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Jüdische Presse · 1923-06-08 · 23 (8.6.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
23 (8.6.1923)
Date
1923-06-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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*fr. 25 JÜDISCHE PRESSE Seite 147 Schilderung des äusseren Bfldes derselben, besprach er Ste eu gewärtigende Anwesenheit fast sämtlicher rabbinlleihen und rebbeischen Kapazitäten des Ostens, auf die es ftglich einefi peinlichen Eindruok machen müsste, wenn die erfahren sollten, dass die begeisterten Scharen ihrer Anhänger der Organisation und der Idee, der sie selbst Ängetreten sind, dienen, für die sie Mühen und Opfer nicht gescheut haben, nicht angehören. Der Beitritt aller Anwesenden war die Antwort der geistreichen Ausführungen 4er beiden Redner, was umso bemerkenswerter und Wichtiger ist, als dadurch ein wertvoller Kreis, der bisher ängstlich ferngestanden hatte, für unsere Sache gewonnen Wurde. Adas Jeschurun, IX. Pfluggasse 5. Samstag Parsdhot Behaloscho sprach über Einladung des Bethaus■׳ Vorstandes ״Adas Jeschurun", IX. Pfuggasse 5, Se. Ehrwürden Herr Dr. Pänkas Kohn und Herr Moses Blech. Die zahlreich Erschienenen nahmen die Ausführungen der geichätzten Redner mit Begeisterung auf und versprachen, mit ganzen Kräften für die Arbeit im IX. Bezirk einzu- Stehen, welche inzwischen schon mit Erfolg begonnen hat. Für das Zustandekommen und ׳den Erfolg all dieser Veranstaltungen gebührt ein uneingeschränktes Lob unseren aufopferungsvoll1 arbeitenden Vertrauensmännern. Allen voran den Herren Salomon Sparer und Markus Kamm (Belser Klaus), Leopold Hirsch (Taftnud fhora), Abe Bild (B,ne Hagolel), Simon PolPak, Max Löwenstein (Montefiore), Akiba Schreiber und Moritz Gänger (Zanser Klaus), Sandor Adler, M. Gang (Adas Jeschurun), S. Kohn, Emanuel Deutsch (Ohel Awrohom), Moritz Felsenburg, Moritz Benau (Stümperschul), Jakob Orner und J. Turner (Emunas Owaus), Ludwig Adler ,und B. Fellner (Machsike Thora), Bernfeard Hofbauer (Lazenhof), Simon Kohn (Schönlaterngasse), Winter und Abraham Reichner (Rembrandtschulte), Herren Panner (Schomre Hadiath, Othmargasse), Feiwel und Samuel Türkei (Sadagorer Klaus). Die Propaganda für die Kenessio Gedaulo in Amerika. Wir entnehmen dem in New-York erscheinenden ״Jewish Morning Journal* folgenden Bericht über eine Kenessio- Gedauio-Propaganda Versammlung. Sonntag, den 6. Mai fand im Lokal der Agudas Jisroel ein Massenmeeting statt, das sich mit der bevorstehenden Kenessio Gedaulo, die im Monat Elul in Wien zusammentreten soll, befasste. Der grosse Saal war überfüllt von einer Menge prominenter jüdischer Persönlichkeiten und Vor- Steher der meisten Synagogen New Yorks. Besonders fielen auf mehrere angesehene Rabbiner und bekannte Jalmudgrössen. Von den Rabbinern und t^hafssiäimrabb1s nahmen" an' den Debatten teil der i Madiner Rabbi, der Zolkower Rabbiner, der Marianopoler Rabbi, der Tollner Rabbi, der Bukarester Rabbi Rabbiner Lwowitz aus Litauen und Raw Rimald von Hirab. Der Vorsitzende Herr Goldstein eröffnete die Versammlung mit einer kurzen Anspräche, in der er die Tagesordnung des Meetings bekannt gab. Es sei dies hauptsächlich die Besprechung der notwendigen Vorbereitungen zur Kenessio Gedaulo, und ein gebührender Empfang des grossen Gastes, des Gaons Manachem Mendel Käscher aus Warschau, der in New York eingetroffen ist. Es Züge des Chassidismus zu: verlieren, so