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Jüdische Presse · 1921-09-09 · 32 (9.9.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
32 (9.9.1921)
Date
1921-09-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 32 JÜDISCHE PRESSE Seite 229 nierten Offiziere mit dem Generalstabsobersten Bela Stahlenberg an der Spitze. Oberrabbiner Dr. Adolf Löwinger hielt eine ergreifende Trauerrede, worauf sich der Reservcoherleulnnnt Moritz Dick im Namen der gewesenen Kameraden vom Toten verabschiedete. Nach der Hede gab die Ehrenkompagnie die Generaldecharge ab. Die Militärkapelle spielte den Hymnus. Damit schloß die erhebende Feier. Deutschland. Proselyten in Berlin. Einer Zeitungsmcldung zufolge betreiben die Rabbiner (wahrscheinlich nur einige von ihnen) der Berliner großen Gemeinde die Aufnahme von Proselyten in das Judentum in jüngster Zeit sozusagen sportmäßig. Am April dieses Jahres sollen 22 Frauen, 1 Mann; im Mai 6 Frauen, 3 Männer; im Juni 17 Frauen und 3 Männer zum Judentum übergetreten sein. Es ist nach der Geistesrichtung der Gegenwart wohl kaum anzunehmen, daß durch das segensreiche* Wirken der bekannten „Richtlinien-Rabbiner" eine solch große Anzahl von Angehörigen anderer Religionen die Ueberzeugung von der Erhabenheit der Thora-Wahrheiten gewonnen hätten. Die Aufnahme aus anderen Gründen ist jedoch ein schwerer Verstoß gegen jüdische Lehre und jüdisches Gesetz. Da fragt es sich: gibt es denn niemand, der diesem Unfug ein Ende bereiten könnte? Schenkung eines Lehrgutes. Ein hervorragendes Mitglied der Palästinazentrale der Aguda hat derselben ein Gut in der Größe von 600 Morgen zum Geschenk gemacht zur Errichtung eines Lehrgutes, behufs Ausbildung von Landwirten für Erez Jisroel. J. P. Z. Rumänien. Für ukrainische Waisen. Weitere Nachrichten aus Oredeamare,, melden gute Erfolge der von der Aguda unter Leitung von Frau Sandor Ulimann eingeleiteten Aktion zur Unterbringung von ukrainischen Kindern. In Elesd Szalonta und Tinöd wurden ,50 Kinder untergebracht, darunter 25 Adoptierungen. Die Errichtung eines Waisenhauses wird geplant und es ist Aussicht vorhanden, daß die Mittel in kurzer Zeit aufgebracht werden. Litauen. Der Nationalrat auf dem toten Punkt. Die mit solch großem Lärm eröffnete jüdische Nationalversammlung in Litauen wurde zu einer neuen Session einberufen und mußte schon nach der ersten Sitzung wegen der Teilnahmslosigkeit der Räte geschlossen werden. Von der Provinz kamen im ganzen zwei Abgeordnete, die Vizepräsidenten fehlten, von den 14 orthodoxen Vertretern erschienen bloß 5 und auch von den anderen Fraktionen", waren nur einzelne anwesend. Der Präsident hält einen „politischen Bericht", der nichts enthält. Es entspinnt sich eine Geschäftsordnungsdebatte. Zu dem Berichte meldet sich niemand zum Wort. Man schließt die Sitzung und die Session und geht in der Hoffnung auseinander, in einigen Wochen abermals den Versuch zu machen, den Nationalrat neu zu beleben und dann vielleicht einige Teilnahme zu finden. CiirKti. Der Askenasische Friedhof in Konstantinopel. Nach jahrelangen Kämpfen zwischen den beiden Gemeinden, der sephardischen und der askenasischen (polnischen), hat nun die Regierung auf Grund eines Gutachtens des Ghacham Baschi, der askenasischen Gemeinde in Konslantinopel die Genehmigung erteilt, einen eigenen Friedhof zu errichten. Lettland. Zionistische Propagandalegenden. Dr. Salkind, der im Auftrag des Direktoriums des Keren Jajessod soeben Osteuropa boreist hat, gab in Berlin dem R.