeriums, lenken die Aufmerksamkeit auf dieses Land und auch die speziellen jüdischen Angelegenheiten haben eine Wendung angenommen, die von grosser Bedeutung ist. Die letzte vom 17. bis 21. Juni tagende Konferenz der zionistischen Organisation Polens endete mit einer Spaltung in der Organisation sowie der Demission der bisherigen Leitung. Die zionistische Partei Polens befindet sich im Zustande der Gärung. Dass dieser Zustand gleichzeitig zersetzende Wirkung haben muss, ist selbstverständlich. Seit geraumer Zeit werden Aeusserungen bekannt, die Beweise eines Willens zur Brillante 9>«., 89 י r I י n», Juwelen», Revision der bisherigen Prinzipien aufzeigen. Die Veröffentlichungen Dr. Oottliebs und Dr. Thons mahnen energisch zur Umkehr, obzwar sie noch undeutlich erklären bis wohin diese Umkehr reichen soll. Dr. Thon nennt in seinem Blatte ״Naje Heint" die Balfoursche Deklaration einen Fetisch, den zionistischen Rummel um die Deklaration eine ״Awoda Sara". Dass in die Balfour-Deklaratioti Vom Tage. Zeichen der Zelt. Die Budapester Kultusgemeinde wählt einen Präsidenten, der aus religiösen Gründen ein Zusammengehen mit der Orthodoxie empfiehlt. Das zionistische Amtsblatt bringt eine spaltenlange Panegyrik auf den stets so vielgeschmähten Talmud, dieses rote Tuch . . aller Assimilanten, nationaler und antinationaler. Was geht mehr Realität hineingelegt wird, als annähernd vorj da vor? Wer sich an den blindwütigen Kampf der Budahanden ist, zeugt von einer Annomalie, die in den; pester Gemeinde vor 50 Jahren gegen alles, was orthodox ׳ ־ ist, erinnert, wer da weiss, dass die ungarische neologe | Leitung durch vier Dezennien die Orthodoxie bei der Rezionistischen Kreisen vorherrschend ist. Die eben jetzt tagende Konferenz, brachte den Beweis, dass die Gegensätze auch im Rahmen der zionistischen Partei selbst nicht zu überbrücken sind. Die zionistische Partei Polens ging zahlenmassig seit zwei Jahren um 50 Prozent zurück. Den treugebliebenen Teil der Anhängerschaft beherrscht Apathie und Ermüdung. Die ungeklärte politische Situation in Erez Jisroel sowie die schwankende, kein bestimmtes Ziel 1*anstrebende Politik der zionistischen Exekutive, in Bezug auf Erez Jisroel, wird schmerzlich empfunden. Das Gross der Delegierten verwarf die Methoden des krampfhaften Kampfes um die Hegemonie in der Jewish Agency sowie um das Monopol über Erez Jisroel, ebenso die ganze Landespolitik und Mandatjägerei. Die gegensätzlichen Resolutionen Dr. Gottliebs und Dr. Giiinbaums, die erste für j die Mitarbeit aller Juden in der Jewish Agency, d!e zweite für Wahrung der zionistischen Hegemonie, jedoch gegen die angestrebte Diktatur Weitzmanns, entfesselten eine mehrtägige Debatte. Es wurden Stimmen laut, die konstatierten, dass der wirtschaftliche Zionismus bankrottierte, dass die zionistische Leitung statt alle Mittel ausschliesslich der Aufbauarbeit zuzuführen, mit denselben Kulturkämpfe und Parteipolitik betreibe. Alle Kräfte, die für den Aufbau Erez Jisroels Grosses leisten wollen und können, werden mit allen Mitteln zurückgehalten. Als Beispiel wurde die Tätigkeit der grossen Körperschaft der Agudas Jisroel angeführt, ln der Hilfsaktion zugunsten der Ukrainischen Hungernden, brachte die Agudas Jisroel die grösste Summe, sowie die werktätigste Hilfe zustande. Für Erez Jisroel könne der Gerer Rabbi