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Jüdische Presse · 1923-01-26 · 4 (26.1.1923) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
4 (26.1.1923)
Date
1923-01-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 20 JUDISCHE PRESSE Nr. 4 Vergangenheit zurück, die noch heute in der Gegenwart einen wohltatigen Einfluß ausübt. Der Bestand all dieser jüdischen Kostbarkeit ist gefährdet durch den Abstrom der Mitglieder aus den Kleingemeinden nach der Großstadt. Solange die in besseren Zeiten zurückgelegten Legate einen Wert besaßen, haben diese Gemeinden ihren Rabbinern, Lehrern und sonstigen Funktionären zahlen können; heute repräsentieren sie durch die Entwertung unserer Valuta kaum einen nennenswerten Betrag. Als Herr Moritz Engel mann der agile Finanzsekretär von dem New Yorker Zentral Relief Komitee in Mitteleuropa war, wurde seine Aufmerksamkeit durch die Führer der Wiener Orthodoxie auf das Schicksal der burgenländischen jüdischen Gemeinden gelenkt: ef ersuchte damals um ein Memorandum, das genaue Angaben, statistische Daten über die Lage der jüdischen Gemeinden und ihre Institutionen enthält. Die Zentralkanzlei des Verbandes der aut. orth. Isr. Kultusgemeinden des Burgenlandes hat nun die nötigen Daten gesammelt. Wir sind in der Lage, in der nächsten Zeit diese Daten zu veröffentlichen. Soviel können wir schon aber heute behaupten, daß aus diesen Daten nicht nur die Not vieler ausgezeichneter jüdischer Gelehrten spricht, sondern auch die gedämpfte Klage zusammenbrechender Wohlfahrtsinstitulionen und das Todesrächeln alt berühmter jüdischer Gemeinden. Wir zweifeln nicht, daß das Memorandum, das wir demnächst veröffentlichen werden, bei unseren amerikanischen Brüdern einen tiefen Eindruck machen wird. Es ist aber unsere Pflicht, schon heute darauf aufmerksam zu machen, daß aus Amerika nur dann Hilfe zu erwarten ist, wenn jene reichen Glaubensbrüder unserer Großstadt, die durch Geburt Familienzugehörigkeit mit den burgenländischen jüdischen Gemeinden verknüpft sind, mindestens denselben Betrag zur Rettung und Erhaltung ihrer Heimatsgemeinden beitragen, der von Amerika für die Rettung der Institutionen der burgenländischen jüdischen Gemeinden zur Verfügung gestellt wird. Wir appellieren vor allem an diese Kreise, die sicherlich ihre Pflicht ihrer Heimatsgemeinden gegenüber erfüllen werden. Sowohl unsere Administration wie die Leiiung des Verbandes der aut. orth. Kultusgemeinden in Mattersdorf sind gerne bereit, Zuwendungen für die notleidenden burgenländischen jüdischen Gemeinden entgegenzunehmen. Auch ein Bilanzgedanke. Bis jetzt haben wir alljährlich bei Abschluß des bürgerlichen Jahres in loser oder gebundener Form, den Erwerbstand ersucht, bei seinen Bilanzziffern das Konto des Allmächtigen im Haben genau zu prüfen und sich klar zu machen, welche Summe des Saldos eigentlich von dem Armen enteignet ist. Wir möchten in diesem Jahre eine andere schwere Sorge mit den Herren der Geschäftswelt teilen, die sogar mehr drückt, wie der Gedanke an die viele Not, die durch schlechte Bilanz unbehoben bleibt, und zwar deshalb, weil es unter Umständen einen schlimmen Einfluß auf die Zukunft haben kann. Man könnte sehr weit ausholen und beweisen, daß wir es bei den Quellen dieser Sorge wieder einmal mit der Doppelseelentheorie zu tun haben, die durch den Grundgedanken bezeichnet ist, daß es Dinge gibt, welche mit der Religion nichts zu tun haben. So hört man auch oft, daß im geschäftlichen Leben die Religion kein Faktor sei. Dies merkt man am meisten. Das ist das eigentliche