Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1922-06-16 · 21 (16.6.1922) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
21 (16.6.1922)
Date
1922-06-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2629953-2629974--0633-2632287
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 138 Talmud Thora-Volksschule, Wien, II. iMalzgasse 16. Es ist eine nicht umstrittene Tatsache, daß die jüdische Mädchenerziehung' zumindest von der gleichen Wiehl igkeit ist. wie die Knabenerziehung. Uni den vielfach geäußerten Wünschen gerecht zu werden und um diese Lücke im Erziehungsprogramm der glaubenstreuen Jugend Wiens auszufüllen, hat der Vorstand den Beschluß gefaßt, schon mit Beginn des neuen Schuljahres Parallelklassen für den ersten und zweiten Jahrgang für Mädchen zu eröffnen, die in pädagogischer Hinsicht allen Erwartungen entsprechen werden. Es bedarf nicht der Erwähnung, von welch weittragender Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft unseres Gemeindelebens der Ausbau und die Ausgestaltung des orthodoxen Schulwerkes ist. Es ist daher Pflicht jedes einzelnen Gesinnungsgenossen, diese heilige Sache zu fördern und zu unterstützen. Schon jetzt zeigt sich in unseren Kreisen ein lebhaftes Interesse auch für diese Mädchenklassen. Wir laden die Eltern schulpflichtiger Kinder ein, die Anmeldungen zum Besuche der Mädchenschule mögliehst sofort an das Sekretariat der Talmud Thora- Volksschule. Wien, 11. Malzgasse 10, gelangen zu hissen. Ungarn* Rabbinerinstallation. Rosch Chodesch Tamus findet in Sätoraljaujhely die Installation des neugewühlten Oberrabbiners Rabbi Joel Fellner aus Beled statt, Rabbinerwahl in Bonyhad. Die orthodoxe Gemeinde in bonyhad wählte als Nachfolger des vor einigen Jahren verschiedenen Gaon R. Eliezer Deutsch s. z. 1. den hervorragenden Talmudgelehrten Rabbi Elimelech Kohn aus Hern adzsadany zum Oberrabbiner. „Tomehe Jeschiwa" in Nyiregyhäza. Der hiesige Jugendverein „Agudas Bachm-im" beschloß in der am jüngst vergangenen Pessach-Feste abgehaltenen Sitzung-, in ihrem Kreise eine „Tomehe Jeschiwa" zu organisieren, zwecks Gründung einer Jeschiwa und der dazu nötigen Mensa. Dank der eifrigen Bemühung der Kommission und insbesondere der kräftigung Unterstützung der Leitung der hiesigen Gemeinde gelang es, eine Jeschiwa zu gründen, wo täglich Schiur, Neben- JÜDISGHE PRESSE schiur und Orach Chaim gelernt wird. Trotz großen Unkosten ist auch gleichzeitig die Mensa eröffnet worden, wo täglich über DU Baehurim unentgeltlich vollständig verpflegt weiden. Polen. Wiederaufbaukonferenz. In Warschau fand die vom JDC einberufene Wiederaufbaukonferenz statt. Nach einer kürzlichen Enquete sind in 515 Städten über G0.000 zerstörte jüdische Hänser vorhanden, zu deren Wiederaufbau 300 Milliarden polnische Mark erforderlich sind. Bisher hat die Regierung nur in 70 Städten den Juden den Wiederaufbau ihrer Häuser ermöglicht. Den Juden werden überall Schwierigkeiten gemacht. Die staatlichen Kreditanstalten für den Wiederaufbau, ebenso der beim Finanzministerium bestehende Aufsichtsrat für den Wiederaufbau sind judenrein. Es müsse daher ein spezielles jüdisches Aufbaukomitee geschaffen werden. Infolge des Abkommens, daß das JDC mit der JCA ohne Zustimmung des Wiederaufbaukomitees getroffen hat und der daraus entstandenen Differenzen, kam es zu einer Auflösung des Komitees. Riesenbrand in einem jüdischen Städtchen. Im Städtchen Glubokie bei Wilna brach vor einigen Tagen aus bisher unbekannten Ursachen ein Riesenbrand aus, dem hauptsächlich von Juden bewohnte Straßenzüge mit 300 Häusern, darunter zahlreichen Warenläden zum Opfer fielen. Drei kleine jüdische Kinder und ein alter Jude fanden den Tod in den Flammen. Der Schaden ist ungeheuer groß. Jugoslawien. Rabbinerwahl. Rabbiner Hirsch Lebovie aus Curug wurde in Nasice einstimmig zum Bezirksrabbiner gewählt. Die Installation wird am l. Juli stattfinden. Italien. Das Rabbinat von Florenz. Die jüdische Gemeinde hat beschlossen, das durch das Ableben des Doktor Margulies frei gewordene Amt eines Oberrabbiners von Florenz während des Trauerjahres nicht zu besetzen. Als Nachfolger kommen in Betracht Dr. Cassnto und der Oberrabbiner von Triest Dr. Zoller. Spendet für die Jugendgruppe! Nr. 21 