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Jüdische Presse · 1921-08-06 · 27 (6.8.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
27 (6.8.1921)
Date
1921-08-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 27 JÜDISCHE PRESSE Seite 199 Thora (IL, Herminengasse 14) hat auf Initiative Sr. Ehrwürden des Großrabbiners R. Israel Friedmann (Gzortkow) sohl, eine ebenso allen Gesetzen der Hygiene als den striktesten Anforderungen des Kaschrus entsprechende Mikwa in Weiglers Badeanstalt. Wien, XVL, Dampfbadgasse 7/9, am 28. Juli eröffnet. Die Mil:\va ist nach den Plänen des Oberrabbiners Spiro (Sassow) streng alpi-Dinthora gebaut und ist vorläufig jeden Donnerstag und Freitag ab 12 Uhr mittags bis abends geöffnet. Die Schomreh-Schabbos-Stellenvermittlungs- und Gewerbeförderungssektion der Agudas Jisroel- Ortsgruppe Wien erfreut sich Dank eifriger Tätigkeit in den weitesten Kreisen der glaubenstreuen Judenschaft des denkbar besten Wohlwollens und wir können aus der Statistik ersehen, daß sich tatsächlich fast alle Schabbos haltenden Unternehmer und auch viele, die, trotzdem sie selbst arbeiten, ihren Angestellten Schabbos um Jomtof freigeben, bei Vakantwerden eines Postens sich dieses Stellenvermittlungsamtcs bedienen. In vielen Fällen haben Kaufleute und Fabrikanten, durch die guten Erfolge inspiriert, die alte Taktik, Andersgläubige oder Juden, welche mechallcl Schabbos sind, fallen gelassen und sind bestrebt, solche gegen die von der Aguda Empfohlenen auszuwechseln. Auch auf dem Gehiete der Gewerbeförderung blickt die genannte Sektion trotz der kurzen Arbeitszeit auf ein recht ansehnliches Terrain wertvoller Leistungen zurück. Zweifellos fundiert die ganze Stärke solcher Erfolge auf dem guten Willen unserer Gesinnungsgenossen, der ihnen weitestgehende Förderung dieser eminent wichtigen Institution zur unbedingten Pflicht werden läßt. Wenn liese Erkenntnis wie bisher auch weiterhin ständig an Raum zunimmt, so wird die Schomreh- Schabbos-Sektion in kürzester Zeit für uns alle unentbehrlich werden. S. ' Ungarn. Todesfall. Ein Sohn des verstorbenen zweiten Rabbiners von Miskolcz Rabb. Mordechai L. Klein, Bernat Klein, ist am 17. Juli in Budapest gestorben. Oer Verstorbene, bat einen einzigen Sohn, den ungarisch-deutschen Schriftsteller Eugen Mohäcsi, hinterlassen. Deutschland Ausstattnngspflicht des Vaters bei Hoirat gegen seinen Willen. Das Reichsgericht hatte sich mit einem Rechtsstreit wegen Gewährung einer Aussteuer zu beschäftigen, in der von dem Beklagten die Behauptung aufgestellt wurde, in jüdischen Kreisen bestehe die Sitte, daß die Aussteuer sich nur auf die Gewährung von Kleidung und Wäsche beschränkt. Das Reichsgericht erkannte diesen Einwand nicht an. Der § 1620 BGB. bezweckt die Aufrechterhaltung einer deutschen Sitte unter Berücksichtigung von Orts- und Familiensitte. Daher kann eine dieser deutschen Sitte widersprechende jüdische Sitte nicht dazu führen, einen Anspruch der heiratenden Tochter auf Gewährung der Wohnungseinrichtung gänzlich" auszuschließen. Der Tatbestand, der dem Prozeß zugrundelag, war folgender: Die Tochter eines Millionärs verheiratete sich im September 1919 ohne Einwilligung ihres Vaters mit dem Kaufmann K., einem russischen Staatsangehörigen. Sie forderte von ihrem Vater Gewährung einer Aussteuer durch Zahlung von 200.000 Mark. Landgericht und Oberlandesgericht Hamburg haben den Beklagten verurteilt, der Klägerin einen Kredit von 60.000 Mark zur Beschaffung von Möbeln und sonstigem Hausrat sowie Kleidungsstücken zu verschaffen. Das Reichsgericht hat diese Entscheidung bestätigt. In den höchstrichterlichen Entscheidungsgründen wird unter anderem folgendes ausgeführt: Die Klägerin war bei ihrer Verheiratung bereits volljährig, bedurfte