über die in manchen Chassidimkreisen geradezu gesetzwidrige Vergöttlichung der Zaddiks, über die Befehdung unter äen Anhängern verschiedener Rabbis, über die Un- «atürlichkeit der Nachfolge in der Rabbiwürde von Vater auf Sohn. Doch diese Schatten werden von dem Wendenden Licht, das vom wahren Wesen des Chassidismus ausgeht, vergessen gemacht. Jenem Licht, das aus der inbrünstigen, echten Liebe zu Gott und seiner Lehre ausstrahlt. Der ״gebildete“ und ״europäische“ Jude des Westens steht in vielen Fällen dem Chassidismus als einer ״primitiven“ und ״unkulturellen“ Bewegung ablehnend gegenüber. Er steht auf dem Standpunkt, dass man Gott ernst und würdig dienen solle. Da will ich ihm die Worte entgegenhalten, die ein Schüler eines grossen ״misnagdisehen“ Talmud Cochem nachdem er ihn verlassen hatte und zu einem Chassidim Rabbi zog, seinem früheren Lehrer sagte, als dieser ihm um den Grund seines Ueberganges fragte: ״Als ich bei Euch lernte, da sah ich mich im Traume wie m einem mächtigen, prachtvollen Palast. Prunkende Möbel und majestätische Schmuckstücke waren darin, aber alles war aus — Eis. Und es fror mich bis ins Mark der Knochen. Da trat ich heraus ins Freie und sah die Sonne in ihrem Glanze leuchten. Und mir wurde warm bis ans Herz!“ — Wie man sich diese Wärme und Freude am Dienste Gottes aneignen kann, das sollten wir alle von den Chassidim lernen. -oOoergreift das Wort Seine Ehrwürden Herr Rabbf Noach Garfinkel, der in einer geistreichen Rede den berühmten Gast vorstellt und ihm Erfolg zu seinem grossen Werke, der Herausgabe des berühmten Buches ״Beth Hatalmud Wehamidrasch", welches jedem jüdischen Hause zur Zierde gereichen werde, wünscht. Der Redner gibt einen ausführlichen Bericht über die Agudatätigkeit in New York auf den verschiedensten Gebieten. Hierauf lässt er sich in die Erklärung der Bedeutung der Kenessio Gedaulo ein und unterstreicht die Wichtigkeit dieses Kongresses, dessen edelste Aufgabe es sein wird, der Orthodoxie den ihr gebührenden hohen Platz wieder zu erobern, und ihr die Aufsicht über das jüdische Leben in Palästina und in der Diaspora in die Hand zu legen. Es sei darum von grösster Wichtigkeit, dass die amerikanischen Juden einen lebhaften Anteil an dem Wahlen nehmen und dafür sorgen, in gebührender Vertretung in Wien zu erscheinen. Nach einer inhaltsreichen Rede des Rabbi Schuchotowitz aus Harlem über den grossen Erfolg der Agudaarbeit auf •dem Kaschruthgebiet, ergreift Dr. Jung das Wort. In begeisterten Worten fordert er die Orthodoxie auf, sich zu organisieren und alle ihre Kräfte unter dem Banner der Agudath Jisroel zu konzentrieren. Eine Organisation an deren Spitze der Rat der Thoragrossen steht und deren Stütze eine mächtige organisierte Orthodoxie ist, wird imstande sein für das Judentum in der Diaspora Grosses zu leisten, auch für den Wiederaufbau des heiligen Landes zu arbeiten und einen grossen Fonds für den Keren Hajischuw der Aguda aufzubringen. Schöne und zu Herzen gehende Ansprachen hielten der Madiner Rabbi, der Zolkower Rabbiner, Dr. Bienenfeld, Sr. Rabbi Lwowitz, der Bukarester Rabbi und Herr S. Bettelheim aus Wien. In formvollendeter Art veranschaulichen sie dem Auditorium die gewaltige Bedeutung des orthodoxen Kongresses, welcher eine Glücksquelle für das jüdische Volk zu werden verspricht. Das Schönste und Beste unseres Volkes aus allen Weltteilen wird dort unter der Anführung des Rates der Thoragrössen Zusammentreffen