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Jüdische Presse · 1923-02-16 · 7 (16.2.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
7 (16.2.1923)
Date
1923-02-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 7 JÜDISCHE PRESSE Seite 39 etwa der Prophet, der Eiferer, der dazu berufen ist, dereinst Schrittmacher Moschiachs zu sein, hat er den inneren Wert des Menschen nicht erkannt und die ethische Forderung des DTK S^Sn nicnt begriffen? Gewißlich hat der Prophet Elia alles gewußt und gekannt, was die heutigen „Gemäßigten" kennen und wissen und sicherlich gebrach es ihm nicht an den seelischen Qualifikationen und Dispositionen, milde und duldsam zu sein, allein sein Eifern entspringt einem Geiste, wie er nur den Verkünder der Erlösung beseelen kann. Wir wollen uns deutlichert;erklären: Der Klalbegrift' findet seinen Ausdruck in dem Worte HD Hl pmj? Und dieses Wort wurde zum Losungswort der jüdischen Gemeinschaft. Die Gemeinschaft ist für den Einzelnen verantwortlich, ebenso wie der Einzelne für die Gemeinschaft; einer für alle, alle für einen. Der einzelne Mensch ist mit seiner guten oder bösen Handlung entscheidend, da diese dadurch das göttliche Welturteil beeinflußt, daß sie zum Guten oder zum Bösen als Gewicht in die Wagschale des Weltgerichtes fällt. Der Klal besteht aus einer Reihe yon Privaten und alle Einzelnen sind vereinigt im Rahmen des Klal. Es ist jedem, auch dem Letzten, bekannt, daß alle Dinge und Geschöpfe miteinander eng verwoben sind. Und dennoch kann man vom einfachen Manne cles Volkes nicht verlangen, stefl von diesem Gesamtheitsgedanken durchdrungen zu sein. Nur der erlesene Mensch kann zu dieser Empfindung gelangen. Ihm aber wird diese Empfindung zu einem organischen Stück seines Empfindungslebens, genau wie die Erkenntnis von der Zusammenarbeit seiner einzeihen Glieder und Organe. Diese Erkenntnis stuft sich ab und vermindert sich mit den geistigen Qualitäten und schrumpft in ein Nichts zusammen bei denen von der geistigen Unterstufe. Bei einem Manne von der Art des Propheten Elia war dieses Gemeinschaftsgefühl bis zur äußersten Grenze ausgebaut, so daß er unter den Prophetenmördern und Altarzerstörern nicht nur Mörder und Heiligtumschänder gesehen hat, sondern er sah in diesem Tun den Einbruch in die Weltordnung, und seine Seele empfand den Weltschmerz bis zur Unerträglichkeit. Und aus diesem Schmerz, aus diesem tiefen Weh um eine Welt, die aus den Fugen ging, erklärt sich seine Prophetenstimme, die von Weltende zu Weltende donnerte. Des Propheten Stimme zittert und schlägt Wellen im Luftraum und bahnt sich ihren Weg bis zum Ehrenthrone G-ttes. Seine Worte: „Deine Altäre haben sie zerstört" usw. sind keine Anklagen gegen jüdische Menschen, sondern Aufschrei aus einem um das Weltschicksal zitternden und leidenden großen Prophetenherzen. Der Prophet sieht keine Menschensünder vor sich, sondern eine Entstellung des Weltbildes. Die Welt ist in der Agonie und der Weltschmerz ist s ein Schmerz. Das kleine Ich, dieses kleine Erdenanhängsel, kommt für den Propheten gar nicht in Betracht. Und gleichwohl hört der Prophet die Stimme G-ttes und die Frage: „Was ist dir Elia?" Sollen auch seine Worte keine Anklage gegen sündige Menschen sein, sondern ein Protest gegen die Zerstörung der Weltordnung, so klingt doch daraus auch schwere Anklage gegen Menschen, die zerstören und morden. Aber die klagende und anklagende