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Jüdische Presse · 1922-12-01 · 45 (1.12.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
45 (1.12.1922)
Date
1922-12-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 45 JÜDISCHE PRESSE Seite 265 weil, so schreibt der Verfasser des Artikels weiter, „Gerade die Juden durch ihre Stellung berufen sind. Schrittmacher einer solchen Idee zu sein, die viel Spannung und Groll aus dem lieben der Nationen untereinander ausschalten und einen wirklichen Völkerbund vorbereiten könnte, ohne den Europa zugrunde gehen muß.'1 Die neueste Parole „Nation ebenso Privatsache wie Religion" nimmt sich aus der Feder der Jüdisch-Nationalen etwas eigenartig aus. Dali Religion ihnen nicht mehr als private und persönliche Angelegenheit des Einzelnen bedeutet, wissen wir daraus, daß sie aus dem öffentlichen Leben der Gemeinschaft und den jüdischen Institutionen Grundcharakter und Wesenheil, der Religion ausgeschaltet haben. Den Begriff des Bekenntnisses und der Tradition haben sie durch „Stammesvenvarultschaft" und ^Nation" ersetzi und trotz der Aeußerlichkeit dieser Momente einen Erfolg erzielt, weil eben das Jahrhundert nationalistisch orientiert, ist. Ungeachtet, der Destruktion uud des Abfalles, die unter der Jugend durch die Parole „Religion Privatsache" bewirkt wurde, konnten die Nationalisten diese Phrase behaupten, weil sie dem Zeitgeiste angepaßt war. Jetzt nun können die Jüdisch-Nationalen sich des Sieges ihres Prinzipes nicht in Ruhe erfreuen. Ebenso wie der Sieg des jüdischen Nationalismus in Palästina eine Analogie im nationalen Erwachen der Araber gefunden hat, wurde dem Siege des Nationaljudentums in der Diaspora die Bedeutung dadurch genommen, daß das Nationalitälenprinzip im allgemeinen durchgedrungen ist und alle Völker auf dieser Grundlage Staaten erhauen und erhalten liißt. Nun möchte man aber Geister, die man gerufen hat, los werden. Nation soll Privatsache, werden, wie Religion. Wir glauben „Religion ist Privatsache" kann nur von jenen behauptet werden, deren Innenleben und Denkungsart nicht mehr bestimmt wird von religiösen Bekenntnissen und Erlebnissen, so daß sie aus der Symbiose und besonders aus dem öffentlichen Lehen der Gerneinschaft das religiöse Moment ausschalten mit der Phrase „Religion ist Privatsache". Noch klarer gesagt, die Phrase „Religion ist Privatsache" lebt nur dort, wo die Religion nicht einmal mehr Privatsache ist. Wie soll nun auf einmal nach dem großen Sieg des NationaliUitenprinzips die Nation Privatsache werden'? Daß die moderne Idee, der moderne Staatenbegriff verwirklicht werden könnte? Nur dann unseres Erachtens, wenn das nationale Gefühl geschwächt und auf die Stufe einer Privatsache sinkt und somit aufhört, ein staatsbildender Faktor zu sein. Ebenso, wie bei den Zionisten und Jüdisch-Nationalen die Religion es geworden ist. Das Band, das sie auch ohne die religiöse Zusammengehörigkeit als eine Gemeinschaft umschloß, hieß „Nation". Was soll nun aber an die Stelle von „Nation" gesetzt werden? Was soll der staatsbildende Faktor des modernen Staates werden? Auf diese Frage zu antworten, ist nicht unseie Sache. Wir wollen bloß hiedurch Verwahrung einlegen, daß die Juden als „Schrittmacher" benützt oder als solche angesehen werden sollen bei der Umbildung der modernen Staaten. Dank hiefür werden sie sicherlich nicht ernten. Alle ähnlichen