Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 5 (2.2.1923)
- Date
- 1923-02-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 26 JUDISCHE PRESSE Nr. 5 griffen) in den Vereinigten Staaten wegen Streiks gehandhabt werden. Es ist der Wille der Arbeiter (einschließlich auch der jüdischen Arbeiter) und der Bauern in Rußland, daß die Erziehung der heranwachsenden Generation im Geiste der modernen Wissenschaft und der modernen politischen Weltanschauung geschehe. Aus der Schule werden der Priester, ebenso wie der Mullah und Rabbiner entfernt. Die jüdischen arbeitenden Massen haben nachdrücklich gegen den Gheder protestiert als Ueberbleibsel aus dem Mittelalter, welches die reichen Juden als ausreichend für die armen Kinder betrachten, in die sie aber ihre eigenen Kinder nicht schicken. Bei der Enteignung von kirchlichen Schätzen wurden die Behörden darüber instruiert, daß Gegenstände, die für Kulturzwecke notwendig sind, zurückgelassen werden sollen. Es entstanden deswegen Konflikte in jüdischen Synagogen, abgesehen in einzelnen Fällen, wo Gegenstände versteckt worden waren. Wir können endlich nicht umhin, gegenüber der außerordentlich kühnen Behauptung, daß die Sowjetregierung der jüdischen Bevölkerung „den Trost und die Hoffnung in der Religion raubt", das folgende erwähnen: Wir wollen nicht lange bei der Tatsache bleiben, daß immer größere Teile des jüdischen Volkes sich entschieden von diesem „Trost" abwenden. Tausende und Abertausende arbeitender Männer und und Frauen, darunter auch zahlreiche Grauhaarige, geben aus eigenem Antriebe den Sabbath auf und nehmen an antireligiösen Kundgebungen teil. Sie gehen an den Sabbathtagen nicht in die Synagogen, sondern in die Fabriken und Werkstätten. Diejenigen jüdischen Bürger aber, die ihrer Religion noch anhängen, haben auf Grund der Sowjetgesetze über die Gewissensfreiheit nicht allein die Erlaubnis, diese ohne Hindernis auszuüben, sondern sind sogar an religiösen Ruhetagen von der Arbeil in den Sowjetanstaltcn und Unternehmungen befreit. Es existieren keine religiösen Verfolgungen in Sowjetrußland und jeder religiös gesinnte Bürger kann „Trost und Hoffnung" in der Religion, die ihm zusagt, finden. Was die Entrüstung anbetrifft, welche die Politik der Sowjetbehörde in religiösen Fragen in den jüdischen Gemeinschaften Englands und Amerikas angeblich erregt hat, so weiß die Sowjetregierung sehr gut, daß ihre Politik bei der jüdischen Bougeoisie und Plutokratie nicht minder als bei jeder anderen Entrüstung hervorruft. Sie weiß auch, daß die jüdischen Bankiers mit nicht geringerem Eifer als es die christlichen Bankiers getan haben, die Pogromhelden und Antisemiten unterstützten, die Sowjetrußland überfallen und die Ukraine und Sowjetrußland mit jüdischem Blute überschwemmt haben. Aber die Sowjetregierung weiß auch, daß die armen Juden aus allen Ländern sich immer mehr vom Einfluß ihrer Bourgeoisie und ihrer gelben Sozialisten befreien und daß sie solche gemeine Beschuldigungen gegen die Sowjetmacht, wie sie in ihrem Briefe enthalten sind, mit Verachtung zurückweisen Dieses Dokument beweist nun vollauf, daß die russische Wirklichkeit unsere schlimmsten Befürchtungen übertrifft. Es wird wohl die Politik der Sowjetregierung den verschiedenen Konfessionen gegenüber mit einem prinzipiellen