Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 34 (24.8.1923)
- Date
- 1923-08-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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jVJUlbCJrii: PKfcSbE N«. 34 r 236 i! l 1!« i r׳ ln! .׳ נ| l\Ü\\ desto grösser Ihr Erfolg sein werde. Wir ׳hegen die Ueberzeugung, dass es gelingen wird, die bedauerlichen Gegensätze, die sich in den Hetzten Jahren zwischen dem arabischen und jüdisehen Volke herausgebildet haben, durch eine geduldige Arbeit zu überwinden. Wir glauben, dass das thoratreue jüdische Volk, das wir vertreten, zuerst die Aufgabe hat mitzuhelfen, damit diese Gegensätze überwunden werden. Jahrhunderte stellten eine innige Verbindung zwischen dem arabischen Volke und dem tlioratreuen Judentum her. Arabische Denker haben den jüdischen G־ttesgedanken aufgegriffen und gestaltet. Eine grosse philosophische Literatur, die tief hi die religiösen Traditionen des Judentums hineingreift, hat seit Jahrhunderten eine Verbindung zwischen dem arabischen Volke und den Juden geschaffen. Alles was an idealen Charakterzügen in dem Arabertum lebt, das uns an die gemeinsame Abstammung in ferner Vergangenheit erinnert, wird die Grundlage bilden zu einem Freundschafts- Verhältnis zwischen den Arabern im heiligen Lande und in dem heiligen Lande benachbarten Gebieten und den Juden, die sich zurücksehnen auf dem Boden ihrer Väter. Ebenso mit jenen Völkern, die ebenfalls dort den Boden ihrer Heimat erblicken. Das Referat des Delegierten Rosenhei m wurde vom Plenum mit grösster Befriedigung zur Kenntnis genommen und der Dank mit lebhaften Beifall ausgedrückt. Das Wort ergreift Rabbiner Dr. Pinchas Kohn zu seinem Referate über die Arbeit in der innerpolitischen Kommission. Die innerpolitische Kommission beschäftigte sich eingehend mit den äusserst zarten anzufassenden Aufgaben dieser Kommission und hat sich jetzt wie bisher vom Willen nach Frieden leiten lassen. Die Verhandlungen mit Ungarn bewegten sich auf geistiger Höne und waren vom sittlichen Ernst getragen. Ferner wurde mit den Herren aus Amerika und Kanada verhandelt, dessen praktisches Resultat ein Uebereinkotnmen des Rabbinischen Rates sowie Geschäftsführenderi Ausschusses mit dem amerikanischen Bevollmächtigten, wonach beide Seiten nach Massgabe ihres Einflusses das Beste tun werden und das», unbeschadet der Notwendigkeit der theoretischen Auseinandersetzungen persönliche Angriffe in der Presse und der Propaganda zu unterlassen wären. Es besteht dadurch die Garantie, dass die Atmosphäre entgiftet wird und man dadurch menschlich näher kommt, so dass man auch sachlieh zu klaren und reinlichen Darlegungen kommen werde. Die amerikanische Delegation erklärte sich mit diesen Beschlüssen hochbefriedigt. Ebenso ist bereits aus dem Geschäftsbericht bekannt, dass die Verhandlung mit der Zeire Emune Jisroel in vielen Städten Deutschlands zu vollster Befriedigung geführt wurden. Der Bericht Dr. K o h n s wurde von der Kenessio Gedaulo zur Kenntnis genommen und die Debatte darüber eröffnet. Der erste Redner in der Diskussion Oberrabbiner Kat z, Neutra, teilt folgenden Beschluss der slowakischen Landsmann- Schaft mit: Die Landsmannschaft der slowakischen Delegation beschliesst die Schaffung einer gesicherten finanziellen Basis zur Bestreitung der beschlossenen praktischen Arbeiten in Erez Jisroel durch Heranziehung der Kräfte sämtlicher Juden der Slowakei. Zur Einleitung dieser Aktion wird die slowakische Landsmannschaft in erster Linie durch die gefährdete Lage unserer orthodoxen Brüder in Erez Jisroel veranlasst Zur Erreichung einer sicheren finanziellen Basis beschliessen die anwesenden orthodoxen Rabbiner einen Aufruf mit der Unterschrift der orthodoxen Rabbiner an alle jüdischen Familienhäupter der slowakischen Judenheit ergehen zu lassen, indem diese aufgefordert werden, für ihre Person sowie für ihre sämtlichen Familienmitglieder