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Jüdische Presse · 1922-02-24 · 8 (24.2.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
8 (24.2.1922)
Date
1922-02-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 8 JÜDISCHE PRESSE Seite 45 üeimcDosterrcicb. Trauerfeier nach Prof. David Kohn. Die vier Vereine, in deren Vorstand Prof. David Kohn s. A. Unvergeßliches geleistet hat, nämlich die Talmud Thora-Schule, Krankenverein, Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel und „The Vienna Jewish Relief Fund" veranstalten am Schlußtage der Scholeschim am I. Adar (1. März), abends Vi7 Uhr, im Turnsaal der Talmud Thora-Schule, II., Malzgasse 16, eine Trauerfeier. Förderer und Freunde dieser Institutionen, in welchen Prof. David Kohn s. A. so Hervorragendes geleistet hat, werden auf diesem Wege zur Ehrung des Dahingeschiedenen, zur Trauerfeier eingeladen. Talmud Thora-David Kohn-Stiftung. Freunde des verstorbenen Prof. David Kohn und Freunde und Förderer der Talmud Thora-Schule, welche die vornehmste Stätte der Wirksamkeit Prof. David Kohn war, haben beschlossen, zur Ehrung des Andenkens von Prof. David Kohn und zugunsten der Talmud Thora-Schule einen Stiftungsfonds zu schaffen. Spenden werden in der Administration dieses Blattes und im Sekretariat der Talmud Thora-Schule, Wien, II. , Malzgasse 16, entgegengenommen. Bisherige Spenden: 0. N. K 10.000-—. Generalversammlung des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel. Die Generalversammlung des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel fand am 14. Schewat (12. Februar) statt und hat sowohl durch den guten Besuch wie durch das hohe Niveau der Debatte ein erfreuliches Bild von der Arbeitslust und Arbeitsfähigkeit der Mitglieder gezeigt. Eröffnet wurde die Generalversammlung mit einer mit Diwre Thora geschmückten Rede des Vorsitzenden Herrn 1.1. Thumim. Darauf folgten die Referate M. Porges, Dir. Friedmann, (Baden), S. Nüssenbaum und Josef Brody. Nachdem lebhafte Debatte über den Rechenschaftsbericht des Vorstandes geführt wurde, an welcher sich Herr Prof. Dr. Max Eisler, S. Adler, S. Nüssenbaum und-Dr. Pollak beteiligten, erfolgte die Wahl, bei welcher nebst den alten, bewährten Vorstandsmitgliedern auch neue Kräfte, die eine ersprießliche Arbeitstätigkeit versprachen, gewählt wurden. Marpe lanefesch-Verein. Am 26. Februar 1922 wird die Generalversammlung des Vereines im Saale des Restaurant Mayrsohn, IL, Taborstraße 24 a, um 7 Uhr abends, abgehalten. Aus dem vorliegenden Ziffernbericht geht hervor, daß die Gesamteinnahmen zirka K 685.000 betragen. Dieselben setzen sich wie folgt zusammen: Mitgliedsbeiträge K 12.000, Bethaussitze K 120.000, Widmungen K 100.000, Büchsengelder K 60.000, Diverse Spenden K 393.000. Die Ausgaben setzen sich wie folgt zusammen: Gehälter K 132.000, Zins, Beleuchtung, Drucksorten usw. K 50.000, Unterstützungen K 40.000, Kriegswaisenhaus Agudas Jisroel K 36.000, Jesod Hathöra K 18.000, Tiferes Bachurim K 60.000, Machsike Hadas K 40.000, Einheit K 20.000, Palästina K 30.000, Bethausfonds K 100.000, zusammen K 526.000. Die Tagesordnung wurde wie folgt festgesetzt: 1. Begrüßung durch den Obmann; 2. Rechenschaftsbericht; 3. Bericht der Revisoren; 4. Eventuelles. Es ergeht an alle befreundeten Bethausvereine die höfliche Einladung, der Generalversammlung beizuwohnen. Israelitische Kiütusg-emeinde, Wien. Infolge Automati* sierungdes Telephon-Anschlüsse«, wurden die Telephonnummern der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, .wie folgt geändert: Präsidium, Sekretariat und sämtliche Abteilungen, I., Seitenstettengasse 2 u. 4, von 8 bis 3 Uhr: 60.217, 67.072, G3.106. Nach Schluß der Amtsstunden, Sekretariat: 60.217, Hauswart: 65.089. An Sitzungstagen, Sitzungssäle: 67.072 und 63.100. In den Nachtstunden, Hauswart: 65.089. Friedhofamt (Anmeldung von Todesfällen usw.) 20.669 (unv 'rändert). (v Polen. Die Chederfrage. (JPZ) Auf der Sejmsiizung vom 7. Februar ergriff zum erstenmal der neue orthodoxe Abg. Mendelsolm das Wort, um den Angriffen Br. Schippers gegen den Glieder entgegenzutreten. Abg. Mendelsolm wies auf die guten Erziehungsresultate des Gheder hin, dessen Erhaltung unbedingt von der Orthodoxie gefordert werde. Die Gegner des Gheder wollen die Grundlagen