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Jüdische Presse · 1921-08-12 · 28 (12.8.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
28 (12.8.1921)
Date
1921-08-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 206 JÜDISCHE PRESSE Nr. 28 daß diese Frage in Deutschland und in der Schweiz * behandelt wurde; von den bedeutendsten Tierärzten und Universitätsprofessoren sei festgestellt worden, daß diese Angriffe gegen das Schächten jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. flbe$$ynien. Faitlowitsch klagt über das Los der Falaschas. Dr. Faitlowitsch, der bekannte Beschützer der jüdischen Falaschas, hat an den Prinzregenten Rasteperi eine Eingabe für die Falaschas, dem er einen Schutzbrief von König Menelik erwirkte, abgesendet. Er klagt über Verfolgung der Falaschas und Störung ihrer religiösen Uebungen. Die Falaschas werden fälschlich beschuldigt, daß sie Menschen verzehrten und unter diesem Vorwande verjagt. China. Shangai protestiert. Die jüdische Gemeinde hat eine Protestversammlung gegen die Pogrome auf Juden in Urga abgehalten. Die chinesische Regierung wurde aufgefordert, die Juden zu schützen. Kampf gegen Irreligiosität. Die palästinensischen Rabbiner haben einen energischen Kampf gegen die öffentliche Sabbathentweihung und den Genuß nicht koscheren Fleisches eingeleitet. Ein Manifest wurde in allen Städten und Kolonien verbreitet und auch ein Massenmeeting orthodoxer Juden in Jerusalem einberufen, um gegen die Sabbathentweihung zu protestieien. Vorträge über die Frage der Sabbathheiligung werden veranstaltet. Unterredungen. Der Triester R.-Korrespondent der „J.P.Z." hatte auch mit M. Scheinkin, dem bisherigen Leiter der Emigrationsabteilung beim Wand Hazirim, und mit Dr. Bogratschow, dem jetzigen Direktor des JafTaer Gymnasiums, Unterredungen. Scheinkin erklärte, er wäre von der Leitung des Waad Haaliah wegen des derzeitigen Kurses der palästinensischen Regierung zurückgetreten, der einer Annullierung der Balfour-Deklaration gleichkomme. Die Kontrolle über die Einwanderung müsse bei der Zion. Organisation bleiben und keineswegs dürfen die verschiedenen Beamten laut ihren Sympathien oder Antipathien handeln. Es gäbe in Paliistina 20.000 Dunam jüdischen Bodens, die entweder überhaupt nicht oder durch Araber bearbeitet würden. Es gibt auch zahlreiche Achusofh, deren Besitzer in England oder Amerika sind und in denen bloß ein Drittel des Bodens bearbeitet wird. Hier ließen sich noch überall zahlreiche Einwanderer ansiedeln, wenn man das nötige Geld für Darlehen aufbringen würde. Man benötige vorerst zumindest 100.000 Pfund. Nur dank der Selbstaufopferung der Lehrer und ihrer Verzichtleistung auf alle Vergnügen und Bequemlichkeiten gelingt es, bei einem Monatsbudget von nur 7000 Pfund alle Schulen zu erhalten. Bei einem Monatsbudget von zirka 25.000 Pfund koste die ganze zionistische Administration nur gegen 2500 Pfund, was sehr wenig sei. Dr. Bogratschow meinte im Gegensatz dazu, daß der Jischub in Palastina nicht so sehr an Geldmangel als daran leide, daß bis vor kurzem das amerikanische Geld viel zu reichlich floß und habe das plötzliche Aufhören dieses Goldregens die ökonomische Stagnation verursacht. Eine Million Pfund seien von der Zion. Organisation für 50.000 Palästinenser ausgegeben worden und diese seien jetzt nicht mehr imstande, von diesem Standardniveau herunterzugehen. Bei keinem anderen Volke erlauben sich die Bauern, ihre Kinder nach Paris und London zu Studienzwecken zu schicken, während unsere