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Jüdische Presse · 1922-06-30 · 23 (30.6.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
23 (30.6.1922)
Date
1922-06-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 23 JÜDISCHE PRESSE Seite 151 an der Richtigkeit dieser Nachricht. Die Zwangsorganisation und die Aufoktroyierung' eines Oberrabbiners über Gemeinden, deren religiöse Grundsätze von denen Dr. N'Miiirowers verschieden sind, würde in Widerspruch stehen mit. allen Begriffen der Religionsfreiheit im Staate Rumänien. England. Die ,Ica' und die Hilfe für Rußland. Die .Iea* .i»'\vish Kolonisation Association) trifft gegen- Brief ans Russokarpathien. Die jüngst gemeldeten Erfolge der ..Jüdisch konservativen Partei"', welche sich durch die warme Aklamation der Kultusgemeinde Munkacs. durch den Anschluß von Hust und Beregsas, sowie eine Anzahl kleinerer Gemeinden kundgegeben hat. ließen natürlich die sogenannte ..Jüdisch bürgerliche Partei*' nicht ruhen. Bei einer vor kurzem nach Munkacs einberufenen Versammlung, zu welcher auf den Einladungen ..vornehme Gäste" avisiert waren, führte das Hauptwort der Präsidentschafts-Kandidat. Gutt- 1 lann senior aus Sevljus, der auch schließlich •/Hin Präsidenten der Partei gewählt wurde. Das iiiterssanteste Moment der Debatte war die Frage eines Teilnehmers nach dem Programm der neuen Partei, welche dahin beantwortet wurde, daß der v orstand erst ein solches festsetzen werde. Leider verdolmetschten sich die wenigsten der Anwesenden diese Auskunft im Sinne der traurigen Tatsache, daß nur aus rein persönlichen Gründen und Ambitionen, in der Hauptsache jedoch auf Prager zionistisches Kommando, eine Partei gegründet wurde, deren einzige Tätigkeit bisher darin bestand, daß sie wertvolle Aktionen der ..Konservativen Partei"' teils behinderte, teils zum Nachteile Tausender von jüdischen Existenzen zerstörte. Es gibt wohl kaum ein Beispiel von ärgerer Irreführung und Verdrehung, als wenn diese Leute fortwährend unter dem Vorwande ,.Einigkeit zu machen" agitieren und hetzen, während sie von ihren wahren Beweggründen und von ihren zionistischen Prager Hintermännern nicht nur nicht sprechen, sondern die Stirne haben, sogar den Zusammenhang mit dem Prager Nationalrate zu leugnen. In solchem Sinne sprach auch der /i enge wählte Präsident Herr Guttmann senior, der von fremden Einflüssen, angeblich mit deutlicher Tendenz nach der Richtung des verdienstvollen!'vager Bevollmächtigtender ,.Konservativen i'arter' warnte, desselben Herrn Guttmann, weleüer erst vor kurzem von dem zionistischen wältig umfassende Vorbereitungen für eine umfangreiche Aktion zugunsten der Hungerleidenlen in Rußland und in der Ukraine. Vor der Rückkehr Herbert Samuels nach Palästina. Der Oberkommissär für Palästina hat nach fünfwöchentlichem Aufenthalte in England, London verlassen und wird seine weiteren Ferien bis Anfangs Juli in Frankreich zubringen. Die Gesundheit des Oberkommissärs ist vollkommen wiederhergestellt, er wird Mitte Juli auf seinen Posten nach Palästina zurückkehren. Vor seiner Abreise nach Frankreich Keren-Hajessod-Agenten in Prag sich in einem hohen Prager Amte vorführen ließ, von ebendem Herrn, dessen Zeitungsartikel im Prager Nationalratsblatte „Zidowsky Zpravy" vor einigen .Monaten die hiesige Judenschaft in die