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Jüdische Presse · 1921-07-29 · 26 (29.7.1921) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
26 (29.7.1921)
Date
1921-07-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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vSeite 192 JÜDISCHE PRESSE Nr. 26 Kinder." Aber an alle Juden, welche nicht durch äußere Gewalt entwurzelt werden, tritt' gebieterisch die Pflicht heran, sich ebenso sehr vor der inneren Entwurzelung, wie vor der würdelosen Assimilation zu bewahren. Jawohl, es ist die Aufgabe des Gola vom ersten Augenblick an gewesen, in der neuen Heimat einzuwurzeln. Das sagten in gegebener Stunde deutlich Jeremia und Jecheskel, das bewährte in klarer Erkenntnis Nehemia. Wir schämen uns des gesunden Heimatsgefühls nicht, das wahrhaftig mehr ist als nüchterne Erfüllung der vom Staatsgesetz normierten Pflichten und wir bauen mit in den besiegten Ländern am Wiederaufbau, bei den siegreichen Völkern an Durchdringung glücklicherer Lage mit solchen Elementen, welche Dauer verheißen. Und wir, wir airein sind die Hüter der jüdischen Eigenart und die Siegelbewahrer dessen, was wahrhaft jüdische Kultur ist. Ein stolzes Wort; doch die Vergangenheit gibt uns das Recht hierzu und die Zukunft wird es bestätigen. Wir richten nicht und rechten nicht, aber wir behaupten unseren Platz an der Sonne der Wahrheit. P. K. Brief aus Berlin. (Fortsetzung.) Zwei Ereignisse sind es, welche das Streben, durchkreuzen. Zunächst die Entwicklung der Dinge in Bayern. Man muß hier etwas weit ausholen. Bayern ist das Land, in welchem bis zur Revolution die ReligionsVerhältnisse sowohl naeh Lage des Gesetzes wie nach dem Willen der Bevölkerung am besten geregelt waren. Die Revolution räumte endgiltig damit auf. Wohl lediglich aus finanziellen Gründen findet es die Orthodoxie für gut, einem Verband der Bayerischen Gemeinden geschlossen beizutreten, so daß nunmehr die so lange bekämpfte Konsistorialverfassung schon sichtbar auf dem Anmärsche ist. Auch dasjenige, was man sonst auf orthodoxer Seite bisher aus prinzipiellen Gründen eben so heiß bekämpfte und auf der anderen Seite erstrebte, die offizielle Gleichberechtigung aller möglichen Richtungen innerhalb des Judentums, die ja letzten Endes zur Entreligionisierung und Nationalisierung der jüdischen Gemeinschaft führen muß, wurde ohne weiteres konzediert. Es ist müßig, über vergangene Dinge Räsonnements anzustellen. Von sehr wenig Ausnahmen abgesehen, scheidet jetzt Bayern aus der Kampflinie der Orthodoxie aus und man muß schon heilfroh sein, wenn nicht nach dem bekannten psychologischen Gesetze unsere Gesinnungsgenossen in Bayern sich plötzlich auf den Kampf auf der Front nach rechts besinnen. Es hätte keinerlei Zweck, die Augen vor der Tatsache zu verschließen, daß dadurch der prinzipiellen Orthodoxie sehr wertvolle Truppen verloren gegangen sind. Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf, daß in ernster Stunde unsere Gesinnungsgenossen in Bayern uns nicht in den Rücken fallen werden. Nun ist aber diese ernste Stunde schon gekommen dadurch, daß einzelne Herren bei der Tagung des deutsch-israelitischen Gemeindebundes sich nicht geschlossen und diszipliniert der Führung des Bundes gesetzestreuer Gemeinden anvertrauten, sondern glaubten, es wäre der Orthodoxie besser gedient, wenn unter gewissen Kautelen die gesamte Orthodoxie sich der großen Organisation anschließen würde. Es würde natürlich für den israelitischen Gemeindebund einen Gewinn von unabsehbarer Tragweite bedeuten, wenn er ganz Bayern, also den bisher am meisten berühmten Teil der Orthodoxie in seinen Reihen sehen kann. Dazu kommt ein zweites. Man hatte bisher — ob mit Recht oder Unrecht — im Süden Deutschlands eine gewisse Abneigung dagegen, die jüdischen Dinge speziell in Berlin zentralisiert zu sehen. Es würde ungeahnte und vielleicht verhängnisvolle Perspektiven für die Zukunft eröffnen, wenn nun plötzlich Berlin legitimiert wäre,' für die ganze deutsche Judenheit zu sprechen. Ebenso begreife ich es, wenn alles, was irgendwie zionistisch denkt, diese Entwicklung begrüßt. Denn je mehr der reinreligiöse Gedanke aus dem Vordergrund der jüdischen Interessensphäre verdrängt wird, um so eher blüht der Weizen derer, die das Judentum aus der Welt schaffen und dafür eine dem ideellen Inhalte nach farblose Judenheit konstruieren wollen. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß innerhalb der bayerischen Orthodoxie wie es scheint die wahrhaft epochale Verantwortlichkeit in bezug auf ihre Stellungnahme zur Gesamtorganisation der deutschen Juden zum Bewußtsein gekommen ist. Gute lludcn. Von Dr. Felix Kaut er, Zwittau (Mahren). Gute Juden hat es zu allen Zeiten gegeben. Naeh einer Stelle im Sohar soll es in jedem Zeitalter mindestens 36 fromme D^p1*!^ "h geben, die meistens im Verborgenen leben und deren gute gottgefällige Werke die ganze Wel^ erhalten. Aber so viele gute Juden wie in der Jetztzeit dürfte es im Judentum nie gegeben haben. Früher galt der als guter Jude, der mindestens — gut war, das heißt in erster Reihe wohltatig, „hilfreich und gut" im Sinne unserer Thora und des geheiligten Väterglaubens. Ein guter Jude war gleichbedeutend mit einem streng frommen Juden. Der gute Jude lebte nur in seiner Religion und für seine Religion, in seinem Glauben und für seinen Glauben, für seinen G-tt und seine geheiligte Lehre, für sein Judentum und seine Ideale. Unter einem guten Juden verstand man vor allem einen gelehrten Juden, einen solchen, der nicht nur auf dem .unendlichen Meere des Talmuds" gleichsam, zu Hause ist und in dessen Abgrundstiefen er sich spielend versenken konnte, um unversehrt aus ihnen emporzusteigen, sondern einen Mann, der das ganze rabbinische Schrifttum meisterhaft beherrschte und darin, das heißt in den „vier Ellen der Hallacha" ganz und restlos aufging und der kein*anderes Streben konnte als zu lernen und zu lehren, in dej Thora zu forschen ohne Unterlaß Tag und Nacht Solche Juden gab es, wie erwähnt, zu allen Zeiten, und diese Juden bildeten den Schmuck und die Zier jeder Gemeinde, die so glücklich war, solche Männer in ihrer Mitte zu haben. Diese guten Juden umgab man nach und nach mit mystischem Dunkel, sie standen gegen ihren Willen in dem Gerüche der Heiligkeit und man erbat sich ihre Fürsprache bei G-tt im den Stunden der Not und Gefahr, ihren Segen und ihren Rat, so man deren bedurfte, und man pilgerte zu ihren Gräbern, so sie aus dem Leben schieden. Denn solche Juden waren nur selten, und glücklich die Gemeinde, die solche Männer aufzuweisen vermochte; ihr Ruhm war für ewige Zeiten gesichert. Heute gibt es solch guter Juden in Hülle und Fülle, auf Schritt und Tritt, irv^tadt und Land, überhaupt überall, wo Juden wohnen. Jeder zweite Jude, mit dem ich, sei es auf der Eisenbahn, sei es im Kaffeehause, spreche, versichert mir, ein guter Jude zu sein, oft sogar in Momenten und bei Handlungen, die weder gut noch jüdisch genannt zu werden verdienen, zum Beispiel beim Verspeisen eines Schinkenbrotes mit Butter oder bei hartnäckiger Verweigerung eines Almosens einem Armen gegenüber, namentlich, wenn dieser ein Malheur hat, aus Polen zu stammen. Die stehende Redensart lautet stets: Ich bin zwar ein guter Jude, aber . . . Dieses aber lautet schon verschieden. Bald heißt es, er sei kein Freund der polnischen Juden, bald auch, in bezug auf die Speisegesetze, er halte von solchen Sachen nichts. Er halte