Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 22 (1.7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 22 JÜDISCHE PRESSE Seite 169 hier das Tor »lerer, die die Hnnirrisjen sättigen, die Durstenden laben Q^H^ ,,*S?,]3i?£ b*? 1$*? »ITT ,uitl Ilier ,1;,s Tor- ,,J,S die Entblößten bekleidet. Wer jedoch mich nur ein Sandkörnchen beitragt, mithilft, rnitförderl die Erhaltung und Ausgestaltung dieses Waisenheims, den beseelige das königliche Hochgefühl D^ID riK TPwJ? nM icl1 ,,al,e sämtliche Wohltat igkeifstore zu einem Tor geeint, zusammengeschlos-en, Q'p'Hlj; '"^ 13 "liO1 2,1 einem Tore zu G-lt, die Gerechten ziehen darin ein. So walte denn der Segen G-ttes über dieses Heim PK "iji M djw Rede des Herrn J. Thumini. Herr J. Thumim, Präses des Kriegswaisenfonds, tief erschüttert von den vernommenen Heden, ergreift das Wort, um den Versammelten die leitenden Oedanken darzulegen, die bei der Errichtung dieses Waisenhauses für die Agudas .fis-roel richtunggebend waren. Das gesetzestreue Judentum hat in einer Zeit, wie der unsrigen. die alle bestehenden Werte religiösen Charakters zerstört, gegen eine Menge von Vorurteilen der verschiedensten Art anzukämpfen. Wer das Leben der orthodoxen Juden kennt, wer es weiß, wie dieses Leben ganz von den höchsten g-ttlichen Idealen ausgefüllt ist. der ist freilich von solchen Vorurteilen frei und begegnet dem altüberlieferten Judentum zumindest mit der gebührenden Ehrfurcht, auch wenn er aus den verschiedenen Ursachen nicht die Kraft besitzt, sein eigenes Leben an diesen Idealen zu orientieren. Die Agudas Jisroel hat es sich zur Aufgabe gestellt — und erfüllt auch »liese Aufgabe getreulich — das alte wahre unverfälschte Judentum als Ausdruck alles dessen, was von den eigenen Söhnen unseres Volkes und von den anderen Völkern dieser Erde schlechthin als „Judentum" ohne jedes Heiwort von jeher gekannt und verehrt wurde, wieder zur Geltung zu bringen. Niemals erschien dies notwendiger als gerade in unseren Tagen nach all den Enttäuschungen, die die Welt und das Judentum erfahren mußten. Es geht genau in Erfüllung, was bereits der Prophet Jeschajohu in Kap. 33, Ver. 7—11 vorausgesagt, hat. Diesen Erscheinungen gegenüber gibt es nur ein Mittel, durch das Leben den Beweis für die Wahrheit und die Reinheit des überlieferten Judentums zu erbringen. Und das ist es, was die Waisen, die wir erziehen, uns geben werden. Das ist unvergleichlich mehr und wertvoller als sie von uns empfangen. Auch unser Erzvater Jaakow hat. in seinem Sohne Josefnur die Bürgschaft für die Fortdauer seines Geistes und seiner g-ttgeheiligten Weltanschauung erblickt. Die Kontinuität dieses Wesens von der älteren Generation Qp"ON 1)V ZIU' jüngsten D37 W >st das ureigentliche Bestreben aller GrolJen in Jisroel. Die Sorge um dieses geistige Erbe hat ihn gequält, als er den Sohn vor der Zeit verschwunden glaubte und die Erkenntnis, daß dieses Erbe in Josef fortlebt — ausgedrückt in in \D TlJ? — erfüllte ihn mit solch freudiger Befriedigung, »laß er willig von dannen scheiden wollte TTOn DPSn nn)m- Es ist das „Dp11, das du verkörperst, das mich meine Lebensaufgabe als erfüllt betrachten läßt. Hedner betrachtet es als Lebensziel, die Ideale der Aguda zu verwirklichen. Das Waisenhaus, das heute seiner Bestimmung übergeben wird, bedeutet