Standpunkte begründet. Tatsache ist aber, daß die konsequente Durchführung dieser Politik das jüdische religiöse Leben und besonders das Thoralerncn mit Vernichtung bedroht. Wie aus dem Aktenstücke hervorgeht, sind leider gerade die jüdischen Kommunisten die Urheber und Verfechter, in meisten Fällen auch die Exekutoren dieser Politik. Wir möchten in diesem Zusammenhange noch darauf hinweisen, daß unsere gemarterten Brüder in Rußland diesen jüdischen Kommunisten ausgeliefert sind, falls sie die Wohltaten, die ihre amerikanischen Brüder ihnen zuteil werden lassen, in Anspruch nehmen wollen. Das amerikanische Joint hat nämlich mit der russischen „Idgeskom", also mit einer jüdisch-kommunistischen Wohlfahrtsgesellschaft in Rußland, ein Uebereinkommen getroffen, wonach die gesamte Hilfe des Joint durch „Idgeskom" den russischen hungernden Juden zugeführt wird. Es ist nun zu befürchten, daß unsere treuen russischen Brüder das Stückchen Brot mit ihrer Seele werden erkaufen müssen. Die jüngste Konferenz des orthodoxen Centrai-Relief Co mite es in New York hat sich mit dieser bedauerlichen Tatsache beschäftigt und es ist zu hoffen, daß die Delegation, weiche das Centrai- Relief Gomitee nach Rußland entsendet, auf die religiöse Not unsreer Brüder weitgehendste Rücksicht nehmen und Abhilfe schaffen wird. Bis dahin aber ist und bleibt die eimige Möglichkeit unseren gepeinigten und darbenden Brüdern in Rußland Hilfe zu bringen, ohne sie dem kommunistischen Gewissenszwang auszuliefern, sich der Hilfsaktion der Agudas Jisroel zu bedienen und unseren russischen Brüdern zur Linderung ihrer geistigen Not und zum Schutz gegen Hunger und Kälte, trotz aller Wirtschaftskrise in unseren Ländern, reichlichzu spenden. Spendenausweis für jüdisch» Hungernde in Rufll&nd. (Fortsetzung.) Sammlung einer orth. isr. Gemeinde durch Ludwig Freund K 348.989, die isr. Kultusgemeinde durch Bothausverein Monte-F'iore 19.700, Max Kokesch (Bad Gastein) 20.000, M. S. Knöpfelmacher 30.000, Verlorene Wette durch G. B. 5000, Sammlung durch Aha Goldfeld, Kolomann Klinger, Liebermann je 1000, mehrere Ungenante 6860 (8860), durch Beth-Hamidrasch Talmud Thora 9200, Gesamtsumme K 451.749. Durch die Mädchengruppe der Agudas Jisroel, Wien, anläßlich eines Vortrages des Herrn Dr. P. Kohn: B. Schiff Söhne K 100.000. Arthur Steinhof 100.000, Mizzi Steinhof 200.000, David und Viktor Dollar 1, Karl Salzer K 100.000, Ernst Stern 100.000, Arthur Sputz 50.000, Recha Neurat 100.000, Lily Engelsrat 100.000, Ignatz Adler (Graz) 100.000, Isidor Steiner 200.000, Leopold Windholz 100.000, N. N. 50.000, Firma Türk! 500.000, J. Perlberg 100.000, Oberrabbiner Samuel Ehrenfeld (Mattersdorf) 50.000, Mizzi Hofbauer 50.000, Silbermann 400.000, Marcus Roos Pfunde 2, Paula Pappenheim K 70.000, Aron Weil 120.000; zusammen K 2,490.000, Dollar 1, Pfunde 2. Gesamtergebnis K 4,940.000, ung. K 11.000, Kc 150, Pfunde 2, Dollar 1. Sammlang des Herrn Oberrabbiner Unsdorfer (Lucenec)* Präses Samu Klein KS 110, Gansei 100, Judkovits 68, Eckfeld 50, Markus 50, Dawidovits 60, II. Ehrenfeld 58, Rottenslein 80, Oberrabbiner Unsdorfer 30, Unsdorfer 20, Salzer 30, M. Braun 30, Wiener 30, K. Klein 49, L. Spitzer 30, Rosenfeld 20, M. Salzer 14, Stern 25, Schwarz 5, Lefkovits 19, K. Fischer 10, Liebermann 5, S. Braun 5, Schwarz 