der Existenz des Judentums zerstören und er hoffe, daß die Regierung dieses Attentat auf das orthodoxe Judentum nicht gestatten werde. Der Vertreter des Unterrichtsministers, Lopuszanski, befaßte sich in einer längeren Rede mit den von Abg. Schipper erwähnten Drangsalierungen der jüdischen Schulen. Er erwähnte, daß es in Polen 1000 nich'tpolnische Schulen gäbe, die sich frei entwickeln, darunter 500 jüdische. Man habe zwar einige Schulen in den Randgebieten geschlossen, aber nur deshalb, weil sie nicht rechtzeitig um Kon- TELEPHON 40.324 EN GROS ss EN DETAIL zessionierung angesucht hätten. Die Regierung sei nur gegen die Russifizierung der nichtrussischen Bevölkerung. So gäbe es in den Randgebieten zahlreiche Mittelschulen für die jüdische Jugend, wo die Unterrichtssprache fast ausschließlich russisch ist. Die Regierung forderte nun, daß in den unteren Klassen die Unterrichtssprache statt russisch, polnisch sei, was auch fast überall bereits durchgeführt ist. Die höheren Klassen konnte man nicht liquidieren, da Mangel an Lehrern herrscht. Abg. Schipper habe auch das Unterrichtsministerium der angeblichen Verfolgung der Schulen gewisser politischer Parteien beschuldigt. Da diese Vorwürfe von den verschiedensten Parteien erhoben werden, so beweise dies am besten, daß das Ministerium unparteiisch vorgehe. Das Ministerium bemühe sich, von den Schulen jede Parteipolitik fern zu halten. Pogromagitation. (JPZ) Die Vertreter der Orthodoxen, Abg. Rabbiner Perlmutter und Gemeinderat Kirschbraun, intervenierten bei Innenminister Downarowiez wegen der vom Geistlichen Luczycki in Naleczow betriebenen Pogromagitation. Die von erwähntem Geistlichen gegründete Boykottgesellschaft bedrohe die Ruhe und öffentliche Sicherheit und hetze der Geistliche allsonntäglich in seinen Predigten gegen die Juden. Er fordere auf, die Juden auf alle möglichejWeise zu zwingen, ihr unbewegliches Eigentum zu veräußern und Naleczow zu verlassen. Der Innenminister sagte die Durchführung einer genauen Untersuchung und Ergreifung der nötigen Sicherheitsmaßnahmen zu. Aus dem Lodzer jüdischen Leben. Das Poznowskische Hospital',' das seit den letzten Kriegsjahren infolge mannigfacher Schwierigkeiten seine Tore geschlossen hielt, wird demnächst den Betrieb wieder aufnehmen, was in weitesten Kreisen der Gemeinde freudigst begrüßt wird. Im Stadtrat wurde über den Ausbau und die Ausgestaltung der Stadtbibliothek beraten. Ein Antrag auf Einrichtung einer jüdischen Abteilung wurde abgelehnt, dagegen wurde beschlossen, eine Abteilung für Judaica und hebräische Bücher der alten und neuen Literatur zu schaffen. Der wirtschaftliche Aufbau der Juden in Polen. (J. G. B.) Anläßlich des Beschlusses der polnischen Regierung, das vom Joint begründete Zentralinstitut für jüdische Darlehen und Sparkassen zu legalisieren, assignierte der Joint den vorläufigen Betrag von 30.000 Dollar zur Eröffnung dieser Darlehenskassa sowie weiter^ 45.000 Dollar für die Errichtung von technischen Lehrkursen, in denen der jüdischen Jugend professionelle Ausbildung zuteil werden soll. Diese Schulen werden auch zum Teile von der Ica miterhalten und verwaltet werden. Rumänien« Die liberale Partei und die Juden. Ein Mitarbeiter des in ungarischer Sprache geschriebenen, ausgezeichnet redigierten Organes der Siebenbürger Orthodoxen „ Jeschurun" hatte eine interessante Unterredung mit einem führe*rTTen Mitglied der sog. liberalen Bratianu-Partei, welche Unterredung in Anbetracht dessen, daß die Presse diese Partei als antisemitisch beschimpft, aber auch aus anderen Gründen auf allgemeines Interesse rechnen kann: „Welche Stellung nimmt die liberale Partei in der Judenfrage ein?" erkundigte sich der Mitarbeiter. Die Stellungnahme der liberalen Partei ist klar. Die Angehörigen der jüdischen Konfession besitzen dieselben Freiheiten wie die anderen Bürger des rumänischen Staates. Die Juden beschäftigen sich hauptsächlich mit Handel und Gewerbe. Die Entwicklung des Handels und der Gewerbe ist eines der Hauptziele unserer Partei. Unsere Partei will jedem Staatsbürger gleich dienen. Sie steht aber jenen Juden am nächsten mit seiner Auffassung, die im Judentum eine Konfession erblicken, ansonsten aber mit dem rumänischen Volke zusammengehen. Unserer konservativen