Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 18 (4.5.1923)
- Date
- 1923-05-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 112 JÜDISCHE PRESSE Nr. 18 Arbeit nicht nur unsere, sondern auch seine Pflicht erfüllen, dass wir, die alle Regungen des Herzens zu religiösen Taten umgestalten und so sicher dem Herzschlag der Frau am besten Rechnung tragen, hier nur die Exekutive für die allgemeine jüdische Humanität sind. Wenn die Frau im allgemeinen die Aufgabe hat, Gegensätze zu überbrücken durch die Macht der Liebe, so werden sich die jüdischen Frauen, trotz allen Fremdseins, leicht verständigen können durch die gemeinsame Sprache des Herzens. In diesem Sinne gilt ihnen unser besonderer Willkommensgruss. Zur Kenessio Gedaulo. Rüstungsarbeiten in Palästina. Wie wir berichtet haben, macht die Propaganda für die Kenessio Gedaulo in allen Ländern mächtige Fortschritte. Besonders bedeutsam ist die Arbeit in Palästina und es freut uns, unseren Lesern im folgenden einen von zwei religiösen Autoritäten des Heiligen Landes und Präsidenten der Landes- Organisation der Agudas Isroel in Palästina, Rabb i Izchok Jerucham ■'Diskin und Rabbi Josef Chaim Sonnenfeld gezeichneten Aufruf zur Kenessio Gedaulo bringen zu können, der in der jüngsten Nummer des Jerusalemer ״Kol Isroel״ erschien und im ganzen Lande wärmsten Widerhall finden wird. , קריאה להכניסה הגדולה מאת רבותינו הגאונים שלישיא מארי דארעא דישראל. נשיאי אגדת ישראל בארצנו הקדושה מה נכבד היום אשר בו תתאסף בעזה״י הכנסייה הגדולה של ״אגדת ישראל׳, שלוחי דרחמנה ושלוחי עם ישראל בבית ועד לחכמים אחד, לטכס עצה ולחשוב מחשבות להרמת קרן התורה והיראה ולבנין] חרבות ושוממות ארצנו הקדושה על יסודי חדת כמסרת אבות וכחפץ לב כל יראי ד׳ וחושבי שמו♦ . ובשמחת לב הננו מצטרפים עם גדולי המעשים ראשי אלופי ישראל• אשר בגולה הי״ו והננו מעוררים את כל אחינו■ בני ישראל אשר לבם הומה על מצב ארץ הקדש בפרט ועל מצב היהדות בכלל להזדרז להתאחד בכנוס לצדיקים זה להגדיל את הכנסיה ולהאדירה להוסיף כה בפמליא של מעלה ובפמליא •של מטה. ואל כביר יערה רוח ממרום על כל המשתתפים וישרה שכינתו במעשה ידיהם ■לחיות למקור ברכה לרבבות אלפי ישראל המצפים לישועה אמתית ובתוכם הבעה״ח מיחלים לרחמי שמים ולגאולה קרובה בב״א. ובעה״ה יום כ״ג ניסן תרפ״ג ירושלם עיה״ק תובב״א. יצחק ירוחם יוסף חיים זאנענפעלד בהנאון החסיד מו״ה משה יהושע יהדא ליב זצ״ל דיסקין. Uebersetzung: Bedeutungsvoll wird der Tag, an dem die Kenessio Gedaulo (Hauptversammlung) der Agudas Jisroel zusammentritt, die Sendboten der Gotteslehre, die Delegierten des jiiidischen Volkes sich in einer Versammlung vereinigen, um Rates zu pflegen, zu sinnen und zu trachten wegen der Hebung des Ansehens der Thora und der Frömmigkeit und 'wegen der Wiederaufrichtung der Zerstörungen und Ver- Wüstungen in unserem Heiligen Lande auf Grundlage des Religionsgesetzes, wie wir es von unseren Vätern ererbt haben und wie es der Herzenswunsch aller ist, die Gott fürchten und an seinen Namen denken. Freudigen Herzens schliessen wir uns den tatenreichen Führern Israels in den Ländern der Diaspora an mit der Aufforderung an alle unsere jüdischen Brüder, denen die Lage des Heiligen Landes 1m besonderen und die Lage des Judentums im allgemeinen nahe geht, sich dieser Vereinigung der Frommen ungesäumt anzuschliessen, damit die Versammlung 1 gross und herrlich wird und sie sowohl im himmlischen Rate Ounst findet als auch bei den irdischen Instanzen an Einfluss gewinnt. Möge der Allmächtige Seinen Geist von den Höhen herab über alle Teilnehmer walten und Se ne Majestät auf ihrem Werke ruhen lassen, dass es zur Quelle des Segens werde für die Tausenden und Abertausenden Israels, die eine wahre Hilfe herbeisehnen