Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 6 (10.2.1922)
- Date
- 1922-02-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 JÜDISCHE PRESSE Seite 83 Grand Sanatorium ülasserlKilanstalt Bratislava (Prdtöurg) Erstklassige Universal-Heilanstnlt für Spezialbehandlung der inneren-. Nerven-, Zucker-, Gallenstein-, Nieren-, Magen-. Darm-, Herz- und Blutyefäftkrankheiten. Mast- und Entfettungskuren. Abteilungen für Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Urologie, Dermatologie, Ortopädie, Augen-, Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkranke, Wohnung, Beheizung, Beleuchtung, Bedienung, Krankenpflege, ärztliche Pflege, 5 Mahlzeiten von Ke 83"— aufwärts. Wasserheilanstalt in vollem Botriebe auch für Auswärtige. Leitender Chefarzt: DR. SIGMUND ARANYI. dieser Weise, daß allmählich der Zionismus aus einer politischen Organisation zu einem Wohltätigkeitsvereine werde. Was sagen Sie doch dazu, wie schlau wir Leute aus Schiida sind? (So angenehm es ist, wenn sich der Kreis unserer Mitarbeiter erweitert, so ist nicht einzusehen, warum der Bericht aus Deutschland nun ausgerechnet aus Schiida kommen muß; vielleicht findet sich in Berlin selbst jemand, der uns weitere Aufklärung gibt.) jüdisches Geistesleben und €rziel)ung$we$en in Polen. Auf der zweiten Landeskonferenz des polnischen Rabbinerverbandes, die seit einigen Tagen anläßlich der bevorstehenden Versammlung der Aguda und der Konstituierung des „Rabbinischen Rates" für Polen in Warschau tagt, hielt der Oberrabbiner von Gliniany, R. Mair S c h a p i r a, ein ausgezeichnetes Referat über „ReligiösenGeist, Thorastudiumund Erzieliungswesen in Polen", das wir seines reichen instruktiven Inhalts wegen nach dem Berichte des Warschauer „Jud" in extenso wiedergeben: Das Erziehungswesen ist die Grundlage, auf die sich auch die Frage der Festigung der Religion stützt. Würde die Erziehung der Jugend nicht im religiösen Geiste geleitet werden, so könnte bei den kommenden Generationen von einer Hebung der Religion überhaupt nicht die Rede sein. Die Jugenderziehung ist aber vielfach von den wirtschaftliehenVerhältnissen bedingt. Und diese haben in den letzten Jahren leider eine Verschlimmerung erfahren. Ist der Vater genötigt, schon im zartesten Alter seines Kindes an dessen materielles Wohlergehen zu denken, so kann er begreiflicherweise der religiösen Erziehung, der Unterweisung in der Thora, die gebührende Aufmerksamkeit nicht zuwenden. An die materiellen Verhältnisse der Lehrer, der Melamdim, denkt der Vater überhaupt nicht. Das hat dann wieder zur Folge, daß die Lehrer, oder diejenigen, die ihren Anlagen nach tüchtige Lehrer werden könnten, jede Gelegenheit ergreifen, um einen anderen Beruf zu wählen. Solchergestalt sind wir heute vor die schwierige Frage gestellt: Wo nehmen wir Lehrer her? Die Rabbiner müssen die Sorge um das Schicksal des Erziehungswesens zu ihrer eigenen machen. Wie ist nun die Lage in diesem Augenblicke? — Amerika hat zur Verbesserung der Verhältnisse der Rabbiner und für Erziehungszvvecke große Summen aufgebracht. Diese Spenden sollten uns über die traurige Zeit hinweghelfen. Für uns hatten sie indessen die traurigsten Folgen nach sich gezogen. Denn was den früheren Assimilanten nicht gelungen ist, die jüdische Erziehung unserer Jugend zu entfremden, haben unsere neuen „Vormünder11 mit Hilfe der amerikanischen Gelder erreicht. War einmal ein Rabbiner genötigt, wegen einer Unterstützung nachzusuchen, so war es um seine Unabhängigkeit