Kolonisten sich keine Mühe geben, ihre Kinder zu guten und tüchtigen Bauern zu erziehen, sondern aus ihnen am liebsten Aerzte und Ingenieure machen möchten. In Transjordanien gäbe es eine Million Leute, die in viel ärgerer Lage aber dennoch viel reicher sind, da sie sich mit wenigem begnügen, während unsere Ansprüche so groß sind. TSCHECHOSLOWAKEI. des Personals der Eisenbahnen und der Postverwaltung beträgt 2571, von denen 1338 Christen, 719 Moslem und 519 Juden sind." Der von Oberst Wedgwood gemachte Zwischenruf, warum den Christen so enorme Bevorzugung eingeräumt werde, blieb unbeantwortet. Eifauen. Ein seltsames Blutmärchen. „Unser Tog" in - Wilna meldet: Ein Soldat, der polnischen Legion kam nach Waranowo herein halbtot mit schweren Schnittwunden am ganzen Leibe. Er erzählte, daß er von drei jungen Juden geschnitten wurde, die ihm Blut abzapften. Darauf wurden viele junge Juden verhaftet, ferner der Rabbiner und die drei angesehensten Juden. Am nächsten Tag meldete ein Beamter des Militärspitales, daß der Soldat, der an einer schweren, unheilbaren Krankheit gelitten hat, sich zu ihm geäußert habe, er sei lebensüberdrüssig, werde einen Selbstmord begehen, aber mit seinem Tode noch Sensation machen. Der Soldat gestand es beim Verhör auch ein. Südafrika. Schächtverbot in Südafrika. In Südafrika hat in letzter Zeit eine Bewegung eingesetzt, um auch dort das Schächtverbot einzuführen. Die Initiative dazu stammt vom Tierschützverein, der behauptet, daß die Tiere beim Schächten besondere Qualen erleiden. Der Oberrabbiner Südafrikas, Dr. Landau, hat in der Presse eine Erwiderung auf diese Behauptung erscheinen lassen und darauf hingewiesen, mwi&w. Sitzung des orthodoxen Verwaltungsausschusses. Am 28. Juli fand in Bratislava die Sitzung des orthodoxen Verwaltungsausschusses statt. Präses .Oberrabbiner Weber eröffnet die Sitzung, begrüßt die Erschienenen und erbat sich die Erlaubnis vor Eingehen in die Tagesordnung, über einen Gegenstand von allgemeinem Interesse zu berichten. Bekanntlich wurde der allseits verehrte Oberrabbiner Duschinsky (Galanta) als Oberrabbiner in Huszt gewählt. Ich habe — erklärte der Präses — noch gelegentlich der Wahl des Galantaer Raws in Satoralja-Ujhely denselben aufgesucht, um ihm die Bitte „al no taazow ausonu" zu unterbreiten. Tatsächlich entschloß er sich — der Grund sei dahingestellt — auf seinem alten Posten zu verbleiben. Nun ist er wieder in Huszt gewählt worden und ich glaube im Sinne des ganzen Verwaltungsausschusses zu handeln, wenn ich in dessen Namen den hier anwesenden Galantaer Raw schl. bitte, dem Wunsche der ganzen Slowakei zu entsprechen und dieses Land nicht zu verlassen. Selbstredend haben sich alle Anwesenden dem Wunsche des Präses angeschlossen und besonders der Oberrabbiner von Preßburg und der greise Oberrabbiner aus Nitra haben den Galantaer Raw in eindringlichen Worten zu überzeugen getrachtet, daß sein Weiterverbleiben in Galanta ein großes Klall-Interesse bildet. Tief gerührt dankte der Galantaer Oberrabbiner für die ungewöhnliche Ehrung, die sein Scheiden von der Slowakei ihm noch mehr erschwere, doch ist die Sache schon so weit gediehen, daß er den Huszter Posten nicht mehr abweisen könne. Präses Oberrabbiner Weber gab dem Wunsche Ausdruck, daß seine Stellung durch eine eventuelle Scheidung aus der Slowakei keine Aenderung erfahren soll. Hierauf wird zur Tagesordnung geschritten und dieselbe in mehrstündiger Beratung erledigt. Unter anderen wurde über die Verwendung des amerikanischen