Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 26 (29.7.1921)
- Date
- 1921-07-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 JÜDISCHE PRESSE JL "Seite 193 NACHRICHTEN. Deut$cft5stcrreicft. Die Gründung des „Jüdischen Bund", Sektion Deutsch- Österreich, Ein siHi über allo Kulturstanton erstreckender Verband isl. begründet worden und bat seine Tätigkeit für Deutsohüstorreiidi aufgenommen. Seine Ziele sind lief'^ebend und wcitausgrcifend. Wöchnerinnen-, Si'uii'Iings- und Kinderfihsorge. Was gibt es jetzt da Alles zu leisten, wenn man nur an die Ukraina denkt? Was bat noch der große Krieg an nötiger, dringend nötiger Arbeit auf diesem humanitären Gebiete zurückgelassen? Der „Jüdischer Bund" lenkt jetzt seine Tätigkeit auf die Bris Miloh der Knaben. Es ist diese den Vätern des Mittelstandes und der Armen leicht und ohne jede Beschämung möglich gemacht worden. Die Organe des „Jüdischen Bund" haben den Parteien die Apothekermittel zu bringen und wird auch sonst alles kostenlos den Armen, selbst auf Verlangen die übliche Sude (Mahlzeit) beigestellt. Selbstverständlich auch der vom „Jüdischen Bund" bestellte Mohel. Es ergeht jetzt an die Sanatorien, Spitäler und Hebammen ein Aufruf, der diese auffordert, alle Geburten innerhalb 48 Stunden dem Matrikelamt der israelitischen Kultusgemeinde anzuzeigen. Bereits in den ersten 3 Tagen wurden 5 Beschneidungen vorgenommen. In manchen Fällen muß auch noch die Säuglingsfiirsorge in Tätigkeit kommen. Man sieht, dieser Verband war dringend notwendig. Dies bewiesen schon die ersten 5 Fälle in den wenigen Tagen seit Beginn dieses so idealen Unternehmens. Zuschriften .Jüdischer Bund", I., Seitenstettengasse 2. Ps. Der Klub der jüdischen und hobräischen Schriftstoller in Wien, hat die Vertretung der jüdischen Dramaturgenliga in New York übernommen. Ungarn* Verlobung. Herr Theodor Liebermann, Sohn des Herrn Morilz Liebermann in Kaschau hat sich mit. Frl. Irene v. Freudiger, Tochter des Herrn Karl v. Freudiger (Budapest) verlobt. (Wir gratulieren herzlichst. Die Red.) Die Heldenfeier der Pester israelitischen Gemeinde ist wegen eingetretenen Umständen auf den Herbst verschoben worden. Großzügige Aktionen eines jüdischen Frauenvereines. Der Pester isr. Frauenverein hat in seiner jüngsten Generalversammlung ein übersichtliches Bild seiner Tätigkeit im abgelaufenen Vercinsjahrc geboten. Demnach hat der Verein im abgelaufenen Jahre für hunderttausend Kronen an Unterstützungen verteilt, in seinem Mädchenwaisenhause und Waisenasyle 72 Waisenkindern mit einem Kostenaufwand von über einer halben Million Kronen eine Zufluchtsstätte geboten, im Alice Weiß-Wöchnerinnenheim 583 Wöchnefinnen mit einem Kostenaufwand ron dreiviertel Millionen verpflegt. Die Pester isr. Religionsgemeindo ließ dem großzügigen Vereine und seiner verdienstvollen Präsidentin Frau Anton Deutsch durch ihren Präsesstell Vertreter Dr. Bela Feleki den Dank der Gemeinde zum Ausdruck bringen. DeutscMand. Die Aguda und der Hilfsverein. Der Hilfsverein der deutschen Juden, der nun ebenfalls eine Aktion für die ukrainischen Juden eingeleitet hat, hat sich an die Aguda mit der Anfrage gewendet, in welcher Weise eine gewisse Gemeinsamkeit erzielt werden könnte. Beide Organisationen haben das Uebereinkommen getroffen, daß der Kriegswaisenfonds der Aguda sich auschließlich mit der Fürsorge für die Waisen beschäftigt und