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Jüdische Presse · 1922-01-06 · 1 (6.1.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
1 (6.1.1922)
Date
1922-01-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE scheidet, vermehrt sehen. Der englische Nationalstolz müßte auch einen Trost in der Idee des Erewraw finden, das sich in den reinen Geist der geistigen Kinder der Bne Israel gemischt hat. Irgend ein Witzblatt hat einmal eine Karrikatur gebracht, wo der Engländer dem Eingeborenen die Bibel zeigt und dabei dem vertieft Lesenden aus der Tasche Elfenbein und Gold zieht. Das ist unverdiente Verleumdung; Verquickung zweier entgegengesetzter Elemente des englischen Volkscharakters. Ein Anderer ist der, dem die edle Begeisterung für das G-ttesbuch Sporn war, die Heimat zu verlassen, den Schrecken Afrikas und Asiens zu trotzen, sein Leben daran zu setzen, G-ttes Wort in das Herz der Heiden einzupflanzen und ein anderes Element, das von der Peitsche der Habgier gejagt, dem naiven Naturkinde seine Kostbarkeiten für Branntwein entlockt, sich mit List seines Bodens bemächtigt hat und unschuldige, wehrlose Menschenkinder um ihrer Freiheit willen leiden ließ. Wir sind keine Feinde Englands, wie es gewisse Kreise gerne darstellen wollen, weil wir dem' scrap of paper der Balfour-Deklaration nicht die Bedeutung des Cyrus-Manifestes beilegen wollen. Wir erkennen vielmehr dankbar an, daß die Verbreitung der Bibel bei allen Völkern der Welt durch g-tteshegeisterte wahre Engländer eine höhere Gewähr für die Anerkennung unseres Rechtes auf den Boden unserer Ahnen bildet (wenn wir es auch dankend ablehnen, daß die Bibelgesellschaft sich bemüht, Eulen nach Athen zu tragen und ihre Bibelausgabe unter den Juden zu verbreiten). Die Engländer haben unser Rechtsdokument, die Bibel, bis in die dunkelste Welt Afrikas getragen und unseren historischen Anspruch ins Bewußtsein aller Volker geprägt. Wir betonen gerne unsere Wahlverwandtschaft mit den großen Glaubensvorkämpfern, mit den ragenden Humanitätsaposteln, die Englands Namen für alle Zeiten groß gemacht haben, wir erkennen ihnen das Recht zu, sich vom Volke der Bibel abzuleiten. Wir hoffen aus ganzer Seele, daß ihre Zeit, welche die große Zeit der Menschheit sein wird, kommen soll, wo sie wieder die Führung ihrer Nation erlangen werden und sich das englische Volk schaudernd von den blutheischenden Götzen abwenden wird, auf deren gräßlichem Altar Völker von fünf Weltteilen hingeschlachtet werden und deren Werkzeuge zu sein sich nicht die Besten unseres Volkes bömühen. Mit unserer Berufung auf die Bibel ist auch die Gewähr für die sittliche, für keines der Völker unleidliche Art unserer Landnahme gegeben. Gleich Abraham, der als Anrufer des Namens des Herrn ins Land kam und von allen Stämmen als „g-ttlicher Fürst" gefeiert wurde, dessen Gestalt noch heute im Orient so wundersam lebendig ist und dessen Andenken uns mit allen Stämmen brüderlich vereinigen könnte, wenn wir in seinem Namen einziehen werden und seiner würdig leben wollen. Das wäre der jetzt so gerne betonte dreifache Faden, der drei g-ttbegeisterte Stämme unzerreißbar umschlingen könnte. Die iUabrbcit über die zionistisch Die Araber anerkennen keine zionistische Organisation. Während Reuter-Meldungen und offizielle zionistische Blätter über den günstigen Fortgang der zionistisch-arabischen Verhandlungen berichten, veröffentlicht das große hebräische Tageblatt in Jerusalem „Doar Hajom" („Tagespost") folgendes Telegramm des Führers