Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 17 (20.5.1921)
- Date
- 1921-05-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 JÜDISCHE PRESSE Seite 135 Einfuhr 1913 496,227.004 1914 322,529.964 1915 805,483006 1916 366,130.571 1817 380,321.178 1918* 480,896.000 Ausfuhr 619,156.011 404,131.517 682,179.279 572,999.522 550.170.0J9 826,496.000 Saldi der Handelsbilanz 4- 22,929.007 -j- 80,601.553 -f- 276,691.273 + 206,868.951 -f 169,848.871 + 345,600.000 Am stärksten beteiligt an dem Handel mit der Republik waren vor dem Kriege England, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Frankreich, Relgien, Italien, Brasilien, Holland und Spanien. Durch die Kriegsverhaltnisse ist in dieser Reihenfolge eine Veränderung eingetreten. Deutschland und Belgien sind ausgeschaltet worden und die Vereinigten Staaten sind an die erste Stelle gerückt. Das fremde Kapital ist Argentinien in bedeutender Menge zugeströmt und hat ähnlich wie die Einwanderung, die Erschließung der Produktionskräfte des Landes gefördert. Während bei der Menscheneinwanderung das italienische und spanische Element überwogen hat, nimmt bei der Kapitaleinwandernng das englische Geld die erste Stelle ein. Das britische Kapital steht mit 2 bis 2l 2 Milliarden $ o/s weitaus an der Spitze. England ist der Bankier Argentiniens gewesen, hat den größten Teil der Eisenbahnen des Landes gebaut, hat große Summen in Gaswerken, Straßenbahnen, im Bank- und Versicherungswesen, in Land^rsellschnften und verschiedenen Industrien, besonders den Gefrierfleischwerken angelegt. Frankreichs Anteil ist weniger bedeutend und kann auf 500 Millionen $ o/s, die in Eisenbahnen, Hafenbauten und anderen Unternehmen investiert sind, geschätzt werden. Deutschland, dessen Beteiligung sich auf die Hälfte der französischen beschrankt, nimmt mit den Werken der Deulsch- Ueberseeischen Elektriziüitsgesellschaft eine beherrschende Stellung in der Elektrizitätsindustrie ein, spielt eine führende Rolle im Außenhandel, ist ferner an der argentinischen Schifffahrt, an der Zucker- und Holzindustrie sowie an landwirt- * Die Zahlen für 1918 sind noch nicht als die endgültigen zu betrachten. schaftlichen Unternehmen beteiligt. Nordamerikas Einfluß ist noch unbedeutend, jedoch im Wachsen begriffen. In jüngster Zeit macht sich ein reges Interesse der nordischen Staaten, Italiens und Spaniens geltend. Die Zukunft Argentiniens darf günstig beurteilt werden. Wohl werden Krisen, verursacht durch übertriebene Bewertung der produktiven Kraft seines Bodens, vorübergehend den wirtschaftlichen Fortschritt stören, die große Linie der Entwicklung jedoch muß nach menschlicher Voraussicht sich aufwärts bewegen. Wo ihre Grenzen liegen, kann niemand sagen. Daß die, welche die Mehrzahl der alten Kulturländer und wirtschaftlichen Großmächte gegenwärtig erreicht haben, noch in weiter Ferne liegen, daß noch Menschenalter vergehen werden, ehe das Land seine Jugendperiode beendet hat, muß jedem Beobachter jedoch offenbar sein. Nove Zämky. Der „Talmud Thora-Verein" hat am zweiten Pessachtage eine schöne intime Feierlichkeit gehabt. Es wurde dem Präses des Vereines, Herrn Arnold Braun und seiner Frau, geb. Susanna Fuchs, das Ehrenmitglied-Diplom des Vereines überreicht. Die „Talmud Thora" hielt eine Festversammlung, an welcher außer den Mitgliedern auch der Gemeindevorstand, ferner die „Chewrah Kadischa"-, „Machsika Thora"-, Schasz Chewra"-, „Schomre Thora-Vereine" vertreten waren. — Oberrabbiner Tigermann hielt bei Ueberreichung des Ehrendiploms eine inhaltsreiche, formvollendete Ansprache, in welcher er die Verdienste des Ehepaares Braun um die „Talmud Thora" würdigte, indem dieses für die „Talmud Thora" ein schönes Gebäude gestiftet und selbes zu Schulzwecken reichlich eingerichtet haben. Auch opferten sie viel zur Aufrechterhaltung der „Talmud Thora-Schule". A. Braun dankte tieffcerührt für die Ovation und versprach, sowohl in seinem Leben, wie nachher für die „Talmud Thora-Schule" nach seinen Kräften zu leisten. eingesendet. Löbliche Redaktion! In der Berichterstattung über den Lebowitschischen Vortrag in Bratislava, hebt die „J. V." hervor, daß der Redner sich im Gegensatze zu uns der strengsten Sachlichkeit beflissen hat und keine Seitenhiebe auf andere Parteien führte usw. Das ist krasse Unwahrheit! L. hat die Dreistigkeit gehabt, sich den Satz zu leisten: »Unter den Agudaführern gibt es unlautere Elemente", so daß wir uns genötigt sehen, Herrn L. zu versichern, daß die Agudaführer nie wo anders als im Bet haniidrasch — gesessen sind. Wehamaskü jowln. Bratislavaer. herzliche Bitte. David Salamon Preiß, Wien (IL, Pazmanitengasse4), bittet denjenigen, der ihm Auskunft über den Fähnrich Benjamin Schneebalg geben kann, ihn davon zu benachrichtigen. Derselbe ist im September 191G verwundet in einem Kriegsspital in der Stadt Tscherkassa (Ukraine) eingeliefert worden. Nach einer Behauptung soll er dort gestorben sein. Die Friedhofverwaltung oder Rabbinat in Tschersassa ist hiemit gebeten, an die obige Adresse mitzuteilen, ob und an welchem Tage der Benjamin Schneebalg verstorben ist. Zweite ordentliche Raupt-mitgliederversammlung der tfguda°3udendgruppe iUicn. Obmann David Baumgarten eröffnet .und begrüßt die Erschienenen, besonders den Vizepräsidenten der Aguda Herrn Isak I. Tum im sowie Herrn Dr. J. Pollak, ferner Herrn Münzer (Stumperschul), Herrn Komelh (Jugendgruppe Baden), L. J. Kahane (Präsident der Jugendgruppe in Jerusalem) und Herrn Franz Fischhof (Jugend-Landesorganisation der Slowakei) und führt u. a. aus: Im zweiten Jahr ihrer Tätigkeit trug die Jugendgruppe erst wirklich den Stempel der „Agudas Jisroel", und dies war für die weitere Entwicklung von besonderer Bedeutung. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen gedenkt der Vorsitzende des Hinscheidens unseres Führers, des Raw Halpern, ■den in unseren Hallen begrüßen und hören zu können wir vor einigen Wochen das erste und leider das letzte Mal das Glück hatten. Ein Gaon we zadik, der sein Leben dem Studium der Thauro gewidmet hat, hat im richtigen Moment erkannt, im en kan isch hischtadel lihijaus isch, mit demselben reinen Herzen, mit derselben Begeisterung, mit dem er ursprünglich dem Thorastudium Tag und Nacht oblag, mit derselben Begeisterung widmete er nachher seine Zeit der Politik und der Fürsorge für seine Brüder. Die Worte, die er uns gesagt hat, werden aus unserem Gedächtnis nicht scheiden: Eth laassaus laschem liefern thaurosecho. Wenn man das Thorastudium zeitweise bei Seite stellen muß, um Jisroel zu verteidigen, so darf dies nur immer ein „etil* bleiben, ein zeitweises Aufgeben des „wohogisso jommim we loilo. Echod mibne chaburo schemes jidagu kol chawuro. Unsere Sorge sollte es sein, Ersatz für ihn zu schaffen. Unsere Aufgabe wird es sein, wie weit es in unseren Kräften steht, in seinem Geiste, in seinem Sinne zu wirken. (Beifall.) Gustav Pappen heim: „ Schon oft hat das religiöse Judentum Krisen durchgemacht, mehr als einmal schon wollte das bewußte und unbewußte: Apikorsus Eingang finden bei den jüdischen Massen, aber immer ist im geeign;ten Momente ein Führer entstanden, auf den der Possuk paßt: ki jedativ lemaan ascher jezawe es bonow we es besau acharow, der befähigt war, Jisroel zurückzuführen zu dem Glauben der Väter. Ob wir jetzt Rabbi Jochanan 'ben Sakai erwähnen, der Jabne geschaffen, ob wir aus der letzten Zeit den Bai schem tow hakodausch herausgreifen, der die Massen Polens begeistert hat, ob wir uns des Chasam sofers erinnern, der in Ungarn bahnbrechend gewirkt hat, ob wir Rabinner Hirsch's gedenken, der in Deutschland gerettet hat, was zu retten war, und ob wir endlich