und sein Ein* fluss mehr bewirken als der gesamte Keren Ha* jessod. Ferner wurde festgestellt, dass das Judentum sich vom Zionismus wegwende, weil es von denselben vollkommen enttäuscht wurde. . Die Konferenz endete mit der Annahme einer Resolution, die vom Standpunkte ausgehend, dass der Aufbau Erez Jisroels die Aufgabe des ganzen jüdischen Volkes und keiner Partei sei, die zukünftige zionistische Exekutive aufgefordert wird, die Jewish Agency unter Herbeiziehung aller grossen jüdischen Parteien zu schaffen sei, die vor dem einzuberufenden allweltlich jüdischen Kongress verantwortlich sein solle. Als Konsequenz der Annahme dieser Reso* lution, demissionierte die Leitung und die Beamtenschaft der bisherigen Landesexekutive. Dieser offener Bruch ist ein bedeutsames Symptom. Vielleicht führt der eingeschlagene Weg eher zum Vorteil und Nutzen der Aufbauarbeit für Erez Jisroel. מ a. k. •***<>***»«» . ..^**^l*דורו^דrrrv^fuuדf^rl^LrLח. gierung denunzierte als unpatriotisch, so dass sie der Kurateil der Neologen schon im Staatsinteresse bedarf, der greift sich an den Kopf und fragt sich, was geht da vor? Die Wiener Orthodoxie hat mit riesigen Geldopfern erreicht, dass zirka 300 arme galizische Kinder, die einem frommen Milieu entstammen, nunmehr Koscher essen und hoffentlich religiös blleihen werden, und das zionistische Blatt warnt davor, die Agudah wolle überrempeln, man zahle also seinen Beitrag zur Chevrah Kadischah, um dies zu verhüten. (Die orthodoxen Mitglieder muss man nicht hn Juni auffordern dieser reinen Wohltätigkeitsanstait Beitrag zu zahlen.) Es wäre ja ein Unglück, wenn ein orthodoxes Mitglied in die Verwaltung käme und heute dieser Lobgesang auf den Talmud? Gewiss hat der Kriegfrieden mit seinen unendlichen Leiden die Judenschaft etwas milder gemacht, gewiss haben die politischen und finanziellen Misserfolge die Nationalen etwas bescheidener gemacht, für denkende Menschen aber ist es klar, dass die Neologen beider Richtungen zu der Erkenntnis gekommen sind, oder solche ihnen zumindest aufdämmert, dass das einzig Beständige im Judentum die Strenggläubigkeit ist, i dass im Laufe von 1 bis 2 Generationen alles nicht reli- 1 giöse Element wie faules Obst abfallen muss, weil es i keine Daseinsberechtigung hat und da gibt es wohldenkende Menschen, die doch auch den nichtfrommen ,uden bei seinem Judentum erhalten möchten. Diese Wandlung ist zum grossen Teil der Tätigk e i t der Agudas I s r o e 1 zu verdaken, die die Orthodoxie verbindet, zu einer mächtigen Vereinigung, die lehrt, dass d!c* Welt nur durch das Dreigestirn תורה עמדה וגמ״חס. (Lehre, Gottesdienst und Menschendienst) erhalten werden kann, dass nur die Ethik der Thauroh den Menschen zum Menschen macht und nur die ererbten Eigenschaften der Abrahamsöhne: Barmherzigkeit, Schamhaftigköit, Menschenliebe den Juden zum Juden machen. Wenn die Erkenntnis der ewigen jüdischen Wahrheit sich bei unseren unfrommen Brüdern Bahn brechen wird, wird es der Orthodoxie möglich sein, aufklärend und belehrend zu wirken und die verirrten Brüder zurückzubringen zu dem alleinbeglückenden Judentum. Die Woche, m Äfe: ־,■ ■יי,, ״!h, lÄf; v 7׳v ifcfe‘4S«S: ־׳■, .1 ־ < ' J' .״ Alle Damen, d e vorteilhaft aussehen wollen, tragen Perücken. Transformationen, Naturscheitel und Teile aus feinstem dauergewellfen Haare aus der Kunstwerkstätte für moderne Haarersazteil Wien, I.! Mahleretrasse Np• 5, Teleph. 