Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 19 (3.6.1921)
- Date
- 1921-06-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 148 Nr. 19 Die Jngendgruppe Presov. Reges Leben herrscht in unserer Jugendgruppe, deren eifriger Leiter Herr "Julius Holländer ist. Die Gruppe ist in mustergültigsterweise organisiert. Täglich frühmorgens von 6 bis 7 Uhr und abends von halb 8 bis halb 9 Uhr wird im schönen Vereinslokale fleißig gelernt. Die Jngendgruppe unterstülzl auch kräftigst die in den fremden Jeschiwos lernenden Presover Bnohnrim: stellt ihre Kraft im Dienste sozialer Arbeiten (SektionsleiIer H. Hermann Herz), im Dienste der Stellenvermittlung (Schomreh - Schabbos - Sektion. Leiter Herr Noll. Ackermann), sammelt fleißig für alle Aktionen der Aguda. Die Presover Jngendgruppe ist für alle Gruppen der Slowakei wirklich vorbildlich. TSCHECHOSLOWAKEI. Aufruf an alle Gemeinden. Bratislava, p"Sh mBN "TW ttHIPD Am 18. Weadar sind die Vertreter der orth. isr. Gemeinden der Slowakei in Trencsin-Teplitz zusammengetreten und haben die Landesorganisation der Agudas Jisroel für die Slowakei gegründet. Zu den brennendsten Tagesfragen, deren Lösung * o *j «* dem TK-lttP T70 obliegt, gehört das Jeschiwawesen, für welches eine spezielle Sektion eingesetzt wurde. Es bestehen in der Slowakei mehrere anerkannte JTD'W wo über 1000 Bachurim sich dem Studium der p*mn mit schönem Erfolge widmen, doch sind die Wohlfahrtseinrichtungen dieser n^,,^", (Bequartierung und Verköstigung) noch im Anfangsstadium der Entwicklung. Dies sowie die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse bringen es mit sich, daß Minderbemittelte sehr schwer in die Lage kommen, ihre Söhne dem Studium der pTnTV zuzuführen. Eingedenk des b"ftft Ausspruches D^J? "MS Tmn" «mm Xitn DPItttP wurde der Beschluß gefaßt, für Kräftigung der HD"1^ eine großzügige Aktion einzuleiten, damit beginnend, daß wir die rTQTn D'H'IS einiger mrUKP im Jahre für diesen Zweck verwenden. Wir erlauben uns nun an den löbl. Gemeindevorstand mit dem Ersuchen heranzutreten, in Ihrer Gemeinde die an sämtlichen niJJÖ und rfD'131 □''TU am bysn isnös 'S pHw als dem narc vor nun fflö einfließenden Beträge, der Jeschiwosektion der Slowakei zuzuwenden. Die Erkenntnis, daß die Zukunft ^xn^,, nur im intensiven pflffi W1? liegt, lassen es uns als sicher erscheinen, daß VT r0fltt3 dieses hehre Ziel fördern wird und werden Sie als Lohn von rPttoT sein. T.T31 mTD D'pD'ip W\ D^S mrb ,1311 Rabbiner Aron Katz (Nitra) Präses. Oberrabbiner S. David Ungar (Trnava) Leiter der Jeschiwosektion. Julie Rosenbaum Gustav Lieben Bratislava Prag. Verlobte. Der Landesvorstand der Aguda-Jugendgruppen der Slowakei wünscht anläßlich der Verlobung des Herrn Gustav Lieben, Prag, mit Fräulein Julia ROSenbaum, Bratislava, herzlichst Maseltow. Dr. Ludwig- Lieben hat seine badeärztliche Tätigkeit in Lu ha co vice eröffne I und ordiniert in der Villa Slansky, Hauptstrasse. Kral-Hlumecz. An der Jeschiha in Kral-Hlurnecz (Khädy-Helmez) lernen 60 Bachurim unter der Leitung des Öberrabbiuers R. Wolf Glattstein. Zum Beginne des heurigen Srnans ist eine Mensa errichtet worden, bei welcher sich besonders die Frauen Josef Klein und Low Verdienste erworben haben. Aguda in Tapolcany. Am Chol hamoöd