der arabischen Delegation nach Palästina: „Die (arabische) Delegation fühlte aus dem Gespräch mit dem Minister für die Kolonien, bei dem sie zu Mittag geladen war, heraus, daß die Regierung uns zu einer freundschaftlichen Verständigung zusammenbringen will. Dem Drängen des Ministers nachgebend, erklärten wir uns bereit, mit Dr. Weizmann in einer von seinem Vertreter geleiteten Sitzung zu verhandeln. In dieser Sitzung haben wir es frank und frei abgelehnt, die Zionisten als eine Organisation anzuerkennen, mit welcher wir zu verhandeln haben. Demzufolge hat der Vorsitzende versprochen eine andere Form zu finden, welche die Bedenken der Araber zerstreuen wird und uns die Zukunft des Landes sichert. Wir erwarten nun diese Form und fahren fort, die öffentliche Meinung aufzuklären. Kasim." Wir fügen nur hinzu, daß wir ebenfalls die zionistische Organisation, die durch ihren unverantwortlichen sabbatianischen Rummel das rote Tuch für die Araber geworden ist, nicht als geeignet halten, das Interesse des Judentums in Palästina gegenüber den Arabern zu vertreten. Die Orthodoxie in der miener Wir erhalten von achtenswerter Seite folgende Zuschrift: „Es wird davon gesprochen, daß die Kultusgemeinde unter dem Drucke der öffentlichen Meinung in der Orthodoxie, die in Ihrem Artikel „Die Orthodoxie in der Wiener Kultusgemeinde'' endlich zum Worte gekommen ist, bereits über einige Konzessionen an die Orthodoxie verhandelt, und daß unsere Kultusvorsteher daran sind, unseren traditionellen Standpunkt der Selbständigkeit preiszugeben und unsere Bechora für das Linsengericht einiger Konzcssionen zu verhandeln. Wenn es auch Tatsache würde, daß man der Schiffschulgemeinde das eigene Besdin zuerkennen würde, ebenso auf dem Gebiete des Friedhofswesensder Mikwa und des Religionsunterrichtes, so bliebe noch immer der unmögliche Zustand, daß wir Orthodoxen unsere eigenen Institutionen gänzlich selbst erhalten müssen und noch für die Erhaltung anderer uns nicht religiös erscheinender Institutionen Steuerlasten übernehmen, statt umgekehrt, daß jedermann in der Gemeinde an der Erhaltung des echten traditionellen Judentutnes partizipiert, während die Strenggläubigen weniger dazu verhalten sein sollten, Institutionen zu unterstützen, die ihren religiösen Prinzipien zuwiderlaufen und Spital, Altersversorgungs- und Siechenhaus auch weiterhin nicht rituell geleitet würden." Wir geben dieser Zuschrift, aus welcher ja die ehrlichste Ueberzeugung spricht, Raum, indem wir hiezu bemerken, daß wir volles Vertrauen zur Gesinnungstüchtigkeit der orthodoxen Kultusvorsteher hegen. Wir hören es von verschiedenen Seiten mit Vergnügen, daß unser Artikel „Die Orthodoxie in der Wiener Kultusgemeinde" den erwünschten Eindruck hervorgerufen hat. Es gereicht dies nicht so sehr dem Verfasser zur Ehre als der leitenden Majorität, die loyal genug ist, sich der Wirkung einer ehrlich vorgetragenen Wahrheit nicht zu verschließen. Wir hoffen daher, wo sich die bewährte Festigkeit unserer Vertreter und die Loyalität der Majorität zum guten Klange paart, daß die gerechten Ansprüche der Traditionstreuen die verdiente Würdigung finden werden. Es ist nicht das erstemal, daß sich das große zionistische Aktionskomitee in Wien versammelt; war ja Wien vom Jahre 1897 bis zum Jahre 1904 der Sitz der zionistischen Weltbewegung, und wenn man den Worten alter Zionisten glauben soll, waren diese sieben Jahre die fetten Jahre des Zionismus, nach welchen die Jahre des Mißwachses und der Sterilität gefolgt