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Jüdische Presse · 1922-01-13 · 2 (13.1.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
2 (13.1.1922)
Date
1922-01-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2 JÜDISCHE PRESSE Seite 9 Grand Sanatorium Wasserheilanstalt Bratislava (PreTjburg) Erstklassige Heilanstalt für innere und Hervenkranke. Spezialbehandlung der Zucker-, Gallenstein-, Nieren-, Magen-, Darm-, Herzu. Blutgefäßkrankhelten, Mast- und Entfettungskuren. Abteilungen für Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe. Urologie, Dermatologie, Ortopädie, Augen-, Ohren-, Nasen-und Kehlkopfkranke. Zimmer, Beheizung, Beleuchtung, Bedienung, Krankenpflege, ärztliche Behandlung u. 5 Mahlzeiten pro Tag von 100 Kc aufwärts. Leitender Chefarzt DR. SIGMUND ARANYI. Streng rituelle ^ttD Küche unter Aufsicht d.PreßD. Orth. Rabbinates Wien, am 3. Schwat nach Lemberg begeben. Es ist zu hoffen, daß Herr Wolf Pappenheim, der, im vorigen Jahre einige Monate in Erez Jisroel und dann in Transylvanien und Bessarabien, im Interesse der A. J. so hervorragend tätig war, auch in Ostgalizien mit gutem Erfolge arbeiten wird. Aguda in Ostgalizien. Herr Wolf Pappenheim ist in Lemberg angelangt. Aus diesem Anlasse fand eine Konferenz statt, an der Delegierte aus ganz Ostgalizien, darunter zwölf Rabbiner, teilnahmen. Am Abend fand eine Massenversammlung statt, die von mehr als zweitausend Personen besucht war. Die Redner wurden mit stürmischem Beifall empfangen und weckten allgemeine Begeisterung für die Aguda. (Ausführlicher Bericht folgt.) Für die ukrainischen Flüchtlinge in Polen. Die Agudas Jisroel-Organisation unternahm eine großzügige Hilfsaktion für die an der polnischen und bessarabischen Grenze sich ansammelnden Flüchtlinge aus der Ukraine. Die schweizerische Landesorganisation der Agudas Jisroel veröffentlichte einen Aufruf an die gesamte schweizerische Judenschaft zur Anteilnahme an der Sammlung von Geld, Wäsche- und Kleidungsstücken. Der Aufruf hatte den gewünschten Erfolg. 4200 Kilogramm Kleidungsstücke sind bereits nach Polen abgegangen. Dieser Tage begab sich eine Delegation der polnischen Landesorganisation der Agudas Jisroel an die östlichen Grenzgebiete, um die von der Agudas Jisroel zur Verfügung gestellten Kleidersendungen und bedeutende Geldbeträge unter den notleidenden Flüchtingen zu verteilen. England. Zurückziehung der Balfour-Deklaration? Die antisemitische und besonders starke antizionistische „Morning Post" veröffentlicht eine Mitteilung, daß die britische Regierung erkannt habe, daß die zionistische Interpretation der Balfour-Deklaration nicht durchführbar ist. Die zionistische Organisation gibt ein Dementi heraus. (Sie hat schon auch einmal feierlich erklärt, daß die Nachricht von einer Abmachung Jabotinskys mit Petljura eine Lüge sei.) Es sei, dies erklärt die Z. 0., eine Verdrehung der zionistisch-arabischen Verhandlungen (Tatsache ist, daß die zionistischen Berichte über diese „aussichtsreichen" Verhandlungen Lügen sind, da die Araber [siehe vorige Nummer] erklärt haben, überhaupt die zionistische Organisation nicht als einen Faktor anzuerkennen, mit dem man verhandeln muß). In keinem jüdischen Hause fehle die „Jüdische Presse". Amerika, Columbns, Jude? Wie amerikanische Blätter melden, sind alte Dokumente gefunden worden, die keinen Zweifel darüber lassen, daß Columbus nicht nur von jüdischer Herkunft, sondern selbst Jude war. Die spanische Regierung bestimmte eine Kommission, die Dokumente zu untersuchen. Jüdische Immigration. Während des verflossenen Jahres sind in Amerika 119.000 jüdische Einwanderer gelandet. Rußland. Orthodoxes Judentum in Sowjetrußland. An die Agudas Jisroel ist dieser Tage die erste autentische Nachricht über das Schicksal der Thora-Anstalten in Sowjetrußland gelangt. Rabbiner Schneersohn in Rostow am Don richtet ein Schreiben an die Agudaleitung, worin er die materielle Lage der russischen Thora-Lehranstalten als äußerst schlecht schildert und um die Einleitung einer großen Hilfsaktion bittet. Für die Verteilung der durch die Agudas Jisroel übermittelten Geldbeträge, Kleider und Bücher an die notbedürftigen