des Rabbi Jisroel Salanter gedenken, der in Littauen Jiias schoniaim gepflanzt hat, so sehen wir, daß sich in Zeiten der Gefahr immer einen Scheliach haschem gefunden hat, der machasir atoroh lejausohno sein konnte. War es aber bei früheren Renaissancebewegungen immer der Führer, der sich durchringen mußte, der das Volle zur Anerkennung seiner Autorität und seiner Prinzipien emporziehen und erziehen mußte, so liegen die Verhältnisseheule anders. Heute tritt die Masse und speziell die Jugend an die Führer heran, mit der Bitte um Leitung, um Führung. Wir danken dem Allmächtigen, daß er uns hat erleben lassen, in der wir alle, auch der Kleinste unter uns, Triebfederuder Wiederbelebung des jüdisch-religiösen Lebens sind. Als Jisroel in Mizrajim in die 49 schare tumo versunken war, als sie hart am Rande des Abgrundes standen, die Not am größten war, erschien ihnen der Ewige bejad •chasoko u wisraua netujo um sie zu erlösen, sie herauszuführen meafelo leauro. Wir wissen nicht, welcher Tiefstand dem 49. Grad der Unreinheit darstellt, wissen auch nicht, ob wir denselben choblo erreicht haben, ihm nahe sind oder ferne stehen. Wir wissen aber, daß der sittlich-religiöse Verfall der Judenheit in den letzten Jahrzehnten mit ungeheurer Rapidität fortgeschritten ist, und daß der Weltkrieg imstande gewesen wäre, einzelnen Teilen eines weniger hartnäckigen Volkes, als Juda es ist, den Todesstoß zu geben. Hat er dies bei einem am kesche oref nicht vermocht, so haben uns der Krieg und seine Begleiterscheinungen doch furchtbare Wunden geschlagen. Wie einßt in Mizrajim kol haben hajilod hajauro taschliobubu we chol habas techajjn, die Tochter, deren Wirksamkeit sich auf die Familie, auf einen engen Kreise beschränkt, leben durfte, die Söhne aber, aus deren Mitte ein Mosche, ein Retter erstehen konnte, jauro taschlichuhu, so hat man auch unsere Besten weggerissen, Jünglinge . us den Chadorim, ßachui'im aus den Jeschiwos wurden fortgeschickt. Der Krieg war zu Ende. Scharenweise kehi'en wir heim, der eine aus der Nähe, ■der andere von weiter Ferne, der eine aus dem Süden, der andere aus dem Osten, alle aber seelisch entwurzelt ohne geistigen Halt. Aber nicht nur das geistige Leben der Jugend war durch den Krieg getroffen worden, auch alte gereitte Bale batim waren in ihrem emunas haschem beeinträchtigt, hatten ihr betochaun verloren, ihr dewekus eingebüßt. Zurück zum Judentum war unser Wunsch! Die Frage, wie wir zurückzuführen wären, war die Sorge unsererer Führer. Vieles wurde beraten, so manches versucht, bis die Rettung erschien im nVlX schlochani alechem, der Ewigwährende in seiner Eigenschaft als G-tt der Zukunft, als G-tt der heranwachsenden Generation führte uns den richtigen Weg. Die Jugend sei zusammenzufassen, die noch leichter zu beeinflussenden Jünglinge für awaudas haschem zu begeistern und mit dem ihnen eigenen Feuer, werden sie auch auf andere wirken können. So bildete sich das Prinzip der Jugendgruppen und so entstand die „Orthodoxe Jugendgruppe* in Wien. So manchen Kampf hatten wir zü bestehen, so manche Hipdernisse zu bewältigen, bis wir das geworden waren, als was uns die erste Hauptmitgliederversammlung fand, als Vereinigung Gleichgesinnter, treu zur Thora haltender Jehudim, der von allen Seiten mit Achtung begegnet wurde. Als wir nach monatelangem Ringen nach innen und außen unsere Liebe zur Thora befestigt, den jüdischen Geist in uns selbst gefördert hatten, konnten wir hervortreten mit der Erklärung, daß unsere „Orthodoxe Jugendgruppe" von nun an den Namen der /Agudas Jisroel" zu führen berechtigt sei. Und das zweite Jahr unseres Bestehensstand im Zeichen der „Agudas Jisroel", jener Organisation, welches als ihr oberstes Prinzip aufgestellt hat, jenenwunderschönen Satz, den wir oft hören, aber nicht oft genug wiederholen können: Liftaurberuach