Stimme der Menschheit steigt an und in einer neuen Welle des Eiferns ruft, der Prophet: "Dl TliOp KJp- Wahrlich, nur ein solcher Eiferer, der in seiner Seele das ganze Weltenschicksal trägt, nur ein solcher Eiferer, der zugleich der größte Freund der Menschheit ist, kann dazu berufen sein, dermaleinst die Erlösung zu verkünden. Aehnliche Erscheinungen treten uns unter den Propheten bei Jesajas vor Augen. Jesajas, der bis zu einem Grade der Prophetie emporsteigen durfte, wo er das dreimalige „Heilig" der Engel vernahm und anderseits dazu verurteilt war, mitten im Menschenkreise deren abscheulichste Bosheiten mitzuerleben, gibt den erschütternden Schrei von sich: „Wehe mir, ich bin verloren, denn ein Marin unreiner Lippen bin ich und zwischen einem Volke von unreinen Lippen weile ich!" Auch das ist. keine Anklage, sondern ein Aufschrei über die Welt, die aus den Fugen ging. Und dennoch eilte einer der Seraphim mit der brennenden Kohle herbei, um die Lippen, über die diese anklagenden Worte gegangen sind, zii bestrafen. Denn schließlich klang doch aus diesem Weltschrei auoh die Anschuldigung. Es sind bereits 2400 Jahre dahingegangen, seitdem wir keine Propheten mehr haben. Wir haben keine Elias und Jeremias, keine eifernden und keine toleranten Propheten. Aber wir haben Gruppen innerhalb der Thoratreuen, die den Weg des Eiferns und der Toleranz gewählt haben, je nach Anlage und Neigung, die Orthodoxen und die „Gemäßigten", und wir haben beiden Seiten gerecht zu bleiben. Ohne Zweifel müssen wir Respekt zollen den Milden, den Toleranten unter unseren Gesinnungsgenossen, deren Bestreben und Hoffen es ist, in Milde und Güte die Irrenden wieder heimzubringen. Bei den Matten und Leichtfertigen ist oft mit einem sanften Worte in der Tat viel getan. Beschränken sich die Toleranten auf diese Aufgabe und halten sie ihre Positionen, so soll ihnen Dank und Anerkennung werden. Viel kann auf diese Weise auch bewirkt werden in den Kreisen derer, die nur die Schuld ihrer Väter büßen, die sie nicht auf jüdische Wege hingeleitet haben, im Herzen aber den jüdischen, Funken noch lodern fühlen. Wo nicht Religionsfeindschaft, sondern nur religiöse Unkenntnis herrscht, da kann durch mildes Heranziehen vieles, alles erreicht werden. Schlimm und gefährlich wird aber das Unternehmen der Toleranten, wenn sie aus diesem Kreise ihrer Aufgaben heraus sich auf Gebiete begeben, wo für ihre Wirksamkeit kein Platz ist; wenn sie meinen, durch ihre Kompromiß-Methoden auch da wirken zu können, wo unversöhnlicher Haß gegen die Religion und alles Jüdische herrscht. Denen gegenüber, die die Religion bewußt verletzen und befehden und womöglich in ihr gar ein Hindernis auf dem Wege der freien Entwicklung erblicken, müssen schon andere Mittel angewandt werden, als das bischen Strohfeuer der Toleranten. Hier müssen Eiferer heran, die wissen, daß sich solche Vergehen gegen Religion, gegen Klal, gegen die jüdische Zukunft, gegen das Weltenglück und gegen die Weltordnung richten, Eiferer, die wissen, daß hier kein Kampfspiel ist, sondern ein Kampf um Sein und Nichtsein der jüdischen Seele. In dieser Beziehung erweisen sich auch die extremen Orthodoxen der späteren Zeit als Nachkommen der Propheten, die, wenn sie auch nicht das gesamte Weltbild im Herzen tragen, doch aber zum mindesten einen Teil jener Seelenkräfte der Propheten bewahren. Den meisten dieser Eiferer fehlt es gewiß «nicht an der Liebe und Toleranz, aber überwiegend ist doch bei ihnen das Gefühl der Gemeinsamkeit, und der Weltschmerz ist es, der aus ihren Klagen und Anklagen spricht, die Angst um das jüdische Gemeinschaftsschicksal, wenn es sich auch zuweilen so anhört, als wären die anklagenden Worte gegen Menschen gerichtet. Würde ein neuer Röntgen neue Strahlen finden, die nicht nur die inneren Organe, sondern auch die Tiefen der Seelen durchleuchten, so würden sich uns neue Welten im Herzen der eifernden Orthodoxen auftun, man würde erkennen, wieviel von wahrer Ethik und hohen Adel im Herzen dessen sich befindet, der laut, wenn auch mit weniger gewählten Worten über die Unmoral der Religionsschänder klagt. Wie würde man dann erkennen, daß auch dieser Eiferer vom Gedanken des "OT D*1X S^DIl ausgehen, daß ihr Eifern aus dem E rb armen, ihr Zürnen aus der Liebe quillt. Leider ist ein solcher Röntgen noch nicht gekommen, woraus sich ergibt, daß die Psyche der Orthodoxie noch ein tiefes Geheimnis ist, besonders für die linke Seite, die den Weg in die Seele der Orthodoxen nicht finden kann und sie darum mit Steinen bewirft. Aber unverkennbar ist es doch, daß oft genug diese Steinwerfer selbst von der innern ehrlichen Ueberzeugung der Beworfenen mit hingerissen werden, und es gehört nicht zu den seltensten Fällen, daß der Angreifer von links, von dem hohen sittlichen Ernst der Angegriffenen überwältigt, kapituliert, und den Weg ins andere Lnger nimmt. Darum ihr orthodoxen Eiferer, setzet diesen Weg fort! Schlaget fest die Saiten an. Eure Stimme wird doch gehört; wenn nicht heute, dann morgen. („Israelit".) NACHRICHTEN. Deutscböstwcicb. Die Vorbereitungen der Jagend znr Eenessio Gedaulo. Wiewohl die offiziellen Direktiven zur Kenessio Gedaulo noch nicht herausgegeben sind, steht das gesamte Organisationsleben der Agudas Jisroel-Jugend- und Ortsgruppe unter dem Eindruck des zu gewärtigenden Ereignisses. Alle Sektionen haben sich so eingestellt, daß sie den Belastungen der Zukunft entsprechen werden können, Selbstredend werden auch die Mitglieder mit erhöhter Arbeitskraft an den Vorbereitungen teilnehmen müssen, welche eine unerläßliche Voraussetzung zur Erfüllung der Zukunftspflichten bilden. Jugendgruppen-Mitglieder, zahlet sofort euren rückständigen Mitgliedsbeitrag Uhr sichert euch damit das aktive und passive Wahlrecht zur Kenessio Gedaulo. Agudas Jisroel - Jugendgruppe Wien. Mozze Schabboth Parschoth Jisro veranstaltete die Agudas Jisroel-Jugendgruppe ein Melawo Malko, die der Aussprache über die im Zusammenhange mit der Kenessio Gedaulo stehenden aktuellen Fragen gewidmet war. Die Versammlung, die seitens der Mitglieder überaus zahlreich besucht und seitens prominenter Persönlichkeiten der Aguda ausgezeichnet war, nahm einen überaus anregenden Verlauf. Der Obmann Herr David Baumgarten eröffnete und' begrüßte die anwesenden Gäste, insbesondere Herrn Rabbiner Dr. Pinkas Kohn, Herrn Wolf Pappenheim,. Herrn Siegmund Bondi und Herrn Heinrich Pappenheim und forderte die Mitglieder zu erneuter eifriger Arbeit auf. Wenn jeder sich seiner vollen Pflicht bewußt wäre, und so viel Zeit der Thora und seiner Organisation widmen würde als seinen Privatbedürfnissen, so wären wir sicher, daß die umfangreichen Aufgaben, die uns die Vorbereitungen der Kenessio Gedaulo auferlegen werden, mit Leichtigkeit gelöst werden könnten. Wir begrüßen heute in unserer Mitte Talmide