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Jüdische Presse · 1922-11-10 · 42 (10.11.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
42 (10.11.1922)
Date
1922-11-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 42 JÜDISCHE PRESSE Seite 247 Berichtigung. Die Lernvorträge Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Gottesmann rinden nicht im Lokale der Agudag Jisroel-Jugendgruppe XX, sondern im Lokale des „AnschP-daasvyzedek", XX. Traunfelsgasse 3, statt. Deutschland. Im Rabbinerseminar an Berlin fand am Montag, den 23. Oktober, die Eröffnung des Winterhalbjahres statt, mit der die Einführung des neuen Dozenten, des Herrn Dr. Moses Auerbach, verbunden worden ist. Nachdem Herr Dr. Josef Wohlgemuth einen kurzen Bericht über das zurückgelegte Sommerhalbjahr erstattet und mitgeteilt hatte, daß neun Hörer, von denen acht im Besitze eines Reifezeugnisses sind, neu eingetreten seien, begrüßte er namens der Dozenten den neuen Kollegen, indem er auf das von diesem erwählte Lehrfach der Geschichte hinwies, und in großen Zügen die Aufgaben einer solchen Dozentur zeichnete. Herr Dr. Moses Auerbach sprach hierauf zunächst seinen Dank für das in ihm gesetzte Vertrauen aus, und gab in einer kurzen Skizze ein Beispiel, wie er sein Lehramt auszuüben gedenke, indem er eine viel umstrittene Frage aus dem Leben und Wirken Rabbi Jochanan ben Sakkajs, an der Hand der talmudischen und historischen Quellen behandelte. Nachdem noch Herr Dr. Meier Hildesheimer namens des Kuratoriums des Institutes die Hoffnung ausgesprochen hatte, daß Herr Dr. Moses Auerbach im Verein mit seinen Kollegen, die Schüler des Institutes zu charaktertreuen und für Arbeitsslreben erfüllte Rabbinern heranziehen werde, wurde die eindrucksvolle Feier, an der etwa 80 Personen teilgenommen hatten, geschlossen. Jahrzeit. Am Freitag, 19. Marschechwan (10. November), wird ein Jahr seit dem Ableben des Professors David Hoffmann, Rektors des Rabbinerseminars zu Berlin, verstrichen sein. Aus diesem Anlasse wollen sich am Vorabend die in Berlin als Rabbiner amtierenden etwa fünfundzwanzig ehemaligen Hörer und etwa vierzig gegenwärtige Schüler des Rabbinerseminars zu einem „Ssijum haschass", dessen einzelne Traktate unter ihnen vor etwa Jahresfrist verteilt wurden, vereinigen. Herr Doz. A. Kaplan wird eine von dem verstorbenen Gaon behandelte Ritualfrage von allgemeinem Interesse mit den Erläuterungen und Entscheidungen des Verstorbenen vortragen. Am Freitag morgen soll in Gegenwart der Familie der Vertreter des Rabbinerseminars und seiner Schüler die Enthüllung der Mazewoh stattfinden. Polen. Unberufene Vertreter. Wir erhalten folgende Zuschrift: In Ostgalizien herrscht seit Wochen eine ukrainische Aufstandbewegung, die sich in Morden, Brandschatzungen und Plünderungen ausdrückt. Die Ukrainer wollen auf diesem Wege gegen die polnische Herrschaft protestieren und die Aufmerksamkeit der Welt auf die Lage in diesem Lande lenken. Die Bewegung richtet sich hauptsächlich gegen die Polen, aber sie hat bisher auch einige jüdische Opfer gefordert. Die polnische Regierung hat im Lande den Ausnahmszustand proklamiert und starke Militärkräfte bemühen sich, der aufständischen Banden Herr zu werden. Die Ukrainer haben auch den Boykott der gegenwärtigen Wahlen zum polnischen Sejm proklamiert, haben mehrere Ukrainer, die für die Teilnahme an den Wahlen eintraten, ermordet und haben auch den dortigen Juden mit Rache dafür gedroht, daß sie sich an den Wahlen beteiligen. Diese Vorgärige lassen erkennen, daß Ostgalizien zurzeit ein sehr heißer Boden ist und daß jüdischerseits alles unterlassen werden müßte, was als eine Art Einmischung in den polnisch-ukrainischen Streit gedeutet werden könnte. Die Juden in Ostgalizien haben auch offen erklärt, daß sie mit ihrer Teilnahme an den Wahlen bloß den Zweck verfolgen, im polnischen Sejm, wo über ihre wichtigsten Lebensfragen