Thema unserer Farben seiner Beredtsamkeit als für die Weltmacht der Türkei unentbehrlich dargestellt. In Wahrheit war der Besitz Zyperns für die Türkei von höchster Wichtigkeit, und der Sultan Selim, der den Zypernwein leidenschaftlich liebte — rief, ganz hingerissen von dem kühnen Plane, aus: „Wenn Zypern mein ist, sollst Du König von Zypern sein!" Der Krieg um Zypern begann im Jahre 1570 und währte ein Jahr lang. Zypern gehörte dem Sultan. Der Herzog von Naxos glaubte so sicher der Königskrone zu sein, daß er bereits eine Fahne mit der Aufschrift: „König von Zypern* besaß — doch der Sultan, bestürmt durch den Großvezier, den größten Feind des Herzogs, konnte seinen Liebling nicht zum König ernennen; zum Fürsten hatte er ihn jedoch gemacht. Die erlauchte Republik Venedig hatte einen glühenden Haß gegen den Urheber des Krieges um Zypern, und nichts Schändliches gab es, womit man seinen Namen nicht verunglimpfte. Selims Liebe für Don Josef aber dauerte länger als sein Leben. Auf seinem Sterbebette empfahl er ihm noch seinem Sohn Murad. Nach Selims Tod lebte er zurückgezogen von allen Staatsgeschäften. Seine Schwiegermutter, seine einzige Tochter waren gestorben. Er unterstützte die jüdischen Gelehrten, gründete Lehrhäuser, sammelte Manuskripte und liebte philosophisch-theologische Unterhaltungen mit Rabbinen. Eine Disputation von dem Herzog Don Josef Nassi ist erhalten, er verteidigt darin das talmudische Judentum. Am 21. August 1579 starb der Herzog von Naxos. Seine Gattin Reyna lebte noch 20 Jahre. —nn. Sorge bei den Anstellungen; da ist man ganz sorglos, ob der junge Mann den Sabbat entweiht, ob er ein getaufter Jude ist usw. Und wir hatten häufig Gelegenheit zu beobachten, daß man einen sabbathaltenden Bewerber viel strenger auf Herz und Niere prüft, als denjenigen, der bei seiner Unverfrorenheit gegen Wille und Gesetz der Thora, selbstverständlich auch sonst ein viel selbstbewußteres Auftreten hat. Derjenige Chef, der auch nur einmal ohne Not eine freie Stelle lieber einem Sabbatentweiher, wie einem Gesetzestreuen gegeben hat, ist eben schlechthin verantwortlich, wenn dann der junge Mann in der Not der Versuchung nicht widersteht. Wir wissen ganz genau, daß das geschäftliche Leben heutzutage nur wenigen Chefs es noch gestattet, sich mit der Heranbildung von Lehrlingen zu tüchtigen Geschäftsleuten zu befassen, geschweige denn, durch persönliche Annäherung einen jungen Menschen wohltätig zu beeinflussen. Gerade deshalb sollten es sich die Herren Chefs einmal genau überlegen, was es auf die Seele eines jungen Menschen für Eindruck machen muß, wenn er sieht, daß man im Geschäft solchen Leuten, von denen man nach religiöser Ueberzeugung sein Haus rein und seine Kinder fernhalten müsse, Vorzugstellungen zuweist. Und schließlich jeder Chef will einmal sein Geschäft seinen Kindern übergeben, will auch sicher, daß auch in den Händen seiner Kinder der Geschäftsgang am Sabbat genau so ruht, wie unter seiner eigenen Führung und unter der Führung seiner Ahnen. Wenn man also mit einer Doppelseele ins Geschäft geht, dann möge man sich doch überlegen, in welche Situation man seine Geschäftsnachfolger bringt, wenn trotz geschlossenen Geschäftes durch die lebendigen Träger der Geschäftstätigkeit die Sabbatentweihung verkörpert ist. Und abermals legen wir energisch Protest ein gegen die Behauptung, als ob die orthodoxen jungen Leute weniger geschäftstüchtig seien. Wenn bei Bilanzabschluß einmal dieser Faktor ernstlich in Betracht gezogen wird, dann wäre Abhilfe leicht möglich. „Das kann