peinlichste Lage versetzt, hat und eine amtliche scharfe Richtigstellung des Vizegouverneurs provozierte. Herr Guttmann, der zur Zeit der Budapester orthodoxen Kanzlei zu den führenden Männern gehörte, scheut sich also nicht vor einem Amte mit dem bezahlten Keren-Hajessod-Agenten aufzutreten, welcher, wie noch erinnerlich, vor drei Jahren in Preßburg sich bemühte, die Genehmigung der Statuten der slowakischen Zentralkanzlei zu hintertreiben und der unablässig gegen alies. was konservativer Richtung ist. als bezahlter Professionist arbeitet. Ein jüdisches Kriegerdenkmal. Dieser Tage wurde in Boskowitz ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung der im Weltkriege gefallenen jüdischen Helden der Gemeinde enthüllt. Das schöne Kunstwerk wurde im alten jüdichen Friedhofe errichtet. An der Feierlichkeit hatte die ganze Bevölkerung, sämtliche Notabilitäten der Stadtgemeinde, wie auch prominente jüdische Persönlichkeiten aus Prag teilgenommen. Schulprüfung in Preßburg. Diese Woche haben bei der orth. isr. Volksschule die Prüfungen aus den jüdischen Gegenständen stattgefunden. Sobald das aufgearbeitete Pensum wie auch die Gründlichkeit, mit welchem die Zöglinge aller Klassen das ihnen Beigebrachte erfaßt haben, hatte die vollste Zufriedenheit der Prüfungskommission errungen. So wurde schon in der ersten Klasse neben dem Erlernen des gründlichen hebräisch Lesens einige Sidrah Chumisch gelernt. In der zweiten Klasse Chumisch, hebräische Grammatik und Mischnajoth, in der dritten Ghumisch, Gemoroh und Jehojschüa-Schoftim und in der vierten Chumisch mit Raschi-Komentar, Smüel 1 und 2 Buch und 12 Blatt Gemoroh gelernt. ,<Vn der Prüfung waren seitens des Rabverlautete, daß die über die Elektrifizierungskonzession Ruthenbergs eingeleitete Diskussion demnächst im Unterhause oder möglicherweise im Oberhause ihre Fortsetzung finden wird. (J. C. B.) Pmkn. Pogrome. Wie die ..Jewish Times*" aus Jerusalem erfahrt, sind in einigen Städten Persiens .huieninetzeleien vorgekommen. Die Lage soll ernst sein. binates Oberrabbiner Schreiber. Rabbiner Kaiisch, seitens der Gemeinde die Herren Isidor Pappenheim. R. Sahnen Lichtenfeld. IL Kotli. M. Fürst. M. Weiß und Kosenblüht, anwesend. Nach der Prüfung dankte Herr Lichtenfeld dem Religionslehrer Fleisehmann für seine erfolgreiche Arbeit. Hochzeit. Am 7. Juni fand die Vermählung des Fräulein Rosika W e i ß aus Miawa mit Herrn Jennö B i n e t h. Sohn des Herrn Gemeindepräsidenten Caspar Bineth aus Nowe Zamky. unter Teilnahme mehrerer Rabbiner und eines großen Kreise von Freunden der beiden angesehenen Familien statt. Auf Veranlassung des Herrn Josef B r o d y aus Wien wurde bei diesem Freudenteste eine Sammlung für den Kriegswaisenfonds der Aguda veranstaltet, die einen ansehnlichen Betrag ergab. Großer Brand in Kesmarek (K^smark). Aus Kesmarek wird uns geschrieben: Vor einigen Tagen wütete hier ein großer Brand, der fast dreißig jüdische Häuser einäscherte und viele Familien erwerblos machte. Der Schaden ist ungeheuer groß. Das abgebrannte Stadtviertel war fast ausschließlich von Juden bewohnt. Die große Wohnungsnot macht die Lage der Abgebrannr.