überhaupt von der Religion nichts, aber — er sei trotzdem ein guter Jude. Worin seine Güte^ als Jude bestehe? Nun, er sei Jude durch und durch, er schäme sich seines Judentums nicht und sei sogar (!) stolz auf seine jüdische Stammeszugehörigkeit, kurz, er sei jüdischnational. Solcher Juden gibt es hierzulande, wie erwähnt, in Hülle und Fülle, Juden, die nichts halten, an nichts glauben und nichts können, weil sie nichts gelernt haben, und sich trotzdem für gute Juden weisen. Ich spreche von den Juden des Landes, in dem ich lebe und von den Juden meiner Gemeinde, mit denen ich amtlich und beruflich fast täglich verkehren und im stetem Kontakte stehen muß. Wie es in andern Ländern und in anderen Gemeinden des Auslandes aussieht, weiß ich nicht, da ich seit Ausbruch des Krieges nicht mehr im Auslande war. Ich schicke das deshalb voraus, um mich gegen den Vorwurf der Verallgemeinerung zu verwahren. Ich spreche nur von Selbsterlebtem und von Tatsachen, die ich täglich zu beobachten Gelegenheit habe. Diese Tatsachen sprechen für sich eine deutliche und leider eine traurige Sprache. Traurig vom Standpunkte des wahren, das heißt religiösen Judentums. Der gute Nationaljude wird darauf erwidern: Ob das religiöse Judentum tatsächlich auch das wahre Judentum bedeute, sei noch sehr fraglich. Auf diese Erwiderung bin ich gefaßt und solche Erwiderungen höre ich zur Genüge. Und trotzdem will es mir nicht in den Sinn, daß ein Jude, dem nichts Jüdisches mehr heilig ist, der den Sabbath entweiht, die religiösen Feste nicht mehr feiert, seine Söhne dem Bunde Abrahams nicht zuführt, am Versöhnungstage nicht fastet, das G-tteshaus nicht besucht und um die religiöse Erziehung seiner Kinder sich nicht im mindesten kümmert, daß ein solcher Jude der gute Jude ist, nur deshalb, weil er, wie er behauptet, jüdisch fühlt und denkt und zur jüdischnationaleiTPartei sich politisch bekennt. Daß die jüdische Religion gänzlich ausgespielt hätte und von der nationalen Idee verdrängt und von ihr zugleich ersetzt worden wäre; daß das Streben eines Rabbi Jochanan ben Sakkai, religiöse Lehrhäuser zur Thoraforschung als Ersatz für die verlorene nationale Selbstständigkeit zu gründen nur ein Irrtum und daher vergebens wäre; daß die zahllosen jüdischen Märtyrer, die ihres Glaubens wegen freudig in den Tod gingen oder alle Marter und Folter und Qualen geduldig erlitten und ertragen, vergebens starben, weil sie auch ohne Religion noch gute Juden hätten bleiben können; daß die ganze Geistesarbeit der Rabbinnen seit Abschluß des Talmuds und während des ganzen finsteren Mittelalters nur ein Spiel gewesen war; daß vor allem die Gesetzgebung am Sinai die Lehre Moses, die Bibel, die Propheten und die Psalmen ihre Bedeutung verloren und für uns heute nur einen historischen Wert besitzen — dies alles will mir nicht recht in den Sinn. Und es will mir nicht in den Sinn, daß der ein guter Jude sein kann, der weder gut ist noch als Jude lebt, noch vom Judentum, seiner Lehre, seiner Geschichte, und seiner Geschicke etwas gehört und gelernt hat. Die guten Juden früherer Zeiten haben es durch Taten und Handlungen, überhaupt durch ihr Leben bewiesen; die guten Juden von heute bleiben den Beweis dafür schuldig. Worte sind Schall und Rauch, die Taten müssen es beweisen. Wer ein guter Jude sein will, muß vor allem durch seine Taten und Handlungen dokumentieren- Da wir von nur Tatsachen sprechen, wollen wir einen solchen guten Juden näher beschreiben. Sein Name ist germanisch, seine Erziehung war unjüdisch, außer den obligaten Religionsstunden hat er vom Judentume nichts gelernt. Es ist Kaufmann oder Beamter; den Sabbath feiert er nicht, kann er nicht feiern, wie er behauptet. Sein Ruhetag ist Sonntag. An