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Jüdische Presse · 1921-12-02 · 42 (2.12.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
42 (2.12.1921)
Date
1921-12-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 42 JÜDISCHE PRESSE Seite 899 NACHRICHTEN. DtuHc1)3$!trreicb. Die „soziale Fürsorge" der .Agudas Israel" gibt ein künstlerisch ausgestattetes Flugblatt heraus, das mit Zeichnungen Uriel Birnbaums geschmückt ist. Das Flugblatt enthält in kurzen Daten ein Resümee der Tätigkeit der „sozialen Fürsorge". Die Ausspeiseaktion betrug 445.000 Portionen, in den Tagesheimstätten wurden 2660 Personen versorgt, &die Vermittlungssektion versorgte 1823 Personen mit sabbatfreien Posten, die Krankenfürsorgesektion hat 11.429 Personen unterstützt. Die Gewerbeförderung 158 Arbeitslosen Werkzeuge und Rohstoffe versorgt, die Kinderaktion hat 2132 Kinder ins Ausland untergebracht; das Rechtschutzbureauin 1454 Fällen interveniert; Barunterstützungen sind monatlich K 300.000 bis 400.000 verteilt worden. Das Flugblatt schließt mit einem eindringlichen Appell an die OBffentlichkeit, diese Wohltätigkeitsorganisation nach besten Kräften ausbauen und fördern zu helfen. Kapitalserhöhung der Allgemeinen Depositenbank. Der Verwaltungsrat der Allgemeinen Depositenbank hat in seiner Sitzung vom 23. November beschlossen, eine außerordentliche Generalversammlung der Aktionäre für den 9. Dezember 1921 einzuberufen. Dieser Generalversammlung wird der Antrag vorgelegt werden, eine Erhöhung des Aktienkapitales zu besahließen. ' Ungarn. Die Delegation der Pester israelitischen Gemeinde. Am 24. November ist die aus dem Präsidenten Hofrat Sz6kely, Oberrabbiner Dr. Adler und Dr. Zahler bestehende Delegation mit dem Dampfer »Paris" in New York angelangt. Zu ihrer Begrüßung hatte sich der Kommissär der Einwanderung, der Vorstand der „Föderation of Hungarian Jews" und der gewesene ungarische Ministerialrat Emil Zerkowitz eingefunden. Letzterer hielt eine Begrüßungsrede. Polen. Dr. Posnanzki, Oberrabbiner von Warschan. Ganz unerwartet wurde dieser Tage Dr. Posnanzki vom Ministerpräsidenten Ponik'owski als Oberrabbiner von Warschau bestätigt. Bekanntlich würde gegen die Kandidatur Dr. Posnanzkis von orthodoxer Seite Einspruch erhoben, und es hatte tin letzter Zeit den Anschein, daß man nun gewillt sei, den Gefühlen und Wünschen der orthodoxen Kreise, die den größten Teil der Gemeinde bilden, Rechnung zu tragen. Was die Persönlichkeit des Dr. Posnanzki betrifft, so ist er wohl ein hervorragender Gelehrter, der manches zur Bereicherung der jüdischen Wissenschaft beigetragen hat, jedoch die Qualifikation eines Raws, zumal in der größten Gemeinde des Ostens, deren Rabbinatskollegium aus anerkannten Thoragrößen besteht, besitzt er nicht. Die Stelle des Oberrabbinats in Warschau blieb aus Pietätsrücksichten seit Jahrzehnten unbesetzt. Begreiflicherweise hat die Bestätigung der Wahl seitens des Ministerpräsidenten in der jüdischen Bevölkerung große Erregung hervorgerufen. Die Chederfrage, die bisher im Osten unbekannt war, ist heute eine Lebensfrage für das jüdische. Polen geworden. Von Seiten der Radikalen wird gegen das Glieder Sturm gelaufen. Am vorletzten Sabbat haben die „Bundisten" in einer öffentlichen Demonstration gegen das Gheder Stellung genommen und ein förmliches Fehmgerioht über die alte jüdische Schule abgehalten. Als Antwort auf diese Vorgänge, bemerkt der „Jud" in Warschau, müssen wir bemüht sein, das jüdische Cheder zu stärken, ihre Fehler nach Möglichkeit zu beseitigen, die Zahl der jüdischen Ghadorim zu vergrößern und ihre Lage zu verbessern. Die Beth-Jacob-Bewegung. Unter dem Namen ,Beth-Jacoba sind in Krakau, Tarnow, Meletz und anderen Städten Galiziens jüdische Mädchenschulen gegründet worden, die in religiösem Geiste jüdisches und profanes, Wissen den Schülern übermitteln. Diese Schulen bilden einen der besten Erfolge der Aguda-Bewegung. Siebenbürgen. Aguda-Versammlung in M.-Sziget. Herr Jakob Ehrenfeld, welcher von der orthodoxen Gemeinde in Oradeamare und der orthodoxen Kan^ei Siebenbürgens zur Feier der Installation des Oberrabbiners von Felsö Visö delegiert war, benützte diese Gelegenheit, um in dem benachbarten M.