nicht sein.. Unter der Ueberschrift „Kritische Bemerkungen", unterzieht Dr. Hugo Schachte), Breslau, in der .Jüdischen Volkszeitung" die Palästinaarbeit der „Agudas Jisroel* einer Kritik und schließt mit den Worten: „Der Aufbau Erez Jisroels ist ein schweres Werk, Die zionistische Organisation hat erklärt, der Aufbau sei nicht ihre Aufgabe, sondern eine solche des ganzen jüdischen Volkes. Dieses Wort hat Widerhall gefunden in fast dem gesamten Judentum. Sollten einzelne Teile des Judentums sich ausschließen wollen, es wird auch ohne sie gehen. Aber sollten gerade die Juden sich davon ausschließen wollen, die den altjüdischen Gedanken der , Agudas Echad" auf ihre Fahne schreiben: „Das kann nicht sein ..." Das kann nicht sein! Sehr wahr! Und es wird niemals der Fall sein, wie es bisher zu keiner Zeit der Fall war, können wir hinzufügen. Denn die Orthodoxie ist der einzige Teil der Judenheit, deren Vertreter zu jeder Zeit der LieTie zu Erez Jisroel beredten Ausdruck verliehen, unabhängig ron den Zeitströmungen, die einer Palästinaarbeit nicht immer freundlich gesinnt waren. Oder kannten Jehuda Halevi und alle, die in seinen Spuren wandelten, ein anderes Judentum als das überlieferte? Wer hat denn die Liebe zum heiligen Lande zwei Jahrtausende hindurch wachgehalten? Wer hat den Gedanken an Erez Hakdauschoh gepflegt und gehegt, damit er im Wandel der Zeiten und in der veränderten Struktur der Judenheit nicht vergessen werde? Und wer hat bis zu dem Tage, da eine neue Anschauung über Judentum die Welt überraschte — eine Anschauung, die an die Stelle des Priesterreiches, des Mamleches Kohanim, eine glaubens- und religionslose Nation, ohne PrieBter und ohne G-tt setzte, ein Volkstum, für das die Gebote seines Nationalg-Ues nicht existierten, für das dieser selbst nicht vorhanden war — also ein im wahrsten Sinne des Wortes „G-ttMoses Volk, denn die G-ttheit wurde zum Privateigentum degradiert und mit all ihren Ansprüchen an die Gesamtheit aus dem Nationalheiligtum verwiesen — wer, so fragen wir, hat bis zur Aufstellung des Baseler Programmes für die Besiedelung Palästinas durch Juden gesorgt? Wir fragen noch weiter: Wer hat bis dahin überhaupt in Palästina gewohnt? Gab es bis dahin einen einzigen Juden, der auf dem geheiligten Boden des heiligen Landes gewagt hätte, die heilige Lehr« jüdischer Ueberlieferung mit Füßen zu treten, wie es heute dank der neuen Lehre zionistischer Nationalanschauung täglich in breitester Oeffenllichkeit geschieht? „Und wer trägt hieran die Schuld? so fragt Dr. Schachtel. Beileibe nicht die zionistische Chaluzim, die bei ihrer schweren körperlichen Arbeit „den Fleischgenuß nicht entbehren können" und daher Uefa essen müssen! Und er antwortet: Einzig und allein Schuld an der ablehnenden Stellungnahme der zionistischen Chaluzim gegenüber der jüdischen Tradition trägt die Agudoh, »weil sie mit ihrem Palästinawillen nicht ernst genug gemacht hat.* (1) Die bedauernswerten, zionistischen Chaluzim müssen trefa essen, weil „die Schochtim für die Erfüllung des Gebotes der Schechita eine so horrende Bezahlung verlangen!" Nein, mein verehrter Herr Dr. Schachtel, Hand aufs Herz! Wir haben uns immer ehrlich einander gegenüber gestanden, von dem Tage an, da ich ihnen im Diskutierklub Grätz die unheilvollen Folgen des Zionismus für das traditionelle Judentum vorausgesagt habe, bis heute. Und es ist alles so gekommen, wie es kommen mußte! Nicht, weil die Agudas Jisroel, von deren Entstehen sich die kühnsten Optimisten damals noch nichts träumen ließen — nicht ernst genug mit