geschehen. — Die Thora-Anstalten wurden bei der Verteilung der Unterstützungsgelder fast vollständig übergangen. (Redner führt eine Reihe solcher Fälle zum Beweise an.) Weswegen konnten wir in Polen nicht mindestens das erreichen, was die Rabbiner in Litauen vermittels ihrer „Hilfskomitees" unter Vorsitz Rabbi Chaim Oser Grodsenzkys erreichten? Jetzt muß auch das Ausland von unserem Rabbiner-Verband Kenntnis erhalten und muß auch erfahren, daß unsere Vertreter die Interessen der jüdischen Erziehung wahrnehmen. Redner weist darauf hin, daß die Rabbiner des öfteren mit ihrer Ansicht aus übertriebener und unangebrachter Bescheidenheit zurückhalten bei Fragen, die sie sehr nahe angehen. Die Rabbiner müssen ihre Ansicht, klar und unzweideutig wie immer, so oft sie eine Gesetzesentscheidung treffen, zum Ausdruck bringen, wenn irgend eine Erziehungsfrage ihrer Meinung nach vom Standpunkte der Thora unzulässig ist. Sie müssen ihre Anschauung frei aussprechen, ohne Furcht vor denen, die ihre Entscheidung unlieb aufnehmen würden. Redner behandelt eingehend die Frage der Erziehung zum Handwerk. Das Handwerk erobert sich einen immer breiteren Raum bei der heranwachsenden Generation. Das Volk greift, gerne zum Handwerk, das zwar keine reichlichere, aber mehr sichere Existenz bietet. Die Atmosphäre aber, in der sich in unseren tagen das Handwerk bewegt, ist nichts weniger denn jüdisch zu nennen. Das konnte nur geschehen, weil dieses Gebiet von denjenigen, die in allen Dingen nur die Thora zur Richtschnur nehmen, arg vernachlässigt, wurde. Gewiß kann es nicht unser Wille sein, die dem Studium der Thora ergebene Jugend diesem Studium zu entziehen und sie dem Handwerkerberuf zuzuführen. Ohne Lomde Thora können wir uns unmöglich der Thora, dem Lebensnerv unseres Daseins, erhalten. Wir müssen aber auch jene Kinder in Betracht ziehen, welche nicht die Möglichkeit haben, es im Thoralernen bis zur G e- 1 e h r s a ni k e i t zu bringen und ohnehin Handwerker werden. Weshalb sollten denn diese Kinder allen Thorawissens bar bleiben? Auch auf diese Klasse von Kindern müssen wir unser Augenmerk richten, damit ihre jüdische Erziehung sich ihren Fähigkeiten anpaßt. Es müßten Fachkurse eingerichtet werden, in denen diese Kin ier von einem bestimmten Alter angefangen, sagen wir von 18 bis 14 Jahren, während einiger Stunden täglich in einem Handwerk unterwiesen würden, und so weiter je nach Möglichkeit bis zum 18. bis 20. Lebensjahr. WVihrend dieser Lehrzeit müßten die Schüler immerhin einige Tagesstunden dem Thoralernen widmen. Könnten wir eine solche Generation heranwachsen lassen, so würden wir dann mit wem die Fragen wegen Festigung des Glaubens zu erörtern haben. Erweist es sich ja auch im allgemeinen notwendig, die Unterrichtsfächer im Gheder zu systematisieren. In früheren Jahren, solange die Schüler dem Thoralernen eine Reihe von Jahren widmen konnten, hat die Reihenfolge des Unterrichtsstoffes, wie der Unterricht überhaupt, keine allzu große Sorge bereitet. Während der vielen Lernjahre ist der gesamte Unterrichtsstoff dem Kinde zugänglich geworden und es kam in der Tat nicht sehr darauf an, welcher Gegenstand zuerst und welcher später an die Reihe gelangte. Heute jedoch, da das Kind nur eine begrenzte Zahl von Jahren beim „Lernen* bleibt, muß dafür Sorge getragen werden, daß ihm während dieser Zeit das Lehrpensum nach einer gewissen Ordnung und Einteilung übermittelt wird. Man muß verstehen, die verfügbare Zeit auszunützen. Die Gheder-Anstalten