Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1922-09-22 · 33-34 (22.9.1922) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
33-34 (22.9.1922)
Date
1922-09-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2629891-2629953-2629985--0703-2632374
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 33/34 JÜDISCHE PRESSE Seite 203 Abschluß der Aktion nicht gedacht werden, aber ein Betrag von mehr als 2 0 0 Millionen polnische Mark, gesammelt von einer Organisation, die — als jüngste aller jüdischen Organisationen — sich erst zn entfalten beginnt, und die im eigenen Lande auf den verschiedensten Gebieten des politischen, sozialen, kulturellen und religiösen Gemeinschaftleben gewaltige Opfer erheischende Tätigkeiten einzuleiten hatte, ist eine Erscheinung von höchster und erfreulichster Vorbedeutung für die Gestaltung der jüdischen Verhältnisse in der nahen Zukunft. Die Agudas Jisroel- Landesorganisation in Polen hat sich mit ihrer Leistung für die hungernden Brüder in Rußland in ausgezeichneter Weise in die jüdische Geschichte eingeführt. Die Aguda in D e u t s c h 1 a n d hat mit ihren bisherigem Resultat (Mark 1,245.973, Dollar 017ü, l'fund Sterling 155, Schw. Francs 1*20, Franz. Francs 550, einschließlich der dort aus anderen Ländern eingegangenen Beträge) aufs neue bewiesen, daß in ihr organisatorische und moralische Kräfte edelster Art wirken. Daß die junge, von zwei Fronten aufs heftigste befehdete Agudaorganisation in E r e z J i s r o e 1 schon bis jetzt mehr als 700 Pfund Sterling für die Rußlandaktion aufbringen konnte, ist für die Kenner der Verhältnisse eine angenehme Ueberraschung. Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, daß in der jüngsten Sendung aus dem heiligen Lande 80 Pfund Sterling enthalten sind, die von den Glaubensgenossen in B a g d a d beigesteuert wurden. Unser kleines Oesterreich hat — das muß leider zugegeben werden — enttäuscht. Unsere Not in der Heimat erfordert zwar die größte Anstrengung von Seiten derjenigen, die für wohltätige Zwecke etwas übrig haben, angesichts der russischen Hungersnot hätte man indessen eine viel größere Beteiligung an dem Hilfswerk erwarten dürfen, als es bisher der Fall war. Die Sammlung in B a d e n hat — neueren Berichten zufolge — 18 Millionen Kronen ergeben. Das System der sowohl vom Wiener als vom Warschauer Bureau geübten Hilfeleistung findet in Rußland ungeteilte Anerkennung. Die Ära, durch welche die Lebensmittel übermittelt werden, bewährt sich aufs vortrefflichste. Die Pakete werden an einzelne Persönlichkeiten, Rabbiner, Gemeindevorsteher und sonstige Vertrauensmänner überwiesen und durch diese an die Notbedürftigen verteilt. Zahlreiche Anerkennungs- und Dankschreiben gelangten an die Agudas Jisroel von Gemeinden und Körperschaften, aus denen hervorgeht, daß die Hilfe, die den Notbedürftigen geboten wurde, auch in moralischer Beziehung aufrichtend und ermutigend gewirkt hat. Möge der Allmächtige G-tt des Erbarmens in dem heranbrechenden Jahr der Verheerung Halt gebieten und die Menschheit und sein Volk fortan die Segnungen eines allgemeinen Friedens teilhaftig werden lassen! Spendenausweis für jüdische Hungernde in Rußland. (Fortsetzung1.) Spendeneingang am Sabbat Ekew im Bet- Hamidrasch des jüdischen Jugendvereines Velke- Topolcanv K 371.250, Moses Frostig 2000, N. N. durch