Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 43 (9.12.1921)
- Date
- 1921-12-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 JÜDISCHE PRESSE Seite 805 jüngerer Talmide Ghachomim das Wort. Im allgemeinen Teil begegnen wir einigen flott geschriebenen Aufsätzen zu Tages- und Erziehungsfragen in Palästina sowie ausführlichen Berichten aus dem Leben der palästinensischen Aguda und der orthodoxen Institutionen. Die Freunde des heiligen Landes sollten es als ihre Pflicht betrachten, die Zeitschrift zu bestellen (Preis 15 Schilling per Jahr) und durch reichliche Spenden zum Preßfond6 ihr regelmäßiges Erscheinen zu ermöglichen. Spendet für die Jugondgruppel NACHRICHTEN. i)eut$cDö$terreich. 2,331.48312 Kronen hat die „Jüdische Presse" im Monate November an Spenden ausgewiesen. Es wäre Spiegelfechterei, wenn wir dabei von einer steilen Kurve unseres Wohltätigkeitssinnes sprechen würden. Diese Summe bedeutet kaum 2000 Schweizer Franken. Besonders unseren Freunden in den Ländern der schweren Valuta obliegt die doppelte Pflicht, ihr goldenes Zepter den armen. Brüdern in den notleidenden Ländern zu reichen. Es sei hervorgehoben, daß von diesen Spenden nirgendweiche Verwaltungsspesen abgehen. Verein „Esra", Wien. Nach der Art der „Esra" in Deutschland hat die Leiterin des Kindergartens der „Jessod Hatauroh" Fräulein Bondi für die Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahre eine Kulturvereinigung geschaffen, die auf dem Prinzipe der Selbsterziehung fußend, durch geselliges Leben und entsprechenden Unterricht die heranwachsenden Mädchen zu religiös empfindenden Jüdinen erziehen soll. Der mit jedem Tage sich steigernde Zuspruch und der allseitige Beifall garantieren der überaus glänzenden Neugründung eine rosige Zukunft. Vergangenen Sabbat erzählte Herr Jakob Rosenheim einem von der orthodoxen weiblichen Jugend vollbesetzten Auditorium vom Wochenabschnitte. Aus den Aussagen und freudigen Mienen der kleinen Gäste zu schließen, erhielten diese einen bleibenden seelischen Eindruck von den Worten des berühmten und gefeierten Redners, der auf diesem Gebiete einen neuen Zweig seines unerschöpflichen rethorischen Talentes zeigte. Es war eine Vertreterin des orthodoxen Mädchenkulturvereines aus Budapest anwesend, welcher einen Jugendverein gleichen Musters ins Leben ruft. Das „Melawe de Jttalke" der Jugendgruppe gewinnt ständig neue Kreise der Wiener orthodoxen Jugend. Vergangenen Sabbat waren auch eine stattliche Anzahl von Mitgliedern erschienen und verweilten mit ihren jüngeren Gesinnungsgenossen in stimmungsvollem, durch die üblichen Gesänge anheimelnd unterbrochenen Gespräche. Dr. Pinchas Kohn, Jakob Rosenheim, Moses Porges hielten Ansprachen. Auch der finanzielle Erfolg brachte befriedigende Resultate. Mr. Sidney Strowe, Schatzmeister des „Vienna Jewish Relief Fund", war vergangene Woche auf mehrere Tage in Wien und spendete dem Komitee eine namhafte Summe. Das Schomreh Schabbos Gewerbeförderungs¬ und Stellenvermittlungsamt der Agudas Jisroel in Wien sucht Stenotypistinnen. Reflektantinen wollen sich gefälligst unter Angabe der nötigen Daten sofort melden. Eine großartige Spende Uriel Birnbaums. Uriel Birnbaum hat die Originale der für die Agucla- Jugendgruppe entworfenen Bilder dieser zum Geschenke gemacht. Sie bilden bereits einen schönen Wandschmuck des Lesesaales. Der Vorstand der Adas Jisroel hat beschlossen, sämtlichen Beamten und Angestellten des Vereines für den Monat Dezember eine außerordentliche Zulage in der Höhe der monatlichen Bezüge, die im November um 100 Prozent erhöht worden waren, zu bewilligen. Die Zulage wurde am 30. November mit dem Gehalte ausbezahlt. Der Vorstand hat dem Krankenhausverein einen außerordentlichen Beitrag von K 30.000 bewilligt. „Haderech." Hebräische Monatsschrift für die Interessen des glaubenstreuen Judentums. 