und, unter ihnen die hier Gefertigten, die auf Gottes Erbarmen und eine baldige Erlösung harren. Jerusalem, 23. Nissan 6683. Jizchok Jerucham Diskin. Josef Chajim Sonnenfeld. Eine Massenversammlung in Jaffa. Erfreulicherweise nimmt das Interesse an der Aguda auch im heiligen Lande fortwährend zu. Es ist dies hauptsächlich den jungen, begeisterten Mitgliedern der ״Zeirei Agudas isroel“ zu verdanken, die eine rührige und erfolgreiche Propagandatätigkeit entfalten, wobei sie von ihrem Pressorgan ״Kol Isroel“ vortrefflich unterstützt werden. In letzter Zeit befasst sich diese Agitation besonders mit der Kenessio, zu welcher auch die palästinensische Orthodoxie Delegierte entsenden wird. Es sind schon mehrere Versammlungen in den verschiedenen Städten Palästinas einberufen worden, von denen die interessanteste und am stärksten besuchte am Cholhamoüd Pesach in Jaffa stattfand. An dieser Versammlung rahmen die bekanntesten Persönlichkeiten der Palästinenser Orthodoxie, wie Se. Ehrw. Rabbiner Moses Blau, Rabbiner Rafael Katzenellenbogen, Herr Mendel Lövv und Herr Moses Glückmann und ergriffen das Wort, um sich zu verschiedenen Fragen zu äussern. Die Versammlung war für halb sieben angesagt, eine Stunde früher war aber der Saal bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Herr Malkow (Vorstandsmitglied der Aguda) eröffnete die Sitzung und stellte als ersten und wichtigsten Punkt der Tagesordnung d e Besprechung der Kenessio und der dazu nötigen Vorbereitungen auf. Als erster sprach dann Rabbiner Blau, dessen Ausfiihrungen sich auf die Jugenderziehung bezogen und der hauptsächlich den Mangel an einer orthodoxen Erziehung für Mädchen einer Kritik unterwarf. Er schloss seine Anspräche mit einer warmen Aufforderung an die Anwesenden der Aguda beizutreten und Delegierte zur Kenessio zu entsenden. Darauf ergriff das Wort Rabbiner Sion im aus Jaffa, der auf den verderblichen Einfluss der zionistischen Finanziers aufmerksam machte und in der Stärkung und Ausbauung der Aguda das wirksamste Gegenmittel sieht. Auch Rabbiner Katzen eilen bogen betonte die Notwendigkeit einer starken und leistungsfähigen Aguda-Organisätion, die die Orthodoxie von ihrer Abhängigkeitsstellung gegenüber, den Zionisten befreien soll. Hierauf entspann sich eine Polemik zwischen dem Misrachisten Rabbiner Zisling, der gegen die Vorredner spricht und der Aguda Vorwürfe macht, und den übrigen Teilnehmern. Die agud!stischen Redner gaben dem Rabbiner Zisling sehr treffende Replikert'und bewiesen, an der Hand von Tatsachen, die Schädlichkeit der misrachistischen Tätigkeit. Das Schlusswort hatte Herr Mendel Loew, der in hinreissenden Worten für die Aguda Stellung nahm und auf die hervorragende Bedeutung der bevorstehenden Kenessio hinwies. In gehobener Stimmung verliessen die Teilnehmer den Saal, der Abend hinterliess einen starken Eindruck auf die Juden von Jaffa, die sich nicht erinnern können, je einer solchen Massenversammlung beigewohnt zu haben. Die ״Zeirei Agudas Isroel“ haben auch in anderen Städte, wie Tiberia und Zefath spezielle Abgeordnete geschickt, um auch dort für die Wahlen zur Kenessio Gedaulo zu agitieren. Bureau der Kenessio Gedaulo in Wien. Um die Vorarbeiten zur Kenessio Gedaulo in der wünschenswerten Raschheit und Genauigkeit durchführen zu können, wurde in Wien unter Leitung des Herrn David Schlesinger, Mitglied des G. Ä.,־ das ״Bureau der Kenessio Gedaulo“ errichtet. Sämtliche auf die Tagung selbst sowie auf die Wahlvorbereitung bezughabenden Zuschritten und Anfragen sind von nun ab an das Zentralbureau der Agudas Jisroel, Wien, II., Malzgasse 12 