Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 23 (8.7.1921)
- Date
- 1921-07-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I Seite 174 JÜDISCHE PRESSE Nr. 23 einmal der Tribut des Dankes gezollt werden, und es grenze an Wahnwitz, wie die „Wiener Morgenzeitung " sich in der systematischen Herabsetzung Wiens und Oesterreichs gefällt. Ich informierte Bernstein über das Wesen der Aguda und ihr Verhältnis zu den anderen jüdischen Organisationen. Bernstein reist auf einige Tage nach Ungarn, kommt dann auf zwei Tage wieder nach Wien zurück und geht dann nach London. Er steht über den jüdischen Parteien, seine Partei ist die der verfolgten und bedrückten Juden und das bedeutet an sich schon ein alljüdisches Programm. ( -m- Die Zukunft Palästinas. E. B. Der englische Kolonialminister, Winston Churchill, hat vergangene Woche im Unterhaus das Programm für die Politik Englands in den Hauptländern des mittleren Ostens, Mesopotamien und Palästina, dargelegt. Während er dem Parlament bezüglich Mesopotamiens günstige Eröffnungsn machen konnte, insofern als der englische Plan, ein — natürlich unter englischem Schutz stehendes — arahisches Königreich Mesopotamien mit Emir Feisal an der Spitze zu errichten, in naher Zeit verwirklicht werden dürfte, sient er die Lage in Palästina noch nicht als gefestigt an. An die von dem englischen Steuerzahler gewünschte Herabminderung der militärischen Lasten in Palästina kann vorläufig nicht gedacht werden, eher ist noch damit zu rechnen, daß der Stand der Dinge eine Verstärkung der britischen Truppen erforderlich macht. Der Minister machte keinen Hehl daraus, daß die Entwicklung Palästinas in eine kritische Phase eingetreten ist. Die blutigen Unruhen in Jaffa Anfang Mai, deren Ursprung nach amtlichen englischen Mitteilungen noch nicht aufgeklärt ist, und neue Zusammenstöße in den letzten Tagen lassen darauf schließen, daß eine starke Gegensätzlichkeit zwischen dem jüdischen und arabischen Bevölkerungsteil besteht. Die Feindseligkeit der Araber gegen die jüdischen Einwanderer und Kolonisten stammt aus der Entwicklung der letzten Jahre. Die Balfour- Deklaration des November 1917, die dem jüdischen Volk die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina versprach, war zwar zunächst als Mittel der Kriegspropaganda ein Wechsel auf lange Sicht. Sie verfolgte vor allem den Zweck, die amerikanischen Geldgeber, soweit sie jüdischen Kreisen entstammten, bei Laune zu halten. Als aber nach Kriegsende die Rücksicht auf das Augenblicksinteresse abgelöst wurde von der Notwendigkeit, mit dem Versprechen Ernst zu machen, sah sich die englische Regierung vor Schwierigkeiten gestellt, mit denen sie nicht gerechnet hatte. Die zionistische Aktivität, die heute um vieles lebhafter ist als früher, da sie einen feierlich verbrieften Anspruch geltend macht, stößt bei den Arabern auf den heftigsten Widerspruch. Eine jüdische Masseneinwanderung ist ihnen unerwünscht. Sie fürchten einmal, daß sie dadurch ihre Vorzugsstellung im Lande verlieren — vier Fünftel der Bevölkerung Palästinas sind arabischer Abstammung —,, und sie fürchten noch mehr, daß ihnen die spärlichen Arbeitsmöglichkeiten des unentwickelten Landes durch die Einwanderer geschmälert würden. Auch sentimentale und nationale Motive spielen bei dieser Gegnerschaft eine erhebliche Rolle. Die Förderung, die England dem Arabertum zuteil werden läßt, nachdem es ihm im Kriege gelungen war, durch großzügige Versprechungen die arabischen Stämme von der türkischen Herrschaft abzusplittern, hat das Selbstbewußtsein der Araber außerordentlich gestärkt. England treibt hier eine sehr kluge Politik. Wehn es nicht nur König Hussein