sollten überhaupt eine einheitliche Form erlangen. Das kann aber nur durch fachmännische Leiter erzielt werden, welche sich bemühen müßten, die innere Lage der Chedarim systematisch zu verbessern. Die Töchtererziehung 'ist bei uns ein sehr kummerreiches Problem. Sie ist es deshalb, weil man ihr eine Reihe von Jahren nur geringes Interesse zuwandte, während man der Knabenerziehung zwar wenig Sorgfalt, aber doch viel Interesse widmete. Wir haben uns dabei auf die altgewohnte „häusliche Zurückgezogenheit" der jüdischen Töchter gestützt, wie ehedem, als noch jüdische Töchter nicht viel in Berührung zu kommen pflegten mit der Oeffentlichkeit, mit den Wellen der Zeit, die sich öfter in einer dem Judentum abgewandten Richtung bewegen. Damals bedurfte man auch einer solchen Gegenkraft nicht, um sie in den Bahnen des Judentums zu erhalten. Unsere Weisen lehren uns: „Wer seine Tochter Thora lehrt, ist, als ob er sie die Möglichkeit des Mißbrauches lehrte." Thorastudium war für die Männer besonders nötig als Gegenwirkung für die fremden Strömungen, denen sie ausgesetzt waren. Die jüdische Tochter, die jüdische Frau hingegen war geschützt drinnen im Hause, wo die engere Umgebung allein auf sie erzieherisch einwirkte und sie zu wahrem Judentum heranbildete. Unbemerkt jedoch sind unterdeß auch unsere Töchter hinausgerissen worden in die Netze fremder Kulturen und fremder Strömungen. Und weil sie dafür nicht ausgerüstet waren und weil sie nicht die geringste Kenntnis von Thora und Judentum besaßen, sind sie auf unjüdische Wege geraten, auf denen sie nun heranwachsen und erzogen werden. Noch mit einem schweren Problem müssen wir uns beschäftigen, das in Zusammenhang steht mit der Töchtererziehung — nämlich mit der Frage der Züchtigkeit im Lebenswandel der jüdischen Töchter. Wir müssen bekennen, daß es auf diesem Gebiete schlimm bestellt ist. Das traurigste ist aber, daß wir nicht die technische Möglichkeit haben, über diesen Gegenstand offen zu sprechen und in einer Form, die die Wirkung haben könnte, zu bessern. Es muß aber ein Weg gefunden werden. Denn was in dieser Beziehung geschehen sollte, muß geschehen. Wir sehen, daß die Angelegenheit, über welche nachdrücklich geredet und gesprochen wird, immerhin doch in die Massen dringt. Der Verband muß einen Weg suchen, damit seine Worte in die jüdischen Massen dringen. Es wird geplant, einzelne Sabbate zur Behandlung bestimmter Themen festzusetzen, zum Beispiel die Sabbatfrage. Es würde wenig nützen, wenn der eine oder der andere Rabbiner in seiner Gemeinde diese Frage abhandeln würde. Das Wort der Rabbiner muß in die Oeffentlichkeit stürmen. Das kann dadurch erreicht werden, daß an einem bestimmten Sabbat über Aufforderung des Rabbinerverbandes sämtliche Rabbiner, sämtliche Stellvertreter und Dajonim und überhaupt alle Bne Thora, ein jeder in seinem Kreise, über die Beobachtung des Sabbats sprechen. Die gesamte jüdische Masse wird es hören und wird es weitererzählen, daß am letzten Sabbat über die Beobachtung des Sabbatgesetzes gesprochen wurde. Auf die gleiche Weise könnte man andere Fragen des religiösen Lebens behandeln und Erfolg erzielen. Ich möchte auch die Frage des Frauenwahlrechts berühren — gerade im Zusammenhange mit der Frage d«r Festigung der Religion. Die Stellungnahme der Rabbiner in ihrer Gesamtheit zu dieser Frage ist eigentlich bekannt. Nach dem Gesetze ist es der Frau nicht gestattet, sich an der Wahl von Organen zu beteiligen, die religiöse Entscheidungen zu