a, mit dem Vermerk ״Kenessio Gedaulo" zu richten. Das ״Jeuish Norning Journal“ in Heu 90rk Ober das Jüdische HilßuerK der Agudas Jisroel. In seiner Nummer vom 5. April bringt das ״Jewfsh Mornmg Journal“, die grösste in New York erscheinende Tageszeitung, einen ausführlichen Bericht eines Wiener Korrespondenten über die einzelnen Institutionen des ״Jüdischen Hilfswerkes“, den wir hier in Uebersetzung folgen lassen. Die Vorbereitungen zu dem Kongress der Agudas Jisroel (der allweltlichen Organisation der orthodoxen Juden), welcher hier im August dieses Jahres abgehalten werden soll, werden schon gemacht. Und während es vielleicht noch verfrüht ist, auf die Fragen, die dort verhandelt werden sollen, des näheren einzugehen, fit es sicherlich am Platze, über die grosse Hilfsarbeit, die die Aguda in Wien und an anderen Orten leistet, zu berichten. . . ״ Das Ziel der Agudas Jisroel dürfte dem Leser des ״Morgenjournals״ schön mehr oder weniger bekannt sein. Die Aguda ist eine orthodoxe Organisation, welche bestrebt ist, alle jüdischen Probleme im Geiste der Thora zu lösen. Der Weltverband der Agudas Jisroel repräsentiert nach der Erklärung ihrer Führer die orthodoxe Judenheit aller Länder. Die Aguda wird durch einen Waad Haroschi verwaltet, welcher aus 150 prominenten Juden besteht und sich mit allen politischen und kulturellen Fragen befasst. Ausser diesem Waad ist auch ein Waad Harabonim konstituiert, und beide Waadim halten zweimal jährlich gemeinsame Konferenzen ab. Bei der letzten Konferenz, die in Breslau stattgefunden hat, .waren Vertreter der Vereinigten Staaten, Argentiniens, Oesterreichs, Rumäniens, Ungarns, der Tschecho-Slowakei, Deutschlands, der Schweiz, Polens und Sowjet-Russlands anwesend. Es wurden politische Pröbreme behandelt und es ist auch die Palästina-Frage diskutiert worden. Vor kurzer Zeit war ich als Gast bei der Er- Öffnung des neuen Knabeninternates, das die Aguda errichtet hat, anwesend. Ich war entzückt über all die modernen Einrichtungen und die Sauberkeit, in welcher das Heim gehalten wird. Es sind dort 40 Kinder untergebracht, clie alle ein Handwerk erlernen. Derjenige, der mit der ökonomischen Lage Wiens vertraut ist, wird begreifen, wieviel Arbeit und Mühe es erfordert hat, ein solches Heim zu Aus der Werkstfltte der amerikanischen Uohltfitigkeit. Es gibt eingefleischte Europäer, die auf ihre alte Geistes- und Geniiitskultur sehr eingebildet sind. Die pflegen acliselznckend und mit einem überlegenen Lächeln über die Amerikaner zu sprechen. Wie sehr diese Anschauung überholt ist, beweist genügend die wunderbare ■ Arbeit der Amerikaner auf den verschiedensten Gebieten der Hilfstätigkeit für Europa. Diese Hilfstätigkeit', obwohl überall begehrt und in vollen Zügen genossen, wird doch nicht genügend• gewürdigt. Dies gilt sowohl im allgemeinen wie in Bezug auf die Wolilfalirtsarbcit der amerikanischen Juden. Während in Amerika die Wolilfahrrsaktionen von vielen Tausenden ehrenamtlichen, aktiven Arbeitern geleitet werden, so dass sie imstande sind, fast jeden amerikanisehen Juden zu erfassen, arbeiten in Europa mir Einzelne aktiv mit, Einzelne, die dann von den anderen als Sonderlinge oder interessante Käuze betrachtet werden, die neben ihrer Berufstätigkeit sich noch die Mühe nehmen, sich dem lächerlichen Berufe der Vereinsmeierei zu widmen. Es wäre höchste Zeit, diese unsozial denkenden Herren mit sta-; tistischen Daten darüber zu belehren, was eigentlich die Oeffentlichkeit und die Hilfsbedürftigen an sozialen Werken diesen ״Vereinsmeiern“ zu verdanken haben. Dabei sind diese hartherzigen Herren mit dem