-Mi sehr schwierig. Die jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen sind bestrebt, die Lage der Beschädigten so weit als möglich erträglich zu machen. Dr. Ludwig Lieben ans Prag ist von seiner Studienreise nach Berlin und Wien zurückgekehrt und hat seine badeärztliche Tätigkeit in Luhatschovitz, Hauptstraße, Villa Slansky wieder aufgenommen. Ordination von 8 bis 12 Uhr und von halb 3 bis halb 6 Uhr. BAD LUHATSCHOVITZ (MÄHREJJV) nuD Restaurant ersten Ranges wurde im Hotel,Morava' am.1.Juni 1922 wieder eröffnet Vorzügliche erstklassige Küche und aufmerksame Bedienung unter Mitarbeit des Herrn M. Natowitz, über den Referenzen erteilen dieN Herren Oberrabbiner Neutra, Osslany und Tapolcany. TSCHECHOSLOWAKEI. Aguda in Transylvanien. Vor kurzem weilte Herr M. Meißner, ein hervorragendes Mitglied der Agudaleitung in Oradeamare, in Wien und nahm Gelegenheit, in der Aguda-Jugendgruppe einen tiefdurchdachten und beifällig aufgenommene Vortrag zu halten. Am folgenden Tag hatte er eine längere Unterredung mit führenden Persönlichkeiten der Aguda über den Ausbau der Aguda in Transylvanien, bei welcher Gelegenheit er die Einladung behufs Entsendung einer Delegation dorthin überbrachte. Sijum. Sonntag, den 4. Juni, feierte die Mögen Awrohom Ghewra in Tapolcany einen Sijum auf Orach Chajim. In gehobener Stimmung aller Anwesenden ergriff unser gefeierter Herr Oberrabbiner das Wort, indem eidarauf hinweis, daß das alltägliche Leben in echt jüdischem Sinne, nur durch Erlernen und Ausüben der Halochos möglich ist. Nachher widmeten die Dajanim Ehrw. Rabbiner Schweiger und Ehrw. Rabbiner Deutsch dem Feste einige Worte. Herr Mordechaj Zarkower, welcher seit vier Jahren, Mühe und Zeit nicht schonend, das Vorlernen tagtäglich besorgte, beleuchtete die Bedeutung des Sijumfestes und forderte , die Teilnehmer auf, auch künftig mit demselben Eifer die Dmjrtt? zu besuchen. Herr Salamon Katzburg dankt namens der Teilnehmer. Es sprachen noch die Herren Moritz Bernfeld und Benzion Braun. Das Bensehen wurde um cK 600 verkauft, außerdem wurden für die Jeschiwahaktion der Aguda-Jugendgruppe und für die Machzike-Thora schöne Beträge gesammelt. Um das Arrangement hat sich besonders Herr Moritz Schenk und die Familie Eckstein verdient gemacht. Spenden für das Waisenhaus in Baden. (1. März bis 30. April 1922). Spielberg K 200, Schleiderer 1000, Kam 100, Weinberger 200, Wulkan 300, Belf 100, Farkasch 500, Tepper 1000, Gels 300, Billig 1000, Rosenblatt 1000, Waldhorn 1000, Charat 100, Brüder Honig 1500, Boichewer 500, Lazarewicz 200, Kapan 500, März 2000, Brüder Zuckermann 1000, J. Engel 500, Salzmann 200, Fröhlich 500, Feiler 50, Goldstein 100, Weitzenbaum 300, Schönfeld 200, Gewürz 500, Rosenblatt 500, Chajes 500, Nachtigall 300, llesky 700, M. Karp 1000, Koh 100, Katz 200, Krochmal 500, Rosner 200, J. Stein 1000, Hoffmann 500, Kario 2000, König 100, J. Wortsmann 500, Reiner 500, Goldberg 200, Herzhaft 100, Fischer 100, Feldschuh 200, Nebenzahl 1000, J. Bergslein 10.000, Marek 300, Groß 500, Senensieb 300, J. Katz 5000, Tenenbaum 3000, Tarler 300, Weinberger 300, Nestel 2000, Klappholz 500, Rosenzweig 500, Laugsner 500, März 2000, Sehlam 500, Feuer 300, Lang 1000. Gesamtsumme K 52.050, davon ab 10 Prozent für den Inkassanten K 5205, verbleibt K 40.845. — (Monat Mai 1922). Kam K 50, Bertisch 100, J. Stein 1000, Apfelbaum 200, Deruner 1000, Kupfermann 200, Stup 1000, Seinfeld 1000, Barschuk 1000, Luft 1000, Fenner 200, II. Gruber 2000, M. Kohn 1000, M. Rath 