wären. Das große Aktionskomitee hat schon viel erfolgreicher, aber nicht lärmender getagt. Könnte sich das Wunder Josuas oder Gedeons bewähren und die Landnahme oder der Sieg mit Posaunenschall oder Spektakel allein errungen werden, so wären die Methoden der Herren gerechtfertigt, und von Niemanden-glänzender zu betätigen als von Stricker und. Genossen. So aber dient dieser Lärm um Nichts, nur dazu, den Arabern neue Waffen in die Hand zu liefern und die Fabel von der Stärke der zionistischen „Verschwörung" zu fördern. Das Bild der Verhandlungen ist, selbst wenn man die Münchhausiaden der „W. M." als Basis annimmt, ein niederschmetterndes. Sie stehen einfach vis-a-vis du rien und ihre einzige ernste Sorge ist, wie man Geld für den Beamtenapparat aufbringt. Weizmann. Er gehört sicherlich nicht zu den Männern, die bei näherer Bekanntschaft gewinnen. Sein Auftreten in Wien brachte die tiefste Enttäuschung. Das Wiener Publikum, selbst wenn es zum größten Teil aus den Naiven des uns so nahen Ostens besteht, ist in geistigem Belange nicht anspruchslos. Jeder Student spricht hier besser als Weizmann. Der Wiener Kunstgeschmack, der im Wortstile oft zum Kunstgeschmock gesteigert wird, beherrscht auch das einfachste Kaffeehausgespräch. Die primitive, oft vulgäre Ausdrucks- und Denkweise Weizmanns erregte daher tiefes Befremden. Dazu kam der schlechte Eindruck des jargonhaften Akzentes des Redners, dessen Erscheinung auch absolut den Eindruck unbedeutenden Menschen macht. Er hat selbst dl jener getäuscht, die ihn von Kongreßzeiten her i unbedeutend kannten, aber doch vorausgesetzt habet.» ..^ er mit seinem Amte gewachsen wäre. Er hat sich nur zum Nachteile verändert. Er ist gealtert und schwächer geworden. Seine ganze Stärke liegt allem Anscheine nach bloß im Ellbogen. Auch politisch bedeuteten seine Reden absolut nichts. Am ersten Abende provoziert er wieder die Araber am zweiten Abende spricht er in verblüffend vulgärer Weise von Jenen, die ihm die „Jewish agency" aus „der Hand reißen wollen" und offeriert sie freibleibend in Verkäufers Wahl „urn eine Million Pfund Sterling". Denn, sagt er, die Imponderabilien müssen auch bezahlt werden, das Geschäftsrenommee. Alles übrige der Rede war gut genug, um in einem Pinsker Chowere Zionverein in den Jahren 1880 bis 1890 gesprochen zu werden. Er hat mit seinen schwachen Leistungen als Redner und Führer eine dankbare Unterfolie für Dr. Chajes geboten, der neben Weizmann noch beinahe wie ein Staatsmann wirkte. Daß ihn Chajes geistig weit überragt, ist selbst für Lokalpatriotou kein Trost für die schwere Enttäuschung, die das Auftreten des von der Jabotinsky-Presse pneumatisch aufgepumpten Präsidenten gebracht hat. Aber auch die Reden Dr. Chajes leiden unter dem Umstände, daß er sich in seiner unreifen, kritiklosen Umgebung nicht an mehr Selbstprüfung gewöhnen konnte. So feierte er in seiner Meetingrede die Staatskunst Juda^ Makkabis, der, ohne Diplomatie studiert zu haben, ein Bündnis mit den Römern geschlossen hatte. Wie sonderbar! Die Geschichtestattet Juda Makkabi mit allen Tugenden aus; aber wie im Jozer dargestellt wird, daß alle großen jüdischen Führer einen Fehler hatten, so beklagt die Geschichte den großen politischen Fehler Makkabis — sein Bündnis mit Rom, das den Keim des Cluubans in sich trug. Dr. Chajes wußte bei der Makkabäerfeier nicht Besseres von Juda Makkabi zu rühmen, als das was die Geschichte als seinen schweren Fehler betrauert. Allerdings, er wollte ihn damit mit — Weizmann