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Jüdische Presse · 1921-06-03 · 19 (3.6.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
19 (3.6.1921)
Date
1921-06-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 19 JÜDISCHE PRESSE Seite 147 Dcut$cD5$temkb. Markos Bondi-Fonds. Anläßlich des neunzigsten Geburtsfestes des Herrn Markus Bondi hat der Vorstand der Adas Jisroel die Errichtung eines Markus Bondi-Fonds beschlossen und demselben den Betrag von *K 50.000 gewidmet. Der Fonds soll durch Widmungen von Freunden und Verehrern des Jubilars erweitert werden. Herr Bondi hat bestimmt, daß der Ertrag des Fonds zur Erhaltung und Unterstützung von Jünglingen, die an iTO^'w"1 dem Thorastudium obliegen, gewidmet werde. Er selbst hat sofort dem Fonds weitere K 50.000 gewidmet. Talmud-Thora. Samstag, den 28. Mai, vormittags, hielt Herr Rabbiner Salomon Löwinger aus Budapest in der Talmud-Thora eine Maggidus-Derasclut, in welcher' der eindrucksvolle Redner, vom Wochenabschnitte ausgehend, die Schmittawizwo als den Ausdruck des G-ttesvertrauens bezeichnete gegenüber dem Prinzipe der Nurnationalisten. die da fragen ma injan schmitta ezel har sinaiP Die ausschließliche Zuversicht zur eigenen Arbeit (jad mizraim) wurde am Jam-Suf geschlagen durch die höhere Hand (jad hagedola) der Vorsehung. Wir gehen in ein Land, ascher ani nossen löchern, das von G-tt auf g-ttlichen Gesetzen ruhend gegeben wird. Die Ausführungen des Redners fanden großen Beifall. Die Schomre-Schabbos-Sektion der Agudas Jisroel hat bekanntlich bereits ihre Tätigkeit aufgenommen. Sie hat nicht nur der Stellenvermittlung, sondern einer weitestgehenden Gewerbeförderung ihr Augenmerk gewidmet. Hiebei legt sie besonderes Gewicht auf produktive Arbeit und ist in erster Reihe bemüht, jungen Burschen und Mädchen die Erlernung eines Handwerkes zu ermöglichen und solchen, die es schon beherrschen, Werkstätten, gegen ratenweise rückzahlbare Anleihe, einzurichten, beziehungsweise zu vergrößern. Die Abteilung „Stellenvermittlung" funktioniert zur Zufriedenheit aller Parteien automatisch und kann jeder, der eine Hilfskraft sucht, sicher sein, in kürzester Zeit die offene Stelle entsprechend besetzen zu können. Nur erscheint es als notwendig, erhöhte Propaganda zu machen, ydaß alle Unternehmer die frei werdenden Stellen sofort anmelden und unter keinen Umständen dieses Stellenvermittlungsamt umgehen, denn nur so ist es möglich, den Hunderten Stellensuchender, die auf Schemiras Schabbos reflektieren, ausnahmslos Posten zu verschaffen. Die „Zsabuer Klaus", welche schon seit Kriegsbeginn in der Großen Pfarrgasse 3 untergebracht war, wurde infolge Verfügung des Wohnungsamtes vergangene Woche delogiert und es oblag der Agudas Jisroel, der es trotz monatelanger Bemühungen nicht gelang, diese Verfügung rückgängig zumachen, diesem Muster aller sephardlschen Bethäuser Wiens einen Zufluchtsort zu verschaffen. Trotz des Raummangels, dessen die Aguda durch die täglich sich häufende Arbeit kaum Herr werden kann, stellte die Aguda der „Zsabner Klaus" provisorisch einen großen Sitzungssaal zur Verfügung. Machsike Thora-Synagoge Wien. Am Sabbat Behar hielt; Oberrabbiner Lefkovics (Schwiegersohn des Kirälyhelmeczer Oberrabbiners) eine anderthalbstündige, ebenso gedankenvolle als tiefempfundene Derascha, in welcher er in wärmster Weise für den Agudagedanken eintrat. Rachel mewako al boneho sagte der Redner. Rahel weint über die Kinder, die Chaluzim, die an ihrem Grab vorüberziehen ki enenü, denn sie erkennt sie nicht als die ihrigen. Zum Schlüsse drückt der Vortragende die