schon ein großes Stück verwirklichter Aguda. Die Kinder, die liier erzogen weiden, atmen den Geist und das Wesen der Aguda in sich ein und sollen nach den Idealen des orthodoxen Judentums praktisch leben. Sie sollen das nij? dei' Aguda sein. Im Anblicke dieser Bürgschaft für den Fortbestand des Aguda-Ideals, erscheint auch des Redners Aufgabe zum größten Teil abgeschlossen. Diese Kinder bleiben eine lebende Propoganda für den Gedanken der Aguda. Wie unser Führer Moses, der nicht zu Fachleuten zählte, die praktische Arbeit bei der Schaffung des Mischkan leisteten, aber — laut der Erklärung des Midrasch — durch sein Zugreifen in wunderbarer Weise der „Errichter" dieses Mischkan wurde, möchte auch Redner die Tätigkeit des Waisenhauses auch finanziell gesieher! sehen und macht den Vorschlag, einen .eis» tuen Fond" für das Waisenhaus zu stiften. Aus seinen bescheidenen Mitteln spendete Rodner als erster K 10.000 und bittet, die Versammelten möchten je nach ihren Verhältnissen ein gleiches tun. Reichel Beifall bewies, daß die Worte des Hedners auf fruchtbaren Buden gefallen sind. * Rede des Dozenten Max Eisler. Am Schlüsse sprach Herr Dozent Dr. Max Eisler einige Worte der Einführung über die Geschichte, Organisation und künftige Ausgestaltung »les Waisenhauses und richtete an alle Beteiligten — Anwesende und Verhinderte — den dringenden Appell, als Spender und .Mitglieder das Möglichste zu tun, um das Heim auf seiner Höhe zu erhalten. €r$atz»€ltern. Eine der größten Aufgaben, die der Krieg an »lic mildtätigen Menschen stellte, ist die Fürsorge für die Waisen. Auch hier mußte, wie bei sehr zahlreichen anderen durch den Krieg zerstörten Gegenständen, zu einem Ersatz Zuflucht genommen werden. Die leiblichen Eltern, die ihre Kinder erziehen und erhalten sollten, wurden vom Kriege weggerafft -junge, kleine, hilflose Menschen mußten Ersatz-Eltern, Ersatz-Heime in Gestalt von Waisenhäusern bekommen. Wie überall reicht auch hier der Ersatz nicht dem nötigen Original an Wert heran — die Kriegskunst, die im Zerstören, Vernichten, Hinschlachten von Menschen so Großes zu leisten vermochte, konnte im Erfinden von Ersätzen nur halb- oder viertelwertiges schaffen. Allein das vorauszusehende Waisenelend hat schon zu Beginn des Krieges edle opferwillige Menschen gerüstet und sie haben schön damals eine Aktion der Abhilfe eingeleitet. Der unvergeßliche thoratreue Philantrop Herr Abraham Grünbaum bemühte sich schon im Frühjahr 1915 wegen Schaffung eines Fonds für jüdische Kriegswaisen. Er sagte es in zahlreichen Komitees in Deutschlan»! und speziell in Wien, daß die jüdischen Waisen Anspruch haben, in jüdischen Waisenhäusern so erzogen zu werden, wie es die im Krieg zugrunde gegangenen Eltern tun würden, wenn sie leben möchten. Herr Grünbaum hat hier in Wien beim damaligen Chef im Ministerium des Innern, Fürsten Lichtenstein, es durchgesetzt, daß die österr. Regierung pro Kopf eines jeden Waisen zur Verpflegung täglich l'/a Kronen, den damaligen Verhältnissen entsprechend, zu zahlen sich verpflichtete, und zwar unter der Bedingung, daß die Erziehung eine wirklich jüdisch-religiöse sein soll. Fürst Lichtenstein wollte von den Juden, die eben die Thora vernachlässigen, nichts wissen. Herr Grüubuum wollte einige Waisenhäuser mit in Deutschland gesammeltem