hathauro we hamizwo es haschalaus hasohaunaue. D e m J ud en ist jeder Schritt in seinem Leben vom religiösen Gesetze vorgeschrieben, jeder Gedanke, jedes Wort, jede Tat in unserem Schulchan aruch geboten oder verboten und es klingt geradezu grotesk, wenn man ganz Jisroel zusammenfassen will und in dieser Gerneinschaft das Religionsgesetz nicht richtunggebend sein sollte. (Stürmischer Beifall). Wenn wir über die Tätigkeit der Agudas Jisroel Jugendgruppe berichten sollen, so müssen wir in erster Reihe über die Tätigkeit des Agudas Jisroel als solche berichten. * Die Agudas^ Jisroel hat bereits sehr viel geleistet. Wenn sie nur darauf verweisen kann, daß sie in die Herzen Hunderttausender das Aguda-Ideal gepflanzt hat, das wäre genug gewesen,-um den Bestand der Agudas Jisroel zu rechtfertigen; wenn sie sagen könnte, daß durch die Förderung der Aguda- Idee die Religiosität an vielen Orten verbreitet und vertieft wurde. Doch die Agudas Jisroel hat sich nicht mit ideeller Arbeit begnügt. Betreffs des ersten Programmpunktes der Aguda, Förderung der Thora, erinnere ich Sie an die Chadorim, die während des Krieges von der hiesigen Aguda für die Flüchtlingskinder eingerichtet wurden. Ich erinnere Sie an die Chadorim und Jeschiwos in Polen, die von der Aguda gegründet und heute noch erhalten werden, an die vielen Schiurim, die von den einzelnen Jugend- und Ortsgruppen eingerichtet und abgehalten wurden und wenn in Deutschland, wo das Thorastudium in den letzten Jahren sehr schwach gepflegt wurde, heute sich schon viele junge Leute finden, die ihr profanes Studium und ihre Berufsbildung unterbrechen, um in das Ausland auf Jeschiwos zu gehen, so ist dies zum Großteil das Verdienst der Aguda. Ich erinnere Sie ferner an die Unterstützung der Jeschiwos in Erez Jisroel durch die Aguda. Praktische Aufbauarbeit konnte die Agudas Jisroel in großem Maßstabe bisher nicht leisten Wir hoffen, daß es der nach Amerika gereisten Aguda-Delegation gelingen wird, bei unsere dortigen Freunden und Brüdern anzufeuern, sich an die Kolonisation Erez Jisroels in unserem Sinne heranzumachen. Dringend notwendig ist es auch, daß in Erez Jisroel eine Organisation geschaffen würde, welche alle Charedim umfaßt. Eines wollen wir unseren Gegnern offen sagen: Es wird nichts imstande sein uns davon zurückzuhalten, im Erez Jisroel unser Hauptaugenmerk auf Förderung des Thorastudiums zu richten. Hand in Hand damit kann auch wirtschaftliche Arbeit gehen; es wäre aber feige von uns, wenn wir unseren Wunsch verschleiern würden, wo wir sehen, daß gerade Jene, dje vorgeben wirtschaftliche Arbeit leisten zu wollen, besondere Aufmerksamkeit dem Unterrichtswesen widmen. Und je mehr Schulen zur Förderung der Ungjäubigkeit errichtet werden, in denen Lehrer tätig sind, die an Thoras mosche nicht glauben un4 unsere alte Emuno verhöhnen, um so mehr liegt auf uns die Pflicht, unserer Jugend ein Gegengewicht zu schaffen. Mein Bericht wäre unvollständig, wenn ich nicht der vielen Waisenhäuser, die die Agudas Jisroel geschaffen hat, Erwähnung tun würde. Bei allen Aktionen der Agudas Jisrol ist es die Aufgabe der Jugendgruppe, ihre Kraft in den Dienst der Aguda zu stellen und wir müssen gerade der Wiener Jugendgruppe zugestehen, daß sie in dieser Beziehung stets zur richtigen Zeit uud am richtigen Platz war. „Sehte schonim u machzo cholku, ob tauw scheniwro mi schelau niwro". Heute, nachdem die Jugendgruppe fast zweieinhalb Jahre besteht, gibt es noch immer Männer rechts und links, die uns skeptisch, zweifelnd, ab und zu auch feindlich gegenüber stehen. Jenen rufen wir zu: „achschow scheniwro jefaschpesch bemaasow!" Wollt Ihr wissen ob es richtig war, die Jugendgruppe zu gründen, ob es notwendig ist, dieselbe zu erhalten, dann betrachtet ihre Leistungen. Kommt um halb 6 Uhr morgens in die Jugendgruppe