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Jüdische Presse · 1922-12-29 · 49 (29.12.1922) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
49 (29.12.1922)
Date
1922-12-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 294 JÜDISCHE PRESSE Nr. 48 Die Art dieser Tätigkeit besteht: 1. In der Suche nach Persönlichkeiten, welche gewillt und geeignet sind, nach Palastina überzusiedeln. 2. In der Vermitfelung und Vertiefung unseres Standpunktes zur Palästinafrage bei den Mitgliedern d> r Ortsgruppe durch Vortrage Kurse usw. besondors bei den unt^r 1 genannten Persönlichkeiten, welche beruflich und geistig für Palästina vorzubereiten sind. 3. In der .Sammlung von Geldern. a) Für den Chinuch; b) für wirtschaftliche Aufgaben (Keren Hajischuw); c) für den Eres Jisroel-Fonds, insbesondere auch für die restlose Erfassung aller Mitglieder, bei der Rauschhaudesch-Spende. d) Monatliche Berichterstattung an die Palästina- Landoszentrale. II. Alle Palästinazentralen unterstehen einer vom Zentralrat zu bestimmenden Palästinahauptzcntrale. Sie hat dieser mindestens zweimonatlich Bericht über ihre Tätigkeit abzulegen. Ferner Kopien ihrer Korrespondenz mit Palästina einzusenden. Jede Palästina-Landesorganisation hat ein wirtschaftliches, ein kulturelles und ein organisatorisches Ressort zu schaffen. Die Aufgabe des wirtschaftlichen Ressort, ist die Aufbringung von Mitteln für den Keren Majischuw, Binjan Hoorez, Keren Hatasio und die Beeinflussung kapitalkräftiger Gesinnungsgenossen zur Beteiligung an wirtschaftlichen Unternehmungen. Die Aufgabe des kulturellen Ressort ist Propagandierung der Rauschhaudesch-Spende, ebenso von den Mitteln für sonstige religiöse Institutionen in Palästina. Die Aufgabe des organisatorischen Ressort ist die Verwirklichung, der unter I. genannten Thesen. III. Alle politischen Fragen Palästinas sind vom Geschäftsführenden Ausschuß der Agudas Jisroel zu behandeln, welcher den einzelnen Palästina-Zentralen, soweit erforderlich, Informationen zugehen läßt. IV. Die Palästina-Hauptzentrale hat dafür Sorge zu tragen, daß sämtliche Aktionen aller Landesorganisationen für Palästina nach Möglichkeit vereinheitlicht werden. Die erste öffentliche Zentralratsitzung im Vincenzhause. 5 r e s I a u , den 26. 12. 22, 7. Tewes 83. Unter zahlreicher 5eteiligung wurde heute Vormittag die zweite Tagung des Zentralrates der Agudas Jisroel eröffnet. Für 10 Uhr vormittags war die Eröffnungssihung vorgesehen. Aber schon in den frühen Morgenstunden entwickelte sich ein lebhaftes Treiben im gro&en Saale des Vincenzhauses zu Breslau, in welchem die erste öffentliche Sifeung stattfand. Die würdigen Gestalten der berühmten Thoragelehrten aus allen Teilen Europas, die Laienführer der orthodoxen Judenheit — sie alle hatten sich wieder ein Stelldichein gegeben, um über die ernsten Fragen der wichtigsten Gegenwartsprobleme zu verhandeln. Da sah man Oberrabbiner Fürst, Wien, mit Rabbiner Lew, Warschau, den Ostrower Raw, Meyer Don Plofeki, mit Rabbiner Frankel, Jaworow, und die temperamentvolle Persönlichkeit von Rabbiner Kafc, Neutra, mit der ehrfurchtgebietenden Gestalt von Oberrabbiner Spider, Kirchtrauf, und viele, viele andere Gaonim in eifrigem Gesprach, lebhaft gestikulierend. Dazwischen die westeuropäischen Führer Rosenheim, Dr. Auerbach, Guggenheim, mit ernster Miene die arbeitsreiche Tagung erwartend. Nur mit Mühe war in diesem wogenden Chaos Ruhe zu schaffen. Das war ein Leben] Hier merkte man doch, daß