Gelde in Galizien ins Leben rufen; er bildete hier ein Komitee, an dessen Spitze der ehrwürdige Großrabbi aus Gzortkow stand, und sobald hier der Betrag von K 100.000 gesammelt war, ging man daran, in Galizien Waisenhäuser zu gründen. Die Schwierigkeiten, in Galizien passende Objekte zu bekommen und Waisenhäuser nach den Ansprüchen der Gegenwart, namentlich in hygienischer Beziehung, neu zu errichten, wurden von Tag zu Tag größer. Halberstalt, als zentrale Stelle für Waisenfürsorge, war mit dein in Krakau bestehenden jüdischen Waisenhaus in Unterhandlung.' Es war aber unmöglich zu einem Uebereinkommen zu gelangen. Das Wiener Komilee der Agudas Jisroel hat also nach Ueberwindung kolossaler Hindernisse in Baden bei Wien ein Waisenhaus eingerichtet und es ist zu hoffen, daß die Waisenkinder aus Galizien und der Ukraine dort im Sinne der Initiativen, namentlich des Herrn Abraham Grünbaum (Nürnberg), zum Wohle der Kinder, zum Ruhme von Israel schön gedeihen wird. Es ist. bei weitem keine Sühne für »lie Kripgs<?renel, aber in mancher Hinsicht »loch eine gewisse Satisfaktion, daß eben diese Greuel, dieses durch den Krietr entstandene Elend der Anlaß waren, daß edle Menschen eine solche Stätte der Wohltätigkeit geschaffen haben. M. Sehmelkes. Kritische Rundschau. Die slowakisch-jüdische Partei. Die Slowakei hat nun ihre typische Assimilantenpartei. Unter dem Präsidium des Dr. Spircr, Präsident der Kultusgemeinde in Zilina, hat sich eine slowakisch-jüdische Partei gegründet, die sich bereits dem Minister Mieura vorgestellt und angeblich ihren Gegensatz zu bestehenden jüdischen Parteien, welche noch immer ungarisch orientiert seien, hervorgehoben hat. Darob große Empörung bei der sogenannten „Vereinigten (??) jüdischen Partei" und der „Wiener Morgonzcitung", die darin gar eine — Denunziation erblickt. Wir mißbilligen wohl diese Acußerung der slowakischjüdischen Partei ebenfalls, weil man auch nur den Schein der Denunziation vermeiden soll. Ais wirkliche Denunziation ist diese Acußerung nicht zu qualifizieren, weil die ungarische Minorilätspartci doch eine legale ist. Die „V. «f. P." und die „Wiener Morgenzeitung" dürfen sich daher nicht über eine Nachahmung ihres Patentes auf Denunziation bitter beklagen. Denunziation heißt z. B., wenn man, wie die „Jüd. Volksztg." in Bratislava im Artikel »Volksurteil, wie die „J. Pr." in Berlin, „Misrachi" in Warschau, „Misrachi" in Großwardein, Personen und sogar bestimmte Personen staatsgefährlichcr Umtriebe bezichtigt, die für diese Personen eine Bedrohung ihrer Freiheit ode* gar des Lebens bedeuten kann. Die Orthodoxie steht diesem Kampfe der „V. J. P." mit. der slowakisch-jüdischen Partei als völlig unbeteiligt gegenüber. Die orthodoxe Organisation ist keine Partei, keine politische Gemeinschaft, sondern eine rein religiöse. Sie nimmt keinen Einfluß auf die politische Haltung ihrer Mitglieder. Die Orthodoxie als solche bildet kraft der religiösen Vorschriften ein durchaus staatserhaltendes Element, das alle Wirkungen durch das G-tteswort ausübt und niemals an gewaltsamem Umsturz bestehender Ordnung beteiligt ist. Sie macht nicht mit frivolem Leichtsinn rasch alle Wendungen der Politik mit und hält es unter ihrer Würde, sofort in jedem anhebenden politischen Straßenlärm mit einzufallen. Die „V. J. P." wird