Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 47 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 260 iii........■.........n JÜDISCHE PRESSE lassen, in dem sie aufgefordert werden, für die Ewigkeitsideale der thoratreuen Judenheit, wie sie in dem Programm der Agudas Jisroel zum Ausdrucke kommen, mit erneuter Energie tätig zu sein. Der Einfluß der neugewählten Körperschaft zeigt sich schon jetzt darin, daß die Ortsgruppe in Warschau ebenfalls eine neue ersprießliche Tätigkeit auf breiter Grundlage begonnen hat. Von den neuen Herren, die das Vertrauen der breiten agudistischen Massen Polens in vollstem Maße genießen, erwartet man allgemein, daß sie eine neue Aera in der Entwicklung der Aguda- Organisation in Polen schaffen werden. Eröffnung des Parlaments in Polen. Sowohl im Sejm wie im Senat fand vorige Woche Dienstag die feierliche Eröffnung seitens des Regierungschefs Pilsudski statt. Selbstverständlich waren alle jüdischen Abgeordneten anwesend, besonders wurde die patriarchalische Erscheinung von Oberrabbiner Schapira sowie Herr I. M. Lewin allenthalben bemerkt. Man begegnete ihnen allseitig mit größter Sympathie. Das Endresultat der polnischen Sejmwahlen. 36 jüdische Deputierte. Die Hauptwahlkommission hat nun das amtliche Resultat der Sejmwahlen endgültig festgestellt und die Verteilung der Mandate der Reichsliste auf die einzelnen Parteien vorgenommen. Auf Grund der Entscheidung der Hauptwahlkommission erhält der Block der nationalen Minderheiten auf die Reichsliste« 11 Ergänzungsmandate, die Liste' der ostgalizischen Juden 2 Ergänzungsmandate. Es ergibt sich nunmehr die folgende endgültige Zusammensetzung des polnischen Sejm: Rechtsparteien 169, Linksparteien 186, Block der nationalen Minderheiten 89. Unter den Deputierten des Minderheitsblocks befinden sich 36 jüdische Vertreter. (J.C.B.) Die jüdischen Vertreter in der polnischen Arbeiterfraktion. (J. G. B.) Entgegen der ersten Annahme ergibt sich nun, daß auch die Sejmfraktion der polnischen sozialdemokratischen Partei (P. P. S.) einige jüdische zählt. Es sind dies die folgenden Deputierten: Dr. Perl, Dr. Diamand, Dr. Liebermann und Dr. Prager. Auch in den Senat wurde auf die Liste der P. P. S. ein Jude gewählt: Professor M. Posener. Die jüdische Fraktion im polnischen Parlament. (J. C. B.)' Der vereinigte Klub der jüdischen Deputierten und Senatoren trägt den offiziellen Namen: „Jüdische Fraktion im Sejm und Senat der polnischen Republik." Die vereinigte Fraktion setzt sich aus den folgenden parlamentarischen Klubs zusammen: Klub des jüdischen Nationalrates, Klub der ostgalizischen Juden, Klub der Aguda, Klub des zentralen kaufmännischen Vereines. Dem Präsidium des Sejmklubs gehören bekanntlich an: J. Grünbaum, Dr. Thon, Dr. Reich, H. Farbstein, A. Kirschbraun, Dr. Rosmarin, Dr. Häusner und Dr. Silberstein. In das Präsidium der Senats-Fraktion wurden entsandt: Dr. Braude, Rabbiner Rubinstein, A. Mendelsohn, A Trusker, Dr. Ringel und Dr. Bienenstock. Während der letzten allgemeinen Beratung der vereinigten jüdischen Fraktion wurde beschlossen, daß die Fraktionsmitglieder in Fragen rein politischen Charakters an die Beschlüsse der Fraktion gebunden sind, hingegen in religiösen und sozialen Fragen freie Hand haben. Ferner wurde beschlossen, zum folkistischen Sejmmitglied Prilutzki keine Beziehungen zu unterhalten, weil er im Wablkampf die anderen jüdischen Parteien antistaatlicher