die Schattenmacht eines Herrschers von Hedschas läßt, sondern sogar seinen zweiten Sohn, dem Emir Abdullah, im Transjordanland, seinen dritten Sohn, den Emir Feisal, in Mesopotamien als Herrscher einsetzen will, so ist es klar, daß diese „scherifische* Lösung eines schwierigen Problems, die in der Begründung einer arabischen Dynastie ihren unzweideutigen Ausdruck findet, nicht ohne Einfluß auf die innere Gestion der arabischen Stämme bleiben kann. Besonders nicht in Palästina, wo ein anderes, sehr reales Engagement der englischen Kriegspoliliker mit dem gesteigerten Eigenwillen des Arabertums zusammentrifft. Natürlich ist auch die Wirkung einer gewissen Hetze unverkennbar in der Erregung der Araber zu spüren. Es sind namentlich die großen Landeigentümer, die den zionistischen Plänen widerstreben und sich gerne der agitatorischen Phrase bedienen. Aber auch „fremde" Einflüsse sollen dabei am Werk sein, und in englischen Blättern findet es: ,Schmiege Dich an seine Eigenschaften!' Wie er erbarmungsvollist, so müssen wir auch erbarmungsvoll sein." Ein Streit mit G-tt. In der Nachbarschaft des Rabbi Mose Leib wohnte eine arme Frau, die von dem Unglück heimgesucht wurde, daß ihr ein Kind nach dem anderen durch den Tod dahingerafft wurde. Eines Tages schüttete sie ihr Herz vor dem Weibe des Rabbi Mose Leib aus und sie ließ aus ihrer Bitterkeit gegen die Vorsehung ein Wort fallen, worüber die Rabbinerin sehr zornig wurde und das verzweifelte Weib anschrie: „Ein Weib muß mit Allem vorlieb nehmen und sich sagen:,Gerecht ist G-tt ohne jeden Zweifel!4" Die Unglückliche weinte noch heftiger, denn zu ihrem Schmerze kam noch die Angst, gegen die Vorsehung ein Wort gesprochen zu haben. Rabbi Mose Leib kam in das Zimmer und fragte, warum denn die Frau so bitter weine. Seine Gattin erzählte ihm alles und gab auch die Worte wieder, welche die Unglückliche ausgesprochen hatte. Rabbi Mose Leib erwiderte seinem Weibe: ,Die Frau hat vollkommen recht. Denn wodurch verdiente sie eine so harte Strafe, daß ihr die Kinder starben f Hat sie solche etwa nicht in den Bund Abrahams aufgenommen? Sie nicht in den Satzungen G-ttes unterweisen lassen? Was will Er, gepriesen sei sein Name, von ihr?8 Er wandte sein Angesicht der Unglücklichen zu und sprach: „Du wirst bald einen Knaben gebären und ich schwöre Dir, daß er leben, lange leben werde!" Es verging kein Jahr, da gebar die Frau einen Sohn und der Rabbi erlebte es noch, ihn unter die Chupa führen zu können. man die Andeutung, daß vor allem französische Agenten den Geist der Unruhe nährten. Man wird dieser Andeutung keine allzu große Bedeutung beimessen dürfen, obwohl man von Frankreich, dem die arabische Politik Englands unangenehm ist, erwarten kann, daß es jederzeit geneigt ist, England im Ori»ot Schwierigkeiten zu schaffen. Jedenfalls ist die Stellung der englischen Verwaltung in Palästina schwierig, und Fehler, die offenbar von zionistischer Seite gemacht wurden, haben nicht unwesentlich dazu beigetragen. Nach den Berichten der englischen Presse und nach Aeußerungen aus dem Kreise der Zionisten selbst scheint sich die Arbeit der zionistischen Organisation in den Jahren seit dem Kriege nicht dem Gedanken untergeordnet zu haben, daß nur eine Politik der Versöhnung gegenüber dem arabischen Bevölkerungselement zum Ziel führen kann. Dazu kommt, daß die jüdische Besiedelung des Landes, die in der Vergangenheit gute Erfolge aufzuweisen hatte, ins Stocken geraten ist, sodaß die Einwanderer, obwohl sie vielfach beim Straßenbau — der für die Entwicklung des Landes im Augenblick wertvollsten Kulturarbeit — und sonstigen werbenden Arbeiten Verwendung finden, sich keine zukunftswichtige