daher zur Eingehung der Ehe keiner elterlichen Einwilligung mehr. Die Verpflichtung des Beklagten zur Gewährung einer Aussteuer ist bei der Vermögenslage der Parteien (Vermögenslosigkeit der Klägerin und dem Vermögen des Beklagten) außer Streit. Unrichtig ist es, wenn der Beklagte meint, er dürfe mit der Gewährung der Aussteuer warten, bis sicl^die Verhältnisse des Ehemannes der Klägerin geklärt hätten. Die Behauptung des Beklagten, daß beide Eheleute nach der Eheschließung zur Bestreitung ihres Unterhaltes erhebliche Schulden gemacht haben und die Klägerin den Aussteuerungsanspruch zum Teil an einen ihrer Gläubiger abgetreten habe, vermag die Verweigerung der Aussteuer nicht zu rechtfertigen. Allerdings kann der Regel nach die heiratende Tochter nur eine Naturalaussteucr fordern. Heim Vorliegen besonderer Umstände kann aber ausnahmsweise auch ein Anspruch auf die Aussteuer in Geld berech tigt sein. Das Berufungsgericht hat sich bei dieser Zubilligung von den Erwägungen leiten lassen, daß zwischen den Parteien Uneinigkeit bestehe und daß die Möglichkeit zur günstigen Beschaffung von Aussteuersachen zurzeit erschwert, insbesondere die Beschaffung der Aussteuer in großen Aussteuorgeschäften gegenwärtig schon wegen der unveihältnismäßigen Kosten untunlich sei, daß deshalb junge Leute sich bei Althändlern, hei Versteigerungen und bei sonstigen Gelegenheiten stückweise ihren Hausrat beschaffen, was sie nur persönlich tun könnten. ll.,(lsr. F.) ««< ^L-J^ fj %—*3>' ft j»^I^k3^^ vjf^M^y^J^^ sUji^^j^W- Agudas Jisroel in Stupava. Dank den gemeinsamen Bemühungen der Orts- und Jugendgruppe hat sich die hiesige Aguda auf ein schönes Niveau emporgeschwungen, wobei bemerkt sei, daß das Gros der Gemeinde aus Agudisten besteht, welche ihren Pflichten im Rahmen 'der Organisation vollauf gerecht werden. An der Spitze steht unser Ew. Oberrabbiner n. j., der mit Rat und Tat den Herren Markus Weber und Müller, als auch den besonders agilen Simon Stern der Jugendgruppe zur Seite steht, und wurde bereits für verschiedene Aktionen mit gutem Erfolge gesammelt. Presov. Die hiesige Agudas Jisroel-Jugendgruppe veranstaltete am 14. Tunimus, am Jahrzeitstage des vor 2 Jahren verstorbenen Rabbi s. z. 1. einen großangelegten Sijüin auf Polen. Pryluckis Mission. Im Auftrage des Hilfskomitees für die ukrainischen Juden hat Herr Prylucki aus Warschau eine Reise nach Deutschland, Frankreich und Amerika unternommen, um die dortigen Juden über die Lage der Flüchtlinge in Polen zu informieren. Er beabsichtigt dort eine großangelegte Sammlung für Hilfszwecke zu veranstalten und will zu einer Erleichterung im Emigrantengesetze, die einem Teile der Flüchtlinge die Besetzung in Amerika ermöglicht, beitragen. Ermordung eines jüdischen Kaufmanns. Auf dem Weg nach Scheidberg (Posen) ist der 35jahrige Kaufmann Jakob Beer von zwei Mannern ermordet worden, die ihn seiner Barschaft von 40.000 Mark beraubten. Die Täter wurden verhaftet. Rumänien. Dr. Gaster in Rumänien. Wie bereits gemeldet, begab sich der hiesige Chief-Rabbi der Sephardim über Einladung der rumänischen Regierung nach Rumänien, um eine Reihe von Vorlesungen in den rumänischen Universitäten zu halten. Der ukrainische Verband in England benutzte den Aufenthalt Dr. Gasters in Rumänien und ersuchte ihn bei dieser Gelegenheit Beßaiabien zu besuchen, um die Lage der dort befindlichen jüdischen Reimlosen aus der Ukraina und die für sie angewendeten Hilfsmethoden zu studieren. Dr. Gaster hat die Mission bereitwilligst übernommen. (J. G. B.) Schweiz. Abreise Lucien Wolfs zur internationalen Emigrationskonferenz in Genf. Mr. Lucien Wolf hat sich im Auftrage des Joint Foreign Gommites, des Jcwish Board of Deputien und der Anglo Jewish Association zur zweiten internationalen