überlegenen Lächeln gar nicht so unempfindlich gegen die Lockungen der Vereinsmeierei; sie sitzen in verschiedenen Ehrenkomitees, sie machen sich breit in den Vorständen der Vereine, anscheinend, 11m so den Schutz gegen auswärtige Angriffe auf ihre Tasche aus den sicheren Positionen eines ebenfalls für Wohlfahrtszweckc wirkenden Vorstandes zu gemessen. Die Folge dieses betrüblichen Zustandes ist, dass die wenigen sozialen Arbeiter eine übermässige Last zti tragen haben, sie werden in erstaunlich rascher Zeit verbraucht, degoustiert und in ihrer Arbeit lahmgelegt. Sie arbeiten wohl noch müde, fort, aber ohne Schwung, ohne Intuition, nur eben um den eingeschränkten Betrieb und den nackten Bestand ihres Vereines notdürftig zusammenzuschnorren. Bei den Amerikanern, dort wo es der Ehrgeiz aller anständigen Menschen ist, trotz des ungeheuer scharfen Wirtschaftskampfes auch für die notleidenden Brüder in fernen Ländern etwas zu leisten, scheint es anders zu sein. Infolge der Beteiligung aller gibt es eine vernünftige Arbeitsteilung. Die Lasten werden von vielen und daher leicht getragen. Dies gibt die Möglichkeit erfindungsreich und originell zu arbeiten. Um unseren Lesern eine Probe dieser originellen Propaganda zu geben, bringen wir die Titelseite eines solchen Aufrufes. Help Us To Save Our Century Old Institutions From Ruin. ״Wir leben seit vielen Jahrhunderten auf diesem Gebiete und haben hier eine wunderbare jüdische, segensreiche Kultur von unseren Vätern ■ übernommen und in Blüte erhalten. Afi diesen. Lehranstalten haben viele Talmudgrossen Unterricht genossen, die heute noch in Amerika und in der Welt als Zierde der'Thora und des Judentums arbeiten. ״Unter Führung und Mitarbeit dieser moralischen Kräfte wird die Rekonstruktion unserer zerstörten Gemeinden sich rasch und völlig vollziehen. Wir appellieren an Sie, benützen Sie diese Kräfte und lassen Sie diese wunderschöne jüdische Kultur, die auch Sie genossen haben, nicht zugrundegellen. ״Heute haben Sie noch die Möglichkeit, diese Kulturstätten zu retten und zu neuer Blüte gelangen zu lassen. Falls Sie noch durch vier bis fünf Jahre in einem entsprechenden Ausmasse uns unterstützen, wird dieses Gebiet mit Gottes Hilfe wieder lebensfällig und wir werden das, was wir ‘von unseren Vätern, an Thora und Gottesfurcht, an Kultur und Sittlichkeit ererbt haben, den künftigen Generationen übergeben können. Und Gottes Segen wird auf Ihnen ruhen, wenn diese gottgeweihten Stätten für die Zukunft erhalten bleiben.“ 1. Oberrabbiner Mayer Frey, Surany, Slowakei. 2. Oberrabbiner Salomon Schreiber, Beregszasz, Karpathorussia. 3. Oberrabbiner Kalman Weber, Pöstyen, Präses der orth. Kanzlei, Slowakei. 4. Abraham von Freudiger, Präsident der orth. Gemeinde Budapest. 5. Oberrabbincr Akiba Schreiber, Vorsitzender, Pressburg. 6. Oberrabblner Benjamin Fuchs, Grosswardein, Transsylvania. Wir müssen uns in unserer Rückständigkeit einmal vorstellen, Wie der Appell eines Komitees wirken muss, das sich zum Ziel •gesetzt hat die einzelnen Landsmannschaften zti erhöhter Hilfstätigkeit für ihre einstigen Heimatländer einzuladen. Die Titelseite des Appels ist mit den Bildnissen der hervorragenden Führer der betreffenden Landsmann- I schaft (in diesem Falle Alt-Ungarns) geschmückt und 1 darauf folgen die Schlussätze der Bittschrift, die von den י Führern des Heimatlandes an ihre einstigen Heimats- Pdzwarenhaus En gros und Erzeugung I., Bauernmarkt 24 (Ecke Fleischmarkt) Tel. 67-302 Detailverkauf s - Niederlage: I., Graben 28 Filiale: Karlsbad, Alte Wiese. Pelzaufbewahrung gegen Versicherung über die Sommermonate.