Existenz gründen können. Es fehlt an Mitteln, nicht zum wenigsten deswegen, weil die zionistische Weltorganisation durch Parteikämpfe zerrissen ist, die ihre Aufbauarbeit lähmen. Der Kampf geht heute im Grunde genommen, um den Sinn der Balfour-Deklaration. England denkt nicht daran sie aufzuheben, wie es eine arabische Delegation von Churchill bei seinem Frühjahrsbesuch in Jerusalem verlangte. Aber die Frage ist eben, ob England heute, wo die Notwendigkeiten des Krieges nicht mehr vorliegen, unter der Errichtung einer „nationalen Heimstätte" die Errichtung eines jüdischen Staates mit dominierenden jüdischen Einfluß und jüdischer Regierung verstanden wissen will oder ob es dieser Ausdrucksweise eine Deutung gibt, die vermuten läßt, daß es nur die Förderung der jüdischen Einwanderung und der kulturellen und wirtschaftlichen Ausbreitung in Palästina anstrebt. Eine klare Definition wurde bis jetzt Yon keiner amtlichen Stelle gegeben. Viel Aufsehen erregte eine Rede, die der englische Oberkommissar Sir Herbert Samuel am 3. Juni in Jerusalem gehalten hat. Er erklärte, die Balfour-Deklaration habe nicht den Sinn, daß das Ackerland den Arabern weggenommen und eine jüdische Regierung eingesetzt werden solle; die englische Regierung habe einer derartigen Politik niemals zugestimmt. Die Deklaration bedeute, „daß den Juden, einem Volke, welches über die ganze Welt zerstreut ist, dessen Herzen aber stets nach Palästina gerichtet waren, die Möglichkeit gegeben wird, hier ihre Heimat zu finden und daß eine Anzahl von ihnen — innerhalb der Grenzen, welche durch die Zahl und die Interessen der gegenwärtigen Bevölkerung gegeben sind — nach Palästina kommen soll, um durch ihre Mittel und Kräfte dazu beizutragen, das Land zum Vorteil aller seiner Bewohner zu entwickeln". Diese Erklärung hat sich Churchill voll zu eigen gemacht. Sie steht insofern im Einklang mit dem Wortlaut der Balfour-Deklaration, als diese die Errichtung der nationalen Heimstätte an den Vorbehalt knüpft, „daß nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinden in Palästina und die Rechte und die politische Stellung der Juden in anderen Ländern beeinträchtigen könnte*. Immerhin bedeutet die die Einwanderung betreffende Bemerkung Samuels eine starke Dämpfung zionistischer Hoffnungen, zumal da der Oberkommissar gleichzeitig erklärte, daß eine Masseneinwanderung in Palästina nicht in Frage kommen könne, und Maßnahmen ankündigte, die eine nennenswerte Einwanderung geradezu unmöglich machen : der Umfang der Einwanderung soll genau im Verhältnis stehen zu der Beschäftigung, die die Einwanderer im Lande finden können; es muß sich dabei um neue Arbeiten handeln und um Arbeiten von dauerndem Charakter; die wichtigste Bestimmung ist die, daß, abgesehen von einigen anderen Kategorien, nur Personen ins Land hereingelassen werden, die definitiv Aussicht auf Beschäftigung haben (wobei der Arbeitgeber anzugeben ist). Wenn diese Bestimmungen über den Augenblick hinaus, der eine Beruhigung der arabischen Bevölkerung über die Absichten der englischen Politik fordert, aufrechterhalten werden, so werden für die Zukunft große Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der zionistischen Organisation gestellt, denn ohne ihre Vorarbeit wäre Einwanderung dann ganz unmöglich. Der Erklärung Samuels kommt um so größere Bedeutung zu, als Samuel selbst Jude und Zionist ist. Man hat nach allem den Eindruck, daß England unter dem Begriff .national home" heute etwas anderes versteht als vor vier Jahren. Es ist zwar nicht anzunehmen, daß man in London leichthin von einem Versprechen zurücktreten wird, das ein Ferment des Sieges war. Die englische Politik