nicht irgendwer zu einer Sifeung eingeladen war, sondern da($ jeder, der zur Tagung erschienen war, selbst mit einer Fülle von Arbeit gekommen war, deren Erledigung er kaum erwarten konnte. Gegen Uhr versuchte der Vorsifeende des Zentralrates, Dr. Pinchas Cohn, Wien, in die Verhandlungen einzutreten, und siehe da, es zeigte sich, da& in wenigen Augenblicken eine Ordnung und Disziplin zu erzielen war, wie man sie sich nicht würdiger denken konnte. In zwei Reihen hatten die ehrwürdigen Rabbiner vor dem Podium des geschäftsführenden Ausschusses auf erhöhten Sifeen Piafei genommen und thronten förmlich über der Versammlung. Ein würdiges Bild. Es hätte kaum noch der dienstbeflissenen Hände der Ordner bedurft, welche die Ortsgruppe Breslau kommandiert hatte, und atemlose Stille erfüllte den Saal, als Herr Jakob Rosenheim, Frankfurt a. M., als Vorsifeender die zweite Zenlralratssifeung eröffnete. In kurzen, prägnanten Worten wies er auf die Bedeutung der Weltorganisation der A. J. hin und schon nach wenigen Augenblicken hatte er die Hörer in seinem Bann. Das waren Worte, die von Herzen kamen und schnell einen Kontakt zwischen Organisationsleitung und Zuhörern schufen. In warmen Worten gedachte er Rektor Rabbiner Dr. Hoffmann und des sowohl der Breslauer thoratreuen Judenheit wie der Agudas Jisroel allzufrüh entrissenen Aron Kober. Als Vertreter der Orts- und Jugendgruppe Breslau nahm nach ihm Dr. Wilhelm Freyhan das Wort. Anknüpfend an den alten jüdischen Spruch: „Beruchim haboim beschem Haschern, berachnuchem mibes Haschern" begrüjjte er die Gedauleh Thauro, die trob der Beschwerden der Reise zur Tagung erschienen waren, die Sejmabgeordneten und Senatoren, die litauischen Landtagsabgeordneten, die Vertreter Argentiniens, Oesterreichs, der Tschecho-Slowakei, Bessarabiens, der Schweiz, Ost- Galiziens, Palästinas, Englands und Skandinaviens. Man merkte, da& in den Reihen der Breslauer Agudah echter Thorageist zu Hause ist, und da& die Ehrfurcht vor Thauroh Hakdauschoh in diesen Kreisen hier ihre Stätte hat. Den Bericht des geschäftsführenden Ausschusses erstattete Rabbiner Dr. Pinchas Cohn, Wien. Er wies eine großzügige Arbeitsleistung auf, auf die wir noch im einzelnen zurückkommen werden. Rabbiner Horwife Jerusalem überbrachte die persönlichen Grüße von Rabbiner Chajim Sonnenfeld, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurden. Auch sein Bericht über die palästinensische Agudah-Tätigkeit zeugte von selbstloser, aufopfernder Arbeitsleistung. — Für die polnische Landesorganisation sprach Sejmabgeordneter Kirschbraun. Er wies insbesondere darauf hin, daß die 4 Millionen orthodoxer Juden, die er vertritt und von denen eine halbe Million in der A. J. bereits organisiert ist, mit Spannung der weiteren Enhvickelung und Ausbreitung der Agudah entgegensehen. Diese ist es auch, die ihnen endlich den Rückhalt gewährt, welchen die orthodoxe Judenheit Polens so dringend braucht. Gerade er, Kirschbraun, der im öffenfliuien Leben die schweren antisemitischen Vorwürfe tagaus, tagein zurückzuweisen hat, steht in ununterbrochener Abwehr auf der Warte, wo es sich darum handelt, die religiöse jüdische Einheit zu retten. Sie muß im Vordergrund ollen jüdischen Denkens und Arbeitens stehen, so lange wir in der Diaspora auf den Schub der Völker angewiesen sind. Die jüdischen Massen Polens wollen ihre Thora retten und deswegen fühlen sie sich mit allen Fasern ihres Herzens zur A. J. hingezogen. Die iibernus klaren