M. Porges 70.000, Agudafreunde 500.000, Moses Frostig 2000. B. Friedmann u. C. (London) 25.000, Schaff er 5000, Leopold Weiß (Budapest) durch Rabb. M. Fleisehmann 2100, Chaim Blei durch Moses Frostig 5000, big. Ludwig Kritzler durch Agudas Jisroel-Jugendgruppe (Wien) 20.000, Salomon Blum 7(500, Frau Klara Schreiber 10.000, Moses Frostig «'5000, Sammlung durch Aba Goldfeld 6980, durch (iruppenverband A. j. (Halberstadt) Dollar 5)70, II. Wotodarsky (Zürich) Dollar 30, durch Abraham ü. Hornstein Dollar 10, 11. Wolodarsky (Zürich) schw. Frcs. 5, Sammlung am Tischoh-beaw von der ersten orthodoxen Gemeinde in Galanta durch Oberrabbiner H. Seidl tsch. K '130, gesammelt, im Kisenbahncoupe durch J. Lampl (Mattersdorf) tsch. K 5, Mr. ('. Lapin (Jaffa) Pfunde 14 sh. 7 d 2, M. Hofbauer durch Raub. S. Fürst Rmk. 100, Samuel Halpern durch Abraham O. Hornstein (Svinemünde) Rmk. 1000, Malkiel Grünwald durch Rabb. Fürst. K 20.000, Martha Faltitschek durch M. Pappenheim 5000, Franz Fischhof gratuliert zur Verlobung Sehlesinger-Guggenheim 10.000: zusammen: K 1,540.230, Dollar 1010, schw. Frcs. 5, Rmk. 1100, tsch. K 7. Kinder für Kinder. Emil Josef Schön K. 30.000, gesammelt durch Margit Adler 234.300 und tsch K 7, gesammelt durch Karl Adler bei Hochzeit Weiß-Steuer K löl.OOO, Ilse Ruth Neuwirth statt Geburtstaggeschenk für ihre Schwester Edith Hanna 50.000. Berichtigung. Aus L e m b e r g wurden nicht, wie angegeben gewesen, K 11,200.000 sondern K 12,200.000 an die Wiener Zentrale abgeführt. — Die Spende „K i n d e r für Kinder'" im jüngsten Ausweis soll richtig heißen: Adele Rosenheim aus Frankfurt a. M. Verzicht auf Mehlspeise K 3000. Yom Jahre. Der künftige Historiker wird es leichter haben als wir, die wir die Ereignisse des verflossenen Jahres miterlebt haben. Vielleicht wird es ihm schwer ankommen, die Stimmung der jetzt lebenden Juden zu erfassen, aber die historische Entwicklung zu zeichnen soweit sie die Objektivierung und Auswirkung von Ideen zur Blüte bringt, wird dieser objektive Nachfolger besser können als wir, die wir im Jahre 5082 hochgespannt von fieberhafter Erwartung die Ereignisse im jüdischen Volke auf uns einwirken ließen. Viele von uns wären geneigt die Bedeutung des Jahres 5082 darin zu erblicken, daß die Mandatsbestätigung, die Besiedelung der völkerrechtlich anerkannten Verknüpfung des jüdischen Volkes mit seinem Heiligen Lande gebracht habe. Viele erkennen es aber schon bereits heute, daß dieses Ereignis als das Bedeutsamste hinzustellen ein historischer Mißgriff wäre, da weder die zukünftige Wirkung dieser Anerkennung so bedeutend sein kann, noch aber die Einwirkung dieser Bestätigung auf die jetzt lebenden Juden so tief ist, daß irgendwie dieses Ereignis als das Bezeichnendste für das Jahr 5682 sein soll. Wir glauben, daß wir viel richtiger handeln, falls wir als Orientierungspunkt für die Betrachtung der Ereignisse vom verflossenen Jahro das Verhältnis des jüdischen Volkes zu jenen Mächten nehmen, die nach unserer Ueberzeugung das Leben des größeren Teiles der Judenheit, noch immer am tiefsten beeinflussen, ja fast vollkommen beherrschen. Das ist das Verhältnis des jüdischen Volkes zu G-tt, zu seiner Lehre und zu seinem Lande. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet können wir die erfreuliche Wahrnehmung machen, daß in allen Ländern erfolgreiche Versuche gemacht wurden, um sich zu den oberwähnten Hauptfermenten des jüdischen Lebens in«ixurigere Beziehung zu setzen. Es sind diesbezüglich Anfänge geschaffen worden und Stützpunkte errungen, die ihre günstige Auswirkung erst in den künftigen Jahren "voll und ganz zeigen werden. Wir wollen vor allem den erfreulichen Umschwung hu Kreise der in den Vereinigten Staaten von Amerika lebenden Juden festhalten. Die amerikanische Judenheit spielt seit dem Kriege eine überragende Rolle in der jüdischen Welt. Durch ihren politischen Einfluß, aber noch mehr durch ihre Fürsorgearbeit für die durch den Krieg arg mitgenommenen jüdischen Institutionen in Ost- und Mitteleuropa haben sie für alle Zeiten ein Denkmal ihrer Anhänglichkeit an ihre Brüder gegeben. Es wäre aber ganz irrtümlich zu glauben, daß die Amerikaner bloß die Spendenden und die Kulturzentren Mittel- und Osteuropas die Empfangenden wären. Es ist eine tiefe und autrichtige Sehnsucht, die von Jahr zu Jahr eine steigende Tendenz zeigt, im Kreise der amerikanischen Juden wahrzunehmen, die bisher bewirkt hat, daß nach langer Vernachlässigung die Stätten alter jüdischer Kultur und Thoragelehrsamkcit mehr bedacht werden, ferner daß die Amerikaner selbst gewillt sind, nicht nur diese Stätten alter jüdischer Kultur und Tradition zu erhalten, sondern aus denselben zu schöpfen. Leider ist diese Sehnsucht noch nicht gestillt worden und es bleibt, eine vornehme Aufgabe der Führer der europäischen glaubenstreuen Judenheit, Sendboten nach Amerika zu schicken, die nicht nur Spenden und Unterstützungen von den Amerikanern erbitten. / sondern ihnen das geben, wonach die Amerikaner immer mehr und mehr laut verlangen: Lehranstalten und unbeugsame aufrichtige Männer reinen Willens und reiner Hände, welche die amerikanischen Juden wiederum in die Bahn echter Jüdischheit und Tradition lenken. Derselbe Prozeß vollzieht sich auch in den südamerikanischen Siedlungen, besonders in Argentinien. Einstweilen ist aber die europäische Judenheit gezwungen, an der eigenen Aufrichtung zu arbeiten und mit ihren Kräften zu sparen. Die ungeheure Zersetzung und religiöse Desolation, die der Krieg verursacht hat, haben noch nicht aufgehört Verhehrung anzurichten. Der Jugend wurde im Kriege die Autorität und Stärke der Tradition und die Treue zum Glauben der Väter aus dem Herzen gerissen. Diese Schäden gutzumachen, die Jugend auf den alten Pfaden zu führen und sie im Kampfe der Gesinnung zu ertüchtigen und auch wirtschaftlich wieder produktiv zu gestalten, war im verflossenem Jahre im erhöhten Maße Aufgabe der verantwortlichen Führer im Kreise der glaubenstreuen Judenheit. In Polen zeigt diese sich im Kampfe für die Erhaltung des Cheders, da der polnische Staat mit dieser Form der jüdischen Volksausbildung aufräumen wollte. Die glaubenstreucn Juden und ihre Führer waren sich dessen bewußt, daß in dem Augenblicke, wo die alte jüdische Schulform verschwindet, es auch um die Tradition geschehen ist, der schlimmsten Form der Assimilation Tür und Tor geöffnet wird und die alte eingebürgerte Sitte nicht mehr als Würde, sondern als Bürde betrachtet werden würde. Dieser Kampf um den Glieder dauerte durch das ganze Jahr und mit dem Beginne des laufenden Schuljahres nahm er einen akuten Charakter an. Jedoch lauten erfreulicherweise die letzten Nachrichten