in Palästina wird also aller Wahrscheinlichkeit nach keine Wege gehen, die sich nicht irgendwie mit dem Wortlaut der Balfour-Deklaration vereinbaren lassen. Ob sie aber ihrem Sinn immer entsprechen wird, ist eine andere Frage. Jedenfalls haben in Downing-Street noch immer realpolitische Erwägungen über Rücksichten des Prestiges die Oberhand gewonnen. Es wäre verwunderlich, wenn die englische Politik ihre gewohnte Beweglichkeit nicht auch in diesem Falle erweisen sollte. England paßt heute, ohne sich durch seine frühere Politik mehr als nötig gebunden zu fühlen, seine Haltung einer veränderten Situation an. Nachdem es sich entschlossen hat, durch freigebige Gunstbezeugungen aus dem Arabertum im mittleren Osten die verläßliche Schutztruppe zu machen, die ihm den Weg nach Indien offen hält, scheut es sich, die Araber in Palästina vor den Kopf zu stoßen, weil es fürchtet, daß die Rückwirkung auf die Stammesgenossen der Araber, namentlich in Mesopotamien, nicht ausbleiben würde. Das scheint für England im Augenblick das Entscheidende zu sein. Die Regelung der Verhältnisse in Palästina wird den weltpolitischen Bedürfnissen Englands untergeordnet. Der Weg, den England hier einschlagen wird, läßt sich in Umrissen schon abzeichnen. Es sucht einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Bevölkerungsteilen zu erreichen, was sich noch dadurch kompliziert, daß auch zahlreiche Christen im Lande wohnen und der Heilige Stuhl gegen einen jüdischen Staat sehr ernste Bedenken erhebt. Auf dieser Grundlage will England dann offenbar die „palästinensische Nationalität" schaffen. Damit zieht sich England auf die Bestimmungen des Friedensvertrages zurück. Es ist zwar richtig, daß das Balfour-Versprechen sowohl in den Vertrag von Sevres als auch in den Entwurf des Palästina-Mandats aufgenommen ist, aber der Artikel 22 der Völkerbundsakte, der bestimmt, daß einige früher zur Türkei gehörige Länder vorläufig als unabhängige Nationen unter dem Schutz einer beauftragten Macht anerkannt werden können, wird mit bezug auf Palästina von England anscheinend so ausgelegt, daß es bei der Einrichtung des Mandats die gegenwärtigen Bevölkerungsverhältnisse zu berücksichtigen hat und nicht etwa Verschiebungen, die sich aus der jüdischen Einwanderung der Zukunft ergeben würden. Churchill hat im Parlament mit großem Nachdruck erklärt, daß England feierlich die Stellung einer Mandatarmacht für Palästina übernommen habe und entschiedene Anstrengungen machen müsse, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Komödie der Völkerbundsmandate erhält also eine neue Nuance, die darin besteht, daß man ausnahmsweise einmal in London das Bedürfnis fühlt, sich dem Volkswillen zu unterwerfen. Ein Korrektiv ist freilich darin gegeben — und darin zeigt sich die Zweiseitigkeit der englischen Palästina-Politik —, daß die englische Verwaltung vorläufig nicht beabsichtigt, die im Mandatsentwurf vorgesehenen Selbstverwaltungskörper einzurichten, da sie den Zeitpunkt dafür noch nicht als gekommen erachtet. Da leutet eine Rücksichtnahme auf die zionistischen Zukunftsp^ denn auf diese Weise wird es den Arabern, die zahlenmäßigem starkes Uebergewicht in den Selbstverwaltungskörpern hätien, unmöglich gemacht, die Selbstverwaltung so auszugestalten, daß das Balfour-Versprechen auf keinen Fall eingelöst werden kann. England treibt also, indem es für den Augenblick eine definitive Lösung vermeidet, wie immer eine Politik, die alles der Entwicklung überläßt. („Frankfurter Zeitung".) ✓8^?