1000, Koffler 500, Hehving 500, Friedmann 500, Prisner 500, Eisenklamm 500, Dr. Landau 500, Schock 300, N. Scheuer 500, Keller 500, Zieher 500, Grüner 1000, Gels 1000, Farkasch 5000, Feuer 5000, Goldfeld 500, Burian 500, Nebenzahl 500, Schönfeld 800, Honig 1000, Ungar 300, Frankel 1000, Klappholz 500, Roth 500, Turnheim 500, Feil 1000, Ampel 1000, Reich 100, M. Singer 500, Honig 500, Schiff 1000, Tarler 200, Weinberger 500, Ornstein 200, Herzhaft 500. Gesamtsumme K 39.550, davon ab 10 Prozent für den Inkassanten K 3955, verbleibt K 35.595. Kriegswaisenfonds der Aguda. Dir. Ungar (Bratislawa) K 10.000, Franz Schaffer 1000, Sieg. Hofbauer 5000, Rudolf Klein 10.000, Schabse Rapperport 500, Isr. Kultusgemeinde Enzersdorf 2000, Sammlung Brismila Türkl 22.800, Synagoge Leopoldsgasse 46.845, H. v. Walde 1500, Kronenmarmeladewerk 3000, Marpe Lanefesch 23.156, Brüder Klein (Mödling) 20.000, Theodor Bauer 5000, Moritz Berl 2500, Vereinigte Karborundum- Werke 5000, Sumuel Marienberg 2000, Kabb. Dr. Bach 100, Brüder Gzeczowiczka 10.000, Knöpfelmacher 500, Ing. Hugo Stern 100, Brüder Ehrlich 5000, Richard Schwarz 2000, B. Bomse 300, Hermann Herzka 300, M. Singer 2000, I. Katz 1000, , Aeterna" Schuhfabrik (Atzgersdorf) 200.000, S. Trebitsch& Sohn 2000, Siegfried Herzl 100, Raubitschek & Pisk 1000, Rudolf Brandl 1000, Franz Ehrlich 100, Versicherungsgesellschaft Basler 500, Simon Reitzer 500, S. Deutsch 2000, Hochzeil Martins-Kaufmann 16.250, David Fischer 1000, Ester Leitner 1000, S. Stefansky 1000, Rosa Koli 500, I. Abraham 500, Singer 500, Fleisehmann 1000, Jona Leitner 1000, Moskowitz 1000, Jakob Stefansky 1000, Juda Leitner 500, Dr. Eugen Koritschaner 2000, Eger & Comp. 1000, Dr. S. Karpfen 1000, Arthur Katz 200, N. Bela Ujhely 1000, Franz Weiß 500, I. Horowitz 1000, Julius Kohn 500, Paul Grünwald 100,1. Markus 300, David Ostarrof 2000, Salornon Schwarz 1500, Heinrich Beck 1000, Jakob Glattauer 2000, Josef Popper 200, Emanuel Lamm 2000, Jakob Renner 1000, Pollaczek, Funk & Grünhut 2000, Markus Seemann 500, Julius Fiegdor 300, Ph. Katz 2000, Bandler & Sohn 100, Hermann Eder 3000, Wilhelm Eisler 200, Josef Donath 500, Dr. S. Siederer 1000, Verein „Achdus" 3289, Verein „Lewias Chen" 16.753, N. N. 102, Tempel Stumpergasse 7900, A. Schreiber 2000, A. Schreiber 500, B. Schreiber 500, Dr. H. Rosenberg (Ancona) 3000, Nierenstein (London) 15.000, Verein „Obel Abraham1' 12.183, Alexander Rosenstein 2000, A. Fischer 1000, Verein „Gemilas Chesed" 4650, Machsike Tag Tamus Juli Notizen \ Dienstag 6. 2. Tod Algasi (Kohelos Jakow) 5516 — Tod R. Mordechai Halperin Salkowa 5541 — Tod R. Esriel Hildesheimer (Berlin) 5659 Mittwoch 7. 3. Massakre in Köln 4856 (Tatnu) — Tod R. Saul Amsterdam 5550 — Tod R. Ascher Ehrenberg Przemysl 5591 Donnerstag 8. 4. R. Jonathan Eibenschütz vollendet Luchas ho-edus Freitag 9. 5. Massakre in Worms 4685 — Tod R. Isak b. Leb Salkowa 5438 Samstag 10. 6. Noah entsendet den Raben Sonntag 11. 7. Tod R. Isak Chajes (Prag) 5455 — Märtyrertod der Rabbiner R. Elieser, R. Chaim, R. Schlomo Tultschin 5408 (ITH) — Vertreibung der Juden Wiens 5459 — Tod des Kabbalisten R. Zwi Hersch Ziditschow 5591 Montag 12. 8. Chukas-Balak — Haftoro; W'haja sch'eris Joakow — Perek 5 — Tküfa 7-30 — Vision Ezechiels '

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