Anstalten ist mit Genehmigung der Sowjetregierung ein spezielles Komitee, bestehend aus den Herren Rabbinowics, Belinko und Maserow in Moskau gebildet worden. Die Aguda wird in den nächsten Tagen darüber schlüssig werden, wie diesen ersten direkten Hilferufen der Thoratreuen aus Sowjet-Rußland am zweckdienlichsten entsprochen werden könne. Für die nächste Zeit werden weitere Nachrichten erwartet. Die Anklage gegen einen Rabbi. In RadomysJ verurteilten die Bolschewiken den Dajan Rabbi Benzion Bargowski zu drei Jahren Gefängnis, weil er im Tempel für die Stärkung des Judentums und für finanzielle Unterstützung der Talmud Thora und Chadarim plaidierte. Das Urteil hatte jedoch in der ganzen Stadt eine große Erregung hervorgerufen, so daß die Bolschewiken das Urteil annullieren mußten. Rabbi Bargowski hatte sich während des Prozesses sehr tapfer benommen. Er verteidigte das Judentum warm und mutig und sagte unter änderen: „Ihr Bolschewiken habt gegenwärtig die dritte Internationale, diese Internationale hat jedoch keinen Einigkeitswert. Ihr werdet noch eine fünfte Internationale erleben, das Judentum aber wird all ° euere Internationalen überdauern." Religiöses Erwachen in Rußland. Wie der Jerusalemer „Doar Hajom" berichtet, ist in Sowjetrußland eine sehr starke religiöse Strömung zu bemerken. Die Bet- und Lehrhäuser im ganzen Lande sind stets überfüllt, und zwar nicht nur an Sabbat- und Feiertagen, sondern auch an jedem Wochentage. Bethäuser, die längere Zeit, gesperrt waren, wurden wieder geöffnet und werden vielfach renoviert. In allen Städten werden Thorarollen geschrieben, um die verbrannten und im Laufe der Zeit ruinierten Sifre Thoras zu ersetzen. Aeltere Leute veranstalten aller Orten T alniud-Scliiurim. Die Bewegung hat nicht nur*die Alten und Kinder, sondern auch die Jugendlichen beiderlei Geschlechtes ergriffen. Litauen. Das Jiddische als Landessprache anerkannt. (JPZ) Der litauische Ministerrat hat auf seiner Sitzung vom 21. Dezember folgenden Beschluß gefaßt: „Befehle und Meldungen der lokalen militärischen und zivilen Behörden, die öffentlich bekannt gemacht werden, müssen in denjenigen Verwaltungsbezirken, wo laut den offiziellen Angaben mehr als 20 Prozent Juden, Polen oder Weißrussen wohnen, zugleich mit der Landessprache auch in den Sprachen erwähnter Nationalitäten publiziert werden." Die Rabbonimkonferenz in Wilna. Unter Vorsitz des Baal Ghefez Ghaim fand anfangs Gheswan in Wilna eine Konferenz der litauischen Rabbonim statt, die sich hauptsächlich mit. aktuellen religiösen Fragen beschäftigte. Es wurde unter anderem beschlossen, eine rege Propaganda zur Hebung der Jeschiwos und Talmud Thora-Schulen zu entfalten. Auf Antrag des Baal Ghefez Ghaim erklärte der größte Teil der Teilnehmer, sich an die Agudas Jisroel in Litauen anzuschließen, die Tätigkeit der Zentrale in Wilna zu unterstützen und in ihren Gemeinden Ortgruppen zu gründen. Ferner wurde Rabbi Miskowski beauftragt, die nötigen Materialien zwecks Gründung einer Aguda Horabbonim zu sammeln, die dem Plenum der zweiten Konferenz vorgelegt werden wird. Herbert Samuel und der Zionistenkongreß. Das in Jerusalem erscheinende zionistische Organ „Haarez" mußte auf Verlangen der Regierung in drei Nummern hintereinander folgende Berichtigung veröffentlichen: „Im „Haarez* vom 21. September haben wir einen Auszug aus dem Schreiben Sr. Exzellenz des Oberkommissärs an den zwölften zionistischen Kongreß in Karlsbad veröffentlicht. Wir teilen hierdurch mit, daß Se. Exzellenz der Oberkommissär keinerlei Schreiben an den zionistischen Kongreß in Karlsbad geschickt hat." In diesem Zusammenhang ist die Meldung des gleichen Blattes interessant, wonach Sir Herbert Samuel auf eine Einladung des New-Yorker Jüdischen Telegraphenbureaus, ' ihm einen Glückwunsch zur vierten Wiederkehr des Jahrestags der Balfourerklärung zu schicken, folgende Antwort erteilt hat: „Der Oberkommissär von Erez Jisroel dankt Ihnen für ihre Einladung, aber er bedauert, daß er nicht in der Lage ist, den Segenswunsch zu schicken, den Sie wünschen." Palästina-Arbeit. Herrn Nachum Rosenfeld aus Warschau, Mitglied der Palästinazentrale der Szlome