Emigrationskonferenz des Völkerbundes nach Genf begeben, behufs Intervention in Angelegenheit der jüdischen Emigranten. Lucien Wolf wird, sich bei dieser Konferenz vornehmlich um 'die Schaffung von Erleichterungen für die jüdischen Emigranten bemühen. Er wird insbesondere für die Oeffnung der Tore der britischen Dominions und der Vereinigten Staaten für die Familien der in diesen Ländern bereits naturalisierten Juden eintreten. (J. G. B.) englanfl. Die „Morning Post" gegen den Zionismus. In Amerika ist eine Körperschaft unter dem Namen der palästinensischen nationalen Liga vorhanden, die sich zur Hauptaufgabe machte, gegen den Zionismus zu wirken. Diese behauptet, daß die Juden kein Recht auf Palästina hätten und zitiert Aussprüche von Morgenthau und Gesinnungsgenossen. Dieser Artikel soll der arabischen Delegation, die demnächst vor der englischen Regierung erscheinen wird, zu ihrer Sache verhelfen. Italien. Dr. Margulios. (J. P. Z.) Laut dem „Israel" vorbleibt der FJorenzer Oberrabbiner Dr. Margulies, von dem es vor kurzem hieß, er werde die Leitung des Breslauer Rabbinerseminars übernehmen, weiterhin in Florenz. Kontrolle der Auswanderung. Das Triester Auswandererkomniissariat hat mit einem Dekret vom 14. Juli das Gomitato centrale di protezione degli emigranti ebrei in Tri est mit der Kontrolle des Auswandererwesens nach Palästina betraut. Trankreicb. Ein neues Fremdengesetz in Frankreich. Das Ministerium für innere Angelegenheiten in Frankreich hat ein neues Fremdengesetz herausgegeben. Es soll die unerwünschten Elemente von Paris fernhalten. § 1 lautet: Jeder Ausländer, der das fünfzehnte Lebensjahr erreicht, muß sofort seine Nationalität, Wohnung und Arbeitgeber melden. § 2: Ein Ausländer hat kein Recht, sich einer Profession zu widmen, ohne zuerst dem Bezirke, dem er angehört, davon Mitteilung zu machen. § 10: Kein Ausländer np'ID ')£• Hei der dem Sijüin folgenden .Surlas Miczwo bereitete die gelungene Rede des jüngsten Mitarbeiters, des 13jährigen B. Wohwert, eine ailgenehme Ueberrasehung. Außer den beiden Sühnen des Raw s. 1., R. Chaim, II. und R. Moische Fischer n. j., die ernste Worte an die Jugendgruppe richteten, sprachen noch H. Läzär Fonfeder, Elirenpräses der Ortsgruppe und H. Sani. Reiner köstliche divri toro. Außer dem moralischen Erfolg brachte' der Abend auch Kc. 666'— lür die Jugendgruppe. Für das Arrangement gebührt besonderer Dank dem Leiter des Gemoroschiurs, Herrn Naftali Ackermann, ferner den Herren D. Ackermann, M. Goldfinger, M. Heller und A. Habermann. Die Zubereitung der Sude war Frau J. Arnstein so freundlich zu besorgen, der wir auch auf diesem Wege unseren innigsten Dank aussprechen. Jeschiwa-Aktion. Diejenigen Gemeinden, welche das Resultat noch nicht bekannt gegeben haben, werden ersucht, dies im Interesse der Sache postwendend der Landesorganisation der hat das Recht als Agent bei einem Amte, Transport¬ oder Kommissionsgesellschaft, Administration einer Versicherungsgesellschaft, Hotel oder Gasthausbetrieb tätig zu sein, darf auch keine Zeitung redigieren. § 15: Ein Ausländer kann sich nur an solchen Aktiengesellschaften beteiligen, wo das Kapital in französischer Hand liegt, die Statuten in Frankreich gesetzlich genehmigt sind und der Präsident sich des Vertrauens französischer Bürger erfreut. Ausnahmen können nur vom Ministerrat gemacht werden. Amerika. Die Einwanderung nach Argentinien. Die Buenos Aireser Presse rechnet mit der Möglichkeit, daß das neue amerikanische Einwanderungsgesetz einen starken Strom ostjüdischer Emigranten nach Argentinien lenken wird. Während man «auf der einen Seite bereits nach Einschränkungen ruft, um lediglich Kapitalisten den Eintritt gestatten zu können, wirft die jüdische Presse die Frage auf, ob