Versuche haben blutige Opfer gekostet, nicht seitens jener, die die Versuche gemacht haben, sondern seitens jener breiten Massen, die als Versuchsobjekte mißbraucht wurden. T. Die ttlocbc. Die Polizei glaubt in Telaviv einer kommunistischen Organisation auf die Spur gekommen zu sein. Die Behandlung der Angelegenheit wird ziemlich rigoros in die. Rand genommen. Sowohl Dr. Marmorck als auch die ganze zionistische Exekutive von Frankreich haben ihre Stelle niedergelegt. In ganz merkwürdiger Weise glaubt, sich der anglikanische Bischof von Jerusalem, Dr. Rennie Mac Innes äußern zu müsscu, indem er die religiöse Anschauung des Judentums als der nationalen entgegengesetzt feststellt, sagt, daß der Zionismus die jüdische Welt entzweit hat und daß Palästina heute da« traurige Bild bietet, daß Mohamed gegen Mohamed, Juden gegen Juden und Christen gegen Christen kämpfen. Die Anträge, weiche die Kemaliste'h in Lausanne unterbreitet haben oder unterbreiten werden, beruhen auf einer in Konstantinopel getroffenen Abmachung zwischen Kemalistcn und Arabern. Seit einigen Jahren bereits bemüht sich der Rechtsanwalt von llaeften in Haag, dem holländischen Publikum eine Vertiefung seines jüdischen Wissens zu ermöglichen. Diese Bestrebung hat sich dahin verbreitert, daß unter dem Vorsitz des Herrn Oberrabbiner Justus Tal sich eine Vereinigung gegründet hat zur Förderung und Verbreifung der sinaitischen Wissenschaften. Gedacht ist zunächst an populäre Vorträge. Herr Dr. Bernhard Drachmann, einer der bedeutendsten Führer der Orthodoxie in Amerika, hat sein Verhältnis zu der Gemeinde Auhew Zedek in New York, deren langjähriger Rabbiner er war. gelöst. Ein Märtyrer, dem wahrscheinlich in unserer sclinellebigen und schnellsterbenden Zeit kein Denkstein gesetzt wird, ist der Diener der Synagoge Beschenkovitsch, welcher bei dem Versuch, aus dem Brand der Synagoge die Thorarollen zu retten, ums Leben kam. Ehre ist sein Andenken. Die Sowjet-Regierung in der Ukraina hat das Verbot, erlassen, daß Rabbiner oder andere Diener der jüdischen Religion ein öffentliches Amt bekleiden. Silberne Hochzeit. Arn 17. d. M. feiert der High Hominissioner Sir Herbert Samuel mit seiner Galtin das Fest der silbernen Hochzeit. Die Politik der Pose. Wohl selten ist. ein für die eigene Bewegung bedeutsamer Moment mit so wenig geeigneten Gedanken eingeleitet worden, wie der Parteitag der Delegierten der zionistischen Organisafionen Oesterreichs von dem Parteiorgane dieser Organisation. Es ist. doch wahrlich nicht der Augenblick Triumphe zu feiern. Ist doch die an und für sich fadenscheinige Errungenschaft von St. Rcmo tatsächlich in Gefahr gestellt, selbst wenn man in Lausanne nicht über Palästina sprechen sollte, oder selbst wenn wieder eine solche Erklärung erfolgen sollte, die mit. der Feststellung Churchills verzweifelte Aehnlichkcit haben sollte. Ist es da ethisch zulässig, der wahrhaft doch nicht blöden Menge Erfolg vortäuschen zu wollen, wäre es nicht, würdig, in aller Klarheit der Erkenntnis von verantwortlicher Stelle, uns die Situationzu schildern? Und was tut man an Stelle dessen? Weit erhaben seihst über die primitivsten Grundsätze der wissenschaftlichen Forschung und Erkenntnis sagt, man auf einmal, der Zionismus ist „das" Judentum und das zu einer Zeit, wo wahrhaftig nicht von den Allerschlechtesten die von Zionismus beliebte nationale Konstruktion überhaupt