Geldes das neuerdings für Jeschiwos und Talmud Thora eingelangt ist, beraten. Anwesend waren: Oberrabbiner Weber, Kanzleipräses; Hischler, Vizepräses; Oberrabbiner Schreiber (Preßburg), Oberrabbiner Katz (Neutra), Oberrabbiner Tiegermann (N. Zamky), Duschinsky (Galanta), David Kraus (Bratislava), Leopold Weiß (Nitra), David Ehrenfeld (Surany), Jeremias Stern (Piestany), Ignatz Kaiisch (Galanta), Karl und Moritz Holzer (Piestany). Minister Micura in der Piestanyer Synagoge. Minister Micura, der in Piestany zur Kur weilt, hat dem Oberrabbiner Weber mitteilen lassen, daß er am Freitag abends die Synagoge besuchen wolle, aber bitte, keinen offiziellen Empfang zu machen. Der Minister traf in Begleitung seines Arztes Dr. Weltmann und vier anderen Herren ein und ward am Eingange des Tempels von Oberrabbiner Weber mit einigen herzlichen Worten begrüßt. Der Minister hörte den vom Oberkantor Schorr vorgetragenen Lechododi an und verließ dann, von dem Vorsteher Hugo Ponger begleitet, die Synagoge. Der Delegiertentag der Agudas Jisroel-Jugendgjuppen in der Slowakei soll — wie bei der letzten Landesverbandssitzung beschlossen wurde — Mitte Elul in Bratislava stattfinden. — Es ergeht daher die Bitte an alle Jugendgruppen, in ihrem Kreise für die Aguda-Idee rege Werbetätigkeit zu entfalten, den bereits angeschlossenen Kreisen — sich und einander — durch Veranstaltung verschiedener, im jüdischen Geiste gehaltenen Zusammenkünfte (Schiurim, Scholausch-Szüclausz, freie Vorträge über Aguda usw.) näherzubringen.Vertrauensmänner sollen in die Umgebung zur Errichtung von Jugendgruppen gestellt werden, wo jedoch die Zahl zu gering, möge dahin gewirkt werden, daß die Jugend der Kreisgemeinden sich an die Gruppe der Muttergemeinde anschließe. — Die Zentralleitung stellt auch auf Wunsch Propagandaredner zur Verfügung. Kinderaktion. Dank der Vermittlung der Presovcr Agudas Jisroel-Jugendgruppe ist es gelungen, dortselbst als auch in der Umgebung 30 Preßburger Kinder für einen sechswöchentlichen Aufenthalt unterzubringen. Der Transport geht Montag abends in Begleitung der Herren Dezsö Spitzer aus Oradeamare und Sal. Fischhof von Preßburg ab und ist es zu hoffen, daß die Kinder — das Gros linterernährte, dringender Erholung bedürftige — unter dem guten Eindrucke der Teilnahme und Liebe ihrer edlen und humanen Glaubensgenossen sich physisch und moralisch erholen werden. Dem Transporte wird durch die Bahndirekiion ein separater Wagen zur Verfügung gestellt. Einderaktion der Agudas Jisroel-Jug-endgruppo in Kesmarok. Die hiesige Jugendgruppe hat unter LeiLung der Herren Isidor Singer und Indich eine großzügige Kinderaklion für erholungsbedürftige Wiener Kinder eingeleitet, welche Dank der hesonderen Anteilnahme des hiesigen Frauenvereines eine verhältnismäßig sehr schöne Anzahl Kinder unterhringt. Mit besonderem Interesse für diese Aktion verwendeten sich die Damen: Frau Johanna Rosmann, Präsidentin des Frauenvereines, ferner Kassierin Frau Polgar Ueno, außerdem die Damen Frau Marton Pahmer, Frau Stiglitz, Frau Sami Grauß, Frau Liebermann und Frau Alexander Lajos. Ks ist voraussichtlich, daß die Beaufsichtigung der Kinder unter der bewährten Leitung der Präsidentin Frau Rosmann von statten gehen wird und ist die Aktion bereits gehörig vorbereitet. Herr Ephraim Moskowitsch (Dunaradväny) spendete für den ukrainischen Waisenfonds Kc. 50*—. B\\ die Jugenddrupptm Die Organisierung der gesetzestreuen Jugend der Slowakei ist noch lange nicht als beendet zu betrachten. Alle Hebel