es nicht an der Zeit sei, daß die JCA sich ihres alten Mandates und ihrer alten Beziehungen zu Argentinien erinnere, um jetzt durch energische Verhandlungen mit der argentinischen Regierung eine für hunderttausende unglücklicher Juden entscheidende Lebensfrage zu lösen. Die Angelegenheit wäre auch vom Standpunkte der Orthodoxie aus besonders wichtig, weil in Argentinien bereits eine Organisation der Agudas Jisroel besteht, die einerseitsan dem Zustrom neuer Kräfte lebhaft interessiert ist, andererseits den Rahmen abgeben kann, um eine religiös orientierte Einwanderung aufzunehmen und moralisch zu stützen. („Israelit.") Rußland. Judenpogrome in Bilsk. In Bilsk (Sibirien) hat ein großer Judenpogrom stattgefunden. 400 Juden haben die Flucht ergriffen, 1200 befinden sich auf dem Wege nach der Mandschurei. Ein zweiter vom 7. Juni datierter Bericht lautet, daß im westlichen Teile der Republik, wo die bolschewikische Regierung gestürzt wurde, tausende zu Pogromen aufrufende Broschüren verbreitet wurden. Zum Schluß derselben heißt es: „Auf, russisches Volk! Greift zu den Messern, schlachtet die Juden ab, in ihren Eingeweiden findet ihr das Blut und die Tränen eurer Frauen und Kinder!" Die russischen Zioniston treffen Vorbereitungen 70 Delegierte (darunter 18 Geire-Zionisten) zum zionistischen Weltkongreß nach Karlsbad zu entsenden. Juden unter japanischem Schutz. Aus Wladiwostok wird gemeldet, daß der Oberbefehlshaber der japanischen Armee in Sibirien eine Proklamation erlassen hat, wonach er unter keinen Umständen Exzesse oder Pogrome gegen die Juden zulassen werde. Die Kundmachung war leider durchaus notwendig, weil man von dem derzeitigen russischen Militärbefehlshaber in Wladiwostok, General Seimarow, auf jüdischer Seite das Schlimmste befürchtet. Ccttlanl Prozentnorm» im Handel. Aus Riga berichtet man: Das Handelsministerium hat angeordnet, daß nur diejenigen, die im Besitze einer Konzession sind, Handel mit Lebensmittel und Verbrauchsgegenständen betreiben dürfen. Die Erlaubnis zum Handel wird Angehörigen jeder Nationalität prozentuell zur Zahl der ganzen Bevölkerung erteilt. Diese Verordnung hat eine große Aufregung in der Presse hervorgerufen. Im Moment, wo das Gesetz in Kraft tritt, ist der ganze jüdische Handel lahmgelegt. (Das ist die notwendige Konsequenz des jüdischen Minoritätsrechtes.) Palästina. Landerwerb durch den Nationalfonds. Bei der A. G. Sitzung in Prag wurde laut J. G. B. ein Telegramm verlesen über die Perfektionierung des Kaufes eines dem griechischen Patriarchen gehörenden Bodenkomplexcs in Jerusalem. Der in Raten zahlbare Kaufschilling beträgt 350.000 Pfund. Agudas Jisroel (Bratislava, Turnerg. 14/16) bekanntzugeben, beziehungsweise den eingelaufenen Betrag mittels Ausweis einzusenden, ebenso werden diejenigen Gemeinden, denen es nicht möglich war, den lür die Jeschiwos bestimmten Schabbos aus irgendwelchen Gründen abzuhalten, ersucht, diesen im Interesse des hehren Ideals der Unterstützung des Limud hatora abzuhalten und für das beste Gelingen Sorge zu tragen. Joschiwa-Aktiou. Bratislava. Bethaus Beth - Hamidrasch. Ilartrnann Mano Kf. 10, Pollak Adolf 10, Kolker A. 10, Kunstadt Adolf 10, Waldmann Elkan 20, Schönberger Bernat 10, Löwinger Samu 10, Buchinger Frigyes 10, Skulnik Jozsef 6, Maitin Wolf 10, Mayer Fülöp 20, Mayer Moses 20, Fischer Mayer Saum 10, Ulimann Samu 10, Weisz Elisa 5, Weinberger Wilhelm 10, Unreich S. Jonas 50, Eckstein Vilrnos 5, Bertauer Simon 20, Löwy David 5, Schvvartz Moses 5, Herrnann Salamon 2, Redlinger Rezsö 10, Maitin Aron 10, Bettelheim Jakob 10, Groß 1). L. 10, Weiß Fülöp 10, Steinherz Josef 12-20, Steinherz Sabsze 18, Nasch Jak. 10, Rosejifeld Abraham 10 TSCHECHOSLOWAKEI.

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