Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 27 (6.8.1921)
- Date
- 1921-08-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 200 JÜDISCHE PRESSE Nr. 27 Kohn Salamon 10, Lcngyel Adolf 30, Löwbeer Nathan 5; zusammen Kc" 420 20. Orthodoxe israelitische Knltnsgemoinde Csüz. Oedön Honig Kc 100, Viktor Adler 100, S. Offenbcrger 50, Samu Markstein 50, Oedön Weiß 20, Gyula Schlesinger 20, Zsigmond Hertz 20, Jakob Markstein 20, Markus Bumm 20, Samuel Weiö 20, Baruch Braun 20, Miklos Markstein 10; zusammen Kc 450. Bereits ausgewiesen 17.746,15, zusammen Kc". 18.598-35. Bad Luhatschowitz. Dr. Ludwig Lieben aus Frag ordiniert in Luhatschowitz, Villa Slansky, Hauptstraße, von 8 — 12 u. 2 -5. Landesverband der flgwJavJugendgruppen der Slowakei, Scbomreb Scbabbos Sektion. Offene Stellen: Junger Bureanpraktikant, der ungarischen und deutschen, eventuell slowakischen Sprache mächtig, wird gesucht. Schnittwarenhändler sucht Lehrjungen. Schnittwarenhändler sucht Kommis. Kurzwarenhändler sucht Lehrjungen. Kappenmacher sucht Lehrjungen. Stellengesuche: 1. Ockonomicverwaltcr sucht Stelle als solcher oder anderweitige Beschäftigung in einer Wirtschaft. 2. Spezcreiwarcngehilfe suchl Posten. 3. Gnlanleriowarengeliilfe I langjähriger) sucht Posten eventuell gegen Verpflegung und mäßiges Honorar. 4. Zwei anständige junge Leute vom Lande würden in einem Geschäfte (jeder Branche) gegen Kost, und Quartier und kleines Honorar in Stellung gehen. 5. Tüchtiger Glas- und Porzellanarbeiter sucht Stelle in Preßburg. Anfragen und Meldungen sind an den Landesverband der Aguda Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei, Bratislava, Turnergasse 14—16. zu richten. Es fehle in keinem Hause die Rabbi Meir baal Haness- Büchse. Auf Verlangen werden Büchsen franko zugestellt. Adressen: Oberrabbiner A. Grünwald, Uzhorod; Oberrabbiner Akiba Schreiber, Bratislava. Die Aguda-Jugendgruppe (Jüdischer Jugendverein) in Vclkc-Topolcany (Slowakei) kauft zur Vertfollständigtisg ihrer Bibliothek die Werke: S. Kohn, Judäus, Friedrich Rott, M. Lehmann, in neuem oder gebrauchtein Zustande. Diesbezügliche Offerte sind an Herrn Jnlius Link, Velke-Topolcany, zu richten. 1 l? o $£i s i: \ Die Agudas Jisrocl - Organisation, Ortsgruppe Bratislava, beabsichtigt, für die Gerneinden in der Slowakei Esrogim (jTÄD H) zu beschaffen. Es werden daher die Gemeindeleitungen ersucht, ihren Bedarf der Aguda-Leitung (Turnergasse 14) unverzüglich telegraphisch bekanntzugeben. Agudas Jisrool-Organisation, Bratislava. R. Mordechai Petenyi s. A. Mit dem Verblichenen verliert nicht nur die alte echt-jüdische Gemeinde Dunajska-Streda (Duna-Szerdahely) eine markante, führende Persönlichkeit, sondern die Orthodoxie der Slowakei einen ehrlichen, wackeren Führer und Mitarbeiter. Der leider viel zu früh Verstorbene hatte sich immer mit vollem Eifer in den Dil nst aller orthodoxen Bewegungen gestellt — sein besonders großes Wissen und Lamdonus gepaart mit ausgezeichneten Tugenden und einem sprühenden Geiste, welche ihm die Liebe von Eltern und Jugend erwarben, gaben seiner Person die richtige Eignung. Äußerst viel hat Petenyi für Verbreitung von Limud Hathora getan. Der Verstorbene betätigte sich in den letzten Jahren auch eifrigst für Agudas Jisroel, in dessen Zentralrat, er von der Slowakei delegiert wurde und hat Agudas Jisroel durch sein Hinscheiden ebenfalls einen unersetzlichen Verlust erlitten. Das Begräbnis fand kürzlich unter Beteiligung der ganzen jüdischen Bevölkerung unserer Gemeinde