jährlich einen Koifer Nefesch, welcher mit einer Krone in Goldwährung, das sind tschech. K 6 per Kopf, ausnahmslos und gleichmässig festgesetzt wird. Ausgehend vom Prinzip, dass jeder Bar Jisroel verpflichtet ist für Jischuw Erez Jisroel im Sinne der Thora mit allen Kräften zu arbeiten und alle Jereim beizutragen haben, dass Erez Jisroel in jeder Beziehung Bikduscho Wetaharo erhalten bleibt, wird jeder Jude verpflichtet durch den festgesetzten Beitrag unseren Biirdern in Erez Jisroel die Möglichkeit hiezu zu geben. Die anwesenden orthodoxen Rabbiner beschliessen, alle nicht anwesenden orthodoxen Rabbiner von diesem Beschluss in Kenntnis zu setzen und sie zu ersuchen, dass neben der Verteilung eines entsprechenden Aufrufes (Ko! Koire) diese Verpflichtung allen Gemeindemitgliedern des!zuständigen Rabbinates im Rahmen einer Droscho zur Kenntnis gebracht werde. Es soll niemand das Recht haben, sich dieser bindenden Verpflichtung, welche mit Rosch-Haschana des Jahres 5684 in Kraft tritt, zu entziehen. Es wird allen anderen Länderen empfohlen, ähnliche Aktionen einzuleiten Diese Enunziation wird mit Beifall aufgenommen und wärmstes empfohlen. Nachdem Oberrabbiner Hirschler die Forderung zur Schaffung eines Unterstützungsfonds für Rabbiner plädiert, ergreift das Wort Delegierter Dr. Max Cohen zum Berichte der Kommission für soziale Fürsorge. Das materielle und wirtschaftliche Elend im jüdischen Volke in Erez Jisroel und in der Diaspora ist so furchtbar, das ein gross angelegtes soziales Hilfswerk der ganzen Welt gar keiner weiteren Begründüng mehr bedarf. Fis ist allgemein bekannt, dass das Jüdische Hilfswerk der Agudas Jisroel, das in Wien seinen Sitz hat, aus den Kreisen der Mitglieder in den letzten Jahren gebildet wurde. Es hat die Sorgen übernommen Hunderten von Waisenkindern und einer grossen Anzahl von Kindern, die von ihren Eltern keine geeignete Erziehung bekommen können, Hilfe angedeihen zu lassen. Grösser aber als hier, -ist das Elend im Osten und noch grösser in Erez Jisroel. Elend herrscht überall wo Juden wohnen. Diese Tatsache allein ist die Grundlage, dass die Agudas Jisroel die Aufgabe hat, alle notwendigen Dinge für den jüdischen Volkskörper zu beschaffen. Es ist notwendig, dass die Agudas Jisroel sich mit sozialen Angelegenheiten beschäftige und der Not innerhalb des jüdischen Volkes .steuert. Es ist selbstverständlich, dass alle Institutionen, die von der Agudas Jisroel erhalten oder errichtet werden, im Sinne und im Geiste der Thora geführt werden. Die Bemühungen, ein ganz grosses Institut auf Muster des Wiener Jüd. Hilfswerkes zu beschaffen, ist bis heute noch nicht gefruchtet. In den einzelnen Ortsgruppen soll nun etwas Grossartiges wie in Wien bestehen. In erster Linie muss des Kriegswaisenfonds gedacht werden. Ferner sind bereits solche Anstalten wie Kindergärten, Arbeitslosenfürsorge-Anstalten, Stätten für verlassene Kinder und eine Emigrationsfürsorge vorhanden. Es wird die Zentralisierung :der Hilfstätigkeit der Äguda unter dem ״Jüd.Hilfswerk׳f, Wien vorgeschlagen. r Es braucht nicht betont zu werden, dass ein grosses soziales Hilfswerk der Agudas Jisroel ausserordentliche propagandistische Kraft verleihen" wild.•; Die soziale Kommission schlägt daher folgendes vor: Das Jüdische Hilfswerk hat sein Büro am Sitz des Zentralrates.• 1. Die Landeszentrale befindet sich in allen, von Juden bewofyiten׳ Ländern "und erstfeckt seine Tätigkeit über die' ganze Erde. 2. Das Jüdische Hilfswerk׳ der Agudas Jisroel untersteht dem Zentralrat. 