als objektiv unwahr erkannt ist. Weiß man doch heute, daß diese Konstruktion vielleicht England, wie Churchill selbst sagte, während der Kriegszeit Dienste geleistet hat, niemals aber dem Judentum und der Judenheil; weiter, es wissen doch die Spatzen auf dem Dache, daß zumindcslens ein sehr beträchtlicher Bruchteil der gesamten Judenheit der zionistischen Organisation jede Legitimation abstreitet, im Namen der jüdischen Gesamtheit zu handeln oder auch nur zu reden, weil man denn doch in den idealen Vorsätzen des Judentums etwas höheres und anderes sieht, als die Gleichberechtigung mit den Slaven, Polen oder Deutschen, als die Unterordnung unserer höchsten Ideale unter die Launen einer jeweilig raschverschwindenden Mächtegruppe der Erde. Und da hat man den Mut zu behaupten, daß alles, was nicht, der Fahne der Zionisten folgt, nicht, mehr jüdisch denkt und fühlt. Wir glauben zur Ehre der Organisation, daß ernsten Führern derselben vor diesen sehr bedenklichen Entgleisungen ihrer untergeordneten Parteiorgane sehr bange wird, daß sie aber nicht in der Lage ist, hier Remedur zu schaffen; das ist eigentlich auch nicht notwendig, denn jeder halbwegs politisch Denkende und jeder ernste Mensch weiß eine derartige künstliche Darstellung an und für sich genügend zu würdigen. Fraglich bleibt nur, wie der Misrachi dazu Stellung nimmt. I. 0. t^^Lc^^t^^^^M^^ M keinem jüdischen Hause JsarfiejpBaA Dpasca" 99i IX., Seegasse 16, war ein jüdisches Institut. Jetzt ist daselbst eine Niederlassung der evangelischen Mission. Jüdische Eltern! Hütet eure Kinder vor dieser Brutstätte des Abfalls. Schutz des Sabbats für die Schulkinder. In der jüngsten Zeit mehren sich die Beschwerden darüber, daß Kinder in den Schulen von den Lehrern dazu veranlaßt werden, die Sabbatrahe durch Schreiben, Zeichnen und dergleichen zu verletzen. Um diesem Uebelstand zu begegnen, hat der Vorstand der Adas Jisroel in einer Eingabe den Landesschulrat des Bundeslandes Wien und den Bezirksschulrat der Stadt Wien ersucht, den Direktoren und Schulleitern den Ministerialerlaß in Erinnerung zu bringen, der jeden diesbezüglichen Zwang untersagt. Wir lassen diesen Erlaß im Wortlaut folgen und teilen auch einen weiteren Erlaß des Landesschulrates aus dem Jahre 1911 mit, der den vorgenannten Erlaß in Erinnerung bringt. Der Herr Minister für Kultus und Unterricht fand laut hohen Erlaß vom 19. Februar 1876, Z. 1683, mit Hinweis auf Art. 15 des Reichsgesetzes vom 25. Mai 1868, R.-G.-Bl. Stück XIX, Nr. 49 und auf die Erfahrung, daß die Nichtteilnahme der israelitischen Kinder in den Volksschulen am Schreib-, Zeichen- und Handarbeitsunterrichte an Samstagen oder sonstigen Feierlagen ohne Schädigung der Ordnung ausführbar ist, den Rekursen des Vorstandes des israelitischen Bethauses, II., Große Schiffgasse 8 in Wien und des Vorstandes der israelitischen Kultusgerneinde in Wien gegen die Verfügung des Landesschulrates vom 10. November 1875, Z. 7092, betreffend die Behandlung israelitischer Kinder in den allgemeinen Volks- und Bürgerschulen, bezüglich des Schreibens, Zeichnens und der Handarbeiten an Samstagen und an sonstigen israelitischen Feiertagen stattzugeben und diese angefochtene Verfügung aufzuheben. Mit Beziehung auf den die Mittelschulen betreffenden Erlaß vom 31. Jänner 1922, Nr. 1208, hat der Herr Minister auch für die allgemeinen Volks- und Bürgerschulen, welche von