Emune Jisro«l in Warschau, Polen, kehrte nach seinem mehrmonatlichen Aufenthalt in Palästina zurück. Er referierte am 2. Tewes in der Vorstandssitzung der Palästinazentrale der A. J. über seine Eindrücke in Erez Jisroel und brachte wertvolles Material für industrielle und kaufmännische Gründungen, welche jetzt von der industriellen Gruppe der Palästinazentrale in Wien verarbeitet wird. Repatriierung von palastinesischen Flüchtlingen. Der Palästinazentrale der A. J. in Wien ist es gelungen, neun Palästinaflüchtlingsfamilien, die von den früheren Flüchtlingstransporten unter den kümmerlichsten Verhältnissen in Wien zurückgeblieben sind, mit Aufbietung von sehr bedeutenden finanziellen Mitteln am 2. Schwat in ihre Heimat nach Erez Jisroel zu repatriieren. Jede Familie hatte eine Näh- oder Strickmaschine mitbekommen, um sich durch Erwerb in ihrer Heimat zu erhalten. Made in Germany. (JPZ) Die „Egyptian-Gazette" berichtet, daß die Föderation der englischen Industriellen einen Bericht des Jerusalemer Korrespondenten erhalten habe, worin dieser auf das Eindringen des deutschen Handels und Industrie und Verdrängung des' englischen Handels hinweist. Die deutschen Vertreter verkauften ihre Waren in Palästina zu einem billigeren Preise als die englischen, weshalb diese mit ihnen keine Konkurrenz aufnehmen können, obwohl die Kaufleute zugeben, daß die englischen Waren besserer Qualität sind. Die Deutschen dürften laut. Meinung des betreffenden Korrespondenten bald den ganzen Handelsmarkt Palästinas erobern. Bankhaus A. u. B. Friedmann & Co. Wien l., AYippliußerstraße Nr. 10 (Eingang Sclnvertg.;i) Tel. Nr. 61-0-22 interurban übernimmt zur kulantesten Besorgung alle bankmäßigen Transaktionen. TIT. Delegiertentaa der JIduda'üugendgruppen der Slowakei. Bratislava, den 24. Kislew 5682 {25. Dez. 1921). Anwesende: Bratislava: Dr. K. Rosenbaum, Sam. Schreiber, Nandor Kohlmann, Heinr. Kohlmann, Mor. Vogelmann, Josef Weiß, Max Glück, Max Löwy, Des. Ungar, Franz Fischhof. Velke-Topolöany: Alfred Friedmann, Julius Weiß, Paul Link, Julius Link (Gäste: Eugen Schlesinger, Sam. Bernfeld). Stupava: Ede Kohn, Simon Stern. Dunajeska-Streda: J. Lewitus, L. Stern, M. Petenyi, Tgn. Wimmer (Gast: Ign. Wimmer). Nitra: Max Kohn, Josua Latzer, Isidor Lampl. Nove-Zamky: Adolf Rosinger, M. Silbermann. Tinava: Alex Beck. Presov: David Ackermann, Heinr. Weiß. Piestany: N. Stern. Samoryn: N. Engel: Joka; David Gandl. Wien: Sieg. Stern, Nathan Steiner. Den Wiener Zentralmt vertritt Herr Generalseketür Jakob Joel Braun. Vorsitzender: Dr. K. Rosenbaum. Schriftführer: Sekretär Siegfried Frommer, Mor. Weiß und Jos. Taub. Der Vorsitzende eröffnet den Delegiertentag, begrüßt die Delegierten und den in Vertretung des Zentralrates anwesenden Generalsekretär Braun. Er wünscht, daß der Delegiertentag schöne Erfolge zeitige und nennt ihn den „dritten Delegiertentag der Arbeit". Generalsekretär Braun übermittelt die Grüße der Zentrale und des Jugendamtes der Agudas Jisroel und erklärt die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der orthodoxen Jugend. Es gibt bloß eine orthodoxe Jugend in der ganzen Welt, TELEPHON 40.324 EN GROS:: EN DETAIL dessen Ziel und Streben die Arbeit sei. In welcher Form dies geschehe, welche Kraftanstrengung angewendet werde, ist von den Orts- und Landesverhältnissen bedingt. Doch ebenso wie es eine einzige Jugend gibt, sei ihre Arbe.it in der Weise überall die gleiche, daß sie dem Thaurogesetze entspringe. Er referiert weiters über das neugegründete Jugendamt. Der Einheit der Aguda-Jugendgruppen gibt das Jugendamt das Gepräge. Es vermittelt zwischen dem Zentralrat und den einzelnen Landesorganisationen der Jugendgruppen. Es ist dies der erste Fall, wo das Jugendamt Gelegenheit hat, eine Landesorganisation zu begrüßen. Einen kleinen Ausblick auf die Entwicklung der Aguda werfend, betont Redner, daß der Umstand, daß Agudas Jisroel trotz aller Hindernisse, die ihm von Anbeginn im Wege standen, ungeschwächt fortwirkt, nicht zu WIEN,ll.,TilB0RSTRjlSSE39 (HOTEL BAYRISCHER HOF) GHOSSB AUSWAHL IN HBRfeKlVKI^TälDlSJRJ« FERTIG ITJSTJD NACH MASiS

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