um eine Tribüne für das überlieferungstreue Judentum zu schaffen, von wo aus seine echt jüdische Stimme erschallen wird, und sie werden einen planmässigen, fruchtbaren Arbeitsplan ausarbeiten, um das jüdische Leben auf der Grundlage der heiligen Thora in Palästina und den Golusländern wieder aufzubauen. Seine Ehrwürden Rabbi Menachem Mendel aus Warschau, spricht Worte des Ernstes und der Andacht, die mit den Aussprüchen unserer Weisen gewürzt sind. Er dankt für den herzlichen Empfang und spricht die grossen' Erwartungen, die er auf die Kenessio setzt, aus. Er hofft, dass der Kongress in Wien zur Hebung des religiösen Empfindens beitragen wird, und dass eine solche Kenessio, die zum ersten Male im Goluth vorkommt und deren Kampfruf es sein wird ״Juden zurück zur Thora!“, in allen Ländern mächtigen Widerhall finden wird, und auch auf die Juden Amerikas grossen Eindruck machen wird. Nach einer anregenden Debatte wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: a) Wir orthodoxen Juden Amerikas vereinigen uns mit den Juden der ganzen Welt, welche dahin streben, die Kenesses Jisroel auf ihrer würdigen geistigen und moralischen Höhe aufzubauen und ihr zu einem neuen Aufblühen auf der Basis der heiligen Thora zu verhelfen, damit die traditionelle Judenheit auf alle Aeusserungen des jüdischen öffentliehen Lebens, sowohl im Galuth wie in Erez Jisroel den ihr gebührenden Einfluss gewinnt. Als gewaltigen Fortschritt auf diesem Gebiete begrüssen wir die Einberufung des Kongresses (Kenessio Gedaulo) der allweltlichen Orthodoxie, der im Monate Elul unter der Führung der Thoragrössen des jüdischen Volkes in Wien tagen wird. Wir fühlen uns verpflichtet mit allen Mitteln dahin zu streben, dass die thoratreuen Juden Amerikas auf diesem Kongresse eine würdige Vertretung haben. b) Das.Massenmeeting begrüsst mit Begeisterung die bewundernswerte Arbeit der Agudas Jisroel in New York, die bisher schon auf dem Gebiete der Talmud Thora und Kaschruth Gewaltiges geleistet hat. c) Das Massenmeeting stellt an die Kenessio Gedaulo die energische Bitte, unbedingt dahin zu wirken, dass eine aus den grössten Persönlichkeiten der thoratreuen Judenheit bestehende Delegation sofort nach dem Kongress nach Amerika komme, damit die amerikanische thoratreue Judenheit unter der Führung dieser Thoragrössen sich organisieren könne und Institutionen schaffe, die dringend notwendig sind, um in Amerika das traditionell jüdische Leben zu erhalten und zu fördern. Diese Resolutionen wurden mit enthusiastischer Begeisterung einstimmig angenommen. Die Schlussrede hielt Herr Dr. Jonas Simon ans Heidelberg, er wies in seiner geistreichen Rede nach, dass nur die Gedaulo Hathora die Möglichkeit haben, Frieden im jüdischen Lager zu stiften, und daher wird die Kenessio Gedaulo ein segensreiches Ereignis für das gesamte Judentum sein. Die imposante Ver- Sammlung hat einen gewaltigen Eindruck gemacht und wird in Amerika als Markstein einer neuen segensreichen Entwicklung betrachtet. Kaufet nur ßollingers Eiskasten Fabrik: Wien, XY. Staglgasse 10, Telephon 38.419 Filiale: Wien, VII. Burggasse 17, Telephon 33.672 Pie schönsten Geschenke kaufen Sie in der Kunstu. Antiquitätenhandlung Adele Hlrschler, Wien, I., Fleischmarkt 18 Konkurrenzlose übernimmt kulantest ,Anker“, 1. Bez, Hoher Markt 10 m#■ י*וי& Hotel GKitb. Wien. II., Hollandstrasse 14 (frühere Stefaninstr. 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