Hoffnung aus, daß es auch von jenen einmal heißen wird weschowü bonim ligwulom, daß sie erkennen werden, daß sie die Grenzen überschritten haben. Die Derascha machte einen ausgezeichneten Eindruck. Das Rechtschutzbureau der Agudas Jisroel amtiert nicht nur am Dienstag, sondern auch am Donnerstag von fi bis 7 Uhr abends und haben Sir Samuel an die orthodoxe Jugend. Der Delegierte der Wiener Jugendgruppe, der aus Erez Isroel stammende Herr Levi Kahane ist mit Herrn Pappenheim aus Palästina, nach einer erfolgreichen Tätigkeit in der Jugendorganisation in Palästina, zurückgekehrt. Herr Kahane brachte einen Brief Sir Samuels mit, in welchen der High Gomrnissioner seine Sympathie für die Mitarbeit der orthodoxen Jugend ausdrückt, und ihre tatkräftigste Unt#rstützuug des Aufbaues Palästinas erwartet. Aus Erez Isroelgelangen an Herrn Levi Kahane zahlreiche Zuschriften und Appells seitens der Jugend in Erez Isroel an die orthodoxe Jugend. Es ist an derZeit,daß die orthodoxe Jugend diesen Erwartungen in ausreichendem Maße entsprechen solle. NACHRICHTEN. jene Petenten, welche dieses in Anspruch nehmen wollen, schon im Tag vorher in der Zeit zwischen 5 und 6 Uhr abends ihr Vorhaben beim zuständigen Referenten Herrn Grünberg vorzumerken. Lag Beomerfest im Kindorgarten der „Jesod Hathora". Donnerstag, 18. Ijar, wurde im Kindergarten der „Jesod Hntlioni" ein Schillertest veranstaltet. Obmann-Stellvertreter Emil Kritzler begrüßt die erschienenen Feslgiiste, unter ihnen Herrn Markus Bondi, die Vertreter der „Adaß Jisroel", des „Beth Hamidrasch-, des Bethiiusverpines Stumpergasse. hebt die besondere Bedeutung eines Kindergartens für die jüdische Erziehung hervor und dnnkt dem Leiter des Schulvereines der „Jesod Hathora", Herrn llabb. S. Neuwirth und der Kindergärtnerin Fräulein Sofie Bondi. die die größte Sorgtall obwalten ließen, damit diese Institution zu der jetzigen Blüte gelange. Hieran! erklärte Herr Babb. S. Neuwirth den Schülern die Bedeutung des Lag BeomerfestekS und spornte sie zur Ausübung jener Lehren an. die sie im Kindergarten erhallen. Tnler Anleitung des Fräulein Bondi haben die Kinder einige Spiele in der denkbar schönsten Weise, zur Freude aller Anwesenden, aufgeführt. Nun wurde den Kindern eine Festjause, die von edlen Menschenfreunden und Gönnern gewidmet, verabreicht. Besondere Freude erregte die echt, jüdische Erziehung der Kinder, die bereits feste Wurzeln in ihren Herzen gefaßt, da kein einziges Kind von den ihnen verabreichten Bäckereien und den übrigen Süßigkeiten genoß, ehe mit ihnen die betreffende Berochoh gesprochen worden. Vorstandsmitglied Herr Leopold Lederer schließt, mit Dankesworten an Fräulein Sofie Bondi, für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit, das Fest und ersucht alle Anwesenden, in allen jüdischen Kreisen für die Einrichtung der „Jesod Hathora" zu werben, damit sich dieselbe immer mehr und mehr dem heiligen Ziele, jüdische Jugend zur Thora zu erziehen, widmen könne. Die höher verzinsten 6 % igen Staatsscheine. Die jüngste Verfügung des ßundesministeriums für Finanzen, wonach die österreichischen 6% igen Staatsschatzcheine, welche gegenwärtig zur Zeichnung aufliegen, eine höhere Verzinsung erreichen, im Falle sie ein Jahr lang ungekündigt bleiben, hat allerorten große Aufmerksamkeit erregt und vielfach Interesse für den Ankauf dieses Staatspapieres erweckt. In Wirklichkeit bewerben sich industrielle und Kapitalskreise sowie Angehörige des Arbeiter- und Gewerbestandes als auch des bemittelten Mittelstandes um dieses Papier, welches denn auch einen weiteren Aufstieg in