Ghachomim und freuen uns ihrer Anwesenheit, wollen aber hoffen, daß im nächsten Jahr wir selbst als Talmide Ghachomim die anderen erfreuen. (Beifall.) Als nächster sprach Herr Rabbiner Dr. Pinkas Kohn im Anschluß an die Sidra erhabene Worte, indem er den Beweis erbrachte, daß die Agudas Jisroel auf der Kenessio Gedaulo eine Verbindung zwischen der Form, die die Agudas Jisroel in diesen schweren Zeiten der Arbeit erhalten hat und dem wahren Inhalte, die uns durch das G-ttesgesetz gegeben ist, hergestellt werden soll. So wie einst zur Zeit Moses, soll auch jetzt das G-ttes Wort durch eine gut disziplinierte und mit genau umschriebenen Kompetenzen versehene Organisation auf alle Volksschichten verteilt werden. Mit der Ermahnung, sowohl an den Vorarbeiten mit dem ganzen Eifer und mit ganzer Kraft, als auch an der Verwirklichung der zu gewärtigenden Beschlüsse mit allem Ernste mitzuwirken, schloß der ehrwürdige Redner seine begeisternden Ausführungen. (Lebhafter Beifall.) Sodann sprach der Obmann der Ortsgruppe, Herr Wolf Pappenheim, und ermahnte im Anschluß an ein Wort des Kesaw Sofers die Jugend, in den bevorstehenden Kampf einzutreten und sicher zu sein, daß uns im Kampf gegen Amolek der Sieg sicher ist. (Beifall.) Als nächster sprach Herr Rabbiner Mordche Rosen Diwre Thauro, die überaus beifällig aufgenommen wurden, Herr Moses Blech sprach in Anlehnung an die Ausführungen der Vorredners begeisternde Worte an seine jungen Freunde. Herr Wölk (Littaüen) sprach ausgehend vom kommenden Wochenabschnitte Mischpotim, daß das bürgerliche Gesetz mit unseren g-ttesdienstlichen Uebungen so eng verknüpft und verflochten ist, daß eine Teilung für uns und das gesamte Judentum unmöglich ist. Herr Oberkantor Braun erfreute die Anwesenden mit seinem prachtvollen kantoralen Gesänge. Der Verkauf des Benschens, welchem dem moralischen Erfolg einen ebensolchen materiellen zur Seite stand, schloß die erhebende Feier. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Lackenbach. Am 4. Februar 1922 fand in Lackenbach eine Gründungsversammlung der hiesigen Jugend statt und es wurde beschlossen, gleich dem Wiener Vorbild auch hier eine Agudas Jisroel-Jugendgruppe zu schaffen. In der darauffolgenden konstituierenden Sitzung wurden gewählt: Vorsitzender: M. Schey, Schriftführer: W. Kraus, Kassier: J. Kamin, Beiräte: E. Kraus und E. Leitner. Gründung einer Agudas Jisroel-„B"-Gruppe» Wien XVII. Auf Anregung der „Btt-Gruppe des II. Bezirkes wurde vergangenen Sonntag, den 11. Februar, im XVII. Gemeindebezirk eine „Ba-Gruppe ins Leben gerufen. Die Gründung einer solchen Gruppe hat sich gerade in diesem Bezirke als notwendig erwiesen, 0a, wie in den anderen äußeren Bezirken, die Jugend ohne jeden Kontakt mit dem religiösen Zentrum des II. Bezirkes steht, was natürlich bei der Jugend nicht ohne schädlichen Einfluß bleiben kann. Die rührige Leitung, an deren Spitze die Herren Bernhard L. Lewinter und Hermann Silberstein stehen, hat bereits für die kommende Woche entsprechende Schiurim eingerichtet und ist zu erhoffen, daß auch diese Einrichtung viel zur Erstarkung der jüngeren thoratreuen Kreise des XVII. Bezirkes beitragen wird. Vortrag. Samstag, den 17. Februar, Parschoth Mischpotim, 4 Uhr nachmittags, hält Herr Moritz Spitzer im Lokale des Bethausvereines, XVII. Bez., Thelernangasse 8, im Rahmen der Sidrabesprechung einen Vortrag. Gäste willkommen! Verein Thora Ez