treffen bestimmt sind. Ungeachtet darauf, daß diese Entscheidung links einen Sturm hervorruft, müssen die Rabbiner ihre Meinung im Sinne des Gesetzes vernehmbar und offen heraussagen. Diese Frage ist aber eine Streitfrage unter den jüdischen Parteien geworden und die Parteien, die für das Frauenwahlrecht eintreten, möchten sie zu einer rein politischen Frage stempeln. Der Rabbiner-Verband, der Parteifragen ausweichen will, muß darüber vom Standpunkte der Religion sprechen, von einem Standpunkte, der ihm ein Recht gibt zu sprechen unbekümmert darum, ds»ß ein Teil der Parteien in Uebereinstimmung mit der gesetzlichen Entscheidung und ein anderer Teil im Gegensatz zu ihr sich befindet. In den Komplex der Fragen betreffend die Hebung des religiösen Lebens, des Thorastudiums und der Erziehung gehört auch die Frage der Schaffung einer reinen jüdischen Literatur. Denn das Kind wird letzten Endes durch den Einfluß der Literatur in nicht geringerem Maße erzogen, als durch die Erziehungsanstalten. Gewiß sind die Rabbiner nicht allein imstande, eine gute Literatur zu schaffen. Sie können aber den jüdischen Vater und das jüdische Kind darüber belehren, welches Lehrbuch und welches Lesebuch von der jüdischen Religion nicht entfremdet. Denn das wird dbch wohl allseitig — auch von den Linken — zugegeben werden müssen, daß eine gewisse Literaturgattung die Eigentümlichkeit und auch die Absicht hat, die Jugend von Thora und Religion zu entfernen. Anderseits sind aber eine Anzahl Bücher vorhanden, die vielleicht ausgenützt werden könnten und nur aus Angat vor fremden Literaturen gemieden würden. Schließlich müssen die Rabbiner ihren absoluten Standpunkt zur C h e d e r f r a g e aussprechen, besonders in diesem Momente, da einerseits das Gesetz wegen der allgemeinen Schulpflicht heranrückt und anderseits das Cheder von links scharf bekämpft wird. Der Gheder ist die elementarste und die allgemeine jüdische Erziehungsanstalt, ohne die das Judentum schlechterdings nicht auskommen kann. Selbst wenn die Regierung allgemeine Unterrichtsfächer einführen will, auch dann muß man den notwendigsten Bedürfnissen des Judentums Rechnung tragen und den Gheder belassen. Dieser wird bemüht sein, der Forderung nach allgemeinen Unterrichtsfächern in einer Form zu entsprechen, die seine Existenz nicht zerstört. Prinzipiell aber muß das Kind, das den Gheder besucht, vom Besuch ein« allgemeinen ^Schule befreit sein. Die Rede des Oberrabbiners S c h a p i r a rief stürmischen Beifall und allgemeine Begeisterung in der Versammlung hervor. Kritische Rundschau. Pius XL Uns, die wir in dem Glauben die Krone menschlichen Geisteslebens verehren, bietet der edel erfaßte Gedanke des Papsttums, alles irdische Streben der Völker mit der Macht der Religion zu überwölben, volles Verständnis. Der g-ttliche Optimismus der Religion läßt uns auch an eine wachsende Kraft der sittlich begriffenen Mission des Papstes glauben. Wenn wir unserer Mission würdig bleiben, so kann es nicht anders sein, als daß der „Apipijor" wieder wie so oft in schwerer Zeit, seinen Mantel schützend über das verfolgte Volk G-ttes breitet. Ein g-ttestreues Jisrael im Lande seiner Väter muß sich des Vertrauens und den Schutz des Papsttumes erfreuen, ebenso wie es sich jetzt zürnend gegen das entartete Treiben verlorener Söhne Israels wendet. Wie immer, ist es an uns gelegen, die weiße Rauchsäule, welche die Erwählung Pius XI. verkündete, als gutes oder böses Omen zu werten. Walter Rathenau. Da wiederholt