6392. Katalog gratis, grösstes Haarlager, daher Auf dem Wege zwischen Sokolow und Wegrow (Polen) überfiel eine Abteilung Soldaten auf Kornmando ihres Offiziers einen Omnibus mit jüdisehen Passagieren und erschossen zwei von ihnen. Die Mordtat löste ungeheure Erregung aus. Der Ueberfall auf Sir Herbert Samuel hat nun ein weiteres Todesopfer, das vierte gefordert. Ein englischer Soldat der Eskorte ist im Spital seiner Wunden erlegen. Herbert Samuel hat seine Reise trotz des tragischen Zwischenfalls fortgesetzt und ist wohlbehalten in Haifa angelangt. Die Araber erklären sich mit der Konstituierung des ״Advisory Council“ nur dann einverstanden, wenn die Regierung erklärt, dass die Araber durch das Absenden von Vertretern in den Rat noch nicht ihre Zustimmung zur Balfour-Deklaration dokumentieren. Lord Islington beabsichtigt im Oberhause an die Regierung die Anfrage zu richten, ob sie angesiiohts der Annullierung der Wahlen und des Boykotts des ״Advisory Council“ bereit sei, ihre Politik in Palästina von Grund auf zu ändern. In Hennau sind die Juden in äusserst bedrängter Lage. Die antijüdische Propaganda hat die Araber gegen die Juden aufgestachelt. Die Polizei steht den s׳ichAstündlieh ereignenden Exzessen machtlos gegenüber. Die palästinensiche Eisenbahner weigern sich gegen die Anbringung hebräischer Aufschriften in den Zügen und entfernen dieselben gewaltsam. Der Waad Leumi in Jerusalem hat in den Staatsrat Advisory Council die bisherigen Mitglieder David Yelln und Kalverisky entsandt. Die arabischen Mitglieder, sowohl die mohamedanischer sowie christlicher Religion Hessen den Oberkommissär wissen, dass sie nur dann in den Staatsrat eintreten, wenn ihr Eintritt nicht eine Anerkennung der Balfour Deklaration bedeutet. Der diplomatische Vertreter des Königs Hussein teilt in einem Interwiew mit dem Korrespondenten des ״Times“ in London die Ueberzeugung mit, dass jede Opposition seitens der Araber verschwinden würde, wenn erst der Wortlaut des Vertrages bekannt geworden sei. Die Hamburger lokale zionistische Organisation will dem Kongress einen Vorschlag machen, dass eine provisorische Jewish Agency errichtet würde, die erst im übernächsten Kongress konkrete Vorschläge für die definitive Gestaltung der Jewish Agency zu machen habe. In Kowno wurde eine technische Hochschule eröffnet. Der tsohec'ho-slowakische Staat hat die Einfuhr antisemitischer Literatur verboten . . . Der berichtigte Pogrom/mheld und Weißgardist General Bulak Balachowicz wurde auf einer Reise erschossen. In London fand die Griindungsversammlung der vor kurzem eröffneten Londoner Gruppe der Gesellschaft zur Gesundheitsschiuz unter den russischen Juden ״Ose“ statt. Zum Präsidenten der amerikanischen Akademie der Wissenschaft wurde der Physiker der Universität Chicago, Prof. Michelson, ein Jude, ernannt. zivile Preise. Uhren-, Qol d-, Silbe r-, P I alln-Elakau f - tf enkauf, reelle Preis•. Wien, II., Hollandstrasse 8 (frühere Stephaniestrasse), im eigenen Hause. Telephon 45-1-46. 1״ Mahlerstrasse 5 (frühere Maximilianstiasse) Haiti stelle Kärntnerring). Umarbeitsn für die neuesten Tassonen. SeHätiusfliw von Br 11 lasst• n, Pari •w, Schmuck ward•■ au Gunsten der Aguda• Jisroel, Jugendgruppe, übernommen. ז.־? i' ־;:J H ■I : ji :!i 41i ijir •״•If