Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 4 (26.1.1923)
- Date
- 1923-01-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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iNr. 4 JUDISCHE PRESSE Seite 33 TSCHECHOSLOWAKEI. Der Zusammenschluß der Podkarpatskorussischen Judenheit mit der Slovenskoer orth. Landesorganisation perfektioniert. Wie bereits wiederholt in der „Jüdischen Presse" gemeldet wurde, sind seit längerer Zeit 7Avischen der Landesorganisation und den Vertretern der Podkarpatskorussischen Judenheit einerseits und den kompetenten staatlichen Behörden anderseits Verhandlungen gepflogen worden, die vergangene Woche zum Abschluß gelangten. Das Präsidium der Landeskanzlei wurde für den 11. Jänner vom Gouvernement zwecks Durchbesprechung aller mit dem Anschluß zusammenhängenden Fragen eingeladen, welcher Einladung es auch Folge leistete. Am selben Tag fand eine Versammlung der 21 angeschlossenen Muttergemeinden (im ganzen gibt es in Podkarpatskoruß 24), deren Anschlußprotokolle von den Generalversammlungen der betreffenden Gemeinden dem zuständigen Gouvernement bereits unterbreitet wurden, statt. Die Sitzung erklärte sich für den ganzen Tag in Permanenz. Um 9 Uhr morgens wurde das Präsidium der Landeskanzlei in Begleitung des Herrn Sekretär Fischgrund vom Gouverneur in längerer Audienz empfangen, in welcher die staatsrechtliche Seite des Anschlusses den Gegenstand einer eingehenden Beratung bildete. In der Sitzung ergab sich über alle Fragen volle Einigkeit. Die Landesrepräsentanz und der Verwaltungsausschuß wurden durch gewählte 10 Rabbiner und 15 Laien in die Repräsentanz, respektive 3 Rabbiner und 5 Bale Batim in den Verwaltungsausschuß kreiert, welche die legale Vertretung von Podkarpatskaruß bilden. Ein dreigliedriges provisorisches Komitee wurde eingesetzt, dessen Aufgabe es ist, die technische Durchführung der Vertretung der Landeskanzlei durch Errichtung einer Expositur in die Wege zu leiten. Nach Schluß der Sitzung wurde das Präsidium mit dem eingesetzten provisorischen Komitee vom Schulreferenten empfangen, wo man in zweistündiger fachkundiger Besprechung den Rahmen und die Form des Anschlusses festlegte, in welcher sowohl der autonomen Rechtslage Karpatorussiens, wie auch dem erwünschten innigen Zusammenwirken vollauf Rechnung getragen wurde. Das Gouvernement wie auch das Schulreferat gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß nunmehr die Konsolidierung der jüdischen Gemeinden in Podkarpatskoruß gleich derjenigen Slovenskos mit Sicherheit zu erwarten sei. Das Präsidium der Landeskanzlei wie auch alle Teilnehmer an diesem Vereinigungswerk verließen Uzhorod in dem erhebenden Bewußtsein, daß die Orthodoxie Slovenskos und Podkarpatskoruß den großen Aufgaben, die ihrer in der Zukunft harren, gewachsen sein wird zum Wohle des Staates wie auch zum Heile der nahezu halben Million orthodoxer Juden des Landes. Die Wahrheit um die Preßburger Konferenz mit den Misrachisten. Die in zionistischen und misrachistischen Blättern verbreiteten Nachrichten über eine in Bratislava stattgehabte Konferenz zwischen Vertretern der Orthodoxie und Vertretern der Misrachi veranlaßten uns, an informierter Stelle Nachfrage zu halten. — Es wurde uns mitgeteilt, daß allerdings solche Besprechungen privater Natur stattgefunden haben und gegenseitig absolute Geheimhaltung verabredet wurde. Nachdem die Gegenseite die Angelegenheit