bald das Schicksal der klugen Fledermaus in der Fabel erfahren, die hier Säugetier, dort Vogel sein wollte und schließlich von beiden Seiten zerfleischt wurde. NACHRICHTEN Deut$cbo$ttrreicb. Hochzeit. „Weinrebe um Weinrebe" versinnbildlicht ein altes jüdisches Wort die Vereinigung zweier Kinder aus hervorragenden jüdischen Familien. Dieser Vorstellung entsprach das erhebende Bild der in echter Mizwafreude versammelten Gemeinde von Verehrern des Gzortkower Großrabbiners n. j., der sein Enkelkind Fräulein Vege, Tochter des R. Chaim Aron Friedmann mit Herrn R. Hersch Friedmann dem Sohne des verewigten Großrabbiner vonSadagorer R. Jisroel Friedmann s. z. 1., vermählte. Aus Nah und Fern kamen dem Brautpaare Glückwünsche und Zeichen der Verehrung zu. Die Trauung fand im Hofe des Hotel Continental unter außerordentlicher Beteiligung statt. Bal-Messader-Kiduschin war Großrabbiner Steinberg (Brody), die Berocho rischoino oblag dem . Buczaczer, die zweite Berocho wurde von Großrabbiner Rappaport (Gzortkow) gemacht. Hierauf fand der traditionell „süße Tisch" im Speisesaal des Hotel Continental statt. Abends fand im Sophiensaol das Hochzeitsmahl statt, an welchem mehr als 600 Personen teilgenommen hatten. Der Prachtsaal bot ein wundersames Bild der Zusammenfassung aller sozialen Schichten. Es war eine wahre Sudas Mizwa, da Reich und Arm in echter brüderlicher Liebe sich um die gefeierten Führer versammelt haben. Das war eine vollständige Erfüllung des Gebotes: Und die Armen sollen wie die Kinder deines Hauses sein. Eine nachdenkliche Impression war es auch, alle Parteien des konservativen Judentumes huldigend um die Tete der Tafel versammelt zu sehe.n Jupice und Frack charakterisierten die Harmonie der Kontraste. Das Bild war ein Symbol des stillen Sieges des Chassidismus, der ohne Propaganda, ohne Presse, ohne Organisation durch seine innewohnende sittliche Macht nicht nur die Suprematie im Leben der Glaubenstreuen erlangt hat, sondern dessen Reflex sogar im Geistesleben der jüdischen Moderne wetterleuchtet. Die Wohltätigkeit waltet an allen Tischen. Mehr als K 150.000 sind bei diesem Mahle gesammelt worden. Chassidim und Gemilut chassodim sind verwandte Begriffe. Auch den Armen von Wien hat der Großrabbiner von Gzortkow selbst K 15.000 zugeeignet. Die Wohltätigkeits-Institutionen der Kultusgemeinde wurden reichlich bedacht. Außerdem wurden 230 Arme gespeist. An der Tete der Tafel haben Platz genommen, die Großrabbiner aus der Familie Friedmann von Gzortkow, Sadagora,Husyatin, ferner die Rabbiner Baumgarten, P. Kohn, Babad, Gelles u. a. Eine besondere Frauentafel war im Abteil unter der Galerie aufgestellt. Die Musik besorgte Konzertdirektor Zimbler und Kapellmeister Geiger. Die Versorgung der Tafel lag in den Händen des Restaurateurs B. Schreiber (Wienea). Kriegswaisenhaus in Baden. Herr Dozent Dr. Max Eisler ersucht uns bekanntzugeben, dafJ er nach der nunmehr erfolgten Fuudierung des Badener Waisenhauses die Leitung des Arbeitsausschusses zurückgelegt habe, um sich künftighin anderen Notwendigkeiten der sozialen Fürsorge widmen zu können. Die Parteien werden deshalb dringend gebeten, ihre Anliegen fortab in die Wiener Zentrale des Badener Waisenhauses (II., Malzgasse 12 a) vorzubringen und nicht mehr in der l'rivalwohnung »les genannten Herrn, der übrigens während der nächsten drei Monate von Wien abwesend sein dürfte. Erfolg1 der Aguda in Wr.