müssen in Rewegung gesetzt werden, um den konservativen Jugendkreis zu erweitern. Denn, große Aufgaben waren es, die wir vereint Schulter an Schuller bestritten haben. Ob wir unsere Blicke nach dem fernen Osten gleiten lassen oder nach dem Lande, dem Kreise, dem wir angehören, überall erblicken wir die Pflicht zu helfen, zu bauen und zu reparieren. Doch mit der der Jugend eigenen Energie ist nichts ausgeschlossen, gar nichts undurchführbar, wenn dieselbe organisiert ist. Dafür aber sind große Mittel erforderlich. Darum treten wir heute an dich mit der dringenden Forderung heran: „ Werbet Mitglieder für die Aguda, sammelt bei jedem Anlasse für den Organisationsfonds der A'guda, tuet das eurige zur würdigen Gestaltung des Delegicrtentages." Landesverband der Ag-udas Jisroel-Jng-endgrappen in der Slowakei. Zentralleitung: Bratislava. Aufruf an die Uugend! Im Elul soll der Delegiertentag der Agudas Jisroel-Jugendgruppen der Slowakei in Bratislava stattfinden. Bis dahin soll jeder agudistisch gesinnter junge Mann im Rahmen dieser Organisation seinen Mann stellen, soll seiner Aufgabe als Agudist. vollauf bewußt und gerecht werden. — Doch nur als organisierter Jude kann ihm dies möglich sein, kann er für den Klall das leisten, was ihm sein Beruf als junger Jehudi vorschreibt. Es ergeht daher der dringende Appell an all diejenigen, die aus Mangel einer sich anzuschließenden Gruppe noch nicht organisiert sind, ihre Beitrittserklärung nebst der jährlichen Mitgliedertaxe Kö. 24--- dem Landesverbände der Agudas Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei: Bratislava, Turnergasse 14/10, einzusenden. Landesverband der Aduda-Ougendgruppen der Slowakei, Scbomreb $cbabbo$-$ektion. Offene Stellen: Jung01" Bureaupraktikant, der ungarischen und deutschen, eventuell slowakischen Sprache mächtig, wird gesucht. Schnittwarenhändler sucht Lehrjungen. Schnittwarenhändler sucht Kommis. Kurzwarenhändler sucht Lehrjungen. Kappenmacher sucht Lehrjungen. Stell en besuche : t. Ookonomievcvwalter sucht Stelle als solcher oder anderweitige Beschäftigung in einer Wirtschaft. 2. Spezereiwarengehilfe sucht Posten. 3. Galanteriewarengehilfe (langjähriger) sucht Posten eventuell gegen Verpflegung und mäßiges Honorar. 4. Zwei anständige junge Leute vom Lande würden in einem Geschäfte (jeder Branche) gegen Kost und Quartier und kleines Honorar in Stellung gehen. 5. Tüchtiger Glas- und Porzellanarbeiter sucht Stelle in Pretiburg. Anfragen und Meldungen sind an den Landesverband der Aguda Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei, Bratislava, Turnergasse 14—16, zu richten. KALENDARIUM. Tag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Ab 10. 11. 12. 13. 14. 15. 10 Juli 14. 15. IG. 17. 18. 19. 20. Notizen Tißcho-beow (nidche) — Geburtstag und Tod Issochor — Verlreibung aus der Provence 50G2 — Vertreibung aus Frankreich 500(1 — Märtyrertod R. Mordechai, Lublin 5396. Vertreibung aus Wien 5430 — Halbfeiertag in Bagdad. Tod B. Zewi, Lemberg 5415 — Tod H. Arje Leb, Katzenellenbogen-Brisk — Autodafe Herlin 33 Juden 5270 — Judenverfolgung in Würzburg 5058. od Landesrabbiner Mordechai Beneth 5589 in Karlsbad. Synode unter Napoleon eröffnet 55G0 - Tod Moses Monteüore, London 5045. R. Zwi Hirsch wird Raw in Halberstadt 5524 Chamischo osso beow. Halbfeiertag — Ende Kidusch lewono — Tod R. Jehuda (Sohn des Rosch) 5109 — Tod R Sahnan Brisk 5494. i Woos-ehauau — Sabbat Nachmu — 4 Ferek — Tod des Sowa Seinoches 5591.

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