statt; es hatten sich ferner eingefunden — trotzdem die traurige Botschaft, nicht rechtzeitig bekannt wurde — Vertreter der Agudas Jisroel aus Bratislava und viele Persönlichkeiten aus der Umgebung, um Petenyi die letzte Ehre zu erweisen. Im Trauerhause verabschiedeten sich vom Verstorbenen die Söhne und Schwiegersöhne, ferner ein Vertreter des Vereines, in welchem der Verblichene vorgelernt hatte und ein Vertreter der Agudas Jisroel-Organisation in der Slowakei. Im Tempelhofe sprachen Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Weinberger und noch andere. Die Gemeinde Dunajska-Streda wird des Verstorbenen immer gedenken, besonders die heranwachsende Generation, in deren Herzen er die Liebe zur Thora gepflanzt hatte, maun Bernhard Kahane s. A. Ein wahrer Jehudi, einer von denen, die in unseren Tagen eine Seltenheit bilden, ist mit dem in Zwittau in Mähren zu Grabe getragenen Herrn Bernhard Kahane von uns gegangen. Der Verblichene entstammte den vornehmsten Kreisen des orthodoxen Judentums, war er doch ein Schwiegersohn des ob seiner Gelehrsamkeit und Frömmigkeit weit und breit bekannten und verehrten Warschauer Oberrabbiners Meisel g. A. Sein ganzer Charakter war schlicht, einfach, rechtschaffen und bescheiden. So wird er in unser aller Gedächtnis fortleben als der Typus eines wahren Jehudi, so wird er fortleben in der Erinnerung seiner Kindel-, die tiefe Trauer und großer Schmerz getroffen. Der Allmächtige möge sie trösten, auf daß die Wunde vernarbe, die sein sanfter Tod in ihrem Herzen gerissen. F. Siegfried Stern s. A. Das orthodoxe Judentum und die Agudas Jisroel hat abermals einen schweren Verlust zu beklagen. Siegfried Stern in Frankfurt a. M., Sohn des Herrn Adolf Stern, dessen Namen in der Geschichte der Aguda unvergänglich ist und derzeitigen Präses der orthodoxen Gemeinde in Frankfurt und Schwiegersohn des verewigten Vizepräsidenten der Aguda-Organisation Dr. Abraham Hirsch s. A. in Halberstadt, ist im besten Mannesalter einer Lungenentzündung erlegen. Am Grabe gab Herr Rabbiner Dr. B r e u e r dem Schmerze der Gesamtheit und der Gemeinde vor einer zahlreichen Trauerversammlung beredten Ausdruck. Möge rPttfil die tief gebeugten Eltern und der Witwe des Verewigten Trost spenden in dem Bewußtsein, daß die gesamte Aguda an ihrem Schmerze Anteil nimmt. rDW p^JC *Ül Armin Küminelheim S.A. Der langjährige verdienstvolle Notar des Temesvär-Innerstädter israelitischen Gemeinde ist am 17. Juli im Alter von 70 Jahren gestorben. Rabbi Mattowitzky s. A. Dem Warschauer „Jud" wird aus Baranowitsch telegraphisch gemeldet, daß Rabbi N. Mattowitzky, Rabbiher von Lachowitz, gestorben ist. Ukraine-Aktion der Aguda. Der geschäftsführende Ausschuß der Aguda hat folgenden Beschluß gefaßt: Agudas Jisroel habe von vornherein ihre Aktion auf die ukrainische Waisenhilfe konzentriert. Es sei klar, daß „die Orthodoxie gerade an diesem Zweige der Hilfstätigkeit aus religiösen, bezw. pädagogischen Gründen ein ganz besonderes Interesse habe und darin auch unabhängig gemäß ihren eigenen religiösen Prinzipien vorgehen müsse. Dagegen erkenne die Agudas Jjsroel durchaus, an, daß hinsichtlich der allgemeinen Flüchtlingsfürsorge ein gemeinsames Vorgehen aller jüdischen Kreise erwünscht sei. Agudas Jisroel werde also fortfahren, sich auf die Waisenaktion zu beschränken. Sollten über die für diesen Zweck erforderlichen Gelder hinaus der Aguda Mittel zur Verfügung stehen, so werde man sie gerne der Sammlung der Organisation zuführen. Umgekehrt erwarte Agudas Jisroel eine entsprechende Unterstützung ihres Waisenhilfswerkes von seilen jener Organisation." Zurück sur Cftorai Schewa sclm6 horoow liegen hinter uns. Sieben Jahre sind seit jenen Tagen verflossen, da das drohende Gespenst des Weltkrieges zur furchtbaren Wirklichkeit wurde. Im Monate Ovv folgte die Kriegserklärung. Am Tischo beow mußten viele Familienväter Haus und Hof verlassen, um in die Reihen der Krieger einzutreten. Am 9. 