sich die immerwiederkehrende Historie von dem jüdischen Weisen, der dem in Not geratenen Reiche mit Geist und mit Treue Wege der Hilfe weist, seinem Vaterland zu Nutz und seinem Stamme zu Frommen. Antisem hält den Atem an und sein Grollen zieht verhallend in die Ferne, wie abziehendes Gewitter. Sollen wir schnöde das Prokrustesmaß der Partei an diese Persönlichkeit anlegen, wo der Arier ihr über Rassen- und Glaubensscheiden hinweg, den Führerstab reicht? Dieser Mann mit deutschem Namen und deutschem Walten, wiegt schwerer für die Ehre, die Wohlfahrt und Sicherheit unseres Stammes, als der große schreiende Haufen jüdisch-nationalistischer Chauvins, der sich unter hebräischer Vignette, voll behangen mit blauweißen Kokarden, bramabarsierend als Judentumsretter anpreist. NACHRICHTEN Deimcbosttrreich. Die Generalversammlung des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel findet mit. Rücksicht auf die Trauerfeier nach Prof. David Kohn nicht im Turnsaal der Talmud Thora-Schule, sondern im Sitzungssaal der Agudas Jisroel, II. Malzgasse 12 a, Eingang Leopoldsgasse 16, Sonntag, den 14. Schewat (12. Februar 1922) statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Tätigkeitsbericht des Vorstandes, insbesondere über das neuerriehtete Waisenhaus in Baden. 3. Statutenänderung. 4. Neuwahl desf Vorstandes. 5. Eventuelles. Israelitische Kultusgemoinde Wier.. Von einem amerikanischen Komitee wurde eine Anzahl von Nähmaschinen für solche jüdische Hilfsbedürftige zur Verfügung gestellt, welche gewillt und befähigt sind, sich durch Näharbeiten ihre Existenz zu schaffen oder wieder aufzurichten. In besonders beiücksichtigenswerten Fällen wird auch Zubehör wie Nadeln und Zwirn, Knöpfe usw. vom Komitee beigestellt werden. Ansuchen, welche genaue Angaben über den Bittsteller und seine Möglichkeiten, sich auf diese Weise eine redliche Existenz zu schaffen, enthalten müssen, sind an das Sekretariat der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I. Seitenstettengasse 4, III. Stock, zu richten. Rechenschaftsbericht des Kriegswaisenfonds. Am 14. Schewat findet die ordentliche Generalversammlung des Kriegswaisenfonds der Aguda statt. Sie ist die erste nach der Konstituierung des Vereines, welche am 20. März 1918 stattgefunden hat. Doch reicht die Tätigkeit des Vereines vor dieses Datuni zurück. Es waren dies die Zeiten schwerster Prüfung, besonders für unsere Brüder in Galizjen, die von dem Sturm des Krieges entwurzelt, nach der Reichshauptstadt gekommen sind, um hier Schutz zu suchen. Sie haben hier diesen Schutz bei ihren Glaubensbrüdern gefunden und als schönstes Entgelt kann, nebst den neuen Kräften die sie den orthodoxen Juden zugeführt haben, die Tatsache vermerkt werden, daß sie ihre daheim gegründete galizische Landesorganisation der Aguda nicht untergehen ließen, sondern Dank der energischen Umsicht und alle Hindernisse überbrückender Tätigkeit ihres damaligen Präsidenten Herrn 1.1. Thumim in Wien, segensreich weiter wirken ließen. Als die grausamen Schäden des Krieges empfindlich wurden und besonders die Kriegswaisen nach Hilfe schrien, war es wiederum Herr I. I. Thumim, der seine besten Kräfte daran setzte, innerhalb der Agudas Jisroel-Organisation einen Kriegswaisenfonds zur Versorgung der Hinterbliebenen der Kriegsopfer von Galizien und der Bukowina und eine Stätte zu schaffen, wo für diese armen Waisen gesorgt wird. Und nun wurde unter der Leitung Herrn 1.1. Thumims ein provisorisches Komitee, dem Herrn Abraham t