Palästina. Raw Ostrowski demissioniert. Raw Ostrowski, der einzige Vertreter des Misvaehi im Waad Lcumi. hat zufolge des Beschlusses des Wa:rd Leumi in bezug auf das Eherecht, der in "Widerspruch mit der jüdischen Tradition steht, von seiner Stelle abgedankt. Das Grab Rachel in jüdischem Besitz. Wie die aiabisrlien Blätter melden, hat die Regierung das Orune.stück auf dem sie!, das Orab Rachel beiludet, einer jüdischen Oesellschaft auf hundert fahre verpachtet. Bekanntlich reklamieren die Araber das Orab Rachel als arabisches Eigentum, Kein Schadenersatz für die Ausschreitungen in Jaffa. Sir Winham Deeds, der Stellvertreter des High Oommissionars, empfing eine unter der Führung Mr. Harry Sachers erschienene Deputation von Juden, die während der Ausschreitungen in Jaffa große Schäden erlitten haben. Die Deputation forderte von der palästinensischen Regierung den Ersatz der Schäden, die sich auf mehrere Hunderttausend Pfund belaufen. Sir Winham Deeds erklärte, daß die finanzielle Lage es der Verwaltung unmöglich mache, den Forderungen der Deputation stattzugeben. (J.C. B.) Der Vatikan und Palästina. (J. C. B.) Einer Reutermeldung zufolge bestreitet man in vatikanischen Kreisen die Meldung, wonach der Heilige Stuhl an den Völkerbundrat einen Protest gegen das britische Mandat über Palästina gerichtet hätte. Der Vatikan übermittelte bloß den katholischen Standpunkt in bezug auf einige Bestimmungen in der Balfourdeklaration. Arabische Engherzigkeit. Auf Einspruch der Araber hat die palästinensische Eegierung das Aufstellen von Sitzbänken um die Klagemauer verboten, weil dieselben angeblich ein Verkehrshindernis bilden. Diese sonderbare Maßnahme ist um so mehr befremdend, als seit Jahrzehnten an der Klagemauer solche Bänke gestanden haben, um den dort betenden alten und schwächlichen Juden eine Sitzgelegenheit zu bieten. Das Vorgehen der Araber ist ein trauriges Zeichen der immer mehr und mehr um sich greifende Intoleranz der arabischen Bevölkerung. Ukrainische Waisen nach Palästina. In Befolgung einer Instruktion der englischen Regierung erteilte der englische Konsul in Warschau den 150 ukrainischen Waisenkindern, die mit Israel Belkincl nach Palästina reisen, die Einreisevisa ohne jede Gebühr. Der neueste Bluff der „Vereinigten". Die Tatsache, (.laß die „Jüdisch-konservative Partei" ins Leben gerufen wurde, hat in die Rethen der ,Vereinigte]f und .Volksverbäncller' Leben gebracht. Nachdem man in dreieinhalb Jahren Bestand des Volksverbandes gar nichts geleistet, begnügt mau sich nunmehr nicht mehr mit den Denunziationen, die .Konservativen' als Denunzianten zu bezeichnen, weil die Letzteren, resp. einige seriöse Männer, die Verantwortung für die Folgen der sogenannten .Minoritätsschutz-Politik; und die in Aussicht genommenen ^Bündnisse' abgelehnt haben, sondern wird — aktiv! Man beruft Versammlungen nach Zilina und Novo Mesto ein, und erinnert sich im Mai 11)22 der im November 1918 Ausgeplünderten, um eine Aktion wegen Vergütung der Schäden einzuleiten. Selbstverständlich — und dies scheint uns die Hauptsache zu sein — sind im Sinne des Beschlusses der Versammlung, welche ein .Exekutivkomitee' für die Durchführung dieser Aktion gewählt hat, ,z w e c k s D e e, k u n g d e r S p e s en den erlitten e n S c h ä d e n e n t s p r e c Ji e n d in p r o g r e s i v e r F o r m B e i t r ä g e z u leisten!!! Die Sache ist nicht schlecht ausgedacht, wir glauben jedoch nicht, daß dem beim Volksverband herrschenden ,prcgressiven' Dalles, auf d i e s e 'Weist; gesteuert werden kann. Ebensowenig glauben Avir auch, daß der Volksverbaud, dessen ganze ,Aktion' lebhaft an den eingefrorenen Trompetenton Münchhausens erinnert, auf diese Weist; sich Popularität schaffen wird. Es dünkt uns geradezu frivol, angesichts einer —- wie wir ja seit drei Jahren wissen — juristisch unmöglichen Sachlage und deswegen völliger Aussichtslosigkeit des Beginnens, eine derartige .Aktion' einzuleiten. Als Redner und Referent bei den diversen Versammlungen tritt der bekannte Professor ,Wiener Morgenzeitung' auf. Es die großen Führer von Preßburg, die bei der Februar-Versammlung der „Vereinigten' so glänzendes Zeugnis abgelegt haben, wozu sie alles ,fähig' sind, es vorziehen, sich, nachdem