-Sziget eine. Aguda-Versammlung einzuberufen. Die Versammlung wurde durch die Anwesenheit Sr. Ehrwürden des Großrabbiners Teitelbaumn. j. ausgezeichnet. Herr Jakob Ehrenfetd, Sohn des Mättersdorfer Raw n. j., hielt eine begeisterte Rede, in welcher er die Ziele der Aguda klarlegte. Die Rede, welche mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, führte zum Beschlüsse der Gründung einer Aguda-Gruppe. Von dort reist Herr Ehrenfeld nach der Ukraine im Interesse der dortigen Waisenkinder. Der Oberrabbiner von Targu-mures (Marosväsärhely), R. Menachem Sofer, welcher, wie wir berichtet haben, in Nagy-Tapolcany zum Oberrabbiner gewählt wurde, wird diesen Posten nicht antreten, da die Gemeinde ihn bestürmt,, zu bleiben und auch die Intervention der Spitzen der Behörden anrief, um mit vereinten Kräften sich die bewährte Kraft des Oberrabbiners Sofer zu erhalten. Kompetenzbeschränkung des jüdischen Nationalrates in Siebenbürgen. (J. G. B.) Bei Genehmigung der Statuten des jüdischen Nationalverbandes in Siebenbürgen und dessen Anerkennung als alleinige Repräsentanz der dortigen Judenheit durch die rumänische Regierung, hat letztere nebst dem Passus, betreffend die Aufgabe des jüdischen Nationalverbandes die Erfüllung der nationalen Minderheitsrechte zu überwachen, auch einen anderen auf die gesetzliche Samstagsperre für jüdische Geschäfte bezughabenden Statutenpunkt gestrichen. TranRreicb. Frankreich hetzt. (JPZ) 36 französische Gesellschaften haben an den Völkerbundsrat eine Petition gerichtet, in der sie gegen das Palästinamandat protestieren. Bis nicht der Frieden mit der Türkei von allen dabei beteiligten Mächten unterschrieben ist, dürfe man das Mandat nicht behandeln und seien alle von der englischen Regierung in Palästina eingeführten Reformen ungesetzlich. Amerika. \ Wichtige Ernennung der Tochter Lonis Brändeis. Pf G. B.) Die Tochter des * Oberrichters Louis Brand-eis, Miß Susan Brandeis, wurde zur speziellen Gehilfin des Distriktsanwaltes der Vereinigten Staaten mit der Bestimmung zur Untersuchung der Verhältnisse in den Baugewerben in New York ernannt. Oskar Strauß, Präsident der amerikanischen Abrüstungskommission. (J. Q. B.) Der hier geschaffenen Spezialkommission zur Unterstützung der amerikanischen Regierung in der Abrüstungsfrage, gehören auch mehrere Juden an, darunter Samuel Gompers, Sr. Stephan Wise und Oskar Strauß. Letzterer wurde auch zum Vorsitzenden der Kommission gewählt, die auch vom Präsidenten Harding bestätigt wurde. Eine amerikanisch-jüdische Arbeiterdemonstration für Palästina. (J. G. B.) Der jüngst stattgefundene Empfang der a\is den Herren D. Katzenelson, Josef Baratz und Madam Schochet bestehenden parlamentarischen Arbeiterdelegation, gestaltete sich zu einer imposanten Demonstration der hiesigen jüdischen Arbeiterschaft für das arbeitende jüdische Palästina. Es fanden sich ungefähr 2000 jüdische Arbeiter zur Demonstration ein, wo die Arbeiterführer Schloßberg, Wolinski und Dr. Syrkin sowie andere angesehene Persönlichkeiten, wie Dr. Magnes, die palästinensischen Gäste herzlichst begrüßten und die gesamte jüdische Arbeiterschaft Amerikas zur aktiven, Unterstützung des Aufbaues von Erez Israel aufgerufen haben. Rußland. Besserung der Zustände in den jüdischen Kolonien in Südrußland. (J. G. B.) Hier eintreffende Nachrichten besagen, daß die Verhältnisse in den südrussischen jüdischen Kolonien, die noch vor kurzem von Hunger bedroht waren, sich bedeutend bessern. Die Winteraussaat wurde beendigt. Es heißt, daß das „Peoples Relief Commitee" in New York den Kolonien 100.000 Pud Getreide zur Aussaat beistellen solle. Außerdem ist auch das „Idgeskom" den jüdischen Kolonien ,mit 52.000 Pud Satnen zu Hilfe gekommen. 50 Millionen Sowjetrubel für Flüchtlinge. (J. G. B.) Das allukrainische „Idgeskom" (Jüdisches gesellschaftliches Komitee), erhielt von der Sowjetregierung 50 Millionen Sowjetrubel für die Hüfsarbeit unter den Flüchtlingen längs der rumänischen Grenze. 