-Neustadt. Sonntag, den 26. Juni 1921 fand in Wr.-Neustadt eine Versammlung der Aguda statt. Nach der Begrüßung seitens des Gemeindevorstandes Mayer, sprachen Obrnann der Aguda Pappenheim, Oberrabbincr Reich (Baden) und Dr. Joel Pollak in sehr eindrucksvoller Weise. Es gründete sich eine Ortsgruppe mit 00 Mitgliedern. Obmann Rosenberger schließt mit Dankesworten die Versammlung. Jqssod Hatora. An die Eltern volksschulpflichtiger Kinder! Das Schuljahr endet und schon tritt an intelligente und gesetzestreue Eltern die schwere Sorge heran: Wo finde ich im kommenden Schuljahr für mein Kind eine Stätte, an der religiöser Geist und profanes Wissen Thora im derech erez — wie es unsere alten Weisen fordern — vereint gepflegt wird? Von dieser Sorge betreit die Eltern die Talmud-ThoFa-Volksschule mit Oeffentlichkeitsrecht IL, Malzgasse 16, wo eine derart intensive religiöse Erziehung den Kindern zuteil wird, daß sie den Anforderungen der konservativsten Juden Genüge leistet. Diese Anstalt bietet dem jüdischen Kinde die unschätzbare Wohltat der Sabbatheiligung, da der erwähnte Tag schulfrei ist. Auch erhält der ,Schüler einen von echt jüdischem Geist durchwehten profanen Unterricht, der, gepaart mit gründlicher Belehrung in Ghumisch, Raschi und Talmud — wöchentlich zusammen 30 Stunden — eine derart gefestigte jüdische Anschauung schafft, daß der Zögling einst, der Schule entwachsen, zu den verläßlichen Stützen der jüdischen Gesamtheit gehören wird. Dem Kinde wird beim Unterrichte — im Gegensatze zur nichtjüdischen Schule — die Möglichkeit gegeben, nach echter jüdischer Sitte zu lernen, was vom jüdischreligiösen Standpunkt nicht unterschätzt werden darf. Die Einrichtung der Schule entspricht den peinlichsten Anforderungen der modernen Hygiene. Jüdische Eltern! Wollt ihr euer Kind vor chilul schabos (Entweihung des Sabbats) bewahren, wollt ihr euch den Vorwurf, euer Kind unjüdisch erzogen zu haben, ersparen, dann schicket es in die Talmud-Thora- Volksschule, IL, Malzgasse 16! Mi l'haschem eloi! Die Einschreibungen finden vom 1. bis zum 14. Juli 1921 von 10 bis 12 Uhr vormittags statt. Das Schulgeld beträgt monatlich K 100. Der Vorstand der Talmud- Thora-Volksschule. * Obigen Aufrufe schließe ich mich vollinhaltlich an und halte es für eine religiöse Pflicht jüdischer Eltern, ihre Kinder, wenn sie diese dem Judentume erhalten wollen, der. Talmud-Thora-Volksschule zuzuführen. Rabbiner S. Fürst. Ungarn. Die Sitzung der orthodoxen Landesrepräsentanz. Im Sitzungssaale der orthodoxen Gemeinde fand am 21. und 22. Juni 1921 die erste Versammlung der orthodoxen Landesrepräsentanz seit dem Ausbruche des Krieges statt. Eine wehmütige Stimmung bemächtigte sich der Teilnehmer,' als sich der kleine Rest des einstigen Hunderterkomitees zusammengefunden hatte. Von dem vor dem Kriege gewählten Rate der 40 Rabbiner, waren 11 Rabbiner erschienen, einige sehr Bedeutende hatte der Tod entführt, die größere Zahl aber ist infolge der Zerstückelung Ungarns aus dem Verbände der ungarisch-orthodoxen Landesorganisation ausgeschieden. Die erschienenen elf Rabbiner waren die Oberrabbiner Reich (Budapest), Silberstein (Väcz), Grünfeld (Büdszentmihaly), Strasser