verglichen haben, der ebenfalls ein Bündnis (!) mit England gesucht, hat. (Interessant ist, daß die Rabbonim schon mit Makkabis Annäherung an Rom unzufrieden waren, und sich demzufolge von ihm zurückgezogen haben.) Morris Mover verlangt die sofortige Absetzung Jabotinskys. Der Redakteur des Londoner zionistischen Tageblattes „Zeit", selbst ein einflußreicher Zionistenführer, fordert im Leitartikel seines Blattes in den schärfsten Ausdrücken die sofortige Absetzung Jabotinskys und dessen gänzliche Entfernung aus allen zionistischen Acmtern, nachdem Jabotinsky in Amerika erklärt habe, daß er nicht abdanke, nur der Kongreß könne ihn absetzen. Meyer nennt Jabotinsky einen egoistischen Abenteurer, der seine Ambition höher als das Interesse des Judentums stellt. „Gegen einen solchen Schädling," schließt der Artikel, „müssen die strengsten Mittel angewendet werden." Die amerikanische Presse gegen Jabotinsky. Das poalezionistische Tagblatt in New York „Die Zeit" und das misrachistische „Tagblatt" fordern die Abdankuug Jabotinskys. Trotzdem Jabotinsky der Propaganda naturgemäß schadet, hat ihn die Exekutive nicht abberufen. Hier scheint ein höchst unrühmliches politisches Geheimnis obzuwalten, das der Exekutive nicht erlaubt, sich dieses Menschen zu entledigen. Englische Zionisten verlangen Entfernung Jabotinskys Die Zentralrat der englischen Zionisten hat in einer Zuschrift an Sokolow, Weizmann, Chajes und Ussischkin die sofortige Entfernung Jabotinsky gefordert und verlangt, daß diese Resolution in der Presse veröffentlich werde. Die „W. M." verschweigt diese Resolution. Wie die Londoner „Zeit" mitteilt, haben noch andere Landesverbände die gleiche Resolution gefaßt. Ebenso wird dort mitgeteilt, daß die Angabe Jabotinsky, als hätte er sich zuerst mit den russischen Zionisten besprochen, unwahr, sei. (Diese unwahre Behauptung gefährdet die Lage der Zionisten und Konservativen in Rußland aufs Neue.) Er habe sich bloß einen Delegierten, der seit Jahren nicht in Rußland wohnt, anvertraut. Das in Wien tagende A—C hat weder die Forderung der englischen Zionisten auf Veröffentlichung der Resolution in der Presse erfüllt, noch die Demission Jabotinsky veranlaßt. Es hat vielmehr Jabotinsky aufgefordert, nach seiner Rückkehr von Amerika Aufklärung zu erteilen und verwahrt sich gegen die Annahme, als ob die Exekutive bei der Sache Jabotinsky mitverantwortlich sei. Diese Resolution des A—C steht tief unter dem Meeresspiegel der in der zivilisierten Welt geltenden politischen Ehre. Das A—C, an dessen Spitze leider der Oberrabbiner von Wien und ein Kultusrat steht, macht sich gerade mit dieser Erklärung mitverantwortlich. Es entsteht die Frage, ob die Wiener Kultusgemeinde gestatten darf; daß sie durch ihre Funktionäre in internationale politische Händel, in Affären militärischer Agenten hineingerissen werde. (w^W) NACHRICHTEN. Deut$cfto$terreicb. Der Verein „Jessod Hathora" eröffnet für Bürgerschüler einen ganztägigen Kurs in Gemoro tossfos. Es wird hiebei den Schülern Gelegenheit geboten, als Privatisten von staatlichen Lehrern die Bürgerschule zu absolvieren. Anmeldungen an „Jessod Hathora", IL, Nestroygasse 11. Große Spenden für das Badener Waisenhaus der Aguda. Frau Thumim, eine Schwägerin des Präses des Kriegswaisenfonds der „Agudas Jisroel" Herrn J. J. Thumim, spendete anläßlich eines Besuches im Waisenhause, aus der Verlassenschaft ihres seel. Mannes Reb Moische Thumim s. z. 1. K 200.000 für den eisernen Fonds des Badener Kriegswaisenhauses, wofür an