5, Spitzer 5, N. N. 10. F. Schwarz 20, Neumann 10, Mencel 10, Breuer 10, Zimet 12, Z. Ehrenfeld 28, Eichler 15, Friedmann 20, J. Fischer 20, M. Fischer 5, K. Haas 20, H. Haas 33, Engel 17, Ludwig 5, M. Lusztig 20, Paskusz 5, Rusznak 10; zusammen Kc 1133. Die Konferenz des Central-Relief- Comitees in New York. Anfang Jänner fand in New York eine Konferenz des Gentral-Relief-Gomitees statt. An der Konferenz haben ungefähr 150 Delegierte teilgenommen. Das orthodoxe Gentral-Relief-Gomitee hat seine Tätigkeit gleich mit dem Kriegsbeginn im Jahre 1914 begonnen und hat bis zum heutigen Tage ungefähr 11 Millionen Dollar für die Opfer des Krieges und der Pogrome in Palästina, Mittel- und Osteuropa aufgebracht. Bis Juni 1921 hat das Gentral-Relief-Gomitee auf allen Gebieten gemeinsam mit den anderen großen jüdischen Wohlfahrtsaktionen Amerikas im Joint zusammengearbeitet. Infolge dieser Zusammenarbeit ist die große Arbeit und was noch wichtiger ist, der traditionell-religiöse Charakter des Gentral-Relief-Comitees nicht vollauf zur Geltung gekommen. Die leider allzuberechtigten Klagen der traditionellen Judenheit in Palästina, Polen, Litauen und Oesterreich wollten nicht verstummen. Sie wurden überall vernachlässigt und bloß mit Brosamen aus den großen amerikanischen Zuwendungen bedacht. Seit Juli 1921 hat nun das Gentral-Relief-Gomitee sich entschlossen, mindestens die kulturelle Hilfe selbständig zu leiten. Von diesem Zeitpunkte an bekommen die thoratreuen Lehranstalten, Talmud- Thoras und Ghadarim in Erez Jisroel, Polen, Litauen, Slowakei, seit vorigem Jahre auch in Oesterreich eine ausgiebige Förderung. Nach dem jünslen Bericht des Central-Relief-Gomitees wurden im verflossenen Kalenderjahr für diese kulturelle Hilfe 757.607*03 verwendet. Wien hat aus dieser großen Summe Dollar 3776-10 erhalten und wenn auch dieser Betrag in Anbetracht der Verelendung in Wien und der Not unserer Thoralehranstalten nicht entsprechend genannt werden kann, so haben unsere amerikanischen Brüder doch wesentlich dazu beigetragen, daß unsere Talmud-Thoraanstalten die schreckliche Krise des lelztcn Jahres überhaupt überdauert haben. In dieser Hilfe für Oesterreich war das Burgenland, das bei der Budgetiorung dieser Beträge noch nicht. Oesterreich angegliedert war, nicht einbegriffen. Es muß daraufhingewiesen werden, daß im Burgenlande fast in in jeder Gemeinde Thoralehranstalten sich befinden, die in großer Not sind und ist zu hoffen, daß die große Campagne, die mit der Konferenz des Central- Relief-Gomitees für die Aufbringung eines 600.000 D o 11 a r - F o n d s für Kulturarbeit eingeleitet wurde, ermöglichen wird, auch für die notleidenden Thoralehranstalten Oesterreichs ausgiebigere Hilfe zu bringen. Was die andere Wohlfahrtsarbeit betrifft, geht das Gentral-Relief-Gomitee auch weiterhin gemeinsam im Joint mit den übrigen amerikanischen Wohlfahrtsaktionen zusammen. Die Führer des Gentral- Relief-Gomitees, von denen einige Ost- und Mitteleuropa persönlich bereist haben, wissen es, daß in dieser gemeinsamen Arbeit noch immer nicht die Form gefunden wurde, die der thoratreuen Judenheit ganz gerecht werden könnte. Daß die gesamte Hilfe vom Joint in Rußland durch die jüdischkommunistische Gesellschaft „Idgeskom" geführt wird, hat an der Jahreskonferenz die schärfste Kritik