4. Jahrgang, Nr. 1—2. (Wien, IL, Malzgasse 12 a. Preis 30 deutsche Mark jährlich.) Im leitenden Artikel: Erez Isroel motiviert Gh. J. Eiß (Zürich) in seiner bekannten Schneidigkeit die Notwendigkeit des Schrittes der Agudas Isroel bei der englischen Regierung. Rabbiner Thumim (ben isch tom) behandelt das gleiche Thema von der praktisch-politischen Seite. Mit dem Artikel „Michtowim me-Londön" (Brief aus London) beginnt eine Serie von Aufsätzen über das Leben der Orthodoxen in der britischen Hauptstadt aus der Feder Hazofes, in welchem Artikel die Misrachi und Keren hajessod scharf kritisiert wird. Aus Tewarje (Tiberias) schreibt ein Mitarbeiter unter dem Titel: „Afja schel Agudas Isroel" (Das Wesen der Agudas Isroel). Der Verfasser konstatiert das Zurückweichen der Misrachi gegenüber der Aguda und erörtert die Notwendig- : keit dieses Sieges. Redakteur Schönfeld (Schabsi I ha levi) schreibt über die orthodoxe Presse. Die i populäre Rubrik „Mistiagdenu" geisselt mit der j gewohnten beißenden Satire den „Sieg der Mis- I rachisten am Kongresse". In einem offenen Brief an den Waad hamfakeach protestiert Kolzinski gegen den Zustand des misrachistischen Schulwesens. Es folgen Berichte über die Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses und aus allen Teilen der Welt, Bücherbesprechungen usw. Marpe Lanefesch. Vor etwa dreißig Jahren versammelte Herr Rab. Nehemias Friedmann eine Anzahl thorafreudiger Genossen um sich und richtete einen regelmäßigen Schiur ein. Aus dieser Vereinigung ging dann vor mehr äls 26 Jahren die „Marpe Lanefesch" hervor. Dort wuiden täglich regelmäßige Lehrvorträge gehalten. Um die Teilnahme an denselben möglichst weiten Kreisen nutz> bar zu machen, wurde zunächst Tnach vorgetragen. Vor etwa neun Jahren begann Herr Rabbiner Fried mann mit dem systematischen Vortrag der fünf Bücher Mosis mit Raschi und sonstigen Erklärungen. Diese Vorträge fanden allgemeines Interesse und der Kreis der Teilnehmer wuchs ständig. Vorige Woche fand aus dem Anlaß des Sijums ein fröhliches Melaweh d'Malka statt. Bei dem Mahle, das in der Restauration Mayersohn hergestellt wurde, kennzeichnete Herr Rabbiner Friedmann in kräftigen Worten den Wert und die Bedeutung des gemeinsamen Thoralernens für alle Kreise des Judentums. Nachdem dem Vortragenden namens der Schiurteilnehmer der Dank ausgesprochen worden war, wurde von einzelnen Teilnehmern dieses Sudas Mizwah „diwre Thora" gesagt. Herr Rosner schilderte in launiger Rede, die mit geistreichen Thoraworten durchsetzt war, den Entwicklungsgang dieses Schiur. Anschließend an eine glänzende Midraschauslegung brachte Herr Wolf Pappenheim Grüße. In schöner, gehobener Stimmung blieb die Gesellschaft zusammen; es wurde der Erlös für das Benschen, etwa 70.000 Kronen, für Thorazwecke bestimmt. Hoch befriedigt und wahrhaft erfreut verließen die Teilnehmer das schöne Fest, mit der neugefestigten Ueberzeugung, daß Thoralernen die einzige Grundlage und das verläßlichste Mittel ist, das Judentum zu festigen und zu erhalten und Frieden und Freundschaft zwischen Menschen zu begründen. J. „Theologia" Verein jüdischer Hochschüler an der isr.- theol. Lehranstalt Wien. In der ersten ordentlichen Generalversammlung am 22. November wurden die folgenden Herren in den Ausschuß gewählt: Manfred Papo, Präsident Hirsch Taubes, Vizepräsident; Josef Wahrhaftig, 1. Schriftführer; Egon Levin, 2. Schriftführer; Mordko Bronstein, Kassier; Joachim W. Hirschberg. CscbeclwlowaRei. Pessicha. Sonntag P. Toldös fand die Pessicha an der Bratislawaer Rabbinatsschule statt. Oberrab. Schreiber nj. bezeichnete die Lebensweise des Bachurs, indem er erklärte, daß TH nur in der südlichen Zone, von dem Getriebe der Welt abgeschlossen, ein richtiges jüdisches Bachurimleben, wo Thauro und Jiroh geeint ist, einsetzen kann. Die zum Herzen dringende Moralrede Sr. Ehrw. dürfte unter den zahlreichen Anwesenden Widerhall gefunden haben. Sr. Ehrw. dankte den anwesenden Mitgliedern der Gemeinde, insbesondere dem Vorstand, für ihre Teilnahme, das Los der Bachurim zu erleichtern. In gehobener Stimmung, mit den besten Vorsätzen, sich der Teilnahme alier Kreise würdig zu erweisen, verließ die auf eine bedeutend größere Anzahl gewachsene Bachurimschar die Schiurstube. Frühstücksaktion der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Bratislava. Diesen Semester wurde wieder eine Frühstücksaktion durch die Jugendgruppe unternommen. Es