und ergötzt Euch an dem dort stattfindenden Pilpul. Betretet spät abends die Lokale der Jugendgruppe und freut Euch an dem emsigen Thaurolemenden dortselbst. Fragt viele Kinder die in den Talmud Thoras und Jeschiwos lernen und sie werden Euch sagen, daß sie es zum großen Teile der Jugendgruppe verdanken, daß sie heute das Glück haben zu den tinaukaus schel bes rabbon zu gehören. Fragt die hunderte Väter und Mütter, die nach jahrelanger Abwesenheit von ihrem Hause, wieder heimgekehrt sind und sie werden Euch mitteilen, daß die Jugendgruppe an ihrer Heimbeförderung einen Löwenanteil hat. Fragt die hunderte von jungen Flüchtlingen aus Polen und der Ukraine, die Euch bestätigen werden, daß sie in den Hallen der Jugendgruppe gastliche Aufnahme und brüderliche Liebe gefunden liaben. Und laßt Euch berichten über den Krankenbesuch, über unsere Stellenvermittlung und über die Unterstützung von Lomde Thora und entscheidet dann, ob die Leistungen der Jugendgruppe deren Bestehen rechtfertigen oder nicht. Schreiten wir auch fernerhin vorwärts in unserer Selbstverodlung und in unserer Arbeit für Klall Jisroel. Damit dies in der richtigen Weise geschehe ist es notwendig, die unbedingte Unterordnung unter die Gedaule Thauro. Wenn wir dieses Prinzip, welches auch die „Agudas Jisroel" als Grundlage ihrer Tätigkeit aufgestellt hat, und welches in moazes chachme hathauro verkörpert ist, hochhalten, dann wird uns die Erfahrung unserer Gcdaulim und der Sechus unserer Zadekim beistehen, daß es keinem Schlagworte gelingen wird, eine Bresche in unsere „Aguda", in unseren Bund zu schlagen, dann wird G-tteB Segen auf unserem Werke ruhen. (Stürmischer Beifall). Unter stürmischen Beifall ergreift Präsident Herr Isak I. Thumim namens der „Agudas Jisroel" das Wort. In kurzen Worten begrüßt er in gewohnt geistreicher Weise die Jugendgruppe mit einem herzlichen beruchim atem lehaschem. „Ich habe, ruft Herr Thumim aus, längst die Jahre überschritten, die mich zur aktiven Teilnahme an den Arbeiten der Jugendgruppe eignen würden. Aber mein Herz schlägt warm für die Jugendgruppe und ich kann Sie im meinem Namen und im Namen der „Agudas Jisroel" versichern, daß Sie in jeder Zeit auf unsere Förderung rechnen können. (Langanhaltender Beifall). Es ist für jeden Juden und insbesondere für einen Freund der Aguda ein erhebendes Gefühl die Hallen der Jugendgruppe zu betreten, unsere Jugend auf die wir stolz sind, bei der Arbeit sehen zu können, und ich wünsche, daß Sie auch fernerhin in den bisher kundgegebenen Geist wirken sollen." Für den Unterrichtsausschuß berichtet Herr Simon Schreiber: „Vor einigen Tagen war ich zugegen, als ein Raw früh morgens in die Jugendgruppe kam und begeistert ausrief: Mah tauw umah noim schewes achim gam jochad. Das Glücksgefühl, das mich in diesem Momente übermannte, war mir eine Entschädigung für die vielen Enttäuschungen und Sorgen der verflossenen zwei Jahre. Erinnern Sie sich, me}ne werten jungen Freunde, wie oft an Sie seitens des Unterrichtsausschusses der dringende Appell gerichtet wurde, an den Schiurim teilzunehmen, welch ungeheure Mühe es uns am Anfang kostete, zwei Schiurim wöchentlich zu erhalten. Und sehen Sie, wie heute G. s. D. täglich sechs Schiurim gut besucht sind, ja daß sich die Notwendigkeit ergeben hat, zü gleicher Zeit mehrere Schiurim abzuhalten. Erinnern Sie sich des beschämenden Gefühls, daß uns seinerzeit beschlich, als wir unser neues geräumiges Lokal eingeweiht hatten, und in einem Saale, der Hunderte umfaßte, kaum ein Minjam am Lernen teilnahm. Stellen Sie demgegenüber die Tatsache, daß heute die Zähl unserer Lokalitäten zu kleih sind und daß die Größe derselben nicht hinreicht, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Die augenscheinliche besondere Haschgocho, die vom ersten Augenblick unserer Gründung auf unsere