Tendenzen bezichtigt hatte. Antisemitische Nachwirkungen der polnischen Wahlen. (J. C. B.) Die Presse der Nationaldemokraten hat sich über den unerwarteten Sieg der jüdischen Wählerschaft, die 37 Deputierte in den Sejm und 12 Vertreter in den Senat durchgesetzt hat, noch immer nicht beruhigt. Die nationaldemokratischen Zeitungen „Gazeta Warscbawska", „Dwa Grosche" und deren übriges Gfifolge hetzen unausgesetzt gegen die Judenheit Polens, die nach ihrer Meinung gemeinsam mit den Deutschen die Macht in Polen erringen will. „Kurier* Poznanski" ruft in einem Leitartikel die polnische Bevölkerung dazu auf, sich gegen die jüdische Gefahr zu schützen, und nicht zuzulassen, daß aus Polen ein „Judäa-Polen* wird. Die Zeitung empfiehlt, die Juden Polens in ihrer Handelsfreiheit so einzuengen, daß sie gezwungen würden, aus Polen zu emigrieren. Für den polnischen Kaufmann gelte heute nur die eine Losung: Die Juden aus Polen hinauszudrängen. Henkertat polnischer Gymnasiasten an einem jüdischen Kollegen. (J. C. B.) Die Wilnaer Tageszeitung „Unser Tog" berichtet aus der Stadt Lida im Wilnaer Gebiet über einen grausenerregenden Bestialitötsakt einer ganzen polnischen Schülerklasse an ihrem einzigen jüdischen Klassenkollegen. An einem Tag, Ende Oktober, haben sich die Schüler der dritten Klasse des Staatsgymnasiums in Lida unter dem frischen Eindruck einer Geschichtslektion des als extremen Antisemiten bekannten Lehrers Winzusch, die sich zu einer antyüdischen Hetzrede gestaltet hatte, nach Beendigung der Lektion über den einzigen jüdischen Schüler in dieser Klasse, Aschikowski, ' geworfen und ihn an einer Schnur aufgehängt. Nachdem dies geschehen, verließen die jungen Henker fluchtartig das Klassenzimmer. Zum Glück betrat nicht lange darauf ein Gymnasiast aus einer höheren Klasse das Zimmer und befreite das Opfer aus der Schlinge. Es dauerte lange, bis man Aschikowski zum Bewußtsein zurückbringen konnte. Er mußte darauf noch eine Woche lang, schwer krank, das Bett hüten. Auf Grund dieses Bestialitätsaktes wurden zwei Gymnasiasten der dritten Klasse, welche als die Anreger der Henkertat ermittelt wurden, aus dem Gymnasium ausgeschlossen. In der Stadt selbst erfuhr man erst spät von dieser Tat, da Aschikowski selbst, aus Furcht, daß ihm der Besuch der Schule unmöglich gemacht werden wird, nichts über das Attentat auf ihn verlauten ließ. Litauen. Seltsame Wahltaktik. Eine Zuschrift, die wir aus Mariampol (Litauen) erhalten, erhellt den Wahlerfolg derZionisten in einer recht seltsamen Weise. Wie uns nämlich unser Korrespondent schreibt, war in der letzten Minute zwischen dem orthodoxen „Achdus"-Wahlblock und dem Blocke derZionisten die Vereinbarung getroffen worden, daß, damit i keine jüdische Stimme verloren gehe, die jüdischen! Wähler von Mariampol gur für die „Achdus" -Liste, die von Utin aber nur für die zionistisch^ stimmen sollten. Diese Vereinbarurig wurde von den orthodoxen Wählern des Utiner Kreises selbstverständlich voll und ganz eingehalten, so daß die Wahl eines zionistischen Deputaten ermöglicht wurde. In Mariampol aber war die Wahlbeteiligung seitens der zionistischen, insbesondere aber der zeire-zionistischen Kreise seltsamerweise so gering, daß der Agudist, dessen Wahl fast feststand, doch durchfiel. Dieser sehr seltsamen Taktik der zionistischen Kreise ist es zu verdanken, daß die durchaus orthodoxe Judenheit Litauens nur einen Deputat durchgebracht