erfahren. Aber auch in anderen Ländern wird die thoratreue Judenheit schwer benachteiligt. Erst unlängst haben wir im misrachistischen „Hator" in Jerusalem die Klage gelesen, daß die Leitung der amerikanischen Darlehenskasse in Jerusalem mit Ausschlußj üdisch traditioneller Persönlichkeiten arbeitet. Agudas Jisroel in Warschau war ebenfalls gezwungen, wie J. C. p. meldet, dagegen zu protestieren, daß sie von der Beteiligung an den Arbeiten der amerikanischen Darlehenskassa ausgeschaltet wurde. Auch Agudas Jisroel in Wien wird nichts anderes übrig bleiben. Sie hat auf eine ungemein reichhaltige soziale Tätigkeit hinzuweisen. In Baden bei Wien hat sie zwei Waisenhäuser, in Wien ein Knabeninternat und Werkstätten, welche die Bewunderung all jener hervorrufen, die sie gesehen haben. Nebst diese)' Gewerbeförderung gibt sie in ihrer Schomer- Schabbos-Aktion vielen die Möglichkeit eine Existenz zu gründen. Doch vollzog sich die Gründung der Gredit-Kassa in Wien ohne Hinzuziehung der Agudas Jisroel. Es sind dies Uebelstände, auf die wir unsere amerikanischen Brüder aufmerksam machen möchten, denn es wäre traurig, wenn das große Dankgefühl unserer notleidenden Brüder in Ost- und Mitteleuropa durch solche Umstände eine Trübung erfahren würde. Wir hoffen, daß unsere amerikanischen Brüder, besonders jene Führer des Gentral-Relief-Gomitees, auch diesbezüglich Abhilfe schaffen. Mit Bewunderung blicken wir auf die Hilfsbereitschaft unserer amerikanischen Brüder und wir verknüpfen mit dieser Bewunder-ung die heiligsten Wünsche unserer notleidenden Brüder, die ihre Augen nach Amerika richten. Wir können aber die Bemerkung nicht unterlassen, daß unsere reichen Glaubensgenossen in Zentral- und Osteuropa aus der Anstrengung unserer amerikanischen Brüder noch nicht die nötige Lehre gezogen haben. Wahrlich, es würde die größte Wirkung der Hilfsbereitschaft unserer amerikanischen Brüder die sein, wenn die wohlhabenden und reichen Juden in der Nähe der Notgebiete sich von ihrem Beispiel leiten ließen. den Medern und Babyloniern entgegensetzten und im Jahre 606 wurde Ninive erobert und dem Erdboden gleichgemacht. Als der griechische Geschichtsschreiber Herodot auf seinen Reisen durch den Orient auch nach Mesopotamien kam, fand er nur mehr ein paar Trümmerhügel an der Stelle, wo sich einst die stolze Stadt erhob. Wenn daher im Talmud (Taanith 14 b) erzählt wird, daß die Einwohner von Ninive an Rabbi eine Frage betreffs des Bittgebetes um Regen richteten, so kann es sich nur um eine Ansiedlung an der Stelle oder in der Nähe der einstigen Metropole handeln, die von dieser den Namen geerbt hatte. Ninive, die Hauptstadt des mächtigen Assyrerreiches, spielt naturgemäß auch im altjüdischen Schrifttum eine große Rolle, und das Buch des Propheten Jonas handelt fast ausschließlich vom Schicksal dieser Stadt. Da wird erzählt, wie die Bewohner Ninives bereits die tiefste Stufe sittlichen Verfalls erreicht hatten, so daß sie reif für den Untergang waren. Noch einen letzten Versuch wollte G-tt machen: Er sandte dem Propheten Jonas, um das herannahende Verderben zu verkünden. Da ergriff die Bewohner der Stadt Angst und Schrecken, „sie riefen ein Fasten aus und zogen Trauergewänder an, vom Größten bis zum Kleinsten" und beschlossen, zu G-tt zurückzukehren! Die Haggadah erzählt (Midr. Jona, ed. Jellinek), daß sie nicht nur zum Scheine Reue heuchelten, sondern aufrichtigen Herzens einen neuen Lebenswandel begannen. Hatte jemand einen Fund gemacht, so gab er ihn seinem rechtmäßigen Besitzer zurück. Und in jedem Hause, wo sich zehn Ziegel vom Geraubten fanden, selbst im königlichen Palaste, rissen sie alles nieder und gaben das Geraubte dem Eigentümer wieder zurück. Einer hatte seinen Genossen ein verfallenes Haus verkauft, und als dieser nun daran ging, es wieder aufzubauen, da fand er einen wertvollen Schatz. Was tat er? Kr rief den Verkäufer und sprach: Der Schatz, den ich hier gefunden, gehört dir. Poch jener antwortete: Ich habe dir das Haus mit allem was darin war verkauft, also ist auch der Schatz, den du gefunden, dein Besitz. Jeder von beiden wollte dem andern den Fund aufzwingen, um nur ja nicht gegen Recht und Gesetz zu verstoßen . . . Als nun G-tt ihr Tun gewahrte, daß sie von ihrem schlimmen Wandel abließen, da ließ sich G-tt das Unheil gereuen, das er ihnen angedroht hatte, und fügte es ihnen nicht'zu (Jona, 3 10). — Aber noch einmal in späterer Zeit mußte ein jüdischer Prophet den Bewohnern Ninives den Spiegel ihres lasterhaften Lebens vorhalten und ihnen das hereinbrechende G-ttesgericht androhen. Es war der Prophet Nachtun, der in leidenschaftlicher Empörung Worte des tiefsten Abscheus der stolzen Stadt ins Antlitz schleuderte, der „Stadt der Blutschuld, die ganz angefüllt ist mit Lug und Gewalttat, für die des Raubens kein Ende ist*. Die seit Beginn des XIX. Jahrhundert planvoll betriebenen Ausgrabungen an den Kulturstätten desalten Orients, haben auch Ninive zum Teil wieder ans Licht gefördert. Der sogenannte Südwestpalast Sancheribs mit seinen einundsiebzig Gemächern wurde bloßgelegt, ebenso der großartige Nordpalast Sardanapols mit dessen berühmter Bibliothek auf Tontafeln. Die Entzifferung der Keilschrift ist. heute bereits so weit gediehen, daß man diese Inschriften, soweit sie gut erhalten sind, mit nicht viel größerer Schwieiigkeit. zu losen vermag als etwa einen Text in hebräischer oder arabischer Sprache. Durch das inschriftliche Material, das hier zu Tage gefördert wurde, erschienen viele historische Mitteilungen der Bibel bestätigt und ergänzt. So besitzen wir, um nur ein Beispiel anzuführen, einen Bericht des König Salmanassar über seinen Feldzug gegen das Reich Juda, der in allen Punkten mit dem biblischen Bericht übereinstimmt. Der unrühmliche Ausgang dieses Kriegzuges, der, wie bereits erwähnt, mit dem gänzlichen Debacle des assjrrischen Heeres endete, hat König Salmanassar freilich wohlweislich verschwiegen. Aus anderen chronikartigen assyrischen Aufzeichnungen geht aber mit aller Deutlichkeit hervor, daß auch dieser Teil der biblischen Erzählung auf Wahrheit beruht. Neben diesen schriftlichen Mitteilungen, die für die wissenschaftliche Forschung von unermeßlichem Werte sind, wurden auch Statuen von Menschen, von Stieren und Löwen gefunden, ferner zahlreiche Vasen, Waffen und Gegenstände des Hausgebrauches aus Kupfer, Elfenbein, Glas, Alabaster und Marmor. Sie sind teilweise von vollendeter Formschönheit und zeigen große künstlerische Technik. Alle diese Funde legen beredtes Zeugnis ab von dem hohen Stand der geistigen und materiellen Kultur des großen assyrischen Reiches. —-- r.