entschieden wird, vertreten zu sein, ohne aber damit ihre neutrale Haltung im Konflikt zwischen den Polen und den Ukrainern aufzugeben. Nun bringt die „N. F. P." vom 3. November (Abendblatt) einen Bericht über eine Feier, die die ostgalizischen Ukrainer in Wien am vierten Jahrestage der Proklamierung des ostgalizischen Staates veranstaltet haben. Als Redner trat hierbei auch ein gewisser Dr. Israel Waldmann auf, der im Namen der o&tgalizischen Juden sprach und natürlich für die ukrainischen Aspirationen eintrat. Wir wollen an dieser Stelle nicht die Frage erörtern, wer diesem Menschen das Recht gegeben hat, als „Vertreter" und „im Namen der Juden" aufzutreten. Aber die Frage ist gestattet, darf man es wagen, in einer solch ernsten und gefährlichen Zeit die ostgalizischen Juden in den polnisch-ukrainischen Streit hineinzuzerren und dürfen persönliche Liebhabereien und Interessengemeinschaften das Schicksal von 600.000 Juden vergessen machen? Hat dieser Herr die Vorgänge in Ostgalizien im Winter 1918 vergessen, an welchen sein Brüderlein nicht ganz unschuldig ist? Ist das jüdische Volk wirklich so hefker, daß jeder Unberufene es wagen darf als dessen „Vertreter" sich zu gebärden? Gibt es keine zumindest moralische Instanz, die solchen Leuten das Handwerk legen könnte? Ein Galizianer Jude. Todesfall. Eine schwere Kunde trifft uns aus Polen. Einer der hervorragendsten Rabbiner, Menachim David Temkin aus Petrikäu, ist verschieden. Die Rabhinerwelt verliert in ihm einen Mann, der in jeder Situation absolute Treue zu unseren Idealen bewahrt hat. Sein Andenken gereiche uns zum Segen! Eine Rabbiner-Abordnung beim polnischen Kultusminister. (J. G. B.) Der Untemchtsminister Professor Kamienicki empfing eine Delegation des Rabbiner-Verbandes in Polen, bestehend aus den Rabbinern Kahane (Warschau), Lipschitz (Kaiisch) und Kanal (Plock), die dem Minister ein Memorandum über die Lage der Rabbiner in Polen, die Glieder- Frage u. a. überreichten. Der Minister versprach, alle diese Angelegenheiten in Uebereinstimmung mit der Konstitution zu erledigen. Liquidation der Joint-Abteilungen in Wilna nnd Bjalystok. (J.G.B.) Die Zentrale des amerikanisch-jüdischen Joint- Distribution-Gommittee in Polen geht jetzt daran, ihre Administrationsabteilung in Wilna und Bjalystpk zu liquidieren. gfU Achtung, Wiederverkäufen! ts y^ipDsnpr"-« j?toD:^^n jpn Silber nntoy nrroö. ttHlp-TO &>"k jjnwvijn^i MiiDtDKa npSbH-^iK xö^s n J* Rothmann Wien, XX., Jägerstraße 29 Mezzanin 5, Haltestelle der Straßenbahnlinien 3, 6,15, 31 Kein Gassenlokal — Samstag geschlossen Rußland. Die grauenvolle Perspektive des Hungers in der Ukraine. (J, G. B.) Laut den Nachrichten aus verschiedenen Teilen des Landes nimmt die Hungersnot in der Ukraine in einer grauenhaften Weise zu. In dem Zaporoke-Gebiet umfaßt gegenwartig die Zahl der Hungerleidenden 121.000 Personen. Im November wird die Zahl rechnungsmäßig auf 200.000 steigen. Die Masse der Hilfsbedürftigen wird unvermeidlich von Monat zu Monat zunehmen, so daß man im März 1923 mit der ungeheuren Zahl von 400.000 auf öffentliche Hilfe Angewiesene zu rechnen haben wird. In Nikolajew leiden jetzt 12 Prozent der Bevölkerung Hunger — im November werden weitere 5 Prozent dazukommen, bis zur neuen Ernte, das heißt bis August 1923, wird die Masse der vom Hunger Getroffenen in diesem Gebiet 60 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. In Jekaterinoslaw müssen gegenwärtig 150.000 Personen aus öffentlichen Mitteln ernährt werden. In Odessa wächst der Hunger von Tag zu Tag. Eine offizielle Kommission der ukrainischen Regierung, die die Lage in Odessa untersucht hat, hat die Lage als sehr kritisch gefunden. Nach mehrmonatiger Pause, während welcher keine Hungersfälle zu verzeichnen gewesen waren, sterben jetzt wieder Menschen Hungers. Der Direktor der RA in Rußland, Golonel Haskel, äußerte sich gegenüber dem