30 Millionen wurden bereits verteilt. Außerdem gelangten zur Verteilung zwei Waggons mit Bedarfsgegenständen, die das „Idgeskom" aufgebracht hat. Ehrang jüdischer Schriftsteller in Sowjetmßland. (J. G. B.) In Hornel und Witebsk wurden Denkmäler rar J. L. Peretz und in Kiew für Schalom Aleichem und Mendele Mocher Seferim errichtet. BcDarabien. Flüchtlingslos. (JPZ) Das Zentrale Jüdische Hilfskomitee in Kischenew hat aus Bukarest die Nachricht erhalten, daß der Regierungschef in Beßarabien Instruktionen erhalten hat, jüdische Flüchtlinge, die über den Dnjestr gekommen sind, nicht zwangsweise nach Rußland abzuschieben. Aegypten. Quarantäne in Aegypten. (J. G. B.) Die ägyptischen Behörden haben vor kurzem eine Verordnung erlassen, derzufolge die jüdischen Passagiere der 2., 3. und 4. Klasse, die auf dem Wege nach Palästina in Aegypten eintreffen,, dem Quarantänenzwang unterliegen. Auf Einschreiten des -Vertreters der zionistischen Organisation in Alexandrien und Cattavi Pasha's *us Kairo bei den ägyptischen Gesundheitsbehörden, wurde diese Verordnung aufgehoben und durch eine allgemeine Verordnung, daß sämtliche Palästinawandernde 3. und 4. Klasse eine Quarantäne mitmachen müssen, ersetzt. Gleichzeitig wurden die Härten des Quarantänenzwanges und der Desinfizierung bedeutend gemildert. Südafrika. Verschlossene Türen. (JPZ) Auch in Südafrika hat eine starke Bewegung für Drosselung der jüdischen Immigration eingesetzt. Man beabsichtigt, im Parlament einen Gesetzvorschlag einzubringen, wonach jeder Einwanderer mindestens 2000 Pfd. besitzen müsse. An der Spitze dieser Campagne gegen die jüdischen Immigranten steht die Tageszeitung „Cape Times*, die auf die in letzter Zeit besonders überhandnehmende jüdische Einwanderung hinweist. Man müsse den Juden helfen, nach Palästina auszuwandern, aber' sie hätten kein Recht, die Gestattung der Einwanderung nach Südafrika zu fordern, da sie noch nichts für die Zivilisation der weißen Rasse in Südafrika beigetragen hätten. Der Rabbi von Drohobyez. R. Ghaim Spira, wird, wie der „Doar HayomB meldet, in den nächsten Tagen mit seiner Familie nach Palästina übersiedeln. Dr. Ehrmann in Erez lsroel. (JPZ) Auf Initiative von Dr. Ehrmann gelang es, in Jerusalem unter Leitung von Zelnik eine neue orthodoxe Mädchenschule zu gründen, die bisher bereits drei Klassen besitzt und von zirka 300 Kindern besucht wird. Die Hälfte des Schulbudgets wird von der Aguda in'Palästina aufgebracht, während die andere Hälfte aus Europa kommen soll. —Beim Besuch Dr. .Ehrmanns in Tiberias wurde dort eine Agudaortsgruppe unter Leitung von Barsilai gegründet. Sekretär ist Horowitz. — Die Leitung des Agudainformationsbureaus in Haifa haben Josselowski und Ing. Rothschild übernommen. — Ein reicher Grundbesitzer, Sluzkin, hat einen Teil seiner Ländereien in Rechoboth der Aguda pachtweise zur Verfügung gestellt zwecks Errichtung einer Agudalehrfarm. Praktische „Tätigkeit. (JPZ) Der Vertreter von Barön Edmond de Rothschild hat mit dem Vertreter der „American Fruit Growers Corporation" ein Abkommen getroffen, wonach die Orangen der Gärten in Petach-Tikwah erwähnter Gesellschaft zwecks Verpackung und Versendung zum Verkauf in der ganzen Welt übergeben werden. Es verlautet, daß" Baron Rothschild demnächst dieselbe Abmachung auch bezüglich seinen anderen Orangengärten in Palästina treffen wird> Judenfeindliches Auftreten von Soldaten. (J. G. B.) Dem „Doar Hajom" zufolge hat letztens die Zahl der von Soldaten Überfallenen Juden erheblich zugenommen. Man beobachtete letztens wiederholt, wie Soldaten friedliche jüdische Passanten verfolgen, ihnen Steine nachwerfen und ihnen „Bloody Jew" znrufen. Tranertag in Jerusalem. (J. G. B.) Wie aus Jerusalem gemeldet wird, wurde der 14. November über Anordnung des dortigen Oberrabbiners zum Trauertag für die am 2. November gefallenen Juden proklamiert. In allen Bethäuserri Palästinas wurden Trauergottesdienste abgehalten. Wasserdichte Regenmäntel GUMMI-INDUSTRIE Wien, II., TaborstraBe 39 Hotel Bayrischer Hof. Teleph. 40324

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