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Jüdische Presse · 1923-05-11 · 19 (11.5.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
19 (11.5.1923)
Date
1923-05-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19 JÜDISCHE PRESSE Seite 123 Sijumfeier in Wiener-Neustadt. Donnerstag, den $. Mai um 8 Uhr abends versammelte sich hier eine grosse Gesellschaft, um den סיום auf ׳ שבתDD* welche hier alltäglich öffentlich vom Rabbinersteilvertreter David Priedmann vorgelernt wurde, zu feiern. Es bildete sich ein Vorbereitungskomitee, an dessen Spitze die Herren Harry Schiff, Siegmund Deutsch und Samuel Mandel standen, welchen wir auch zu verdanken haben, dass diese Feier so achön und glänzend gelungen ist. Herr Oberrabbiner Doktor Joel Po Hak und Rabbiner Dr. Pinkas Kohn kamen hierher, um an dieser wahren עודה של מצוך־ן□ teilzunehmen. Nach dem מעריב Qebe* versammelten sich die Teilnehmer, die bereits die Zahl 50 überschritten hatten, in dem festlich geschmückten Sitzungssäle der israelitischen Kultusgemeinde. Unter den Gästen sahen wir besonders den allseits bekannten ר, משה Riegler aus Kobersdorf hervortun, der selber angenehm überrascht war, dass es ihm gegönnt ist. in Wiener- Neustadt einer solchen echten סעודה של מצןץ־ן beizuwohnen. Nach dem üblichen Schlusslernen, vorgetragen von unserem Oberrabbiner Dr. Pollak, nahm die Feier ihren Anfang. Zuerst begriisste, bei gedeckter Tafel der Präsident der hiesigen Ortsgruppe der אטרח ישראל Herr Armin Reif die Gäste und besonders die aus der Ferne hierhergeeilten. Nachher sprach Herr Vorsteherstellvertreter Jakob Jaul im Namen der Kultusgemeinde Worte, die aus dem Herzen kanten und ins Herz drangen. Erhebend war es, ans seinem Munde zu hören, dass der Vorstand mit ganzer Kraft an התורה pp הרמת arbeiten will. Hierauf ergriff Obberrabbiner Dr. Po 1 lakdas Wort, um den Anfang mit Ende der מסכת *n, fehler sinniger Weise zusammen zu bringen. Bewegt war die ganze Gesellschaft von den Ausführungen des Rabbiners Dr. P. Kohn, welcher einen Vergleich von den Zeiten des תרומת הדשן zu der Neuzeit zog und aufmunterte, beim alten zu bleiben Zum Schluss sprach Rabbiner David Friedmann den הרק עלך w° er den Zuhörern ans Herz legte, dass יציאות השבת es genügt nicht, wenn wir uns theoretisch mit dem שבת befassen, sondern wir müssen ihn in die Praxis hinaustragen. Herr Oberkantor Moses Vogl sang mit Chorbegleitung אהבה רבה und bildete 8ith dann ein Reigen, in dessen Mitte unser Oberrabbiner stand, und bei שיתת ותשבחות der h^D'Tan? vor sich ging. Herr Harry Schiff erstand das Benschen für einige Millionen österreichischer Kronen, womit dieses Fest, das stets in angenehmer Erinnerung uns bleiben wird, um 1 Uhr nachts sein Ende fand. Am Abend des ל״ג בעמר fand in der Klaus גמילות הפד Lilienbrunngasse ein סיום השם statt־ Unter sehr zahlreicher Beteiligung wurde das Mahl mit Gesängen und gediegenen ,־תורדWorten gewürzt. Der ehrw. Rabbiner der Klaus sprach hinreissende Worte, der Festfeier angepasst und mit dem Wunsche, noch viele Jahre das Glück zu haben, gemeinsam תורה zU lernen. Das Fest war vorzüglich vorbereitet, wofür dem Vorstande lebhafteste Anerkennung gezollt wurde. Italien. Coniitato italiano di assistenza agil emigranti ebrei. Im Gegensatz zu anderen Regierungen, die mit mittelalterlich anmutenden Verfügungen unsere Studenten auf Grund des ״Numerus clausus“ von den Hochschulen vertreiben — hat die italienische Regierung, mit dem Überalen königlichen Erlass Nr. 563, vom 11. März, Art. 3, folgendes verfügt: ״Ausländische Studenten, die sich in die öffentlichen Schulen, welchen Ranges und Grades immer und in die höheren Lehranstalten einschrciben (inskribieren), sind von der Bezahlung jeder gewöhnlichen und ausserordentlichen Taxe befreit. Unser Komitee, welches mit diesem Erlass einen Punkt seiner Statuten (die kulturelle Unterstützung der jüdischen Studenten) verwirklicht sieht, gibt hiemit diese Verordnung den Schwesterinstituten bekannt.