Sonderberichterstatter des J. G. B. in Rußland, daß die Lage in der Nordukraine sich günstig gestaltet hat, aber in Südrußland katastrophal geworden sei. Insbesondere sind durch den Hunger betroffen die Gouvernements Odessa, Nikolajew, Zaporos, Jelisabethgrad, Jekaterinoslaw und das Dongebiet. Die Bevölkerung dieser Gebiete müsse bis zur nächsten Ernte, das heißt bis August 1923, ernährl werden. Der Vertreter des Joint in Rußland und in der Ukraine, Dr. Bogen, der soeben aus der Ukraine zurückgekehrt ist, erklärte dem Sonderberichterstatter des J. G. B. in Rußland, die Lage in Südrußland ist jetzt so kritisch, daß die Joint-Organisation zu ihrer Linderung eine kolossale Arbeit, leisten muß. Ccttlanl Vier jüdische Abgeordnete in Lettland gewählt. (.1. G. B.) Die endgültigen Ergebnisse der Sejmwahlen in Lettlaud sind noch nicht festgestellt. Bis jetzt erscheinen vier jüdische Deputierte als gewählt. Von diesen gehören zwei — die Herren Dubin und Wittenberg — der Agudas Jisroel an, einer — Herr Fischmann — von der national-demokratischen Partei ist auf die Liste des jüdisch-nationalen Blockes gewählt worden, der vierte Abgeordnete ist der Vertreter des zionistischen Sonderverbandes Misrachi (Nurock). Schweis. David Weinbaum In Zürich starb Herr David Weinbaum Herausgeber und Redakteur des „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz". Die Redaktion übernimmt Dr. Erich Marx-Weinbaum, der Schwiegersohn des Verstorbenen in Verbindung mit dem Begründer des Blattes Rabbiner Dr. Littmann. Der Verstorbene war bekannt als ausgezeichneter Journalist und Novellist, dessen Erzählungen aus dem jüdischen Leben sich vielfacher Beliebtheit erfreuten. Er genoß in weitesten Kreisen der Schweiz großes Ansehen. €ngland. Die Vorbereitungen zum jüdischen Weltkongreß. (J. C. B.) Mit der Ausführung der Vorbereitungsarbeiten ist das Mitglied der zionistischen Exekutive Dr. M. Söloweitschik betraut worden; der von jetzt ab dauernd in London bleiben wird. Allen zionistischen Organisationen sind Fragebogen übersandt worden, in welchen sie ihre Ansichten über den Wahlmodus und den Wert des Kongresses mitzuteilen haben. Daily Expreß gegen Dr. Chaim Weizmann. (J. G. B.) Die antizionislische Londoner Zeitung „Daily Expreß" greift in einem längenen Artikel Dr. Weizmann sehr scharf an als den-* jenigen, der Großbritannien „in den palästinensischen Sumpf hineingezogen hat". „Es ist das Genie des Dr. Ch. Weizmann" — sagt „Daily Expreß" — „des Beharrlichsten unter den Ausländern und des Mächtigsten unteren geheimnisvollen Männern, das uns in Palästina hält. Zaharoff und Venizelos sind gegangen und ihr geheimnisvoller Einfluß auf unsere Regierung ist verschwunden. Aber ein mächtiger Ausländer ist geblieben, einflußreicher als Zaharoff und Venizelos. Zaharoff war ein Mann der Geheimnisse, Venizelos ein geschickter Meister der Staatskunst. Aber der Beharrlichste unter den Ausländern, die beiden durch seinen Genius überragend, übt eine geheimnisvolle Macht über den Geist unserer einfachen englischen Politiker aus. Es war sein Genius, der uns Schritt für Schritt in den palästinensischen Sumpf gezogen hat. Es ist sein Genius, der uns dort fest hält und uns dort solange halten wird, bis wir bis zum Halse in ein unersetzliches Unglück gesunken sein werden. Der große Chaim ist einer der Meister, die die Chemie der Völker beherrschen. Er hat seinen Einfluß im Herzen unseres Foreign Offico und im Hirn unserer Regierung verankert." „Dr. Weizmann", setzt die Zeitung fort, „ist ein Mann von einem unwiderstehlichen Charm und einer magnetischen Kraft. Es ist aber die Pflicht der Wähler, dafür Sorge zu tragen, daß Dr. Weizmanns Eingreifen in die englische Politik aufhören soll. Jeder Kandidat soll daraufhin verpflichtet werden, für die Räumung Palästina mit Sack und Pack zu stimmen. Wir haben genug vom großen Chaim Weizmann und seinem palästinensischen