Ausführungen des Abgeordneten erweckten großes Interesse bei der Versammlung. — Einen nicht minderen Eindruck erzielten die Ausführungen des J. Meyer. Lewin von Warschau, der Grüße seines Schwiegervaters, des Großrabbiners von Abraham Mordechai Alter fdes Gerrer Rebbe) überbrachte. Bis zum lebten Augenblick war noch die persönliche Anwesenheit des Großrabbiners in Breslau vorgesehen, der infolge der Witterungsverhällnisse jedoch von der Reise Abstand nehmen mußte. Aber das lebhafte Interesse, welches der Gaon für die A. J. hat, wird nicht nur von ihm allein, sondern von den Hunderttausenden von Juden, welche seine Gefolgschaft bilden, geteilt. Seit dem ersten Tage des Bestehens der A. J. bis zum heutigen liegt ihm die Ausbreitung der agudistischen Bewegung am Herzen. Audi die Ansicht dieses Godaul in Israel ist, daß die Judenheit nur auf dem Boden eines Thora-Judentums fortbestehen kann. Besonders interessant waren die Ausführungen Lewins über die großzügige politische Arbeit der Agudah: die Gründung einer orthodoxen Tageszeitung, welche außerordentlich dazu beiträgt, die Jugend in religiösem Sinne zu beeinflussen und von religiös-nihilistischen Einflüssen fernzuhalten. — Mit Rabbiner Käß, Neutra, kam die tschechisch-slowakische Landesorgani sation zu Wort. Hier merkte man ein Feuer der Begeisterung, das typisch ist für die Vertreter der östlichen Judenheit. Er forderte als eine Hauptleisfung der A. J. den Aufbau Palästinas, aber ein Aufbau, sagte er, der Bestand haben soll, kann nur möglich sein im Sinne der Thauro. So wie wir dem Sinai dr ■> Rücken wenden, gehen wir ins Golusleben Mizrajims zurück. Ohne Thauro kein Judentum, kein Palästinal Hier liegt die ungeheure Bedeutung der Ausbreitung der A. J. für die Zukunft Israels. Wenn von dieser Stelle aus die Grüße eines Rabbiners Chajim Sonnenfeld von begeistertem „Jechi" begleitet werden, dann weiß man, daß das einzig mögliche Judentum, das Thorajudentum, nicht erstorben ist, sondern lebt und weifer leben wird. Die Ausführungen dieses Redners wurden mit allerstärkstem Beifall aufgenommen. — Dr. Auerbach, Halberstadt, als Vertreter der deutschen Landesorganisation, erinnerte daran, daß die Gründung der A. J. vor zehn Jahren nur ein schwacher Versuch war, und daß es als ein außerordentlicher Erfolg bezeichnet werden muß, wenn die Bewegung derartige Kreise gezogen hat, wie die Ausführungen seiner Vorredner es gezeigt haben. Das Studium der Thora ist wieder zur Ehrenarbeit jedes einzelnen Jehudi geworden und schon beginnt der Name „Am Hoorez" wieder zum Schimpfnamen zu werden. Gerade wir in Deutschland dürfen nicht ruhen, wir müssen arbeiten und immer wieder arbeiten, müssen hinausziehen aufs flache Land-, insbesondere den kleinen Gemeinden geistige Nahrung bringen, denn die Höhe des Gedankenfluges muß auch sie fortreißen und zur Mitarbeit an unserem großen Werke heranziehen. Mit Abelmann, dem Vertreter von Bessarabien (Rumänien) und der Ukraine, kam wieder der Osten zu Worte, und das Temperament des Redners riß die Versammlung zu begeisterten Beifallskundgebungen hin. Abelmann's Ausführungen bezogen sich insbesondere auf die jüdische Erziehung, und er erinnerte daran, daß Rabbi Jochanan ben Sakai, als er sich eine Gnade ausbitten sollte, nicht Erez Jisroel oder Jerusalem besonders, sondern das Lehrhaus in Jabne gefordert habe. Hierin gipfelt die ganze Bedeutung der jüdischen Erziehung. Der Redner sprach gleichzeitig von Rabbiner Zirelson, Kischinow, der