diesem Tage zieht er sein bestes Gewand an und das saubere Hemd; an diesem Tage speist er besser wie an den anderen Tagen, unternimmt er seine Ausflüge, geht seinem Vergnügen nach und freut sich auf diesen Tag, alle übrigen sechs Tage der Woche. Und wie den Sabbath, so feiert er nicht die anderen Fest- und Feiertage, er kann sie nicht feiern, wie er behauptet. Er feiert die Tage, die alle feiern, nämlich die christlichen. Mit diesen rechnet er das ganze Jahr, auf diese freut er sich naturgemäß das ganze übrige Jahr, weil er von ihnen Ruhe und Erholung erhofft. Und es ist ebenso naturgemäß, daß er sich an diesem Tage mehr gönnt, besser lebt und mehr verbraucht. Wenn auch darin nichts Christliches zu erblicken ist, so ist jedenfalls auch nichts Jüdisches enthalten. Er aber behauptet steif und fest, der gute Jude zu sein. Warum, wieso und wodurch'? Nun, ganz einfach, weil er jüdisch denkt uud fühlt und sieh öffentlich als zur jüdischen Nation gehörig bekennt. Und wie viele „gute" jüdische Häuser kenne ich, in denen kein Chanukkalichtlein, dafür aber ein reich geschmückter Weihnachtsbaum in seiner ganzen germanisch-christlichen Pracht und Herrlichkeit erstrahlte! Wie gesagt, ich spreche nur von den Juden meines Lahdes, von solchen, die,ich kenne. Es liegt mir ferne, alle Jüdischnationalen nach der geschilderten Sorte Juden zu klassifizieren. Zur Ehre meiner Glaubensbrüder im Auslande nehme ich an, daß es dort nicht nur gute Juden, sondern bessere Juden gibt. Hierzulande wird mit der Phrase vom guten Juden sehr viel Unheil gestiftet und es wäre ah der Zeit, hier endlich Wandel zu schaften, von autorativer Seite zu erklären und die Leute zu belehren, was zu eiuem guten Juden gehört. Jedenfalls nicht diese Bezeichnung allein, die sich jeder taxfrei beilegen kann. Der Häuptling mit den 16 Weibern. Der Verlauf der Sitzung des großen zionistischen Aktionskomitees darf als bekannt vorausgesetzt werden. Die großen Namen fehlten. Das Niveau der Verhandlung war erschreckend niedrig. Auf die bangen Fragen der Zeit erfolgte keine Antwort. Der dümmste Zug, der am Felde stand, wurde gemacht: Man beschloß die Bildung einer jüdischen Legion. Während der Sitzung kam die Nachricht von dem erneuerten Einwanderungsverbot. Aber das A-C war gefügiger als je. VVie merkwürdig! In London, wo noch eine Zukunft voller Arbeiten und Möglichkeiten dalag, erfuhr Weizmann die herbste, unschmeichelhafteste Kritik. Einige Monate später, nach Mißerfolgen unerhörter Art, tritt das A-C wieder zusammen und stößt auf keinen merklichen Widerstand. Es war die Geschichte des Häuptlings mit den 16 Weibern, der zum Christentum übertreten wollte, doch der Missionär bedeutete ihm,' daß ein braver Ghristenmensch im allerschlimmsten Falle nur ein Weib haben dürfe. Nach einigen Wochen kommt der Häuptling wieder, es sei aTies in Ordnung, er könne schon Christ werden, er habe nur noch ein einziges Weib. „Was hast mit den •übrigen getan?" „Alle aufgefressen* grinste der Schwarze triumphierend. Auch Häuptling Weizmann ist seit der letzten Sitzung des A.-C ein besserer Führer geworden; er hat Nordau, Brandeis, Marmorek, Wise, Frankfurter, Fels, Strauß aufgefressen. Scharfe Peitschenhiebe! Davonjagen! Mnnd halten! Der kannibalische Appetit wächst mit dem Essen. Man liest verblüfft den Leitartikel des „Jüdisches Volksblatt", das als Organ der tschecho-slowakischen Zionisten durch die Sitzung in Prag hochoffiziös geworden ist. Der Leitartikler ist Hermann, Mitglied der Exekutive, Kerenhajessodobereinnehmer usw. Er findet es nicht nötig, von praktischen Ergebnissen zu sprechen, sondern malt „StimmungenK, wahrhaft kannibalische Stimmungen: „Die stärkste Persönlichkeit in der Bewegung ist Weizmann, Jabotinsky