-Korrespondenten der „JPZ" ein Bild der Bewegung des Keren Jajessod in Osteuropa. Unter anderem behauptete er folgendes: „Der berühmte Rabbiner Meier Simche in Dwinsk sagte mir lächelnd, er finde es töricht, wenn die Orthodoxen nicht für Keren Jajessod geben wollen. Er sagte, wenn es sich um eine religiöse Frage handelt, habe ich mehr Vertrauen zu einem Rabbiner, aber wenn es um den Aufbau Palästinas geht, habe ich mehr Vertrauen zu Rothschild ..." Wir machen darauf aufmerksam, daß der Gaon Rabbi Meir Simcha die Behauptung, er hätte die Unterstützung des zionistischen Keren Jajessod empfohlen, in einem Telegramm an die „Jüdische Presse" entschieden dementiert hat. Das Telegramm war bereits in Nummer 28 unseres Blattes vom 19. August im Wortlaute veröffentlicht. £ran$$ylvanien. Zum Skandal in der Synagoge von Nagybanya. Am 14. d. M. fand in Nagybanya eine Generalversammlung der jüdischen Gemeinde statt, um den Bericht der Kommission entgegenzunehmen, welche ausgesandt wurde, die Urheber des in Nr. 29 unseres Blattes gemeldeten Skandals während des Gottesdienstes in der Synagoge festzustellen. Auf Grund des Berichtes wurde dem zionistischen Vizepräsidenten der Gemeinde Rosenthal Lajos protokollarische Mißbilligung ausgesprochen und eine Rüge erteilt. Der Zionistenführer Fuchs Izso wurde für längere Zeit aus der Synagoge und dem Sitzungssaale der Gemeinde verwiesen. Hoffentlich werden die Herren nun einsehen, daß mit Radauszenen im Gotteshause nicht einmal dem Zionismus gedient wird. Wieviel Zionisten gibt es in Erez Jisroel? Laut der offiziellen Bekanntmachung, wurden an die zionistische Organisation aus Palästina insgesamt, für 10.G18 Personen der Schekel bezahlt. Bei der bekannten Art, wie die Schekelgelder für Männer, Frauen, Kinder, Dienstboten usw. eingesammelt werden, ergibt diese Zahl ein großes Fiasko der zionistischen Propaganda im heiligen Lande. Auf die Parteien verteilt, zahlten den Schekel die Arbeitergruppe „Achduth Haawoda" für 300, „Hapoel H.izair" für 2000, der „Misrachi" für 2053, Parteilose 2085 und „Bene Binjamin" für 1500 Personen. Der bukowinische Kolel. Wie wir dem „Doar Hojom" vom 22. August entnehmen, fand eine Versammlung der Angehörigen des bukowinischen Kolels der Stadt Tibcrias statt, in der beschlossen wurde, sämtliche Liegenschaften, die das Eigentum des bukowinischen Kolel bilden, zu veräußern und für deren Erlös sowie für weitere Gelder, die sie in Zukunft bekommen sollten, in der Nähe von Tiberias eine Farm zu gründen. Die Mitglieder des Kolel werden in dieser Farm eine gemeinsame Hauswirtschaft errichten. Der Boden bleibt unveräußerlicher Besitz des Kolel und wird gegen einen Pachtzins abgegeben. Vom Pachtzins werden 50 Prozent zur Unterstützung von Greisen, Witwen und Waisen und der Rest für Gemeindebedürfnisse der Farm verwendet. Das Statut ist bereits den Behörden zur Bestätigung überreicht worden. Eine Rabbinerdelegation nach Amerika. In den nächsten Tagen reisen die Rabbiner I. M. Charlap, S. Epstein, I. N. Horowicz und I. Porad nach. Amerika als besondere Delegation im Interesse der notleidenden orthodoxen Schulen. Man erwartet, daß die amerikanische Judenheit diesen Lehranstalten, die