seitens des Hilfsvereines die Garantie gegeben ist, daß der Kriegswaisenfonds den maßgebenden Einfluß auf die religiöse Erziehung der Waisen ausübt. Der Kriegswaisenfonds der Aguda beträgt schon in den ersten Wochen 0,000.000 Mark. Bukowina. Die ßabbinerwahl in Czernowitz. Ein heftiger Kampf geht seit Monaten in Czernowitz um die Wahl des Rabbiners. Daß ein Rabbiner nur dann seine Autorität segensreich betätigen könne, wenn er auch den Frömmsten der Gemeinde durch seine Weltanschauung achtunggebietend genug ist, will das Organ der dortigen Zionisten nicht einsehen. Unter den Kandidaten ragt der Glinianyer Raw Schapira hervor, der aber die Zionisten mit seinem freimütigen Bekenntnis als Agudist echauffiert. Hingegen konveniert ihnen Rabbiner Rath, der, wie die „Ostjüdische Zeitung" versichert, von Dr. Ghajes mit dem Einsätze seiner ganzen Persönlichkeit unterstützt werde. Rabbiner Rath, derzeit in Ghorostkow, hat sich als Misrachist deklariert. Bei dieser Gelegenheit bezeichnet es die „Ostj. Zeitung" als an Verrat grenzend^, daß die Aguda sich nicht an den Zionismus anschließe, um die Einheitlichkeit herzustellen. Kennt das genannte Blatt nicht den so oft veröffentlichten Briefwechsel zwischen der Aguda und der zionistischen Organisation, wo die Aguda ihre Mitarbeit angeboten hatte, und von Sokolow in seinem damaligen Uebermute brüskiert wurde? Warum soll die Aguda — von ihren religiösen Bedenken abgesehen — sich an eine Organisation rückhaltslos anschließen, vöh der sich die bedeutendsten Führer, wie Brandeis, Nordau, faarmorek usw. abwenden? Was die ftabbinefwahl selbst betrifft, wird wohl der gesunde Sinn der jüdischen Bevölkerung das Richtige finden und einer solchen großen Persönlichkeit wie der Glinianyer Raw gerecht werden. Sehr bezeichnend ist, daß in derselben Nummer ein großes 'Jammergeschrei darüber erhoben wird, daß die rumänische Regierung das jüdische Gymnasium und die jüdischen Schulen romanisiert. In der schrecklichen Naivität der zionistischen Kaffeehauspolitik donnert das Blatt der Regierung zu, ob sie denn nicht wisse, däß'die Juden ein nationales Heim in Palästina hätten (!!) und daß der Weltkrieg den Juden die Anerkennung als jüdische Minorität gebracht hätte? (Hans im Glücke!) Was nicht verhindert, daß die jüdische Volksschule im nächsten Jahre gänzlich üncl das Gymnasium vorerst in der 1. und 5. Klasse romanisiert wird. örkclunlanl Juden und Griechen. In der Gegend von Konstantinopel haben junge Griechen aufreizende Spottlieder auf die Juden singend, die Gassen durchmarschiert. Es kam zu einem Handgemenge, wobei viele Personen verwundet wurden. Die englische Polizei legte sich ins Mittel und nahm viele Verhaftungen vor. Militärfrei. Das Kriegsministeriurn in Athen hat die Juden von Saloniki der Stellungspflicht enthoben bis das griechische Parlament endgültig där'üb'er entscheidet. TSCHECHOSLOWAKEI. niedriger (rängen. Josef Kojan, Professor am staatlichen Realgymnasium in Presov (Rperjes) für den 1. September 1921 versetzt nach Uli. Hradiste Mähren, Tscheche, hat am 16. d. M. im Rahmen seines Vortrages über die Juden in den hiesigen staatlich subventionierten Lehrer-Fortbildungskursen dem Inhalte nach folgende Aeußemng getan: „Die größten Feinde der Republik sind die Juden, sie haben auch das russische Reich ruiniert und leben auch hier von der Ausnützung des Volkes. Er fordert die Lehrerschaft (Zahl der Teilnehmer ist zirka 120) auf, die größten Antisemiten zu sein, den Antisemitismus in jedem Häuschen der Dörfer zu verbreiten und in die Herzen der kleinen Kinder einzuimpfen." Wir hatten ursprünglich die Absicht, uns mit Herrn Josef Kojan auseinanderzusetzen. Wir glauben es aber der Würde der tschecho-slowakischen Republik schuldig zu sein, diese Aeusserung lediglich niedriger zu hängen und sind überzeugt, daß unsere Regierung dafür Sorge tragen wird, daß das Heiligste des Staates, die Erziehung der Jugend, nicht in den Dienst der Dummheit und des Hasses gestellt werde. Sijumfeier in Topolcany. Donnerstag den 8. Tamus feierte unsere Jugendgruppe den DVD_auf ITD^D "D£ welcher würdevoll verlief. Wie an sonstigen Tagen das Lernen zwischen a^pttl .HlJfc stattfindet, um Tag und Nacht mit p"ffin ™ verbinden, beendete unser verdienstvoller Vortragender Herr Lippmann Donath aus Preßburg mit schönen niSniT Worten die rDDtt ebenfalls zwischen den Mincha und Maariw Gebeten, worauf sjch die stattliche Anzahl der Mitglieder sowie Gäste von Reihe der Baale - Batim zur bis spät in der Nacht andauernden JTUttt rfllJJD begaben. Auch die führenden Persönlichkeiten unserer Gemeinde hatten uns mit ihrer Anwesenheit beehrt; die illustren Gäste Ew. Rabbiner Schweiger, Ew. Rabbiner Deutsch sowie der Gemeindepräses Herr Salainon Gelley waren an der Spitze der Tafel zu sehen und sprachen in Begleitung meisterhafter Maggidus-Worten eindringlich zur versammelten Jugend, ihre bisherige Tätigkeit mim pp nöTlb besonders würdigend, wobei sie sie zu weiterer Arbeit auf allen Gebieten aneiferten. In gleichem Sinne sprachen die Herren: Ghaim Fürst, Salamon Katzburg und Markus Zarkower. — Für Aktionen der Jugendgruppe respektive der Aguda wurden namhafte Beträge gesammelt. — Dem verdienstvollen Vortragenden, Herrn Lippmann Donath, sei auf diesem Wege gebührender Dank gezollt. Auch die um der Vorbereitung respektive Zustandcbringung des ÜTD beschäftigten Damen seien hier dankend erwähnt. J. L. Spende. Anläßlich der Verlobung spendete Herr Schrötter (Holzhändler) V. Topolcany Kß. 200-- und Herr Fernes Laszlo (Oradeamare) Kö. 300*— für den Organisationsfonds der Agudas Jisroel. Grastvortrag in Joka. Am vergangenen Sabbat hielt Ew. Rabbiner Moses Link aus Papa auf Ersuchen unseres Ew. Oberrabbiners in der hiesigen Synagoge einen sehr schönen und inhaltsreichen Vortrag, welcher von dem Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurde. Besonders war das Thema der Jugend behandelt worden und darauf hingewiesen, welches Tätigkeitsfeld sich dieser — im Geiste der Thore — böte und wie nötig die Organisation ist Es ist zu hoffen, daß dieser Vortrag die neu konstituierte Agudas Jisroel-Jugendgruppe zu eifriger Arbeit anspornen wird. —1. Aguda-Jugendgruppe Velke-Topolcany. Die hiesige Jugendgruppe entfaltet auf verschiedenen Gebieten im jüdischen Geiste rege Tätigkeit. Seit Monaten ist dieselbe schon daran, eine jüdische Bibliothek sich einzurichten und wird dieselbe in diesem ihrem löblichen Vorhaben durch die Topolcanyer Gemeindemitglieder auch unterstützt. Um jedoch den Erfordernissen der Zeit und der besonderen Nachfrage zu entsprechen, sind auf diesem Wege all die Edelherzigen — die für diese jüdische Kulturarbeit Interesse haben — gebeten, die in ihrer Bibliothek entbehrlichen jüdischen (orthodoxen) Werke derselben an die Adresse