Chaim, Wien, IX. Am Mittwoch, den 21. Schewat 5683, hielt der Verein Thora Ez Chaim die erste Prüfung dieses Semesters der Talmudthoraschule ab. Das Verhören der Kinder leitete Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner S. Fürst, und Herr Rabbiner Benzion Katz. Trotz cles kurzen Bestandes dieser Schule waren die Herren Rabbiner mit dem Prüfungsergebnis sehr zufrieden. Die Kinder wurden verhört in Chumisch, Raschi, Gemorah und Mischnais. Die Schule, welche unter Leitung des Herrn Rabbiner S. Benedikt und den Lehrern Jelinka und Leb Weiß steht, hat bereits 150 Zöglinge. Der Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den jüdischen Geist im IX. Bezirk'wieder zu beleben, leitet den Unterricht zum größten Teile teils umsonst oder um ein derart geringes Schulgeld, daß er an Spenden stets angewiesen ist und bittet seine Freund und Gönner, bei jedem Anlasse an ihn zu denken. Adas Jisroel (Schilfschul). Um Mißverständnissen vorzubeugen, wird verlautbart, daß Mazzes unter Aufsicht der ehnv. Rabbinates der Adas Jisroel (orthodoxes Rabbinat) ausschließlich in unserer Bäckerei, XIV. Felberstraße 96, erzeugt werden. Der Verkauf findet nur in der Kanzlei der Adas Jisroel, II. Gr. Schiffgasse 1, statt. Sollten andere Verkaufsstellen in Aussicht genommen werden, wird Kundmachung rechtzeitig erfolgen. Sium in Mattersdorf. Sonntag den 11. Februar (25. Schebat), fand in Mattersdorf eine Sium-Feier auf Pessochim statt, die einen erhebenden Verlauf nahm. Seine Ehrwürden Herr Oberrabbiner Samuel Ehrenfeld eröffnete die Feier durch eine tiefdurchdachte Deroschoh, in der er Charifus und Mussar in geistreicher und inniger Weise verband. Der ehrwürdige Redner schloß seine wirksamen Ausführungen mit der Mahnung an die Schiur Teilnehmer und anwesenden Gäste, das Thorastudium weiterhin intensiv zu fördern, und dankte den beiden vortragenden Herrn M. Klein und Aron Neufeld für ihre unermüdliche Tätigkeit. Während des Festmahles sprachen noch die beiden genannten Herren und Herr Rabbiner Israel Taussig Diwreh Thauro. Polen. Die Wiederaufnahme des Prozesses des Eabbi Schapira. (J. G. B.) Wie die. Warschauer jüdische Presse aus sicherer Quelle erfährt, hat das Warschauer militärische Kriegsgericht die Revision des Prozesses des in Plozk hingerichteten Rabbi Schapira endgültig beschlossen. Wie bekannt, ist Rabbi Schapira zur Zeit des polnisch-russischen Krieges während der morgendlichen Andachtsübung von einer polnischen Militärpatrouille verhaftet und sofort vor ein Kriegsgericht gestellt worden. Unter der Beschuldigung, er habe durch seine frommen Gesten während des Gebetes dem Feinde Zeichen gegeben, wurde er zum Tode verurteilt und sofort erschossen. In dem im Mai 1923 stattfindenden Prozeß wird als Verteidiger des hingerichteten Rabbiners der Deputierte Hartglas fungieren. Eitauen. Rabbi Abraham Dow Poppel Nach einer längeren Krankheit verschied der populäre und in allen Kreisen verehrte Marianpolier Raw JliOn Tai^SWSnnDfrOK'-). Der Verblichene hat in den letzten Jahren eine übermenschliche Aktivität entfaltet in dem Kampfe zur Verteidigung der bürgerlichen, besonders aber der religiösen Rechte der Litauischen Judenheit. Besondere Aufmerksamkeit widmete er den neugeschaffenen jüdischen Organen in Litauen. Mit nie erlahmender Energie focht er für die Erhaltung des alten traditionellen Geistes

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