und Ruppin, sie und sie allein vermögen das Aktionskomitee gegen seinen Willen (!) zu beherrschen und ihre Richtung aufzuzwingen. Wir können glücklich sein, eine solche Exekutive zu haben" ruft der Mameluk aus und setzt stylgleich hinzu: „Nichts verurteilt stärker die ,Alten', die Vertreter der Landmannschaften als ihre negative Kritik der Exekutive. Wenn der Kongreß lebendig sein wird, dann wird er diese Art von Kritik nicht dulden, sondern ihre Vertreter davonjagen.8 Ihnen gegenüber war Weizmanns scharfer Peitschenhieb berechtigt: „Zeigen Sie mir den besseren Weg — oder halten Sie den Mund." Man sieht, daß der Wellenschlag europäischer Kultur und der von ihr diktierten Formerl des Konstitutionalismus ohnmächtig an den Fels der zionistischen Organisatior anbranden. Wir bitten die „Jüd. Volks." uns im Gebiete der Zivilisation noch eine zweite nationale Organisation zu zeigen, die keine Kritik duldet, ihr« Vertreter davonjagt und mit scharfen Peitschenhieber den Mund zu halten bedeutet! .... Baalsdiener! Zur Nachahmung empfohlen! Ein Ungenanntseinwollender aus einer Provinzstadt hat 100 Abonnements auf die „Jüdische Presse" vorausbezahlt unc ist bemüht, diese 100 Abonnements zu placieren Wir drücken dem begeisterten Anhänger unserei Sache den besten Dank aus und hoffen, daß dieses Beispiel Nachahmer finden wird. Das CraumbicDeL Unsere Gegenwart ist in sehr bedeutendem Maße von de erst kürzlich verlebten Vergangenheit verschieden, es möcht sich wahrlich auch sonst lohnen, e"ine Parallele aufzustellen wo und wie sich die Menschen verändert haben. Eine Moment aufnähme von zum Beispiel vor zehn Jahren zurück gegenübe einer heutigen, würde mehr als einen denkenden Menschei die Augen öffnen und überzeugen, daß manche Veränderuni trotz des so gerühmten Zeitgeistes eher zu bedauern ist. Unte anderen fällt die so schnell veränderliche Beurteilung von nei auftretenden politischen Persönlichkeiten höchst unliebsam aui Beim Auftreten von politischen Neuheiten pflegten früher di verschiedenen Parteien je nach ihren Aussichten Stellung zi nehmen, die einen spendeten Lob, die anderen warnten. Jeden falls verblieben sie in der einmal eingeschlagenen Richtung Heute scheint es anders. Noch klingt das Lob in den Obrer und schon kommt von derselben Seite eine abfällige Kritii Ruhm und Tadel folgen sich auf dein Fuße. Die Beurteilun von politisch wichtigen Persönlickeiten wechselt wie ein Kinc bild. Das Publikum verliert mit Recht das Vertrauen. Es sag sich, etweder war das Lob eine bewußte Lüge oder beruht die Ansicht auf falscher Basis. Zu dieser Betrachtung gebe besonders die Angriffe Anlaß, welche seitens früherer Anhänge und Verherrlicher eines Regierungsvertreters in einem bewußte Gebiete gaben. Erst vor ganz kurzer Zeit war ihnen der Himnu 'nicht genug hoch für diesem Staatsmanne, und jetzt wird ihr jede ehrliche Ueberzeugung, ja jede Fähigkeit für seinen Poste abgesprochen. Sie hätten geträumt, sagen sie, und nun erwache sie. Es scheint aber, daß dieser augebliche Traum in einei künstlich entstandenen Schlafe entstand, ähnlich wie dazunu in den Lotterien die armen Leute mit dem Traumbüchel i der Hand, ihren Kopf zum Einschlafen hinneigten. Im Moment waren sie eingeschlafen, und schon war ein Traum fertig. Ds Traumbuch gab sotort Bescheid, welche Nummern auf di nächste Ziehung zu setzen sind. Schnell gab der Arme unh den Aermsten seine paar Kreuzer her, die schon am andere Tage verloren waren. Uas Traumbüehel hat sich wie ein Mensc geirrt. Inzwischen haben die Hymnen und Loblieder für de Retter viele zum Einsätze verlockt. Den Haupttreffer mache aber andere, nicht das arme Volk! M. Schmelkes.

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