“ Der leitende Ausschuss erklärt sich bereit, jede gewünschte Information und moralischen Beistand den jüdischen Studenten, die in Italien ihr Studium fortsetzen wollen, zu erteilen und bedauert nur, dass es die materielle Lage des Komitees nicht gestattet, ihnen auch eine finanzielle Unterstützung zu gewähren. (Wir sind überzeugt, dass diese Nachricht mit gebiihrender Sympathie aufgenommen und zur Milderung der unseren Studenten durch die Verfolgungen verursachten Nachteile, dienen wird. D. R.) Polen. Zwischen zwei Feuern. Die von der polnischen Regierung laut dem berüchtigten Erlass der Polizeibehörde nach Russland zurückgestellten Flüchtlinge befinden sich in einer furchtbaren Lage. Von einer polnischen Eskorte an die Grenze gebracht und mit Koibenstössen auf russisches Gebiet gedrängt, wurden sie von drüben mit Gewehrfeuer empfangen. Die russische Grenzwache steht auf dem Stand- Punkt, die Flüchtlinge seien, da sie das Land auf illegalem Wege verlassen haben, keine russischen Staatsbürger mehr und hätten danach kein Recht, die Grenze zu überschreiten. So befinden sich die Unglücklichen buchstäblich zwischen zwei Feuern. Diese Nachricht muss umsomehr .Entrüstung hervorrufen, als eine gleichzeitige Meldung aus Moskau besagt, die Sowjetregierung hätte eine Amnestie für alle Flüchtlinge erlassen und ihnen ,־freie Rückkehr gewährt. Es ist nicht recht zu glauben, dass dieser Erlass, der im Auslande schon überall bekannt ist, den russischen Grenze bchörden noch nicht zur Kenntnis gelangt sein soll. Ueber das Vorgehen der Polen aber ist kein Wort weiter zu ver- Heren. TSCHECHO-SLO W AK EI. Tagung der orthodoxen Verwaltung für Podkarpatsko-Russ. Montag und Dienstag, 30. April und 1. Mai, fanden in Uzhorod aus Anlass der K o n s t i t u i erung des orthod. Verwaltungsaus- Schusses für Karpathorussland wichtige Besprechungen der jüdischen Gemeindeführer des Landes statt, die für die weitere Gestaltung der innerjüdischen Verhältnisse von nachhal'tender Be* deutung sein dürften. Auch das Präsidium der Bratislavaer Landeskanzlei, die Herren Oberrabbiner Weber und Hirschler waren erschienen und nahmen abermals die Gelegenheit wahr, die Stimmung der!,egalen Vertreter der dortigen Judenheit in person- Hoher Aussprache kennen zu lernen und die Bedingungen für eine friedliche, gesunde und solide Ent- Wicklung des Gemeindelebens zu schaffen. Die Sanktionierung des Anschlusses der. karpathoriissisehen jüdischen Gemeinden an die slowakische Organisation wurde abseitig mit Befriedigung aufgenommen und dem Präsidium der Pressburger Kanzlei in weatestgehendem Masse Vertrauen entgegengebracht und Anerkennung gezollt. Am Montag fanden in engerem Kreise Vorberatungen statt. In den Sitzungen am Dienstag wurde die Konstituierung des Verwaltungsaus- Schusses durchgeführt. An den Sitzungen nahmen teil die Herren Oberrabbiner von Uzhorod, Beregszasz, Hust, Sevljus und B i 1 k e, in der Nachtsitzung auch der Chassidimrabbi Herr Oberrabbiiner Teiteibaum von Irsava, ferner die Herren: Davidovics (Hust), Mermelstein (Beregszasz), G u 11 m a n n (Sevljus),W e i s z (Tiacevo), Rottmann und Weihberger (Uzhorod). Gemeindevorsteher Weinberger begrüsste die Erschienenen im Namen der Uzhoroder jüdischen