seinem Jahrzeitstage von den Waisenkindern ein Perek Mischnajos und ein Kadisch gesagt werde. Es ist die erste große Spende als Keren Kajemes und dürfte bald viel Nachahmungen finden. Außerdem spendete Frau Thumim zur bevorstehenden Chanukafeier K 1000. — Herr Eduard Deutsch (Wien) besuchte unser Waisenhaus, interessierte sich besonders um die Führung, Leitung und Versorgung der Anstalt und spendete K 5000. Chanukafeier im Badener Waisenhaus der Aguda. Am ersten Chanukatage veranstaltete das Waisenhaus der Aguda in Baden eine sehr schöne Feier, die dank dem rührigen Badener Verwaltungskomitee, mit Herrn Affenkraut und Herrn Smetana an der Spitze, einen glänzenden Verlauf hatte. Herr Direktor Friedmann begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste, insbesonders Herrn Oberrabbiner Reich, die Delegierten des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel, die Herren Dr. Joel Pollak, Josef Brody und Alfred Stroh. Direktor Friedmann hob hervor, in welch verwahrlostem Zustand die Kinder angekommen und welch wohltuenden Eindruck sie jetzt machen. Herr David Daniel leitete mit kurzen Worten die folgende Festrede des Herrn Oberrabbiner Reich ein. Rabbiner Reich schilderte mit bewegten Worten wie sehr es ihm freue, das Gedeihen des Badener Waisenhauses zu sehen, betonte die Opferwilligkeit der Aguda, in der Folge gedachte er mit tief empfundenen Worten der verstorbenen Eltern dieser armen Waisenkinder. Redner richteta einen warmen Appell an alle Wohltäter und Gönner des Waisenhauses, auch fernerhin diese Wohltätigkeitsinstitution durch Geldspenden zu unterstützen. Darauf folgte das Anzünden der Ghanukalichter, bei welchem ein zehnjähriger Waisenknabe namens Abraham Reich die drei Segenssprüche mit sehr schöner Stimme vortrug und im Gesang des zehngliedrigen Kinderchors konnte man die jubelnde Freude der Kinder an diesem Feste sehen. Die gutaussebenden und sorgsam gekleideten Kinder konnten nicht genug die liebevolle und gütige Pflege, die ihnen zuteil wird, rühmen. Den Schluß bildete eine opulente Jause, die sich die Waisenkinder trefflich schmecken ließen. Besonderes Lob gebührt der vortrefflichen Wirtschafterin des Waisenhauses Frau Stern, deren Umsichtigkeit und Geschicklichkeit die tadellos verlaufene Feier zu danken ist. Die polnische Aguda-Delegation in Wien. Auf der Reise nach Erez Jisroel langten die Herren Tobias Bialer und Moses Wojdyslawski letzten Montag in Wien an. Sie wurden vom Wiener Zentralbureau aufs freundlichste empfangen und begannen sofort gemeinsam mit der Wiener Agudaleitung die Arbeit, die mit ihrer Mission in Erez Jisroel zusammenhängt. Die Wiener Agudisten begrüßten mit besonders warmer Sympathie das vom Gerer Rabbi seinerzeit in Angriff genommene Projekt zur Gründung einer Häuserbaugesellschaft für Palästina. Es hat allgemein einen guten Eindruck gemacht, daß die Delegation über einen sehr guten Verlauf der Geldsammlung für den Keren Rajischuw in Polen und besonders in Lodz berichten konnte. Dienstag, den 13. Dezember, fand im Sitzungssaale des Zentralbureaus eine Konferenz von angesehenen Persönlichkeiten der Wiener Aguda statt, um die Maßnahmen zur Förderung der praktischen Palästinaarbeit der Agudas Jisroel zu besprechen. Unter allgemeiner Zustimmung wurde ein Komitee eingesetzt, mit der Aufgabe, sowohl den Aktienverkauf der Häuserbaugesellschaft als auch den der soeben von der Agudas Jisroel gegründeten Tabakpflanzungsgesellschaft zu

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