Staat, subsidiert mit britischem Geld und basiert auf britischen Bajonetten." Emir Abdullah in London. Regelung des Verhältnisses zwischen Transjordanien und Palästina. (J.G.B.) Der Emir von Transjordanien, Abdullah, bekanntlich der Zweitälteste Sohn des Königs Hussein von Hedjas und der ältere Bruder des Königs Feisul von Mesopothamien, ist soeben in London eingetroffen, wo er als Gast der englischen Regierung weilt. Die Anwesenheit des Emir Abdullah in London wird von der englischen Regierung dazu benutzt werden, um eine Reihe mit Mesopothamien zusammenhängender Fragen zu regeln, so unter anderem die Verteilung der Gebühren für die im Hafen von Palästina" gelöschten Waren auf Palästina und Transjordanien nach einem entsprechenden Schlüssel, die genaue Festsetzung der Grenzlinie zwischen Palästina und Transjordanien; ferner das Benützungsrecht das Haifa-Damaskus-Eisenbahnlinie auf der Strecke zwischen Semach am Nazareth-See (Jamkinereth) und Nasib, wo die Linie in das transjordahische Gebiet übergeht. Bei Besprechung des Besuches des Emirs Abdullah in London bemerkt die „Times" mit einem gewissen Sarkasmus: „Die Offiziere der britischen Armee in Transjordanien sind alle mit einer einzigen Ausnahme Araber, auch die Zahl der englischen Beamten in der Umgebung des britischen Vertreters Mrs. Philby sowie im Dienste des Emir Abdullah selbst, ist nur klein. Als Entgelt dafür, ist der englische Name in Transjordanien viel weniger unpopulär als in Palästina oder in Mesopothamien, und das Wort,Mandat' ist dort nicht zum Schreckgespenst geworden." Amerika. Ehrung Felix Warhnrgs. (J. C. B.) Auf telegraphisches Ersuchen der Judenschaft von Brisk hat sich der Leiter des amerikanischen Jüdischen Joint Destribution - Komitee Felix Warburg einverstanden erklärt, daß eine mit Hilfe des Aufbaufonds des Joint neuerbaute Straße in Brisk den Namen „Felix Warburgstraße" tragen soll. Der jüdische Weltkongreß für den Anfbau Palästinas. (J.G.B.) Der Exekutivausschuß des amerikanisch-jüdischen Kongresses beschloß in seiner jüngsten Sitzung, eine Reihe von Schritten zu unternehmen, um das Interesse der amerikanischen Judenheit für die Teilnahme am Weltkongresse für den Aufbau Palästinas zu erwecken. Diese Resolution wurde nach einer Ansprache von Rabbi Dr. Stephen Wise angenommen, der die gegenwärtige Lage in Europa und in Palästina auf Grund seiner Wahrnehmungen schilderte. In dieser Sitzung wurde auch die Einsetzung eines ständigen Komitees beschlossen, dem das Studium von in irgend einem Lande außerhalb Amerikas begangenen Verletzungen der jüdischen Rechte obliegen wird. Argentinien. Großer Erfolg von Rabbi Nisim Danon in Buenos-Aires. Vor einiger Zeit wurde Rabbi Nisim Danon, einer der führenden Persönlichkeiten der sphardischen Juden in Palästina, seitens der Pekidim und Amarkelim in Amsterdam nach Argentinien entsendet, um für das orthodoxe Schulwerk in Palästina Propaganda zu machen. Bekanntlich sorgt für die Erhaltung des oithodoxen Schulwesens in Jerusalem sowohl für Aschkenesim wie Sephardim die Pekidim und Amarkelim vereint mit Agudas Jisroel. Diese vereinte Arbeit konnte nicht so viel Geld herbeischaffen, als nötig war, um alle Schulen im vollen Betrieb zu erhalten. So mußte die große sephardische Schule „Doresch Zion" vor einigen Monaten geschlossen werden. Rabbi Nisim Danon folgte nun einer warmen Einladung der sephardischen Gemeinden in Argentinien und verbrachte einige Monate in diesem Lande. Mit seinen Vorträgen verstand er das Interesse der sephardischen Juden für Palästina und besonders für die notleidenden Schulwerke in Palästina wachzurütteln. Nebst dem großen moralischen Erfolg brachte er einstweilen so viele Mittel auf, um die Eröffnung der gesperrten Schulen zu ermöglichen. Die Verbindung zwischen den palästinensischen Arabern nnd Kemal Pascha. (J. G. B.) Der Jerusalemer Korrespondent der „Morning Post" gibt