Pessach fand hier die Konstituierung der Ortsgruppe statt. Dieselbe wird bestrebt sein, sämtliche auftauchenden Aufgaben und Fragen im Sinne des Aguda- Thoraprogrammcs zu lösen. Für das Gelingen dieser Aufgaben bürgt die Leitung der Ortsgruppe, der die rührigsten Baale-Batim unserer Kehilloh angehören. Der Vorstand besteht aus: Ehrw. Rabb. Emanuel Deutsch, Präses; David Löwbeer, Vizepräses: Sal. Katzburg, Schriftführer; Moritz Schenk, Kassier: Julius Schwarz, Kontrollor; Sal. Gelley, Jakob Eckstein, Siegm. Friedmann, Hirsch Korfein, Josef M. Bernfeld, Ausschußmitglieder. Candcsvcrbanü der A guaa-Sugendgruppen der SlowaKeU Scbomrch Schabbos ScKtion. Offene Stellen: In einem Schnittwarengeschäfte (Provinz) wird verläßlicher religiöser Kommis gesucht. Stellengesuche : Junger Mann. Schomre-Schabbos, sucht Posten in Eisenwarenhandlung. Maschinenschlosser sucht Posten. Junger Mann aus Ungarn sucht Posten als Kanzlist oder als Verkäufer. War bereits in Eisen- und Galanterie Warengeschäft tätig. Janger Mann würde gegen Kost, Quartier und mäßiges Honorar in die Provinz in Spezereiwarenhandlung, wo er bereits tütig war, in Stellung (Schomre-Schabbos) gehen. Aus der Ostslowakei würden zwei in Schokolade- und Spezereiwarengeschäft bereits beschäftigte junge Leute gegen gänzliche Verpflegung und mäßiges Honorar in gleichem oder ähnlichem Geschäft eintreten. Anfragen und Meldungen sind au den Landesverband der Aguda Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei, Bratislava, Turnergasse 14—16, zu richten. Rabbi Jehauschua Pinchas Bombach s. z. 1. Einer unserer größten Geaunim, der Osveciemer Raw, ist dieser Tage unter Beteiligung vieler Tausender Jerim zu Grabe getragen worden. Mit 53 Jahren mußten wir diesen gefeierten Gelehrten seinem müdem Thora-Studium geweihten Leben -entrissen sehen. Als ewiglebende Zeugen seines schöpferischen Wirkens hinterläßt er eine Reihe hervorragender Werke, die teilweise schon dem Drucke übergeben sind. An die verwaiste Stelle wurde auf Antrag des Kultusvorstehers Raw Schmuel Schnitzer sofort noch Angesichts des Toten, sein hoffnungsvoller Sohn, der bis dahin in Renti Raw war, ernannt. Rabbiner Dr. Moses Wohl. Im schönsten Mannesalter, kaum 56 Jahre alt, starb vom plötzlichen Tode jäh entrissen, Samstag den 26. Ijar, Dr. Moses Wohl, Rabbiner in Tachau. Ganz abgesondert vom orth. Milieu war der Verblichene beflissen, mit ganzer Kraft sein geschöpftes Thorastudium auch dort zu verpflanzen. Wer Dr. Wohl war. was er geleistet, welche Entbehrungen er litt, weiß nur derjenige, der persönlichen Verkehr mit ihm pflegte. Geboren zu Tolcsva in Ungarn, ging er zunächst nach Preßburg, sodann nach Sered, Papa. Prag und Berlin, wo er bei Dr. Hildesheimer seine Studien beendigte. In den Hingeschiedenen, der ein beseelter Agudist war, betrauert Herr Salo Pollak, Bratislava, seinen Schwiegervater. Die Sidra Wie gehl doah die Sage von dem König, der auf seinen Reisen eine ganze Herde von Kameelen mit sich führte, alle beladen mit Büchern, aus denen er Erkenntnis und Lebensweisheit schöpfen wollte! Später fand er, daß ihm dazu eine Auswahl von Büchern genüge, die von einein einzigen Kameel getragen werden könnte, bis er zur Wahrnehmung gelangt ist, daß aller Bücher Lebensweisheit