in den letzten Jahren soviel gelitten haben, zu Hilfe kommen werden. Die jüdische Universität. Für die Errichtung einer Universität in Jerusalem wird gegenwärtig von den Zionisten besonders in Amerika .ein gewaltiger Apparat in Bewegung gesetzt. Sämtliche jüdische Aerzte, 2000 an der Zahl, die im amerikanischen Heere während des Krieges gedient haben, wurden aufgefordert, sich zusammenzuschließen und für die Errichtung der medizinischen Fakultät eine Million Dollar zusammenzubringen. Proteste. Die christlichen Araber haben Samuel einen Protest gegen die Bewaffnung der jüdischen Kolonisten überreicht. Des weiteren protestierten sie bei den griechischen Patriarchen gegen den Verkauf des großen Bodenkomplexes an den Jüd. Nationalfonds. Die Geula. Die Zensur hat das Erscheinen des zionistischen Tagblattes „ Haarelz" aus unbekannten Gründen für eine Woche verboten. Die entlassenen Arbeiter. Die plötzlich ab Beginn des nächsten Monats entlassenen über 100 jüdischen Telegraphen- und Telephonarbeiter, von denen die meisten bereits seit einem halben bis 2 Jahren in Dienst stehen, haben unter Vorsitz des Generalsekretärs des Waad Leumi, Heftmann, eine Versammlung abgehalten, um über die einzuleitenden Schritte zu beraten. Neben den jüdischen Arbeitern wurde auch ein Teil der arabischen Arbeiter entlassen. . Verbot des „Haarez". Dem J. C. ß. zufolge, wurde das Erscheinen des palästinensischen Organs der Zionisten, der Tageszeitung „Haarez", von der Zensur auf die Dauer einer Woche verboten. TSCHECHOSLOWAKEI. €$ werde Cicbt! Es waren dies die ersten Worte der Schöpfung; sie sind zur Parole des Judentums geworden. G-tt sprach: „Es werde Licht und es ward Licht". Der G-lt des Menschen, der „Jecer low" schreit dies mit allen Kräften, aber die Stimme G-ttes wird nicht vernommen. — In den finsteren Golusnächten, wo Israel als verlassene und vertriebene Herde dasteht, ist uns ein einziges Ideal gegeben worden; die Thora TINTM mim p*l *W )fr pKl« Nur sie ist es, die uns die Golusnächte beleuchtet, sie allein ist es, die Israel zum Dasein berechtigt und wieder nur sie gibt den Juden ein freudevolles und glückliches Leben. Die Agudas Jisroel hat ihr Programm mit ihr identifiziert, sie hat es sich daher zur Hauptaufgabe gemacht, sie in allen jüdischen Fragen zu realisieren und die Jugend ihr zuzuführen. Als Hauptaufgabe der Jugend kommt daher nur das Thorastudium in Betracht. Und jetzt, da die Wirkung der Thora unerläßlich geworden ist, in einem Zeitalter, in dem die thoralose Jugend demoralisiert dasteht, so daß es einem vor der Zukunft dieser graut, da Symptome stärker denn je vorhanden sind, daß der Jude als solcher nur mit der Thora als „vollwertig" anzusehen ist, ist es da nicht Verbrechen gegen das eigene „Ich", die Thora zu vernachlässigen? — Wohl werden mehr oder weniger triftige. Gründe dagegen angeführt; Sorgen, Plage, Abgespanntheit usw., doch die Antwort des Talmuds darauf lautet: „jaassok betoiro" (Er lerne Thora). Nur sie kann den Kummer verscheuchen, sie allein kann den Schlaf ruhiger und angenehmer machen und schließlich ist sie es einzig und allein, die ihm sein Judentum auf einen Tag in seinem Seelenleben stärkt und deshalb die große Wichtigkeit des täglichen Thorastudiums. Beruhigt wird derjenige sein Haupt zur Ruhe, legen, er ist befriedigt, er hat Licht geschaffen, er