ebenfalls im lebten Augenblick am persönlichen Erscheinen gehindert wurde. Auch Kalmanon, Rakow, löste mit seinen vom Feuer der Begeisterung getragenen Ausführungen großen Beifall aus. Einen starken Eindruck machte der Teil seiner Rede, in welchem er von den Leiden berichtete, welche unsere Brüder in Sowjet-Rußland infolge der politischen Verhältnisse zu erdulden haben, insbesondere, weil sie sich von ihrer Thauro nicht trennen wollen und „lieber auf ihr leßtes Stückchen Brot verzichten, als auf die Ausübung ihrer religiösen Ueberzeugung, auf ihr geistiges Brot, die Thauro. — Rabbiner Frankel, der Vertreter von Ostgalizien, unterstrich die vorherigen Ausführungen: „Ohne Thora heißt man uns kein Volk!" In, diesen wenigen Worlen liegt der ganze Inhalt der schwersten Kämpfe der Judenheit von den ältesten Zeiten bis zum heutigen Tage. Obwohl der Redner schwer zu verstehen war, weil sich seine Worte förmlich überstürzten und wie ein unversiegbarer Quell hervorsprudelten, lauschte die dicht gedrängte Zuhörerschaft mit größter Aufmerksamkeit. Der Eindruck, den schon das Erscheinen dieser Persönlichkeit auf die Zuhörer machte, war ein so gewaltiger, daß sich auch Gegner der Bewegung demselben nicht entziehen konnten. Hier liegt die große Bedeutung der A. J., daß sie aus dem Empfinden, aus dem Gefühl heraus Arbeitswerte schafft, i und die Gefühle für das echte überlieferte Judentum t moderne Arbciismethoden und Werke wahrer Mensche - liebe umseht. — Rabbiner S. Breuer, Frankfurt a. 1 , betonte, daß das wesentliche der A. J. zur Zeit ihi - Begründung darin bestand, daß sie sich an allen groß J Liebeswerken im Sinne der Thauro beteiligen woll i Wenn wir den hungernden Brüdern im Osten zu ess i geben wollten, so mußten wir ihnen das zu essen geb< was ihnen ohne Vernichtung ihrer Seele auch anz I nehmen möglich war. Denn die Hungernden zu speis* i und ihnen dafür die Seele zu rauben, ist kein wahr Liebeswerk. In diesem Sinne faßt Dr. Breuer auch d Einheit des Judentums auf. „Einheit des Judentum" i zu einem Schlagwort geworden und mit Schlagwort« s lassen sich die Massen leicht blenden. Für ihn ist Einht des Judentums dasselbe wie Einzigkeit des Judentum und seine Einzigkeit beruht auf seiner einzigen Thaur i Niemand soll von uns abgestoßen werden. Wir wolle unler dem Banner der Einheit des Judentums alle wil kommen heißen, die sich zur wahren Einheit treffen, zi Einheit auf dem Boden von Thauro Hakdauschoh. Eir andere Einheit ist unmöglich und niemand kann von ur verlangen, daß wir um Schiagworte willen unsere Eir zigkeit aufgeben. So hätte man noch stundenlang de Rednern ohne zu ermüden zuhören könen. Es klan wie eine einzige große Symphonie in allen mögliche IVarianten, die sich immer wieder um das Thema Thauro Hakdauschoh rankten und einen in tausend Farbe schillernden Blütenkranz um das Haupt der Judenhe wanden. Das läßt sich alles nicht schildern, das mu man erleben!, so wie Thauro erlebt und gelebt werde muß. Leider mußte der Saal schon um 2 Uhr geräum werden. In dieser Stimmung schloß der Vorsibende, Her Jakob Rosenheim, indem er noch dem durch Krankhei verhinderten Vorsißenden der Ortsgruppe, Georg Hermann Loewy, der beim Zustandebringen der Zentralrafssißung in Breslau hervorragend iätiq war, ein vor tausendstimmigen Amen begleitetes Refuoh schlemot gewünscht halte. Aussprache abend in der Ortsgruppe. Der Dienstagabend brachte uns nach den erhebenden Eindrücken in der Vormittagssitzung einen Genuß ganz