der Zeichnungszil't'er erzielen dürfte. Der Umstand, daß bei einjähriger Laufzeit sich die Zinsenquote von 6 auf 6.4 "/„ erhöht, wird gewiß vielen Leuten den Anreiz bieten, freiliegende Gelder, Ersparnisse u. dgl. in der Weise zu verwenden, daß sie dafür Schatzscheine ankaufen, die jedenfalls ein sehr sicheres Anlagepapier darstellen und allezeit wieder in Geld verwandelt weiden können. Ungarn. Oberrabbiner Dr. Immanuel Low — frei. Der greise Oberrabbiner von Szegedin, der unter der Anklage des Hochverrates zuerst — vom 23. April bis zum 12. Juli 1920 — in Untersuchungshaft saß und später im eigenen Hause interniert war, ist vom Anklagesenate des Szegediner königl. Gerichtshofes, der sich am 20. Mai 1921 mit diesem Falle beschäftigt hat, in Freiheit gesetzt worden. Die Anklage wegen Majestätsbeleidigung und Aufreizung wurde fallen gelassen, jedoch die Klage wegen Beleidigung des Reichsverwesers aufrecht erhalten. Der Staats-, anwalt hat dagegen appelliert. Infolge dieser Entscheidung wurde der Gefängniswächter, welcher vor der Gartentüre im Hause des Oberrabbiners Wache hielt, von seinem Posten abberufen. Der Bescheid wurde dem Oberrabbiner Freitag um 6 Uhr abends zugestellt. Die große Synagoge — eine der größten und prunkvollsten Synagogen der Welt — war an diesem Freitagabend überfüllt, da man den Oberrabbiner erwartete. Das Publikum erfuhr aber, daß Rabbi Dr. Low seine Amtstätigkeit vorerst überhaupt nicht aufnehme. Die Szegediner Zeitung teilte die Enthaftimg des Oberrabbiners in einer Extra-Ausgabe mit. Deutschland. Zentralstelle für Emigration. Am 1. Mai fand in Essen eine Versammlung der Vertreter folgender Gemeinden Rheinland-Westtalens statt: Barmen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamborn, Herne, Mühlheim (Ruhr), Oberhausen, Recklinghausen, Steele. Auf Grund besonderer Einladung wohnten der Versammlung in Vertretung des Hilfsvereins der Deutschen Juden Herr Dr. ben Nathan und in Vertretung des Arbeiterfürsorgeamtes Berlin Herr Lagbomer-Feier. Anläßlich des Lagbomer veranstaltete die Wiener Jugendgruppe eine gesellige Zusammenkunft für die jüngere Altersklasse („B" Gruppe), zu der zum ersten Male auch die Talmud- Thora-Kinder der äußeren. Bezirke eingeladen wurden. Herr David Baumgarten begrüßte in Herzlichen Worten die frohe Kinderschaar und forderte sie auf, sich in den jungen Jahren ausschließlich dem Thorastudium hinzugeben, um im Mannesalter den Versuchungen des Lebens standhalten zu können. Hierauf würdigte Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Weiß in längerer Ausführung die Bedeutung des Tages insbesonders für die Jugend, in der die Zukunft des jüdischen Volkes liegt und die in ihrem Eifer und in ihrer Begeisterung die größten Aufgaben zu Dr. Senator bei. Die Versammlung hat einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: „Der Hilfsverein der Deutschen Juden hat sich bereit erklärt, die deutsche Zentralstelle für ostjüdische Aus- und Durchwanderer zu bilden. Die heute versammelten Vertreter der Mehrzahl der rhein.-westf. jüdischen Gemeinden begrüßen die Bereitwilligkeit lebhaft und halten es für geboten, daß alle rheinisch-westfälischen Gemeinden mindestens zwei Prozent des Kultussteuersolls sofort dem Hilfsverein überweisen mit der Auflage, die durch die Durchwanderimg besonders in Anspruch genommenen Gemeinden aus den dem Verein überwiesenen Mitteln zu unterstützen." Eine Unterredung mit Felix Warburg. Das Hamburger „Israelitisches Familienblatt" meldet: Zurzeit bereist der Präsident des American Joint Distribution Commitee Herr Felix Warburg