in die Oeffentlichkeit getragen hat, sei konstatiert, daß die Vertreter der Orthodoxie erklärten, auf ein Zusammenarbeiten mit Nichtagudistischen-Jereim in einen speziellen Verband für den Jischub E. J. zustimmen, unter der Voraussetzung, daß es sich nur um Jereim handelt, die vorgängig von der zionist. Org. austreten. — Die Misrachisten erklärten sich bereit, zur gemeinsamen Arbeit und wollten sich verpflichten, aus dem Misrachi auszutreten, sobald die neue Organisation sich als arbeitsfähig erwiesen habe. — Nachdem die Orthodoxen auf ihrem Standpunkt beharrten, konnte kein positives Resultat erzielt werden. Presov. Am 25. Teweth hat in Presov die Generalversammlung der Jugendgruppe unter Beteiligung aller Mitglieder stattgefunden. Präsesstellvertreter A. Herz eröffnet die Generalversammlung, begrüßt die Anwesenden und referiert über die bisherige Tätigkeit der Gruppe, wobei er die Leistungen des Herrn M. Heller als Leiter der Schomreh-Schabboth- Sektion hervorhebt. Außer ihm sprachen noch Herr D. Ackermann über die Schiurim und Jeschivasektion, Herr L. Rubin in begeisterten Worten über die Aguda und Jugendgruppe im Allgemeinen, wobei er auf die Notwendigkeit der Verbreitung der Agudaidee nach außen hinzielte. Bei Punkt 4 der Tagesordnung wurde zur Wahl geschrittei, die folgendes Ergebnis hatte: Armin Heiz, Präses; David Ackermann, Vizepräses; Heinrich Lenz, Mor Heller, Josef Weiß, Heinrich Herz, Arpad Habermann, Adolf Goldberger, Ephraim Heller, Ludwig Rubin, Naphtali Feuereisen, Josef Goldfinger, Emil Weiß, Mor Kornfeld und Dezsö Friedmann, Repräsentanten. Welche Herren in der konstituierenden Sitzung in die einzelnen Sektionen eingeteilt werden. Nitra. Bei der Neuwahl in die orthodoxe Kultusgemeinde Nitra wurden folgende Herren gewählt: Herrmann Steiner, Präses; Adolf Ehrenfeld, Vizepräses; Jakob Offenberger, Leopold Weiß und Isor Vajda, Vorsteher; Israel Dinfeld, Mor Goldstern, Hermann Glück, Nathan Braun, Wilhelm Weiß, Sigmund Link, Nathan Hirsch, Josef Hönigsberg, Adolf Starck, Max Weiß, Ignaz Rosenzweig, Sandor Rosenthal, Emil Kramer, Bernhard Steiner, Arthur Steiner, Benö Spitzer, Ignaz Taussig, Adolf Kohn, Salamon Weiß, Israel Holländer, Fülöp Kohn, Mor Hochmann und Arnold Schwartz, Repräsentanz. Das Krematorium. Wir hatten darüber berichtet, daß der Ausgang der Preßburger Kultusgemeindewahl angeblich durch Aufwerfung der Frage der Feuerbestattung beeinflußt gewesen wäre. Nach Beendigung der Wahl mußten die ,Traditionstreuen ' zu ihrer größten Ueberraschung Ternehmen, daß sie es waren, welche die braven oppositionellen Wähler mit dem Märchen von der seitens der Zionisten geplanten Errichtung eines Krematoriums ins Regierungslager lockten. Demgegenüber sei festgestellt, die Partei der Tradif ionstreuen hatte es überhaupt nicht notwendig xu solchen Mitteln zu greifen. Ferner ist hervorzuheben, die Verbindung der Bratislaver Orthodoxen mit den Zionisten ist nicht derartig intim und rege, daß die Bratislaver „Traditionstreuen" von der Stellungnahme der Zionisten Wiens zur Frage der Leichenverbrennung bereits anfangs Dezember informiert waren. Die „N. F. P.