in einem Bande Platz fände und schließlich, daß selbst der Inhalt dieses Buches in einen einzigen Satz zusammengefaßt werden könnte. Die schöne Sage kann noch weiter fortgesetzt werden. Für uns ist der Weisheil, letzter Schluß: bechukossai! Die Antwort auf alle großen Rülselfragen des Menschen- und Völkericbens heißt für uns: bechukossai! Urweisheit, tausendmal angezweifelt und zu ebenso vielen Malen erkannt, uralt und sich täglich erneuernd wie alle Seuie Schöpfungen, ist das System aller Systeme: bechukossai. Segen und Fluch, Seligkeit und Verdammnis ist die g-ttliclte Alternative. Wir können hoch über alle Völker steigen oder Tag Sonntag Ijar 28. Juni 5. j Notizen Montag " 29. Ii. . Dienstag Sivan 1. 7. | Uoscli Ghodesch Mittwoch 2. 8. \'"~'~"" ' "" "~' Donnerstag Freitag ~'~8.''"""! 4. 9. 10. , Jemi'- Hugbolo i _j Samstag n1 11. Uamidbar — llafluro-. W'elmju — (5 iVrck Kiew Schwuus müssen tief unler ihnen sinken. Unser Schicksal duldet kein .Mittelmaß. Die „Torheeha \ diese düstere Mahnung, die gewaltigen, geschichtlichen Kräfte, die in unserer Volksseele aufgespeichert liegen, in das segenbringende System der Thora einzuschalten, sieh und der .Menschheit zum Segen — sie mußte erst, durch hundertfache, schwer bezahlte Erfahrungen zur Erkenntnis werden, daß diese über das Maß des Gewohnten reichenden Kräfte zu Huer furchtbaren Katastrophe treiben, wenn sie .sich der Fessel der Thora enfraffen, daß uns Sinai (i-ttes Schemel werden kann, aber auch todbringende Gisis, wenn wir fehlen. ' Bechukossai! Den Weg. den Er unserem Volksstrehen verzeichnet, er ist einzi- und unvergleichbar. Seine Mittel sind sittliche. J 'nd kein Schwelt soll euer Land durchziehen!" lieber alle der Thora spottenden Fehinngen g l (.vergessener Führer hinweg, hall! (i-ll.es Gebot zu uns hinüber: .Und kein Schwert soll euer Land durchziehen.- Die große Zeil der Aera ewiger Berocho, sie steigt, aus den Trümmern der Well der Gewalt empor. .Ihr werdet in Ruhe in eurem Lande leben" ist das g-tUiche Zeichen de* Nahens der Alleinherrschaft Seines Gesetzes. Kein Mittel der Gewalt wird sie herbeiführen, kein Eisen wird über den großen Altar geschwungen werden. G-tl.es Wort, ist die Leuchte zu unseren Wegen, die Feuersäule die alle Wege ebnet, Sein Buch, das bei allen Völkern beglaubigte Zeugnis unseres Rechtes und das Unterpfand des Friedens und des Segens für alle Völker, wenn unser Sein, unser Wille und unsere Tat von dem inhaltschweren Wahlworte bedingt werden: bechukossai! Hochzeit. Donnerstag den 20. Mai 1921 (Lag boiner) fand hier die Vermählung des Herrn Moritz Schreiber. Sohn des Herrn Salonion Schreiber, Vorstandsmitglied der Aguda-.lugendgruppe, mit Fräulein Malvine Schreiber, Tochter des Herrn Nathan Schreiber (Myjava) statt. Eine Hocbzeitsfeier, wie sie hier so schön und jüdisch schon lange nicht stattgefunden hat, wurde am Lag boomer im Hause des hier wohnenden H. Mark Pelenyi, Mitglied des Zenlralrates der Dunajska Streda, geleiert. Von Nah und Fern waren Verwandte und Freunde herbeigeeilt, um an der Simcha schel mizwa, teilzunehmen. Selbstredend war das gelungene Mahl mit. Diwreh Thora gewürzt. Es sprachen Sr. Ehrwürdeu, der hiesige Oberrabbincr Weinberger, ferner Rabbiner von Alistal, der Bräutigam Herr Fr. Kleischrnann, der Vater der Braut, und Herr M. Hirschfeld aus Waitzen und noch mehrere. Der ehassidisc.be Teil der Unterhaltung dauerte bis Mitternacht. Barmizwa-Feier. Sohn des Herrn Kaiman Popper. Bratislava, Sohn des Herrn Jakab Katz, Bratislava, Sohn des Herrn Isidor Fleischmann. Bratislava. Literatur. |_^^| Menachem Mendel von Scholem alejehem. Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. Vorlag R. Löwit, Wien-Leipzig 1921. Preis brochiert Mk. 18-—, gebunden Mk. 25-—. Menachem Mendel, ein höherer Typus eines Luftmensehen, hier jüdischer Journalist, da Börseaner, bald Assekuranzagent, bald Schadehen oder Vermittler, trotz aller Mißerfolge von Gestern voll hellem Optimismus betreffs des Morgen, korrespondiert mit seinem Weibe Scheine-Schendel in Kasriliwke, die er verlassen hat, um den weißen Hirsch des Glückes zu erjagen. Meisterhaft sind die Briefe des typischen guten Weibes mit dem bösen Munde, der abwechselnd köstliche lebensweise Sprichwörter der Mutter und ebenso traditionelle Flüche produziert. In dem Hohlspiegel der Seele Menachem Mendels wiederspiegelt sich ein" zwerchfellerschütternd drolliges und doch so scharfes Bild des Lebens. Keine Zeile ohne Humor und Geist — jeder Strich von echter ungesuchter Künstlerschaft.. Ein Kabinettsstück der Schöpl'uugen unseres Scholem alejcliem, der in seinem Testamente — dem die Ehre widerfuhr in einer Washingtoner Parlamentssitzung verlesen zu werden — von sich sagte, daß er geweint habe, währenddem er Millionen lachen gemacht hat. ir<tc/,cr/,j(v,«v,jß{ji'5{ jf<J(5{M3£f5}Jf#f5jji>/ t?'/,r//S'/S'/s//jy/jy, V';&ityX','X','X/,'S', Briefkasten. V'/X'fXSi'X/SS/fX',',?/, Seil. Kn. Sie werden zufrieden sein. — Artikel Fr. AVir haben in der Affäre des Pseudu-Rabbiners Frankel ein Kommunique des Rabbinerverbandes für die Tagespresse veranlaßt und wollen uns mit dieser traurigen Figur nicht weiter beschäftigen. — M. H. Sie meinen es gewiß ehrlich, haben aber zu wenig Uebersicbt der Situation. Politische Verhältnisse können nicht mit Pilpul erledigt werden. Eigentum einer Societät. —- Verantwortlicher Redakteur für Deutschüsterreich: Jakob Deutsch. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz. — Druck: Geiiossenschafls-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hemalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Ados lisroel (Schiffschiil), II., Große Schiffgasse 8. Gebetstunden : 26. Ijar bis 4. Siwan (3. bis 10. Juni). Freitag, den 2G. Ijar: Sabiiateingaug 7*;J5. Samstag TlpPD'S Morgeiigubet 6'lä und!)-30, Mincha 12-15. Um 8-30 Vortrag von "pHS und anschließend Mincha. Sabbatausgang H'H5. 1 An Wochentagen: Morgengebet 5*15 und G, Mincha 7'45. Montag MiD im l'ystlag, TtDp'IT 12*80 mit n»ni5 ^f-pl 7 30. 1 11 1 Wir gratulieren herzlichst zur Vermählung unseres verdienstvollen Vorstandsmitgliedes Herrn Moritz Schreiber mit Fräulein Malvine Schreiber, Majava. Aguda-Jugendgruppe Wien. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe Presov gratuliert herzlichst ihrem verdienstvollen Vizepräses Herrn Naftali Ackermann anläßlich seiner Verlobung mit. Fräulein Adel JidkOVitS. Bei der Manufaktur- und Modewareuhriua Ignatz Weiaz in Salla nad Vahom ist die Stelle eines Jr^rriliti Ul anten und jungen Commis zu besetzen.