hat. Weitere Waisen-Adoptierungen des Joint in Litauen. (J. C. B.) Am Dienstag, den 5. Dezember, traf in Kowno der Direktor der europäischen Joint-Abtellung ein und teilte in einer nach seiner Ankunft abgehaltenen Sitzung des Kinderversorgungsamtes beim jüdischen Nationalrat für Litauen mit, daß der Joint bereit ist, weitere 250 in Litauen befindliche jüdische Waisenkinder zu adoptieren und für dieselben zu sorgen. Lettland. Libau. Das zweite Schuljahr der Thauro-wederecherez Elementarschule hat begonnen. Das weitere Bestehen dieser Schule und deren großzügiger Ausbau hat eine freudige Begeisterung aller jüdischen Eltern hervorgerufen, denn seifen hat ein Lehrinstitut so sehr allen Ansprüchen, die eine ebenso orthodoxe, wie geistig anspruchsvolle Elternschaft an ein solches stellt, entsprochen, wie eben diese mit Hilfe der Aguda gegründete Schule, die allmählich zu einem wichtigen Ghinuch und Kulturfaktor des gesamten lettländischen Judentums geworden ist. Rußland. Rapide Zunahme der Hungersnot in der Ukraine. (J. C. B.) In den südukrainischen Hunger-Gouvernements wird die Lage von Tag zu Tag verzweifelter. Die Landbevölkerung bringt sehr wenig Produkte in die Städte, weil sie nicht den Gegenwert bekommen den sie brauchen. Die Städte sind nicht in der Lage, der Bauernschaft die von derselben benötigte Manufaktur zu liefern. So kommt es, daß die Juden als die hauptsächliche Bevölkerung der Städte in erster Reihe unter dem Hunger leiden. Die Zusammenarbeit von Joint nnd Ica. (J. C. B.) Zwischen den Vertretern der Ica und des Joint in Rußland ist eine Vereinbarung bezüglich der künftigen Zusammenarbeit der beiden Organisationen getroffen worden, daß sich der Joint an der von der Ica eingeleiteten Kreditaktion beteiligen, wogegen die Ica das Wiederaufbau-Programm des Joint stützen wird. „Joint* für die Rostower «Jeschibah". (J. C. B.) Die Hörer der berühmten Jeschibah, die während des Krieges nach Rostow am Don evakuiert wurde, leben jetzt in großer Not. Die russische Jointabteilung hat deshalb zu ihrer Unterstützung einen speziellen Lebensmitteltransport abgeschickt. Eine Million Spende für „Oze". (J. C. B.) Die englischjüdische Hilfsorganisation „War Victins Fond" hat die Summe von 5000 englischen Pfund der Gesellschaft „Oza" für medizinisch-hygienische Hilfe an die Juden in Rußland zur Verfügung gestellt. \ Rumänien. Trostlose Lage der ukrainisch-jüdischen Flüchtlinge. Gemäß den Nachrichten, die der Verband der ukrainischen Juden in London erhalten hat, befinden sich in Rumänien zurzeit zirka 15.000 ukrainische Pogromflüchtlinge, deren Lage sich besonders in der letzten Zeit sehr hoffnungslos gestaltet hat. Bis zum vorigen Jahre pflegten sie noch hie und da größere Summen von den amerikanischen Landsmannschaften zu erhalten, deren Strom aber allmählich versiegt ist, so daß diese Heimlosen nun aller Mittel und Stütze bar, einer traurigen Zukunft hilflos und verzweifelt entgegensehen. Antijüdische Exzesse in Cluj. (JPZ) Laut einer Meldung der „ Donaukorrespondenz" kam es am 2. Dezember in Cluj (Klausenburg) zu schweren Ausschreitungen. Studenten der dortigen Universität beschlossen, die jüdischen Hörer an den Vorlesungen nicht teilnehmen zu lassen, weil im anatomischen Institut* Leichen von Christen zur Sezierung gelangen. Die rumänischen Mediziner forderten, man möge jüdische Leichen sezieren. Die Intervention des Rektors blieb erfolglos. Es