3. Die Tätigkeit des jüdischen Hilfswerkes ist: a) die Zusammenfassung der bestehenden sozialen Institutionen, die auf religiöser Grundlage geführt werden, zwecks Systematisierung des Verwaitungswesens; b) Gründung und Erhaltung von sozialen Instituten; c) Schaffung und Ausbau von Fürsorge- und Beratungsstellen; d).Gründung und Erhaltung von gemeinnützigen Werken zur Förderung der Interessen von Kaufleuten und Gewerbetreibenden; e) Errichtung von Bureaus für, Rechtschutz und Berufsberatung; f) rascheste Organisierung einer besonderen Hilfsaktion für den Fall eines plötzlichen eintretenden Massenelends. Wenn auch alle diese Punkte im Augenblicke nicht zur Durchführung gelangen können, so mussten wenigstens die Komplexe aufgeteilt werden, die das Gesamtprogramm der sozialen Tätigkeit der Agudas Jisroel erteilen. Es wird jede Landsmannschaft aufgefordert, solche Kräfte in den Verwaltungsrat des Hilfswerkes zu entsenden, die geeignet und befähigt sind, die ausserordentlich wichtige Arbeit mit Sachkenntnis in der Hoffnung auf ein gutes Gelingen zu leiten. Ein zweiter Punkt lautet: a) laufende Subventionen von Körperschaften und einzelnen Personen; b) Spenden; c) Sammlungen bei Privaten und bei verschiedenen Gelegenheiten; d) Erträgnis von Unternehmungen des Jüdischen Hilfswerkes; e) Veranstaltung grösserer Sammelaktionen. Der Punkt e) bezieht sich auf die Propaganda. Dieselbe kann nur gelingen, wenn von allen Landes- Jugendorganisationen eitrigst mitgearbeitet wird. Es wird gebraucht: a) die Presse, die Berichte des Jüdischen Hilfswerkes an auffallender Stelle abdruckt. Ebenso müssen die Spendenausweise und sonstige Nachrichten abgedruckt werden; b) es müssen ständig Vorträge für das Publikum eingerichtet und in den einzelnen Aguda-Qrtsgruppen aufklärende Vorträge gehalten werden; c) es sind eventuell unentgeltlich Broschüren und Tätigkeitsberichte abzugeben. Etwaige Erträgnisse haben dem Jüdischen Hilfswerk zugute zu kommen. Zur Organisation des Jüdischen Hilfswerkes wird vorgeschlagen: a) Die Leitung hat das ״Jüdische Hilfswerk״ inne und zur Leitung des Jüdischen Hilfswerks besteht ein aus fünf Mitgliedern gebildetes Direktorium, das seinen Sitz am Sitze des Zentralrates hat. Diesem Direktorium ist ein Verwaltungsrat beigegeben, in welchen jede Landesorganisation ihre Delegierten entsendet. Die höchste Zahl des Verwaltungsrates beträgt 12 Mitglieder. Der Verwaltungsrat hat mindestens einmal im Jahre zu einer Sitzung zusammenzutreten, seine Beschlüsse zu fassen und dem Zentralrat über die Tätigkeit Berieht zu geben. b) Das Hauptbureau, das mit den Sekretären die Referate streng mit ihren Kompetenzen einzuteilen hat, untersteht dem Direktorium. 1. Es hat im ständigen Kontakt mit dem Zentralrat zu bleiben und sowohl über die physische Tätigkeit, als auch über die Notwendigkeit von Neugründungen auf dem Laufenden zu sein. 2. Für eine grosse Propaganda- Akfion und die technische Durchführung von Neugründungen, sind jederzeit Fachleute bereit zu halten. Pläne und Entwürfe sind im Bedarfsfälle beizugeben. Jene Landeszentrale hat dafür zu sorgen, dass in den Städten ihres Landes sich Kommissionen aus freiwilligen Kräften konstituieren, die im Bedarfsfalle die Arbeit in ihrem Wirkungskreis leisten. Der Landeszentrale obliegt jeden ersten des Monates, der Zentrale über ihre Tätigkeit' zu berichten und 5 Prozent der Einkünfte als Bureauspesen abzuliefern. Das Direktorium hat in gutsituierten Städten einen Not- und Dispositionsfond 1m allgemeinen durch eine grosszügigeSammelpropaganda im Wege des betreffenden Landes zur Durchführung zu bringen. In diesem Falle entscheidet das Direktorium über den Verteilungsmodus. Nachdem Delegierter Springer und Delegierter Kal m an owicz-Rakow über verschiedene Detailfragen das Wort ergreifen, werden die Anträge und Resolutionen der Kommission für soziale Hilfe zum Beschluss erhoben. Hierauf ergreift das Wort Oberrabbiner Sejmdeputierter Schapira (Sanok) zum Berichte der, Kommission für Chinuch und Chisuk Hadas. ״Compagnie generale Transatlantique“. Französische Linie, Wien, IV. Wiedner Gürtel 24. Nächste Abfahrten nach New York ab Havre: 18. August Lafayette, 21. August* Chicago, 25. August La Savoie, 28. August Rochambeau, 30. 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