ihrem Palästinawillen gemacht, nicht, weil ein Schochet, wie berichtet wird, eine so horrende Bezahlung verlangt, daß die Chaluzim gezwungen seien, trefa zu essen! Seien wir ehrlich! Was vermag Agudas Jisroel den Lockungen des Zionismus gegenüber? Was verlangt sie für persönliche Opfer und womit begnügt sich der Zionismus? Dort ein entsagungsreiches Leben, jeder Augenblick der kritischen Uebervvachung durch die g-ttliche Lehre unterstellt, Unbequemlichkeiten vom frühen Morgen bis zum späten Abend, auf jedem Weg, auf jeder Reise, fast keine Stunde ohne Entsagung und Opfer, materieller und kultureller und hier — ein Schekel — und man ist Zioniot, ohne von den bisherigen Lebensgewohnheiten, sogar Lebensanschauungen auch nur ein Haarbreit abweichen zu müssen l Wie wenig Zionisten sind opferfäbig genug, Heimat, Hof und Familie ihrer Ueberzeugung tu opfern und in das Lftnd ihres Ideals mit allen Entbehrungen, die ihnen daraus erwachsen, zu übersiedeln — und gibt es anderseits einen einzigen Agudisten, der mit dem Uebertritt zur Aguda nicht alle Pflichten des überlieferten Judentums auf sich zu nehmen gewillt ist? Womit vermag Agudas Jisroel zu locken? Wäre es ein Wunder, wenn die jungen Juden dem Zionismus, der ihrer Lebensführung nieht die geringsten Schranken auferlegt, in hellen Scharen zuströmen und Agudas Jisroel nur vereinzelte Anhänger findet — aber Anhänger, die den Mut haben, einer Welt von Verlockungen zu widerstehen. Und seien wir ehrlich! Glauben Sie ernstlich, daß die Entweihung des Sabbats und der Festtage, daß die Verachtung des G-ttesgesetzes im Heiligen Lande unterblieben wäre, wenn eine größere Anzahl Agudisten in Erez Jisroel wäre? Nein, das können Sie nicht glauben, denn das vermögen wir nicht einmal zu glauben! Gewiß wäre es im Interesse der Erstarkung der Emunoh in Erez Jisroel zu begrüßen, wenn auch die Aguda an 7—-10.000 Jünger jährlich hinübersenden könnte, so wie es die zionistische Organisation tut — übrigens auch dies noch eine traurig kleine Zahl gegenüber den Millionen im osteuropäischen Elend schmachtenden Juden (ich sage ausdrücklich „osteuropäischen Elend* und nicht „Golus", denn wer wollte glauben, daß mit der Uebersiedlung nach Erez Jisroel das Golus aufgehört habe)! Aber, daß die zionistischen Chaluzim bekehrt würden — nein, daran vermögen wir trotz der Kraft der Ueberzeugung, mit der wir auf unsere Thauro bauen, nicht zu glauben! Erleben wir e« nicht täglich in unseren Reihen? Wo sind die Massen der Zionisten, die sich durch das Beispiel der Agudisten vom TrefaesBen oder von der Entweihung des Sabbats zurückhalten ließen? Das ist ja gerade das Wesen des Zionismus, daß er ein neues, ein religionsloses Judentum geschaffen hat und sich jeder Ziorüst sagen kann: Ich bin Volljude, auch wenn ich an kernen einig-einzigen G-tt, an keine Offenbarung, an kein Sinaigesetz — ja überhaupt an keinen G-tt glaube! Und hier trennen sich unsere Wege. Gestehen wir es doch ehrlich ein, dann werden wir uns viel schneller versehen — und verständigen. Wir können nicht ohne Thora, der Zionismus nicht mit der Thora existieren, denn im Augenblick, da er — sei es hier oder in Erez Jisroel — innerhalb seiner Organisation Konzessionen an unsere Ueberlieferung und Weltanschauung macht, hört er auf, im bisherigen Sinne Zionismus zu sein. Und deswegen erscheint manchem Führer der Agudas Jisroel sogar der Misrachi für die Jugenderziehung gefährlicher, als der Zionismus. Denn der Zionismus zeigt sein wahres Antlitz. Ihm gegenüber können wir unsere unmündigen Kinder darauf hinweisen, daß