beruhigend, indem die polnische Regierung doch bewogen werden konnte, diese alte Form der jüdischen Schule nicht ganz zu vernichten. Es ist dieser Umstand besonders hervorzuheben mit Rücksicht darauf, daß heute Polen nicht nur einen großen Teil unserer jüdischen Brüder beherbergt, sondern auch alte Kulturzentren, wie etwa Wilna, in seine geographische Grcznen schließt. Nebst der Schulausbildung der Jugend, hat erfreulicherweise die giaubenstreue Jugendbewegung ge-' waltige Fortschritte gemacht. Mehrere Jugendzeitschriften, ein ganzes Netz von Fortbildungskursen stehen im Dienste einer derartigen Beeinflußung der Jugend. Die Begeisterung dieser jungen Menschen für das althergebrachte Ideal einer wahren und aufrichtigen Jüdischkeit ist das Resultat dieser Bestrebungen. Auch die Liebe dieser jungen Menschen zu dem Heiligen Lande, konnte sich in Polen vollkommen im Rahmen der thoratreuen Judenheit ausleben. Die Reise des großen Rabbi aus Gora-Kalwaria nach Palästina, seine Briefe und Stellungnahme für die Beteiligung der glaubenstreuen Juden an einer selbständigen Besiedelung Palästinas, hat gerade im Kreise der Jugend einen gewaltigen Widerhall erweckt. Die dritte Jahreskonferenz der Agudas Jisroel (Schlome Emune Jisroel) in Polen, Mitte Schewat dieses Jahres, hat auch der Jugend Gelegenheit gegeben all ihre Stärke und Vorzüge zum Ausdruck zu bringen und die tiefste Wirkung erzielte sie durch ihre demutsvolle und doch stolze Entschlossenheit ihre Kräfte und Tätigkeit nicht nur in den Dienst des Alten, sondern auch der Alten zu stellen. Nebst dieser erfreulichen Tatsache, hat die obenerwähnte Konferenz auch die positiven Kräfte zum Ausdruck gebracht, die den glaubenstreuen Teil der polnischen Judenheit erfüllen. Die Bestrebung, eine Organiastion zu schaffen und auszubauen, die im Dienste der Thora und Tradition steht und alle Ereignisse im Geiste dieser Ideale lösen will, der Wunsch Erez Israel in diesem Geiste zu besiedeln, die sozialen Unterschiede von vornherein durch diesen Geist zu mildern und ihre Schärfe zu nehmen, haben bei diesem Kongreß nicht nur eine glänzende Demonstration erfahren, sondern noch an Intensität und Zugkraft gewonnen. So stand die polnische throratreue Judenheit in diesem Jahre bei allen Anlässen und zu jeder Zeit bereit, mit wollte Israel anklagen. Er begann: „Hoher Gerichtshof! Der Prophet Jesaja sagte: Israel, die sündige Nation, das schuldbeladene Volk, die Brut von Uebeltätern, die verdorbenen Kinder, vergessen haben sie den Ewigen, verworfen den Heiligen, weil sie zurückgewichen."* Ich unterbrach ihn und rief: „Böser Verführer, was willst du von dem Volke Israel'?" Und icli wendete mein Angesicht zum Gerichtshof und sprach: „Hoher Gerichtshof! Der Satan hat den Satz böse gedeutet, denn der Prophet meinte so: Israel ist eine heilige Nation, vor der Sünde scheu, ein Volk, dem es schwer fällt eine Sünde zu tun, eine Schar von Wohltätern, Kinder, die den bösen Trieb verderben und wenn sie auch manchmal den Ewigen vergessen, den Heiligen verwarfen — sie weichen zurück und tuen große Buße." Darauf befahl der Gerichtshof: „Man lege die guten Werke und,die bösen Taten Israels in die Wagschale." Zu meinem Entsetzen waren die bösen Taten ein großer Haufen, die guten Werke aber, ein kleines Häuflein. Was konnte ich nun tun? Ich stellte mich hin