Gemeinde in einer warmen Ansprache, worin er seiner Freude über Errichtung der Expositur in Uzhorod Ausdruck gab und der Leitung die Unter- Stützung der Uzhoroder Gemeinde zusicherte. Herr Oberrabbiner Weber dankte namens der Anwesenden der Uzhoroder Gemeinde für die bisherigen sehr wertvollen Vorarbeiten und erstattete den Bericht über die bisherige Tätigkeit. Die Regierung habe die Anerkennung des Anschlusses an die Pressburger Kanzlei auf Grund einer unzweideutigen und freien W i 1 le n s ä u s s e r u n g der karpathorussischen jüdischen Gemeinden legalisiert. Es sei jetzt Sache eben dieser Gemeinden, an der Konsolidierung des öffentlichen Lebens energisch weiterzuarbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass die so notwendige ruhige Weiterarbeit zum Gedeihen der Glaubenstreue in den Gemeinden und zur Besserung der wirtschaftlichen Lage nicht durch kleinlichen Hader und Quertreibereien zum Schaden der Gesamtheit gestört oder erschwert werde. Die im Statut vorgesehene Expositur der Landeskanzlei ist bereits errichtet und durch Schaffung eines ständigen Sekretariates in die Lage versetzt worden, ihren schweren Aufgaben gerecht zu werden. An der Debatte beteiligten sich alle Anwesenden. Es zeigte sich, dass in bezug auf die praktische Arbeit der Expositur unter den Rabbinern und den berufenen Vertretern der Gemeinde Uebereinstimmung herrscht, worin die beste Gewähr auch für die zukünftige Wirksamkeit der Leitung erblickt wird. Es wurde darauf beschlossen, dasa das nominierte dreigliedrige Komitee in Uzhorod auch fernerhin bestehen bleibt. Bis zur Wahl des endgültigen Leiters zeichnet im Auftrage des Komitees Herr Rottmann als provisorischer Geschäftsführer im Ehrenamte. Herr Oberrabbiner Liebermann (Bielke) verspricht, ihm auch in Zukunft zur Seite zu stehen. Die Repräsentantenver- Sammlung ist statutengemäss an einen bestimmten Ort nicht gebunden. Sie soll für dieses Jahr auf Ende Siwan oder Anfang Tammus nach Pressburg einberufen werden. Bei dieser Gelegenhei't soll dann auch die endgültige Wahl des Leiters der Uzhoroder Expositur vorgenommen werden. Der von Oberrabbiner Hirschler vorgelegte B u d g e t v 0 r s c h 1 a g für die Expositur ist akzeptiert und dank der anerkennenswerten Opferwilligkeit der Gemeindeleiter für einige Zeit auch gesichert worden. Auch die Frage der Erez Jisroel- Gelder in 10 Bezirken Karpathorusslands, die im Lande viel Aufregung verursacht, wurde zur Sprache gebracht; sie wurde auf Antrag der Baale Batim ausschliesslich in die Kompetenz der Rabbiner dieser Bezirke verwiesen. Abends langte der Rabbi von Irsava an, und die Beratungen der Rabbiner wurden sodann in einer Naoh'tsitzung fortgesetzt. Die Erörterungen lieferten abermals den Beweis, dass über alle Fragen des orthodoxen Judentums im Podkarpatsko-Russ sowohl als auch über die jüdischen Angelegenheiten allgemeiner Natur unter den verantwortlichen Führern v 01 - les Einvernehmen besteht, und dass diese iü dem festen Entschluss einig sind, auf dem eingeschlagenen Wege ספרד weiterzuschreiten. Jüdische Frauenvereine. (Brief an eine Dame in K.) Sie sind im Begriffe, einen orth. isr. Frauenverein zu gründen. Nachdem dort schon ein isr. Frauenverein besteht, welcher sich mit Wohltätigkeit befasst, so war die Veranlassung, einen o r 111. isr. Frauenverein zu gründen, nicht der Mangel an einem Wohltätigkeitsverein, sondern der Mangel an einem orth. isr. Frauenverein. Die Tätigkeit eines orth. isr. Vereines aber erschöpft sich nicht in der Wohltätigkeit; ein orth. isr. Frauenverein hat ein viel grösseres Tätigkeitsgebiet, er kann und