die Namen der Delegierten der arabischen Exekutive in Palästina bekannt, die sich auf die Friedenskonferenz des Nahen Ostens begeben, um auf derselben die Interessen und Forderungen der Palästinensischen Araber zu vertreten. Die Delegatien besteht aus drei muselmanischen und einem christlichen Araber. Vorsitzender ist Musa Kasim Pascha, die anderen Delegierten sind: der Scheich Abdul Kader Musafer, Amin Effendi Tamim und Shibly Djemal. Shibly Djemal beabsichtigt, schon sehr bald Palästina zu verlassen, um sich zunächst zu Besprechungen mit arabischen Persönlichkeiten in Aegypten zu begeben, die sich um das sogenannte Palästina-Komitee gruppieren, von dort begibt er sich nach Konstantinopel zu Verhandlungen mit Kemal Pascha. Aus Konstantinopel wird Shibly Djemal zur Konferenz reisen. Wie der Korrespondent der „Morning Post" hinzufügt, fassen die Araber die Lage so auf, daß der Sevres-Vertrag mit allen seinen Bestimmungen, betreffend das Los der einstigen türkischen Gebiete, nicht mehr gültig sei und da das neue Abkommen zwischen den Türken und der Entente ihnen deshalb die Möglichkeit gibt, mit ihren Forderungen, die sich auf die Deklaration der türkischen Nationalisten, betreffend das Recht der Selbstbestimmung der ehemals unter türkischer Herrschaft gestandenen arabischen Länder stützt, nochmals hervorzutreten. Der französische Protest gegen das Palästina-Mandat. (J. B. C.) In gewissen französischen Kreisen, die sich mit der Orientpolitik befassen, macht sich jetzt eine Bewegung gegen das Palästina-Mandat bemerkbar. Im Namen einer Reihe französischer Organisationen, die an der Orientpolitik der französischen Regierung besonderes Interesse haben, hat Mr. Bonvalet an die Völkerbundversammlung in Genf gegen die kürzlich stattgefundene Ratifikation des Palästina-Mandates ein Protestmemorandum gerichtet. Palästinensische Araber auf der Konferenz des nahen Ostens. (J.C.B.) Die palästinensisch-arabische Exekutive hat beschlossen, eine Delegation zur Konferenz des Nahen Ostens zu entsenden. Haarez heißt das zionistische Tagblatt in Palästina. Wie Doar Hajom mitteilt, kämpft diese Zeitung mit finanziellen Schwierigkeiten und wurde allen Angestellten per 15. November gekündigt. Rabbi Porath in Enropa. Wie die palästinensischen Zeitungen berichten, begab sich Rabbi Porath nach Europa, um da für Erez Jisroel-Angelegenheiten zu arbeiten. Die Vertreter der Orthodoxie bei Jnstizsekretär Bentevisch. Wie «Kol Isroel" in Jerusalem meldet, besuchten vorige Woche Rabbi R. S. Jungreis, Generalsekretär des Vaad Ir. Aschkenasi und R. Rafael Katzenellenbogen, Redakteur der Kol. Isroel, den Justizsekretär und konferierten eine geraume Zeit über wichtige jüdische Angelegenheiten. Abdankung Sir Wyndham Deeds. (J.C.B.) Die „Daily Mail" veröffentlicht eine Meldlung ihres Korrespondenten in Kairo, daß Sir Gilbert Clayton, zuletzt Rat beim ägyptischen Ministerium des Innern, zum Nachfolger Sir Wyndham Deeds als Zivilsekretär in Palästina ausersehen sei. Schon vor einigen Monaten wurde berichtet, daß Sir Wyndham Deeds seinen Posten als Zivilsekretär der palästinensischen Regierung zu verlassen beabsichtige, daß er jedoch dazu bewogen werden konnte, noch einige Zeit in Palästina zu bleiben. Normaler Verlaut der Volkszählung. (J. C. B.) Die wegen Propaganda gegen die Volkszählung in Nablus verhafteten arabischen Notabein wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Volkszählung in Palsätina nimmt einen ungestörten Verlauf. Die Minderheitsrechte in Aegypten verweigert. (J. O. B.) Wie amtlich mitgeteilt wird, hat die Verf.issungskommissioii nach wochenlangen Beratungen, entg'ilug diu Aufnahme jener Bestimmungen in die neue ägyptische Verfassung abgelehnt, kraft deren den nationalen Minoritäten im" Lande eine gewisse Vertretung im ägyptischen Parlament gewährleistet werden sollte.

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