nun schon einmal mit ,Prag' nicht alles klappt, sich .Wien' zu verschreiben. der ,Vereinigten' Freud von der scheint also, daß Zusammenschluß der neologen Gemeinden in der Slowakei. Am Montau', den 5. Mai. hat ein Delegiertentag der Neologen und Status cjuo- Gemeinden der Slowakei in Piestany stattgefunden. Die Beratung wurde im Hotel Herzog vom Präsidenten der Lucencer Kongreßgemeinde Dr. Oppenheimer im Auftrage des vorbereitenden Komitees eröffnet. Dr. Oppenheimer schildert»! die Bedeutung der Versammlung und richtete das Ansuchen an die Erschienenen, daß der zu schaffende Bund der neologen Gemeinden alle nationalen und politischen Fragen ausschaltend, seine Tätigkeit ausschließlich in der Regelung religiöser und administrativer Arbeiten erblicken möge. Nach der Eröffnung wurde zur Wahl des Präsdenten für dies Tagung; geschritten. Gewä dt wurden als erster Vorsitzender Herr Dr. Gutb (Nowe-Zaiuky) und als zweiter Rabbiner Stein (Trnava). Der Kongreß beschloß, den Schulc'uan- Aruch als Basis des religiös-jüdischen Lebens anzuerkennen. Auf Antrag des Kabbiner Fischer (Trenein) wird der Name „Bund der jiidisc'iLU Gemeinden" angenommen. In orthodoxen Kreisen würde man noch eine gewisse Sympathie für diij OrganisationsVertretung Andersgesinnter empfinden, Falls sie ehrlich wären. Der neue Bund nennt sich „Bund der jüdischen Gemeinden", ehrlich und aufrichtig ist dieser Name nicht. Die Gründer wissen es ja sehr gut, daß der größere und bedeutendere 'Feil der slowakischen Gemeinden orthodox ist und bereits organisiert ist. Allerdings wird es sich zeigen, welche Tendenz die neue Vereinigung verfolgen wird. Aguda-Leben in Bratislava. Die Bratislavaer Jugendgruppe arrangierte auch heuer ein schön gelungenes „Schwiiesnaeht-Lernen", an dem Fast hundert Personen teilnahmen. Die orthodox'/ Kultusgemeinde hatte zu diesem Zwecke den Festsaal, der mit Zweigen und Blumen schön dekoriert war, zur Verfügung gestellt. Die Herren Max Glück, Wolf Weiß, S. Fisehhof und Sti ißer sagten schöne Diwre-Tauroh. Die Agudas Jisroel- Jugendgruppe will auch heuer schwache und iiuterernührle arme Kinder auf einige Wochen zur Erholung aufs Land schicken. Fs geht daher der Ruf an alle Freunde dieser Aktion, dieses schön.' und nützliche Vorhaben der Jugendgruppe zu fördern. Familien, die ein oder mehrere Kinder auf einige Wochen zu sich nehmen wollen, mögen der „Kinder aufs Land"-Scktion der Aguda- Jugendgruppe ihre^ Bereitwilligkeit mitteilen. Die PresovefcjAgudas Jisroel-Jugendgruppe entfaltet, trotz den Schwierigkeiten die ihr mancherseits bereitet wird, eine nachahmenswerte Tätigkeit. Vor kurzem wurde eine Jeschiwah-Sektion errichtet, die durch das agile Arbeiten der Herren Salamon Heinitz, David Achermann und Moritz Heller für 85 Presover Mindestbemittelte das Lernen in Jeschiwos ermöglicht. Aber auch auf allen anderen Gebieten ist diese Gruppe, die eine der schönsten Jugendgruppen der Slowakei ist, bestrebt, das beste zu leisten. Ein grandioser Erfolg der Zionisten. Das Prager „Tagblatt" berichtet, daß das Unterrichtsministerium dem Jüdischen Nationalrat mitteilte, daß es unter gewissen Bedingungen bereit sei, aie Einführung von Neuhebräisch als unobligaten Unterrichtsgegenstand an den Mittel- und Bürgerschulen zu bewilligen. . a Grabsteinstellung. Am 22. Siwan findet in Velke Kapusany die Aufstellung der Mazewa auf das Grab des im Vorjahre verstorbenen Rabbi statt. ■ _ _i _ Dr. Ludwig Lieben aus Prag ist von seiner Studienreise nach Berlin und Wien zurückgekehrt und hat seine badeärztliche Tätigkeit in Luhatschovitz, Hauptstraße, Villa Mansky, wieder aufgenommen. Ordination von 8 bis 12 Uhr und von halb D bis halb (> Uhr. Hotel- und Restaurant „Morava" Wir beehren uns unseren wie auch allen Badegästen mitzuteilen, daß wir unser in jeder Beziehung bewährtes und von vielen hochehrwürdigen DSlJ7 "H1D1 ^Tin '•JUU anempfohlenes Restaurant mit vorzüglichster Küche, aufmerksamer Bedienung, freien und luftigen Speiseräumen in nächster. Nähe des Kurparkes pTHön p p-nrna1? "KW unter strenger Aufsicht des Herrn Manes Natowitz am 6. Juni eröffnen. — Um großen Zuspruch wird gebeten. Milchspeisen außer Mittag zu jeder Tageszeit erhältlich.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.