0\v wurde vor Jahrhunderten unser Heiligtum zerstört. Der -Tag, an dem Juda so oft und so viel zu leiden hatte, tritt heran. Mit Hangen sehen wir ihm entgegen. Aschre odorn mefaohcd tomid, heißt nicht Vorkehrungen treffen, um das befürchtete Uehel zu lindern; gewiß nicht, sich in Gedanken mit. dem Schrecklichen vertraut machen, um es dann resigniert anzunehmen. Von unserem Stammvater Jaakow haben wir gelernt, wajiro, wajezer und dann kotointi, hazileni. Tschuwo, telilo u zedoko inawirin es roa hagesero. Einkehr, Gebet und Gerechtigkeit sind imstande uns auch über die schweren Tage des Ow hinwegzuhelfen. Unfaßbar sind die Leiden, welchen Jisroel in den letzten Jahren ausgesetzt war, erschütternd die Mitteilungen aus der Ukraina, niederschmetternd die erst in der letzten Zeit zu uns kommenden Berichte ans Rußland. Rosche silukoin schel Ziidikim keserefas bes E'. Tausende Talmide Ghachomim, Gedolim, Zadikim sind im letzten Jahre dahingeschlaohl.et, dem Ilumrerlode preisgegeben worden. Wieviele von den Seuchen r. 1. in Rußland dahingerafft wurden, wissen wir heute noch nicht. Auch im Inland und in den angrenzenden Ländern schwillt der Antisemitismus an. AI naharos bowel schoin josehawnu gam hoehinu hesochrenu es zion. Der Jalkut erzählt, daß die Vertriebenen von Jeruscholajini bis Bowel ohne Ruhe gehetzt wurden und erst schoin joschawni, erst dort konnten sie ihren Tränen freien Lauf lassen, ihre körperlichen Schmerzen beklagen. Wenn sie an das Heiligtum dachten, so vergaßen sie ihr eigenes Schicksal ob dein Zions. Jedermann ist. heutzutage von persönlichem Leide betroffen. Aber imo onochi bezoroh darf nie das Golus hascheehiuo, das Golus Haftoroh und das Wehe der Gesamtheit Jisroels vergessen werden. Hilfe von dem Allmächtigen dürfen wir nur dann erflehen, wenn wir den Schmerz auch wirklich empfinden. Der TJebermut und die Ausgelassenheit sind nicht Symptome eines bedrückten Gemütes; die Vernachlässigung des uns Erhaltengebliebenen, nicht Zeichen der Trauer über das uns Weggeriom mene. Wenn Jisroel ch. 1. in Gefahr ist, so lehren uns unsere Weisen, daß die tinokos schel bes rabbon, megin sein können. Das Schuljahr ist zu Ende. So mancher Vater fragt sich, welcher Beschäftigung er sein Kind nach den Ferien zuführen soll. Sie alle mögen beherzigen das Wort unserer Midraschweisen, daß nur das Studium unserer Kinder uns schützen kann. Wer seinen Kindern und seinem schwergeprüften Volke etwas Gutes tun will, wer um die Erhaltung des unverfälschten Judentums besorgt ist, der führe seine Kinder dem Glieder — der Jesehiyo — zu, der trage bei zu dem hakol, kol Jaakow. G. P. „Aguda" in Radomsk. Die hiesige Jugend hat sich zu einer Aguda-Organisation zusammengetan. Am „Lag Börner" wurde die konstituierende Versammlung abgehalten, in welcser Herr Osias Her Fischhof auf den unersetzlichen Verlust, welchen die ,Aguda" durch den Tod des ehrvv. Rab. Halpern erlitten hat, hinwies. Herr Itzkovitz berichtete über den Verlauf der Beudincr Rayonkonferenz. Zum Schluß wurde einstimmig beschlossen, der Aguda ein