kam zu Schlägereien und Straßendemonstrationen, wobei jüdische Passanten schwer mißhandelt wurden. Berittene Polizei schritt ein und zerstreute die Demonstranten, nicht ohne Schwerverletzte am Platze zu lassen. Die Studenten sammelten sich jedoch und drangen, vom Pöbel gefolgt, in die Redaktion der jüdisch-nationalen Tageszeitung „Uj Kelet" ein, legten dort Brand an und demolierten vollständig die Druckerei. Die Polizei versagte. Es kam in der Stadt zu einem^ förmlichen Pogrom, dem nur spät nachts das Militär ein Ende bereiten konnte. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Die Behörden sympathisieren mit den Exzedenten. Deutschland. Eine neue jiddische Zeitung in Deutschland. (J. C. B.) Seit dem 4. November erscheint hier eine neue vom Verband der Ostjuden herausgegebene jüdische Zeitschrift »Unser Leben". Die zunächst alle 14 Tage erscheinende Zeitung hat sich in erster Linie die Verfechtung der Interessen der ostjüdiseben Bevölkerung in Deutschland zur Aufgabe gestellt. Spendet für die ]ugendpppe! Amerika. Ausbau des jüdischen Landsmannschaften-Büros. (JPZ.) Unser New Yorker A.-Korrespondent berichtet: Auf Antrag des Komitees der Landsmannschaften hat sich Mr. Morris Engelmann, der Vorsitzende der Landsmannschaften-Exekutive, im Sommer dieses Jahres nach Europa begeben, um daselbst die Lage zu studieren, zwecks Ausarbeitung eines Planes zur Erweiterung der Tätigkeit der Landsmannschaften. In seinem ßericht an die Exekutive des „Joint Distribution Committee" führt Mr. Engelmann, der kürzlich nach Amerika zurückgekehrt ist, unter anderem aus, daß die Hilfstätigkeit des JDC immermehr durch die Geldinflation in Zentraleuropa erschwert wird. Nach der heutigen Lage zu urteilen, müsse sich das amerikanische Judentum damit gefaßt machen, noch für die folgenden fünf Jahre Opfer zu bringen und die Hilfstätigkeit zugunsten unserer Glaubensgenossen zu erweitern, in erster Reihe falle natürlich die Pflicht auf jene Juden, die das Glück hatten, aus jenen Gebieten nach Amerika zu kommen. Es sei ein Faktum, daß in vielen lokalen Komitees die orthodoxen Juden entweder überhaupt nicht oder nicht entsprechend repräsentiert sind, wobei politisch und religiös oppositionelle Elemente vorherrschen. Es ist daher eine wesentliche Forderung, daß dem vorgebeugt werde, da gegenwärtig manche orthodoxe Juden von den so zusammengesetzten Komitees keine Hilfe annehmen wollen. Am meisten leide die jüdische Bevölkerung Osteuropas Mangel an Kleidungsstücken und Wäsche. Mr. Engelman schlägt daher eine großzügige Aktion für Kleidersendungen vor. Das Landsmannschaftenbüro soll die einzelnen Landsmannschaftenvereine in den einzelnen Städten dazu aneifern, daß jedes Mitglied jährlich einen Beitrag von 5 Dollar einzahle. Das europäische. Exekutivbüro soll dafür sorgen, daß die Gelder entsprechend den Wünschen der Spender verteilt werden. Das Büro für auswärtige Hilfe soll die einzelnen Landsmannschaften dazu anhalten, daß sie | die Anleihen an einzelne Personen in den notleidenden Gebieten durch deren Verwandten in Amerika garantieren. Für die Flüchtlinge soll ein besserer Kontakt mit ihren Verwandten in Amerika geschaffen werden. Argentinien. Eine jüdische Deputation beim neuen argentinischen Präsidenten. (J. C. B.) Der neue Präsident der Republik Argentinien Dr. Alvir, empfing eine vom Hauptrabbiner Argentiniens geführte und in Begleitung des Direktors des Immigrations-Departements