israelitischen Kindern besucht werden, angeordnet, daß bei Verfassung der Stundenpläne auf das israelitische Gebot, am Sabbat des Schreibens, Zeichnens, überhaupt der Handarbeiten sich zu enthalten, tunlichst Rücksicht zu nehmen und daß jeder direkte oder indirekte Zwang zur Uebertretung dieses Gebotes von seiten der Schule zu unterlassen ist. Hievon wird der löhliche Vorstand mit dem Beifügen in Kenntnis gesetzt, daß der Wiener Bezirksschulrat unter einem angewiesen wird, den hierortigen Erlaß vom 10. November 1875, Z. 7095, sofort außer Kraft zu setzen und wegen Vollzug der vorliegenden ministeriellen Verfügung, das Entsprechende einzuleiten. Wien, den 1. März 1876. Der k. k. niederösterreichische Landesschulrat Konrad Eibesfcld in. p. An den löbl. Vorstand des israelitischen Bethauses 11., Große Schiffgasse 8. Wien. An die Leitung des Vereines Adas Jisroel (Schiffsynagoge) in Wien, IL, Große Schiffgasse 8, zur Kenntnisnahme und Verständigung der auf der Eingabe mitunterfertigten Vereine. Der k. k. Statthalter als Vorsitzender: Bienerth m. p. Wien, am 14. November 1911. Israelitische religiöse Vorschriften. An die Direktionen aller Mittelschulen unti' -an alle Bezirksschulräte. Mehrere jüdische Vereine haben dem Landesschulrate mitgeteilt, daß der Erlaß des k. k. Ministeriums für Kultus und j Unterricht vom (für die Mittelschulen:) 31. Jänner 1876, Z. 1208 j (Halma Schilling, Ö. 43), (für die Bezirksschulräte:) 19. Februar I 1876, Z. 1683, M.-BV.-Bl. Nr. 9, mit welchem angeordnet wurde, daß hei der Verfassung der Stundenpläne auf das israelitische ] Gebot, am Sabbat sich des Schreibens, Zeichnens, überhaupt i der Handarbeit zu enhalten, tunlichst Rücksicht zu nehmen, und daß jeder direkte oder indirekte Zwang zm Uebertretung' dieses Gebotes von Seite der Schule zu unterlassen ist, nicht überall beachtet wird, und daß es sich wiederholt eieignel. daß ein solcher ungesetzlicher Zwang, besonders in den unteren Klassen der Volksschule geübt wird. Mit Rücksicht, auf diese Eingabe wird der Direktion (dem Bezirksschulrat) der oben bezogene Ministerialerlaß zur genauen Darnachachtung in Erinnerung gebracht. Gleichzeitig haben die erwähnten Vereine eine Kurrende der israelitischen Kultusgerneinde Wien vorn 15. November 1906, ad. Z. 8438, hieher mitgeteilt, wonach die mosaischen Religionslehrer angewiesen werden, den Schülern, deren Eltern es wünschen, zu gestatten, beim hebräischen Lesen oder Uebersetzen den Kopf zu bedecken, und zu Beginn des Schuljahres vor Beginn dos Unterrichtes die Schüler diesbezüglich zu befragen. Daran haben die Vereine die Bitle geknüpft, diese Bestimmung jährlich zu Beginn des Schuljahres durch die Religionslehrer den Schülern, beziehungsweise deren Ellern zur Kenntnis zu bringen. Hievon wird die Direktion (der Bezirksschulrat) zur allfälligen Veranlassung verständigt. Der k. k. Statthalter als Vorsitzender: Bi on erth m. p. Die amerikanischen Juden für Oesterreich. 