Julius Link, Velke-Topolcany, zukommen zu lassen. Die edlen Spender werden im Blatte veröffentlicht. Aguda-Jugendgruppe Presov. Durch die mustergültige Leitung des Herrn Julius Holländer arbeitet die Jugendgruppe auf verschiedenen Gebieten mit größter Energie b/2ft TOID^ Tägliche D^irtP werden schön besucht, den in die Fremde lernenden Bachurim des Ortes namhafte Beiträge geleistet, den in Schubhäusern befindlichen Juden tägliche Koscherkost verabreicht und schließlich auch für den Organisationsfonds gesammelt. Für diesen wurde durch Herrn A. Habermann eine großzügige Markensammlung nei allen Kaufleuten eingeleitet und werden wertvolle Marken der Zentrale abgeliefert. Eine nachahmenswerte Aktion. Aüs Nitra wird berichtet: In unserer Gemeinde ist eine Institution ins Leben gerufen worden, die es wahrlich verdietit, als beispielgebend in diesen Blättern erwähnt #u werden. Seit einem Jahre sammeln hiesige orthodoxe Frauen unter der Aegide der Frau Eniilje Löwy für die jüdischen Kranken im Komitatsspitäle Leckerbissen, Abgaben von der Sabbattafel, die!d$rih jeden Sonntag unter den Kranken verteilt werden. Jeden Sonntag vormittags gibt es eine Wallfahrt in das Haus der Frau Emilie Löwy. Kuchen, Torten, Eingesottenes, Kanditen werden beigesteuert. Es beginnt dann ein Sortieren der reichen Liebesgaben in Paketen, welche die Namen der Beteiligten tragen. Im Spitale befinden sich auch 18—20 Geisteskranke und es ist ein rührender Anblick, wie sich diese Aermsten der Armen freuen und welcher Lichtstrahl da in das Dunkel ihres Gemütes dringt. Für die Hinterbliebenen des verstorbenen Rabbiners Malacky langten bei uns von H. Garai Arnold Rimaszombat Kö. 1085 ein und haben wir den Betrag seinem Bestimmungsorte zugeführt. Bad Luhatschowitz. Dr, Ludwig Lieben aus Prag ordiniert in Luhatschowitz, Villa Slansky, Hauptstraße, von 8—12 \j. 2—5. Rabbi Meir Baal Haness-Büchse r$LL Hk±! Jeschiwa-Aktion. Diejenigen Gemeinden, welche das Resultat noch nicht bekannt gegeben haben, werden ersucht, dies im Interesse der Sache postwendend der Landesorganisation der Agudas Jisroel (Bratislava, Turnerg. 14/16) bekanntzugeben, beziehungsweise den eingelaufenen Betrag mittels Ausweis einzusenden, ebenso werden diejenigen Gemeinden, denen es nicht möglich war, den für die Jeschiwos bestimmten Schabbos aus irgendwelchen Gründen abzuhalten, ersucht, diesen im Interesse des hehren Ideals der Unterstützung des Limud hatora abzuhalten und für das beste Gelingen Sorge zu tragen. Jeschiwa-Aktion. Bratislava. Abelesz Adolf K2. 20, Adler Lederbändler 54, Braun Josef 10, Deutsch David 10, Feigenbaum Henrik 50, Grün Mano 10, Gansl sen. 20, Heller Jakob 20, Herz Adolf 5, Kohn Baruch 10, Modern Rafael 10, Rujder lgnaz 10, Sussmann 30, Sehlem Samu 10, Stern Ignaz 10, Unsdorfer Salamon 20, Wohlmuth Jakob 80, Weiß Gyula 10, Hofbauer Simon 18, zusammen Kc. 872. Tornaalja. Blier Geza Kc. 80, Glatter Mor. 100, Rosenberg Jonas 110, Gestetner Salamon 30, Rottmann Ignaz 20, Reinic Mor. 100, Deutsch Vilmos 5, Teitelbaum Simon 20, Friedmann es Fodor 45, Klein Fabian 120, Krakowitz S. 50, Weinstein 22, Samu Brünn 50, Heilblum Adolf 110, Rosenberg Josef 80, Deutsch Isidor 88, Friedmann Samu 20, Rosenfeld Lajos 80, Blumm Isidor 40, Singer Sandor 80, Hauer Josef 30, Friedrich Aron 10, Deutsch Ede 10, zusammen Kö. 1190. Bereits ausgewiesen 16.184*15, zusammen Kö. 17.746-15.