Europa, um in Gemeinschaft mit den europäischen Vertretern des Joint, insbesondere mit Herrn Bernhard Kahn, an Ort und Stelle die bisherige Tätigkeit des Joint zu prüfen und Richtlinien für die weitere Arbeit zu geben. Vertreter des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisationen Deutschlands, in dem alle großen jüdischen Organisationen Deutschlands, west- und ostjüdische, zusammengeschlossen sind und in dem das Fürsorgewerk für die Ostjuden zentralisiert ist, hatten eine Unterredung mit Herrn Warburg. Dem Arbeiterfürsorgeamt sind die für Deutschland bestimmten Gelder des Joint Distribution Commitee zur Ostjudenfürsorge zugeflossen. Herr Warburg sprach über die Leistungen des Arbeiterfürsorgeamtes seine volle Befriedigung aus. Er sagte, daß in Amerika besonders die ruhige Art und Weise gefallen habe, mit der daß Arbeiterfürsorgeamt, ohne sich irgendwo in parteipolitische Streitigkeiten einzumischen und ohne seiner Arbeit einen parteipolitischen Charakter zu geben, die großen Aufgaben, an die es herangetreten sei, sachlich und energisch gelöst habe. England. Die Aguda für die ukrainischen Opfer. Die Jugendgruppe in Glasgow hat für 50 ukrainische Waisen die Ueberfahrtspesen nach Palästina und sonstige Mittel der Verpflegung gesammelt. Weizmann soll abdanken. In einem großen zionistischen Londoner Meeting hat Mr. Großmann eine scharfe Rede gegen Weizmann gehalten und dessen Abdankung verlangt. Großmann ist Redakteur der „Tribüne". Im gleichen Sinne sprachen Goldenberg, Rev. Goldblum, Vizepräsident der engl.-zion. Föderation, und noch mehrere. Jabotinsky, der Vorsitzender dieses Meetings war, ist ob dieses unerwarteten Sturmes ganz bestürzt und hat an Weizmann ein Entschuldigungstelegramm gesendet, wo er ihn ersucht — zu bleiben! (Das heißt Demokratie!) Südafrika. Die Schlacht gegen die schwarzen „Israeliten". Ein seltsamer, tieferschütternder Fall beschäftigt in Südafrika die englische Presse. Ein Kaffernstamm, der sich „Israeliten" nennt und sich als Kinder des Schern hamforasch bezeichnet, hat sich geweigert, dem englischen Gesetze Folge zu leisten. Der Stamm lebt friedlich und will nur kein anderes Gesetz anerkennen als das ihres Haschern. Die englische Regierung hat es lange mit Güte versucht; nachdem es nicht gelang, wurden Polizeitruppen gesendet, die auf die widerstrebenden „Israeliten" ein Feuer eröffneten, bei welchem HO „Israeliten" getötet und 70 verwundet Avurden. Mehrere Zeitungen greifen die Regierung an. General Smuth hat im südafrikanischen Parlament erklärt, die Regierung bedaure den Fall aufs Tiefste, sie mußte aber dem Gesetze Geltung verschaffen. . lösen berufen ist, was er an Hand von Beispielen in der jüdischen Geschichte beleuchtete. Mit einem Appell an die Jugend schloß Redner seinen mit großen Beifall aufgenommenen Vortrag. Hierauf trug Herr Krochmal jr. jüdische Geschichten vor, während Herr Joel Aschkenazi durch die in gewählter Sprache vorgetragenen Erzählungen reichen Beifall erntete. Die dargereichten Erfrischungen trugen zur heiteren Stimmung der Kinder bei. Mit einigen Ermahnungsworten des Herrn Porges, die Tradition überall und zu jeder Zeit hochzuhalten und nach dem Vorbilde der Eltern und Lehrer zu leben, wurde die gelungene Feier geschlossen. Zlatamoravce. Hier hat sich eine Aguda-Jugendgruppe gegründet, welche sich dem Landesverbände der Jugendgruppen bereits angeschlossen hat. Als provisorischer Leiter wurde Herr Elemer Danzig bestimmt. Näherer Bericht folgt. Spendet für die JugendgruppeI AGUDA - Jü GE NDGRUPPE.

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