50.000 Dollar für den österreichischen Mittelstand. (JPZ) Unter Vorsitz des Bundespräsidenten Dr. Hainisch hielt am 17. November das österreichische Komitee, welches bei der Verteilung von Spenden für den österreichischen Mittelstand der Oberleitung der American Relief Administration zur Seite steht, eine Sitzung ab. Vom Delegierten der ÄRA wurde bekanntgegeben, daß neue amerikanische Spenden in der Höhe von ungefähr 200.000 Dollar zur Fortsetzung der Mittelstandshilfe für Oesterreich und Polen von Amerika gewährt worden sind. An der neuen amerikanischen Spende von 200.000 Dollar ist der Commonwealth-Fund mit 150.000 Dollar beteiligt. Die beträchtliche Summe von 50.000 Dollar wurde vom amerikanisch-jüdischen Joint Distribution Comni ittee zur Verteilung in Oesterreich allein beigesteuert. Die letztere Beihilfe war das Resultat einer in Nein York abgehaltenen Konferenz, bei welcher das Joint Distribution Committee von Felix M. Warburg, Vorsitzender, und J. N. Rosenberg, Vorsitzender- Stellvertreter, vertreten wurde. Die große dringende Notwendigkeit einer fortgesetzten Hilfeleistung in Wien wurde vom Vertreter der ÄRA in Wien als Kenner der Verhältnisse eindringlich dargelegt. Dessen Schilderungen wurden von Herrn Dr. Bernhard Kahn, dem Direktor des amerikanisch-jüdischen Joint Distribution Committee für Europa, wirkungsvoll unterstützt. Das Komitee nahm die Mitteilungen des Kapitäns Richardson mit großer Freude zur Kenntnis. Der Bundespräsident gab dem Dank der Oester-reicher für die so überaus erwünschte Fortsetzung der Mittelstandshilfe in warmen Worten Ausdruck. Die amerikanische Mittelstandshilfe wäre im kommenden Monat programmgemäß zu Ende gegangen. Durch die hochherzigen Widmungen der großen amerikanischen Hilfsaktionen, des Commonwealth-Fund und des Joint Distribution Committee ist eine Verlängerung bis zum 1. Juni 1923 ermöglicht worden. Wie bisher wird die Mittelstandshlife auch die Fürsorge für die Professorentische und Studenten- Mensen umfassen. Die antisemitischen Blätter unterschlagen die Meldung über das JDC. Wolf Kohn s. 1. Sehabos war er noch gewohnheitsgemäß im Beth-Hamidrasch der Schiffschul. Er hat noch aufmerksam den Schiurim gefolgt. Und Sonntag vormittag war der große Kreis seiner Freunde und Verehrer um seine Bahre versammelt, um dem unermüdlichen, agilen Arbeiter auf dem weitverzweigten Gebiete von D"HDn fil^tta — die letzte Ehre zu erweisen. Im Trauerhause — in diesem Falle im bescheiden und äußerst armselig möblierten Kabinette — des alleinstehenden alten aber nimmermüden Klalltuers widmete Oberrabbiner Fürst ergreifende und in ihrer Charakteristik meisterhafte Worte dem Verblichenen, der als Vorstandsmitglied vom Krankenverein und Tomech Evjonim für Arme und Kranke unermüdlich und aufopferungsvoll zeitlebens uneigennützig wirkte. Moses Seid s. A. Das langjährige Vorstandsmitglied der Rembrandsynagoge Moses Seid wurde vorige Woche Donnerstag zu Grabe geführt. Er stammte aus Rußland, blieb aber auch in Wien treu der jüdischen Tradition. Er war ein Schomer- Sabbat und trotz seines hohen Alters war er bis in seine letzten Tage morgens und abends in der Schul zu sehen. Eine große Zahl seiner Freunde und Verehrer gab ihm das letzte Geleite. Rabbiner Dr. Pollak, Vizepräses Robitsek wie Herr Freuder hielten warme Nachrufe. Eine Chanukafeier. Der humanitäre Verein „Tiferes Bachurim", Verein zur Unterstützung armer Wiener Talmudschüler, veranstaltet, wie alljährlich, am Chanuka einen Festabend. Selber findet am 3. Chanukaabend, Sonntag, den 17. Dezember 1922, in der Turnhalle der Talmudthoraschule statt. Näheres Programm dürfte in der nächsten Nummer der „Jüdischen Presse" angezeigt werden. Karten sind bei den Vorstandsmitgliedern des Vereines und der Jugendgruppe erhältlich.

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