und stahl nach und nach von den bösen Taten und legte sie * zu den guten Werken; die bösen Taten schrumpften nun in ein kleines Häuflein, die guten Werke aber stiegen zu einem großen Haufen. Als der Satan dies bemerkte, war er ganz entsetzt und tobte mit großem Geräusch: „Gewiß hat es Levi Jizchak getan!" Man suchte und man fand, daß ich wirklich böse Taten in die Schale der guten Werke gelegt hätte. Der Satan klagte mich nun des Diebstahls an und ich wurde dafür dem * Jesajc, Kap. 1, Vers. 4. Geschichten vom Berdytschewer. Von Chajim Bloch. G-ttes Wahl. Rabbi Levi Jizchok von Berdytschew hörte einmal, wie eine Frau am Rosch-Haschanah in russischer' Sprache G-tt pries und ihm verschiedene Loblieder zusang. Dann sprach sie mit großer Inbrunst: „Wir Juden haben an Dir G-tt'nu gewiß eine glänzende Wahl gemacht. Doch auch Du, großer Schöpfer der Welt, hast, indem Du uns zu Deinem Volke erwähltest, keine schlechte Wahl geholfen. Denn sieh', auch der leichtsinnigste Jude vergißt Deiner nicht — denn auch er ist — erschienen, um Dir zu huldigen und von Dir Vergebung der Sünden zu erflehen." Als der Rabbi das Gespräch der Frau vernommen hatte, erstrahlte sein Antlitz in großer Freude und es quoll aus seiner Seele eine Fülle von Segen über Israel. Der Lieblingssohn. Rabbi Israel von Pikow erzählte: Zu meinem Vater, sein Andenken sei gesegnet, kam einmal eine Frau und weinte gar sehr. Er fragte sie: „Weshalb weinst du?" Die Frau antwortete: „Ich weine, weil mir der Kopf sehr weh tut." Er sagte zu ihr: „Wenn du weinst, wird dir der Kopf noch mehr weh tun!" Das Weib antwortete: „Wie soll ich nicht weinen, es nahen die furchtbaren Tage und ich habe einen einzigen Sohn, Ephraim, und wer weiß, ob mein Sohn vor G-ttes Gericht bestehen wird." Darauf mein Vater: „Ein Vater hat » Erbarmen mit seinem Kinde, überhaupt mit so einem teuren Kinde und siehe, es steht geschrieben: „Ist mir Ephraim doch ein Lieblingssohn, ein Kind der Freude; rede ich über ihn, ich gedenke sein, auch erbarmen werde ich mich sein, spricht G-tt." Und mein Vater sprach den Vers mit einer wundersamen Melodie und süßer Weise. Der Rabbi und der Satan. An einem Rosch-Haschanah, da Rabbi Levi Jizchak die Hymne „Dem Allmächtigen, der Gerichte anordnet" anstimmte und zu dem Satze „Der seine Diener erkauft beim Gerichte"'kam, blieb er jäh stehen und wartete lange. Die Chassidim blickten in des Rabbi Antlitz, es leuchtete wie ein Feuer. Erst nach einer Stunde wendete er sein Antlitz zur Menge und. sprach: „Als ich die Hymne anhub, stellte sich mir ein Heer von bösen Engeln, Anklägern und Verderbern entgegen, die die Hymne nicht aufsteigen ließen. Wie sie mich erblickten, riefen sie entsetzt: „Levi Jizchak, der Fürsprecher der Juden! Levi Jizchak, der Fürsprecher der Juden!" und schlössen die Pforten des Gebetes. Doch icli fand ein Hintertürl und stieg auf. Icli schritt der Halle des Gerichtes zu, wo über Leben und Wohl und Geschicke aller Menschen und einer jedweden Kreatur entschieden wird. Der Allmächtige selber saß obenan, hörte den vielen Urteilen seines Gerichtshofes zu und große Scharen der Boten des Dienstes waren auf seinen Befehl bereit. In seiner Rechten hielt er den Stab der Gnade, in seiner Linken eine Rute. Der Satan, der böse Verführer, trat hervor; er

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.