* vom 10. Jänner 1928 aber gibt auch dem orthodoxen Lesepublikum nachtraglich die nötige Aufklärung: Annahme der Feuerbestattung. „Dr. Plaschkes (Jüdischnational) erklärt, daß er nur die Willensfreiheit auch in dieser Frage geschützt wissen wolle und sich dabei um die Meinung des Rabbiners und der Religion nicht kümmere. Es handelt sich hier um einen Kulturfortschritt" Es ist wirklich kaum anzunehmen, daß die Preßburger Nichtzionisten hievon bereits vier Wochen früher Kenntnis gehabt hätten. Bei den Zionisten ist diese Kenntnis jedenfalls viel eher vorauszusetzen; augenscheinlich verstehen sie es sehr wohl selbst den Gegnern derartige Gerüchte in den Mund zu legen, die nachträglich alsdann gar nicht so haltlos erscheinen. Oder sollte Dr. Plaschkes erst durch die orthodoxen Auastreuungen die Anregung zur erwähnten Stellungnahme erhalten haben? Alles ist schon dagewesen. Personalia. |_jfl^ Freitag, den 2. Schewat, führte Herr Max Freund, IL, Krummbaumgasse 1, seinen erstgeborenen Sohn in Berith- Awraham ein. Bei der darauffolgenden Sudoh, die eine Glanzleistung der berühmten Schlesingerischen Küche war, haben Rabbiner Josef Baumgarten und der Vater Max Freund wie Herr Moritz Freund und Herr Rabbiner Dr. Pollak schöne Diwrei Thora gesprochen, die alle in dem Wunsche ausklangen, daß der kleine Akiba, der nun in den Bund Abrahams aufgenommen wurde, seinen großen, gelehrten und frommen Ahnen, Akiba Schlesinger und Akiba Eger, nachgeraten möge. Samstag, den 3. Schewat, bildete das große Tagesereignis die Bar-Mizvoh-Feier im Hause von Herrn Kommerzialrat SiegmundBondi. Die große Verehrung und Achtung, welche alle Schichten der Wiener Judenheit, besonders aber die Mitglieder der „Adas Jisroel", deren Obmann, und die Anhänger der Aguda-Bewegung, deren Führer er ist, ihm zollen, hat sich in imposanter Weise gezeigt. Während des ganzen Tages wurde das Haus von Gratulanten belagert, die sich nicht nehmen ließen, persönlich ihre Glückwünsche dem Bar-Mizwoh zu überbringen. Die schöne Charifos-Drosche, wie die kurze und markante deutsche Ansprache, die schon in den jungen Samuel den späteren Führer ahnen ließ, haben einen guten Eindruck gemacht. Nachmittag vereinte die dritte Schaboth-Mahlzeit Freunde und Verwandte der Familie in gehobener Stimmung, die durch ernste und geistreiche Diwrei- Thora bis in die späten Nachtstunden anhielt. Dienstag, den 5. Schewat, führte Herr Max Frank aus Elberfeld Fräulein Janka Stern unter die Chupoh. Fräulein Janka Stern ist die Tochter von D. B. Stern s. A., der durch seine tiefe Frömmigkeit, seine Redlichkeit, besonders aber durch seine stete Hilfsbereitschaft, wie durch seinen gesunden Humor, der ihn selbst in den schwersten Zeiten nicht verließ, in den Wiener Thoratreuen Kreisen sich einer großen Beliebtheit und Achtung erfreute. Da nun seine Tochter Wien verläßt, begleiten sie die besten Wünsche der Freunde und Anhänger ihrer Familie. Die Trauung unseres verantwortlichen Redakteurs Herrn Jakob Deutsch mit Fräulein Szeren Breuer (Oedenburg) findet nächste Woche, Dienstag, den 30. Jänner, in Oedenburg statt. (Wir gratulieren herzlichst.') Adas lispoel (Schiflschul),!!., Große Schiffgasse 8. Konkurse. Gebetstunden : vom 9. bis 16. Schebat. Freitag, den 9. Schebat fQtp fi%p-\ 4 45 Uhr. Samstag 'S], Morgen^ebet 7 und 9-30, Mincha 1216 und 3-30, p>"w 5'30 Uhr- An Wochentagen Morgengebet 6'40, Mincha 4-45 Uhr. Eigentümer und Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H.", IL, Rembrandtstraße 41. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, II., Franz Hochedlingergasse 8. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Oernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. In der Asakürther orth. isr. Kultusgemeinde (Slovakei Zup. Nitra) ist die Stelle eines ptt" ptfzubesetzen. Gehalt CK 3000. Ganze Wohnung mit Garten und acht Raummeter Holz pro Jahr. Reflektanten mit ni93p von orth. Rabbinern,mögen ihre Gesuche an den Gefertigten einsenden oder zum Probevortrage kommen. Reisespesen werden nur den Akzeptierten vergütet. Armin Ringwald, Vorsteher, Gsobb Z. Nitra. Der hiesige von der orth. Kultusgemeinde subventionierte Talmud Thora-Verein akzeptiert einen D'ttW KT ^tt%3 der befähigt ist, sowohl in der Elementarschule als auch der Schule entwachsene Kinder in *ttH Wölfl iOÖJ zu unterrichten. Bewerber ledigen Standes werden bevorzugt. Offerte nebst Angabe bisherigen Wirkens sind zu richten an den Vorstand. Heinrich Halle, Vrbove. In der aut. orth. isr. Kultusgemeinde zu Vranovna Slovensku wird per sofort ein?möi jmp ptni mw gesucht, der ein Ö^IÖ DW KT ist und nitap von drei anerkannten Rabbinern besitzt. Solche die auch vorzügliche DI^SD 9$D sind, mögen ihre Offerte mit Angabe ihres Alters und Familienstandes, wie auch bisherigen Wirkungskreis an Gefertigten richten. Isidor Schwartz, Präses. _Vranov._ Die orth. isr. Gemeinde Porlädony (Ungarn, Soproner Komi.) Filial-Gemeinde Beled, sucht einen pvro pna tomw der auch IMpDÖ JTÖ1X1 tttPll oder der die Befähigung hat, selbe zu erlernen. Ledige Bewerber bevorzugt. Gehalt laut Uebereinkommen. Freie Wohnung mit einem halben Joch Garten, HlpÖ Gebühren und schöne Nebeneinkommen. Spesen werden nur Berufenen vergütet. Der Posten kann sofort angetreten werden. Offerte sind zu richten an Josef Fürst, ___ Präses._' Familie Sigmund Bondi gratuliert herzlichst der Familie D. B. Stern anläßlich der Vermählung ihrer Tochter Janka. Die 6 mal gespaltene Petitzeile d.-ö. K 2000*—. Fürs Ausland 100 Prozent Teuenmg-szuschlag'. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Tag Schebat Jänner Notizen Sonntag 11. 28. Autodafe von Marrannen, Sevilla 5245 — Tod R. Juda Leb, Dessau-Berlin (Korhan hoedo) 5566 — Tod R. Isroel Bisenz, Bonyhad 5541 Montag 12. 29. Vertreibung der Juden aus Portugal 5256 — Tod R. Jakow Kohen, Venedig 5356 — Tod R. Zwi Hirsch Schor (Toras Chaim) 5892 — Tod des Dubna Maggid R.Nechemja 5668 — Tod R. Abraham Wiener, Miskolcz 5592 Dienstag IS. 30. Tod R. Isroel Samuel Kalihari, Krakau 5400 — Geburt Samson Welheimers 6418 —- Tod R. Abraham Beck, Holics 5611 Mittwoch 14. 31. Tod des großen Dayan R. Jona, Krakau 5429 — Tod des Pne Joschua in Offenbach, begraben in Frankfurt 5516 — Tod R. Sew Wolf, Lask (R. Welwel Charif) 5598 Donnerstag 15. 1. Februar Chamischo-ossor — Tod R. Mordechai Halevy-Kaminka, Lemberg 6495 — Tod R. Samuel, Prag (Sohn deB R. Elia Schapira) 5600 — Tod R. Nehemia, Dubrowna 5609 — Tod R. Saul Ginzburg, Pinsk 5487 Freitag 16. 2. Tod R. Juda Selkin, Prag 6310 — Tod des Arztes R. Salomo Kalihari, Krakau 5857 — Tod R. David, Kolomea, Schüler des Schemtow 6492 — Tod R. Jona Noweun, gefeierter Raw in Jerusalem, 47 Jahre alt, 5620 — Tod R. Eleazor Roznau — Dubna in Brddy 6501 — Märtyrertod R. Micbal, Brody 5508 — Tod R. Jakow Josef, Neuschloß, Szerdahely 5628 — Tod R. Isachar Beer, Mattersdorf 5558 Samstag 17. 3. Beschalach - Sabbat Schira: Haftoro: U' Dewauro — Tod R. Isak Eisik, Glogau (Enkel des Remo), Brody 6619 — Ermordung der Rabbiner Moses, Aaron, Baruch und Samuel 5682 in Venedig — Tod R. Moses Kitow, Schüler des Schemtow 5498 — Tod R. Chaim, Lackenbach 6444 >