Vertrausnsvotum auszudrücken nnd gegen die zionistischen Unterstellungen zu protestieren. Auf der zweiten Versammlung hat Herr Lipman Berkovicz den Grundgedanken und das Ziel der Jugendorganisation erörtert. Das Komitee wurde aus den Herren Sch. Bernstein, Rab. Fischhof, Josef Seligsohn u. a. zusammengesetzt. Neulich wurden hier an einem Samstag Nachmittag affichiert, daß am zweiten Schebuottage auf dem Theaterplatz ein jüdisches Fest mit Musik und Tanz stattfindet. Der Ertrag sollte auf die Bibliothek des Arbeiterheimes gehen. Diese herausfordernde Sabbatentweihung hat einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Dank der Intervention des Ortsrabbiners, der eine Protestvercarnmlung in die Synagoge einberief, wurde von diesem Vorhaben abgesehen. Zürich. (Jugendgruppe der Agudas Jisroel.) In der hiesigen Jugendgruppe ist seit deren Reorganisation im Monat Mai dieses Jahres eine größere Tätigkeit bemerkbar. Die erste Generalversammlung beschloß vor allem die Rosch-Chodesch- Spende in der Schweiz einzuführen; ferner ein eigenes agudistisches Organ zu gründen, oder Anschluß an ein bereits bestehendes zu suchen, sowie die Abhaltung von Vorträgen und Schümm reger zu gestalten. Dem Vorstände, bestehend aus den Herren: Hermann Cohn, Moses Antmann, J. Eisenberg, Jona Leittier und M. D. Lewenstein ist es bereits gelungen, die in der Generalversammlung gefaßten Beschlüsse teilweise auszuführen. So wurden Vorträge abgehalten von den Herren Dr. T. Lewenstein über .Dogmen des Judentums", in welchem Redner, die ganze diesbezügliche jüdische Literatur durchgehend, .zu einem eigenen vermittelnden Resultat gelangte, welches er als namentlich für unsere jetzige Zeit geeignet, der anwesenden Jugend, welche mit Interesse den Ausführungen des Vortragenden folgte, zu Gemüte führte. Herr Dr. Rothschild referierte über das Thema „Der Niehljude im Lichte des Judentums", welches zu einer ausgedehnten Diskussion Veranlassung gab. Forner gelang es Herrn Dr. T. Lewenstein zur Abhaltung eines Vortragszyklus über „S. R. Hirschs, 19 Briefe" zu gewinnen, welcher auch unter zahlreicher Teilnahme seitens der Mädchengruppe abgehalten wird. Hierdurch ist. der seitens unserer hiesigen Agudajugend schon vor Jahren geäußerte Wunsch, den Schriften von S. R. Hirsch näher zu treten, in Erfüllung gegangen. Der Vorstand arbeitet momentan Hin Winterprogramm und wird dieses hoffentlich dazu beitragen, ein festes Rand um unsere orthodoxe Jugend zu schließen. (Vereinsadresse: Lewenstein, M. D. Gerechtigkeitsgasse 30. Zürich 1.) pendlet für die üupdpppe! K ALE N DAR IU M. Tag Ab Juli Notizen Sonntag 3. 7. Epidemie in Saloniki zufolge Jnsultierung des Ri-ben-lew Saloniki 5305 — Märtyrer-Tod Ii. Samson Isterpol 5408 (im)- Monlag 4. «• Katastrophaler Brand in Saloniki wegen Ri-ben-lew HH05 --- Tod R. Abraham (Commentar auf 1 Iii) Lemberg 5382. I »ienstag 5. 9. Tod Rij Lakodosch Safi'ed 5332 — Tod Schaagas Aije Metz 5338 — Tod R. Meir Barbi, Preßburg .0549 — Drusen überfallen Juden, Sal'fed 5597. Mittwoch G. 10. Tod R. Nathan Koben Komarno 5510. Donnerstag 7. 11. Der Tempel wird in Brand gesetzt 3830 — Tod R. Seincha Dublin auf dein Wege zum Antritte seines Rabbiuates in Lemberg. Freitag s. 12. Tod R. Raphael Abraham, Oberrabbiner. Jerusalem 5534 — Tod R. Juda L. Margolies, I'rzeinysl 5424. Samstag 9. 18. Deworim : — Sabbat Cbason •— 3 Perek — Zerstörung des Tempels (Fasttag verschoben) unter Nabukadnezar 3338 und Titus 3336 — Einnahme, Bethars — Hadrian läßt die Stadt pflügen.