eigener Art. Es sollte eine Aussprache zwischen Delegierten des Zentrnlrates und den Mitgliedern der hiesigen Agudas-Jisrael- Orts- und Jugendgruppe sein, und diese Absicht wurde nicht nur vollkommen erreicht, sondern sie gab uns auch Gelegenheit, einzelne der Herren Delegierten in erfreulicher und begeisternder Weise kennen zu lernen. Pünktlich um 8 Uhr, wie selten zuvor, waren die hiesigen Agudisten erschienen, aber die Delegierten waren durch wichtige Beratungen in der Lessingloge verhindert, auch gleich zu Beginn der Versammlung anwesend zu sein. Da trat zur Rettung der Situation unser verehrter Herr Rabbiner Dr. Hoffmann auf den Plan, „als Lückenbüßer", wie er sagte, aber in Wahrheit uns durch seine kurzen, aber warmen, zu Herzen gehenden Worte wirklich Bleibendes mitgebend. In schlichter Weise erklärte er uns das Wesen des Agudas-Jisrael. Er traf unser tiefstes Innere, als er betonte: Nur dann können wir wirkliche Agudisten sein, wenn wir unser Haus zu einer Agudas- Jisraelgruppe machen. Im Haus, im Familienleben ruhen! die starken Wurzeln unserer Religion. Reicher Beifall lohnte den verehrten Redner, dem Herr Dr. Freyhan in beredten Worten unser aller Dank aussprach. Inzwischen war Herr Zahnarzt Dr. Ehrmann von der Palästinazentrale der A. J. erschienen. Von StW JHK sprach er, der Mutter, nach der sich ihre Kinder sehnen, und nach deren Ergehen sie jeden fragen, der das Glück hatte, bei ihr zu weilen. Dem Redner war dieses Glück beschieden, und was er uns von unser aller Mutter berichtete, wie drang es in unsere Herzen ein, die Sehnsucht erweckend, doch auch einmal in ihre lieben treuen Augen blicken, auch einmal in ihrer Nähe Trost und Beruhigung von all unseren Golusleiden .finden, immer bei ihr bleiben zu dürfen. Aber neben unserer Mutter dürfen wir unser aller Vater nicht vergessen. Die Fülle all dessen, was wir hörten, läßt sich in wenigen Worten garnicht wiedergeben. Was er uns von unsern dortigen Brüdern erzählte, von solchen, die leider nur die Mutter allein liebhaben, und von denen, die unseren Allvater und der Mutter in gleicher Liebe ergeben sind, was er uns von den dortigen Schulen berichtete, und. wie er vor uns die ehrwürdige Gestalt von Rabbiner Ch. Sonnenfeld erstehen ließ, alles war ein Erlebnis im erhabensten Sinne des Wortes. Der Beifall, der sich nach Schluß der Ausführungen erhob, zeigte den verehrten Rednern, wie sehr es uns alle getroffen hatte. Ich glaube bestimmt, daß sein Aufruf zur Förderung des thoratreuen Palästinahilfswerks auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Herr F. bat nun um Auskunft über den "fiD^K, der nach Zeitungsberichten von den Rabbinern der Tschechoslowakei gegen die Misrachisten ausgesprochen worden wäre. Herr Rabbiner Hirschler aus Modern (Slow.) konnte uns mitteilen, daß jene Nachricht falsch wäre. In dem verehrten Redner, der mit unvergleichlicher Begeisterung in zündenden Worten zu uns sprach, konnten wir einen markanten Vertreter aus jenen altberühmten Thaurostätten kennen lernen, von denen •TTlfl-Geist und Treue sich über die ganze Erde verbreitet. Nachdem Herr Dr. Ehrmann noch eine Anfrage betreffend der „Blätter" beantwortet hatte, berichtet uns ein Vertreter Litauens von den Leiden und Freuden, den Wünschen und Hoffnungen unserer dortigen Brüder. Um 11 Uhr schloß der Vorsitzende, Herr ßreslauer, die Versammlung, die allen Teilnehmern reichen geistigen Gewinn gebracht hat.

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