hat der Stimme G-ttes Folge gegeben, er hat die Sehnsucht seiner Seele gestillt. Und eben jetzt, wo die Folgen des fürchterlichen Krieges sich auf allen Gebieten fühlbar machen, jetzt, wo ein Kampf ums Loben einsetzt, jetzt sollen es die Thorastunden sein, die jeden Jehudi einer schönen ideellen und reinen Well, zuführen; sie sollen es sein, die uns fürs Leben Kraft geben, uns stählen und fürs Judentum erhalten. Es ergeht daher der Ruf an Alle: „Es werde Licht"! S. F. Orthodoxe Konferenz in Mähren. Am 18. September lindet im großen Sitzungssaale der isr. Kultusgemeinde eine Konferenz der Orthodoxen Mährens und Schlesiens statt. Tagesordnung: 1. Begrüßung. 2. Zenlralbiiro. 3. Organisation und Richtlinien. 4. Ukrainische Waisenkinder. 5. Programmatisches. G. Allgemeine Lage. Einderaktion Pre§ov. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppc Presov dankt auf diesem Wege all den edlen Menschenfreunden, die den bei ihnen auf 5 bis 0 Wochen zur Erholung unterbrachten armen Kindern freundliche Aufnahme und ein gastliches Heim geboten, namentlich den Familien: D. Goldberger, Witwe Engländer, Schwarz (Fleischhauer), Marie Baumoel in Velky Saris, Heinrich Diossy, Weis sen. Sc jun. (Mühlenbesitzer), Stein, Lustig, Großmann (Haus Bakay), Balkanyi (2. Kinder) in Solny Hrad, Ludwig Kleinmann, Wwe Großwirth, Zoltan Fischgrund, Samu Sturz, L. Heitlinger, Abraham in Lipäny, Joseph Herz in Usoveö, A. Grünwald in Bodolak, M. Weigarten in Gombosovec, Treitel in üemete, A. Grün in Licsartovee, Spitz in Nyärsäny, Moritz Herz in Ghminjan, M. Glück in Ternye, Friedmann in Fries, I. Rosenberg in Folkmrir, Ludwig Preis, Julius Hartmann, M. Herz in Presov, Z. Sarriska. Wir ersuchen gleichzeitig, diese Kinder Montag, den 13. September, zur Sammelstelle Presov (Slovenska Ulica 30) gefälligst zurückbringen zu wollen, von wo dieselben sodann Dienstag, den 14. abends, gemeinschaftlich die Heimreise nach Bratislava antreten werden. Von der Liste der Empfangskommission ist unliebsamerweise Fräulein Lenke Adler ausgeblieben, wofür wir hiemit. um Entschuldigung bitten. Schließlich sprechen wir auch unseren innigsten Dank aus Herrn Samu Schwarz, der sich beim Transport der Kinder große Verdienste erworben. Neujahrswünsche zugunsten der Jeschiwa- Aktion der Agudas Jisroel. Das Sommersemester der Jeschiwaus neigt seinem Ende zu und kaum ist es verstrichen, beginnt schon die neue Sorge um die Zukunft. Die riesige Teuerung, die unerschwinglichen Preise für Wohnung und Verköstigung, lassen es schon heute jeden Vater erwägen, ob er seinen Sohn noch weiter dem Thorastudium widme. Die Agudas Jisroel hat bereits eine großzügige Sammlung für diesem Zweck eingeleitet. — Auch wir sehen uns veranlaßt, zu diesem hehren Zwecke beizutragen und werden sämtliche Einnahmen der Glückwünsche für den herannahenden Rosch- Haschono diesem Fonde zuwenden. ■ Glückwünsche werden bei Einsendung von K<3 18*— in unserer Administration in Vormerkung genommen. Wir bitten, sich des beigefalteten Erlagscheines zu bedienen. Administration der „Jüdischen Presse" Bratislava, Postfach 140. Verhör in der Jesode-Thora. Vergangenen Sabbat fand in Bratislava zum erstenmal in dem Neubau der Anstalt das erste „Neben-Schiur"-Verhör einiger Klassen der Jesode-Tora statt. Das Verhör leiteten

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