Auffassung entspricht ehestens die jüdisch-religiöse Anschauung und wir erblicken im jüdisch-nationalistischen Standpunkt ein fantastisches Nebelbild, welches jedoch uns Juden entfremden kann. »Wie stellt sich die liberale Partei zur Frage der jüdischenEmanzipation?" Unsere Partei hat die Juden bereits im Jahre 1919 emanzipiert. Nicht weil sie hiezu durch den Friedensvertrag gezwungen wäre, sondern ganz spontan, dem Geiste der Zeit entsprechend. Gemäß der Emanzi- Grand Sanatorium Wasserheilanstalt Bratislava (Preftburg) Erstklassige Universal-Heilanstalt für Spezialbehandlung der inneren-. Nerven-, Zucker-, Gallenstein-, Nieren-, Magen-. Darm-, Herz- und Blutgefaßkrankheiten. Mast- und Entfettungskuren. Abteilungen für Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Urologie, Dermatologie, Ortopädie, Augen-, Ohren-, Nasen-und Keh Ikopfkranke. Wohnung, Beheizung, Beleuchtung, Bedienung, Krankenpflege, ärztliche Pflege, 5 Mahlzeiten von Kc 83a— aufwärts. Wasserheilanstalt in vollem Betriebe auch für Auswärtige. Streng rituelle "ItPD Küche unter Aufsicht des Preßburger Oberrabbi nates Leitender Chefarzt: DR. SIGMUND ARANYI. pation werden wir die konfessionellen Einrichtungen der Juden sowie ihre Schulen, ihre Seelsorger gleich den Einrichtungen, beziehungsweise der Seelsorgern der anderen Konfessionen unterstützen. „Wie stellt sich die liberale Partei zur Frage der Sabbate?" Unserem liberalen Standpunkt entsprechend, werden wir es nicht verhindern, daß jene Juden, die ihre eigenen Feiertage feiern, bei geschlossenem Laden an den Staatsfeiertagen arbeiten sollen. Damit schützen wir die Feiertage der überwiegenden Majorität vor der öffentlichen Profanisierung und geben jedoch Gelegenheit den Juden, daß sie ihre eigenen Feiertage ohne größere Opfer feiern können. jWas sagen Sie zu den Anklagen, die einzelne Zeitungen gegen die Liberalen erheben und diese als Antisemiten bezeichnen?" Kein Wort ist wahr daran! Schon dei\Name unserer Partei betont das Gegenteil. Wir erlauben keinemParteimitglied antisemitische Aeußerungen. Sie können Ihre Leser beschwichtigen. Kein wahres Wort ist an diesen Anklagen, nur eitle Stimmungsmacherei ist das Ganze! •Amerika. Gegen den Fremdenhaß. (JPZ) Vor dem Immigrationskomitee des Repräsentantenhauses hat Louis Marshall als Vertreter der Hias sich für die offene Tür ausgesprochen. Jeder Immigrant, der gesund, körperlich und moralisch passend ist, soll ohne jede Begrenzung hereingelassen werden. Amerika habe nicht nur Platz für fähige Immigranten, sondern bedürfe auch ihrer. Marshall antwortete schlagfertig auf alle an ihn gestellten Zwischenfragen und bewies in glänzender Weise die Haltlosigkeit der Behauptungen derlmmigrantengegner. Es ist interessant, daß gleich nach dem Verhöre Marshalls das Komitee die Einstellung aller Aveiteren Einvernahmen beschloß. Da noch zahlreiche Immigrationsfreunde einvernommen werden sollten, fürchtete anscheinend das immigrationsfeindliche Komitee die beweiskräftige Widerlegung seiner haltlosen Argumente. Ein Zusammenschluß der Chassidim-Rabbis. Nach einer Meldung der „J. P. Z." haben am 18, Januar fünfunddreißig in Amerika und Kanada sich aufhaltende chassidische Rabbis einen Verband gegründet, der das religiöse Leben und das Thorastudium. zu -fördern bestimmt sein soll. An der Spitze steht der Wisnitzer Rebbe, Rabbi Mendele Ghodorower sowie der Talner Rebbe J. M. Twerski. Eine litauische Anleihe bei den amerikanischen Juden. (J. G. B.) Der litauische Gesandte, Wladimir Karnekis, konferierte mit den in Amerika wohnenden litauischen Juden über die Auflegung einer Anleihe der litauischen Regierung in Amerika. In der darauffolgenden zweiten Beratung wurde ein Komitee aus bekannten litauischen Juden in den Vereinigten Staaten gebildet, das dem litauischen Geschäftsträger an der Durchführung der Anleihe behilflich sein sollte. Das amerikanisch-jüdische Hilfswerk in Ungarn. (J. C. B.) Das Rekonstruktions-Kornitee des Joint behandelte in seiner letzten Sitzung die Fragen des jüdischen Wiederaufbaues in Ungarn und wies den europäischen Vertreter, Mr. Landesko, auf tele- WIEN, IL, »STRASSE 39 (HOTEL BAYRISCHER HOF) GROSSE AUSWAHL IN IlKJRI^BNKIyEIrmisrsr FERTIG UND NACH MASS

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