er nicht das Judentum darstellt, welches wir von Vater und Großvater ererbt, und welches in tausendjähriger Leidenszeit unsere Ahnen, das „Schma Jisroel* auf den Lippen, mit ihrem Blut besiegelten. Der Misrachi aber will sich innerhalb des Zionismus zur Geltung bringen, das heißt er erkennt die Berechtigung de3 Zionismus an und verlangt nur, daß alle Institutionen des Zionismus thoratreu geführt werden, ein Ziel, dessen Segen — wenn es erreicht wird — wir durchaus nicht bestreiten. Aber wir können mit ihm, solange er im Zionismus organisiert ist, nicht nur nicht gemeinsame Sache machen, sondern wir müssen uns mit Bedauern sagen, daß durch die Anerkennung des Zionismus durch den im überlieferten Judentum wurzelnden Misrachi eine Verwirrung entstanden ist, die lähmend auf unsere gemeinsame Arbeit für das überlieferte Judentum wirkt. Darum müssen wir getrennt marschieren, und, wo uns immer ein gemeinsamer Feind entsteht, vereint schlagen, so oft es sich um Angriffe auf die Heiligkeit des überlieferten Judentums handelt. Eines aber sollten wir alle beherzigen: unsere eigene Stoßkraft nicht zu lähmen, durch, gegenseitige Verhetzungen, Verdächtigungen und gegenseitiges Mißtrauen. Nur dieses kann uns alle vorwärts bringen und uns und dem Judentum zur Ehre gereichen: positive Arbeit! Dr. Wilhelm Freyhan. Die wichtigsten Beschlüsse des Zentralrates der Aguda. Landesorganisationen und Gesamt-Aguda. 1. Die Landesorganisationen der Agudas Jisroel sind hinsichtlich aller innerpolitischen und inneren religiösen Angelegenheiten autonom. Indessen ist es wünschenswert, daß vor wichtigen, möglicherweise das Interesse anderer Länder berührenden Beschlüssen mit dem Zentralrat, beziehungsweise dem rabbinischen Rat Fühlung gesucht wird. 2. Die Landesorganisationen sind verpflichtet, am Schlüsse jedes Vierteljahres, und zwar am Ende Kislev, Adar, Siwan, Elul, dem Zentralrat einen zusammenfassenden Bericht über die Entwicklung der Ortsgruppen, der Propaganda, der Thoraerziehungsinstitutionen, sowie den Stand schwebender politischer und religiöser Angelegenheiten zu erstatten und das Material zu diesen Berichten regelmäßig von den Ortsgruppen zu beschaffen. Die Berichte werden zusammengefaßt und auszugsweise, soweit tunlich, allen Landesorganisationen übersandt. Rabbinischer Rat. 1. Der rabbinische Rat besteht aus 15 Mitgliedern und 15 Stellvertretern, die von den vereinigten rabbinischen Räten der Landesorganisationen aus deren Mitte, jedoch ohne Rücksicht auf ihre Landeszugehörigkeit, vielmehr nur nach persönlicher Qualifikation, in geheimer schriftlicher oder mündlicher Abstimmung auf Lebenszeit gewählt werden.- Scheidet ein Mitglied aus dem rabbinischen Rate seiner Landesorganisation aus, so erlicht auch seine Zugehörigkeit zum rabbinischen Rat der Gesamtaguda. Der rabbinische Rat wählt aus seiner Mitte einen ehrenamtlichen rabbinischen Sekretär, dem bezahlte Bureaukräfte zur Verfügung gestellt werden können. Der Vorsitzende des rabbinischen Rates wird bei jeder Tagung für die Dauer dieser Tagung von den anwesenden Mitgliedern gewählt. Der Sitz des Sekretariates ist Warschau. Aufgabe des Sekretariates ist die Aufrechterhaltung dauernder enger Fühlung in allen Aguda-Angelegenheiten zwischen der Leitung einerseits und den Mitgliedern der rabbinischen Rates anderseits. Die dem rabbinischen Rat nicht angehörenden Mitglieder der rabbinischen Räte der Landesorganisationen führen den Namen „Korrespondierende Mitglieder des rabbinischen Rates*. i

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