Dr. Lupa erschienene Deputation argentinischer Juden, die ihm in Form einer Sidur in Hebräisch und Spanisch eine Huldigungsadresse überreichten und drückte in einer Dankansprache sein Interesse für die jüdische Bevölkerung aus, sowie seine Hoffnung;* daß die Juden eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Landes spielen werden. England. Lord Sydenhaim* einer der Führer der antijüdischen Bewegung in England, leistete sich den Witz in einer englischen Zeitschrift, die Juden mit Shylok zu vergleichen, weil sie die britische Regierung zu sehr bedrängten und auf die von Lord Balfour gegebene Versprechung bestehen. Das ist derselbe Lord Sydenhaim, welcher vorige Woche im englischen Oberhause eine Anfrage richtete des Inhaltes, welche Schritte von dem Völkerbund unternommen worden wären, um vor der Be-. stätigung des Mandates von Palästina Uebereinstimmung zu erzielen mit § 22 des Vertrages, welcher besagt, 'daß die Wünsche derBevölkerung des jeweiligen Landes vor allem maßgebend sei für die Uebertragung des Mandates. Der TJnterstaatssekretär für die Kolonien Herzog Devonshire antwortet, daß'die englische Regierung nicht verantwortlich sei für die Maßnahmen des Völkerbundes. Die Frage, wieweit die Entscheidung sich in Uebereinstimmung der Wünsche der Bevölkerung von Palästina bewege, wäre schon öfters besprochen worden und er habe nichts hinzuzufügen zu dem, was der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten am jüngsten 14. März gesagt habe. Lord Birkenhead drückt zunächst sein Erstaunen darüber aus, daß die Regierung sich außerstande erklärt, eine Erläuterung der Beschlüsse()!und Taten des Völkerbundes zu geben. Der Redner macht sodann die merkwürdige Eröffnung, daß die Entschlüsse der englischen Regierung in bezug auf ihre Verantwortung in Palästina und Mesopotanien zu einer Zeit gefaßt waren, in welcher nur der engere Kreis des Kriegsministeriums zur Beratung herangezogen war. Der Redner führte weiter aus, daß, solange England Wert lege auf Aegypten, es auf dem strategischen Punkt Palästina nie verzichten könne. Unter allen Umständen muß man aber freundliche Stimmung bei der arabischen Bevölkerung erzeugen. Bei einem Frühstück, welches zu Ehren des arabischen Prinzen Habib Xiotfallah gegeben wurde, äußerte Lord Sydenhaim abermals, man müsse die Versprechungen gegen die Araber erfüllen und es bestünden keine Schwierigkeiten, Palästina dann zu verlassen, wenn, man es nur den Arabern überlassen wollte. Es wäre außerdem niemals das Versprechen gegeben worden, daß die Juden Palästina beherrschen sollten. Noch schärfer äußerte sich Admiral Kerr, indem er sagte, daß England unter einem unerträglichen Druck sein Wort gegen die Araber gebrochen habe, das müsse gut gemacht werden. Der Handel zwischen Deutschland nnd Palästina. (J. C. B.) Laut offiziellen Mitteilungen wurdeD im Verlaufe des Monates September Waren im Werte von 80.000 Pfund Sterling aus Deutschland und Oesterreich in Palästina importiert, das ist um 17.000 Pfund mehr als im Monat August dieses Jahres. Bedeutende amerikanische Investierung für Häuserbau in Palästina. (JPZ) Der bekannte amerikanische Industrielle Voilet gedenkt einige Millionen Dollar im palästinensischen Häuserbau zu investieren. Die erbauten Häuser sollen zu günstigen Bedingungen an die Bewohner weiterverkauft werden. Bis zu den Pessach-Tagen soll der Bau der ersten hundert Häuser fertig sein.