muss sich vielseitig entfalten. Denn nur diejenigen Frauen, welche kein religiös-jüdisches Leben führen, solchen Jüdinnen, welche nur Jüdinnen sind, weil sie als solche geboren sind, sonst aber weder selbst als Jüdinnen leben, noch ihre Kinder zum jüdischen, thoratreuen Leben erziehen, nur solchen Damen genügt es, Im Rahmen eines jüdischen Frauenvereines tätig sein zu können. Den religiösen Anforderungen, dem religiösen Gewissen glauben sie damit Genüge geleistet zu haben. Die orth. isr. Frauen aber haben nicht nur ein Herz, welches jüdisch schlägt, sie haben auch einen jüdisch denkenden Kopf und jüdisch handelnden, jüdisch lebenden Organismus. Von solchen Frauen, wenn sie sich zu einem Verein zusammenschliessen, wenn sie sich zu einem Bunde vereinigen, wird viel mehr erwartet, als dass sie bloss Wohltätigkeit üben. Das auch! Aber nicht auschliesslieh das! Den Verein, welchen die orth. isr. Frauen gründen, müssen _ sie in den Dienst des traditionellen orth. Judentums stellen. Es ist unsere Pflicht, nicht nur selbst thoratreu zu leben und unsere Kinder zu einem solchen Leben zu erziehen, sondern auch dahin zu wirken, dass unsere Nebenmenscheil ein solches Leben führen sollen. Was ein elazelner Mensch nicht erreichen kann, erzielt ein Verein sehr leicht. Denn in einer Vereinigung liegt Kraft und Macht. Der Verein, welchen Sie gründen, soll sich zura Hauptziele machen, jüdischen Sinn und jüdische Kultur zu fördern. Liebe zur Thora, Liebe zum Judentum den Mitgliedern beizubringen. Das Motto unter den Mitgliedern sei: alles mit der Richtschnur der Thora zu messen. Schön und vornehm ist das, was thoratreu ist; was den Vorschriften der Thora widerspricht, ist für uns verwerflich und unbrauchbar. Ein wichtiges Erziehungs- und Zerstreuungsmittel ist die Lektüre. Daher ist es zweckentsprechend, dass sich der orth. isr. Frauenverein eine Bibliothek anschafft, in welcher nur solche Bücher Platz finden sollen, welche geeignet sind jüdisches Wissen und jüdischen Religionssinn zu fördern. Es ist eine betrübende Wahrheit, dass unsere Mädeben und Frauen das Judentum nicht kennen, die heilige Schrift, unsere glorreiche Vergangenheit ihnen gänzlich unbekannt sind. Die Eltern sind daran schuld. Denn die Eltern legen Gewicht darauf, dass die Kinder die Errungenschaften der modernen Kultur kennen lernen; die Kinder sollen die neuen Gesellschaftsformen, eventuell Musik, Tänze und fremde Sprachen erlernen, dass sie aber die Heiligkeit unseres Glaubens, die Geschichte unseres Volkes, die Grundlage einer jeden Wissenschaft und Bildung, unere heilige Schrift, die Thora kennen — halten sie für überflüssig. Nicht immer aus Schlechtigkeit ist man vielfach dem elterlichen Glauben untreu geworden, sondern aus Unwissenheit und aus einer irrigen Weltanschauung. Man war der Meinung, die Liebe und Achtung der anderen Völker sicher zu erlangen, wenn man die überlieferte Lebensweise abschleift und . diejenige der Umgebung annimmt. Welch gewaltiger Irrtum! Gerade das Gegenteil wurde erzielt. So lehrt uns die Vergangenheit, so die Gegenwart. So war es seinerzeit in Spanien, so in Ungarn, zur Zeit der grössten Assimilation kam die grösste Reaktion. Man hatte schon Alle Damen, die vorteilhaft aussehen wollen, tragen Perücken! Transformationen, Naturscheitel und Teile aus feinstem mmm r'■ '0'«;Wi *; ״ ’־־*•<׳ . r v־־ Wmm mm Iħ dauergewellten Haare aus der Kunstwerkstätte für moderne Haarersatzteile Fran« Emmer Wien! I■! Mahlerntrasse Nr. 5f Teleph. 6392• Katalog gratis, grösstes Haarlager, daher zivile Preist.

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