bedeutet dies für die Bachurim eine bedeutende Erleichterung, da ihnen im Lokale der Mensa zu äußerst billigem Preise Frühstück und Nachtmahl geboten wird. Berichtigung. In der vor wöchentlichen Nummer wurde Herr Julius Neuwalder, Nitra, Präses der Agudas Jisroel-Ortsgruppe, der bekannte Talmid- Chochom und glänzende Hebräer, irrtümlicherweise als Präses der Agudas Jisroel-Jugendgruppe bezeichnet. Die Redaktion (Bratislava). Deutschland. Folgen der Diaspora-Politik. (JPZ) Graf Reventlow schreibt im „Deutschen Tageblatt", die zionistische Zentrale werde demnächst in Berlin ihren Sitz nehmen, und da gleichzeitig unbemerkt auch die bolschewistische Zentrale nach Berlin übersiedelt sei, so werden die beiden stärksten aktiv jüdischen Strömungen von Berlin als der „zionistisch bolschewistischen Zentrale" aus, alle Hindernisse für die jüdische Weltherrschaft zu beseitigen streben. Vor diesen Plänen müsse Deutschland gewarnt werden. Ungarn. Rabbiner-Installierung. Die orthodoxe Gemeinde in Verpelet wählte am 22. November Rabbi Josef Pollak aus Mezöcsat einstimmig zu ihrem Oberrabbiner. Eine Abordnung der Gemeinde geleitete ihn in den schön dekorierten Sitzungssaal, wo ihn die Herren Heinrich Fleischmann und Emauuel Deutsch im Namen der Gemeinde und Herr Max Spitzer namens der Kallaer Filialgemeinde begrüßten. Am Abend fand ein glänzendes Bankett statt, an welchem auch die Rabbiner aus Szerencs und Diosgyer teilnahmen. Bei dieser Gelegenheit spendeten Heinrich Fleischmann u. K 100.000, Armin Reiner u. K 10.000 und Josef Meiß u. K 10.000 zugunsten der Jeschiwo in Verpelöt. Wahre Wohltätigkeit. Herr Emil Rosenfeld, Präsident der Ghewra Kadischa in Gyöngyös, spendete 10 Joch Weingarten im Werte von über 10 Millionen ung. Kronen dem Komitee zur Gründung eines jüdischen Waisenhauses und Krankenhauses. Siebenbürgen. Das Statut für die jüdischen Gemeinden Siebenbürgrens. (J. G. B.) Der Minister des Innern beauftragte den Präfekt von Klausenburg, einen Entwurf zur Regelung der jüdischen Gemeindeangelegenheiten in Siebenbürgen auszuarbeiten. Bekanntlich lösten sich die Sephardim von den aligemeinen jüdischen Gemeinden los und es sei bisher nicht zu überbrücken. Der Präfekt sei daher von seinem ursprünglichen Plane, die Steuereinhebung der jüdischen Gemeinden zu zentralisieren, abgekommen und wird der Regierung den Vorschlag unterbreiten, beiden Gemeinden die Autonomie zu verleihen. (Hier scheint ein Mißverständnis vorzuliegen: es wird sich wohl um Orthodoxe und nicht Sephardim handeln.) Polen. Der neue orthodoxe Deputierte. Als Kandidat für das durch Ableben des Rabbiners Halpern vakant gewordene orthodoxe Mandat (Schlome Emune Jisroel) in Seym wurde Herr Oscher Mendelsohn aus Lodz aufgestellt, nachdem Rabbiner Peiner von seiner Kandidatur zurückgetreten ist. Antisemitisches Theater. (JPZ) „Gazetta Poranna" (Dwa Grosze) propagiert die Gründung eines antisemitischen Theaters, in dem ausschließlich antisemitische Stücke zur Aufführung gelangen sollen. Die polnischen Dramatiker würden für dieses Theater spezielle antisemitische Stücke schreiben und wäre ein materieller Erfolg eines solchen Unternehmens unbedingt zu erwarten. Emigranten auf „Schwarzen Listen." (J. G. B.) Das Warschauer amerikanische Konsulat hat die Herausgabe einer „Schwarzen Liste" für diejenigen Emigranten, die mit Hilfe von Falsifikationen ein amerikanisches Visum zu erlangen versuchten. Diese Emigranten sollen nie mehr ein echtes Visum nach Amerika erhalten und sohin von der Einwanderung in die Vereinigten Staaten für immer ausgeschlossen bleiben. Amerika. Die Araber in Amerika. (JPZ) Laut „Palestine* betreibt der arabisch-palästinensische Verein in Amerika, der auch ein eigenes Bureau besitzt, rege Propaganda. Er gibt eine Broschüre heraus, in welcher die arabisch-nationalen Forderungen sowie die Ansichten von Morgenthau, Kardinal Gibbons und anderer Zionistengegner über die Palästinafrage zusammengefaßt sind. Das New Yorker Pro- TELEPHOli 40.324 EN GROSs: EN DETAIL KLEIDER-INDUSTRIE WIEH,!!., TflBORSTRflSSE 39 (HOTEL BAYRISCHER HOF) GHROSSK AUSWAHL IST HBBRBNKI<EIDERIV FERTIG UJVr» NACH MASS