§£98^^5^ Aguda. ^$^^9^^J£^fi^ &&&& *w* *w» fw* Die Agnda-Delegation in London. Im Auftrage des Zentralrates ist vorige Woche die Aguda- Delegation, bestehend aus Herrn Rab. Dr. Kohn- Ansbach und Oberrabiner Weber, von Wien nach London abgereist. In Frankfurt schlössen sich noch einige Herren der Delegation an. Die Delegation wird von der englischen Regierung empfangen werden. Mit Rücksicht auf den Ernst der Lage wird die Delegation bloß wegen der Aufhebung des Immigrationsverbotes vorstellig werden, wie — denn die^ Aguda in lebenswichtigen Fragen nicht die Solidarität mit den anderen Parteien verleugnen wird. Praktische Landarbeit der Aguda. Wir haben in der vorletzten Nummer berichtet, daß die Aguda zwanzig der hier weilenden strenggläubigen Ghaluzim in einem in der Nähe befindlichen Landgut zur praktischen Erlernung der Oekonomie probeweise beschäftigt. Der Versuch ist äußerst befriedigend, sowohl die Gutsverwaltung als auch die Ghaluzim sind hochzufrieden. Die Ghaluzim erhalten nebst vollständiger Verpflegung während ihrer Lehrzeit K 40—50 pro Tag. Der befriedigende Erfolg ermutigt zur Fortsetzung der Aktion und wird demnächst ein zweiter Zug orthodoxer Ghaluzim ausgerüstet mit Betten und zweierlei Eßgeschirr, auf das Landgut gehen. Anmeldungen im Bureau der Aguda II. Malzgasse 12 a. Der Rabbinische Rat der Aguda. Die von der Sitzung des Zentralrates der Aguda mit den Vorarbeiten für die Wahl des Rabbinischen Rates betraute Kommission richtete dieser Tage ein Rundschreiben an sämtliche Landesorganisationen, worin diese aufgefordert werden, die Grundlagen für die Wahlmodalitäten in kürzester Zeit zu schaffen. Die Aguda-Delegation in Amerika. Am 24. Mai ist die Delegation der Aguda in New York eingetroffen, begrüßt von einer großen Menge Glaubenstreuer, an ihrer Spitze der greise Rabbi Dr. Klein. Entgegen der Gewohnheit europäisch-jüdischer Blätter wurde die Delegation von der gesamten jüdischen Presse ausnahmslos sympathisch begrüßt. Die Delegation besteht aus Dr. Nathan Birnbaum, Dr. Meir Hildesheimer (Berlin) und Oberrabbiner Spitzer (Kirchdrauf, Slowakei), welche mit „Frederic VIII.u angekommen sind. Zwei Tage später trafen die Rabbiner R. Meir Don Plotzki (Ostrow) und R. Josef Lew (Warschau) ein. „Jewish Gazette" und sogar die poalezionistische „Zeit" veröffentlichen Interviews und Artikel der Delegationsmitglieder. Das „Moraing Journal" meint, daß die Aguda „erwecken soll das Gefühl eigener Wichtigkeit bei den Orthodoxen, damit ihre Meinung bei allgemein jüdischen Fragen diejenige Aufmerksamkeit erlange, welche sie verdient. In Amerika, dem Lande der Kompromisse und Verständigungen, wird die Mitwirkung der Aguda leichter zu arrangieren sein, als anderwärts. Der Boden ist für die Aguda hier günstig, die ,Aguda' kann hier so erstarken wie in der alten Welt, wenn nicht mehr." Die Delegation hat schon Aufrufe zur Einberufung eines Aguda-Kongresses in Amerika erlassen. Das Bureau der Delegation befindet sich im Broadway Central Hotel. €rklärung. Entgegen anders lautenden Zeitungsnachrichten erkläre ich im Auftrage Seiner Ehrwürden des Herrn Großrabbiner Isak Meier Heschel aus Kopyczynce, daß derselbe aus dem Verbände der „Agudas Jisroel1" nicht ausgetreten ist und auch nicht die Absicht hat, aus diesem Verbände auszutreten, sondern vielmehr aüf dem Standpunkt steht, daß es die Pflicht eines jeden Juden ist, alle Institutionen dieses Verbandes und aller anderen Verbände — welche nach dem Grundsatze unserer heiligen Schrift aufgebaut sind — sei es im heiligen Lande oder außerhalb desselben, nach besten Kräften zu fördern und zu unterstützen, was der Herr Großrabbiner selbst bisher in einem, seinen Privatverhältnissen weit übersteigenden Ausmaße geübt hat und mit G-ttes Hilfe auch in Zukunft üben wird. " Hochachtungsvoll gez. Israel M. Teitelbaum.