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Jüdische Presse · 1921-05-20 · 17 (20.5.1921) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
17 (20.5.1921)
Date
1921-05-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 132 JÜDISCHE PRESSE Nr. 17 während der letzten Jahre es verdient, respektieren sie die Leistungen der Juden aus der Vorkriegszeit. Hier möchte ich eine kleine Episode einflechten. Man fahrt, neuerdings im Lande viel per Automobil. Zwischen Jaffa und Jerusalem (mit der Landstraße ein Weg von G5 km, der in 2— 2Ys Stunden zurückgelegt wird) gibt es eine Station Bab el Wad. wo der Motor eine Wasserkühlung und der Reisende ein Glas Tee bekommen kann. An diesem Treffpunkt begegnete ich einmal Prof. Yahouda, der seiner Auffassung von der Lage in der folgenden prägnanten Form Luft machte: In der türkischen Zeit war nichts erlaubt, und wir machten alles. Jetzt ist alles frei, und wir tun nichts! Diese kurze Definition kommt, der Wahrheit naher als die ausführlichsten Berichte unserer diversen Vertretungen. Noch glauben diejenigen Engländer, die unserer Sache wohlwollen, daran, daß die Juden die neue Situation schließlich doch verstehen werden. Die Vorkriegs-Kolonisation und die Tat von Tel- Awiw, die dem wohlgesinnten Beurteiler außerordentlich imponieren, sollten unter den neuen Möglichkeiten in verbesserter Form und in vervielfachtem Maßstabe in Angriff genommen werden. Nur so können wir der Situation in Palästina, und ein wenig auflh der Lage der Juden im Osten, gerecht, werden. Das größte Aktivum im Lande haben wir im High Gommissioner selbst. Sir Herbert Samuel macht den Eindruck eines in seinen ersten Erwartungen enttäuschten Mannes, der aber gleich wohl entschlossen ist, auch in einer langsameren Entwicklung mitzutun, wenn sie nur als nicht zu langes Uebergaugsstadium zu einer wirklich großzügigen Einwanderung.?- und Siedlungsaktion auftritt." Referat Pappenbeim. (SchluO.) In Ghebron rollte der Anblick der Meoras iiamachpela das Bild unserer Vater auf, des G-tlesfürsten Awrohom, des Opfer Izchok und des vollkommenen «Tankow ihr Lebenslauf, der einen Abriß unserer Volksgeschichte bildet, beschäftigte mich lange und ich muf3te mich losreißen aus dem Banne, in den mich der Anblick der Grabeshöhle versetzte. In Twarja besuchte ich die Jeschiwa und den Zijuu von K. Meir Ii. haness sowie die Thermen. Zfas (Saffed) die Stadt, die eine Unzahl unserer Größten beherbergte, hat noch heute viele Talmudgelehrte, aber durch die Zerstörungen des Krieges, Abwanderung und Todesfälle ist die Stadt entvölkert, verarmt und materiell sowohl als geistig dem Verderben nahe. Welche Gefühle mich beim Anblick der Gräber des Bes Josse!', des CHpn VHS una" anderer Größen erfüllen, kann nur der nachempfinden, der selbst diese unsere Führer aus ihren Werken kennt. Den Hort der Orthodoxie bilden die Rabbiner Sonnenfeld und Diskin und ihr Anhang. Rabbi Sonnenfeld ist, auch von Gegnern anerkannt, ein weiser, selbstloser, dem Dienste der •"Hin untl il,l'er Bekenner gewidmeter Mann, der für das, was er als richtig erkennt, das heißt für den Weg, der n^T» unerschütterlich eintritt. Rabbi Sonnenfeld lebt seit 48 Jahren in Jeruscholim, hat nie ein Amt angestrebt und hat erst jetzt, als die Verhältnisse unleidlich wurden, auf Drängen der Jereim das Rabbinat angenommen. Rabbi Diskin ist ein f]^ ein jp] sprühend vor Geist und unentwegter 'H filttlT?Ü DIlD. der stets mit Rabbi Chajim zusammenwirkt, sich aber hauptsächlich um die Verwaltung des von seinem Vater ^y^f errichteten Waisenhauses kümmert. Einen Riß in die Orthodoxie, wie ihn die Gegner der nTD nicht gewaltiger wünschen konnten, machte die Berufung des Rabbi Cook nach Jerusalem. Rabbi Cook ist ein großer ^I^J in seinem religiösen Leben einwandfrei,, gibt aber in seinen Schriften Theorien zum Besten, die zum Abfall führen müssen, weil sie niemand versteht. Zudem geht seine Menschenliebe und seine Liebe zum heiligen Lande so weit, daß er seine eigenen Chassidim und die schwersten Religionsverächter mit gleicher Liebe umfaßt und nicht versteht, welch zerstörenden Einfluß seine Art besonders auf die Jugend ausüben muß. Darob ist in Jeruscholem ein heftiger Kampf entbrannt, hie Cook, hie Sonnenfeld. Daß letzterer Recht hat, dürfte eine Notiz an „IIaarezu, dem zionistischen Moniteur, beweisen!: „Dieser Tag sollte nicht bloß für die um Diskin und Sonnenfeld ein Fasttag sein, sondern auch in Ger und Beiz, und vielleicht bei Dr. Breuer in Deutschland. Eine ganze Welt ist an dem Tage in die Vergessenheit versunken.* lieber meinen Empfang bei Sr. Exzellenz Sir Herbert Samuel kann ich nur berichten, daß der Empfang ein äußerst liebenswürdiger war, wie dies bei einem englischen Minister nicht anders zu erwarten ist. Sir Herbert zeigte sich über das Wesen der Aguda informiert und anerkannte, daß die Führer derselben erprobte Charaktere seien. Sr. Exzellenz sagte der Aguda bei ihrem Aufbauwerk die volle Unterstützung semer Regierung zu. Die Audienz, die nahezu eine halbe Stunde währte, verlief in der freundlichsten Forin. Durch den unheilvollen Einfluß des rollenden Dollars, der nur in die Hände antireligiöser Elemente kommt, hat die Frömmigkeit bedeutend abgenommen, ganz besonders unter der Jugend. Die Modernisten, die über politischen Einfluß, Geld und Organisation verfügen, Geld, das ihnen zu bestimmten Zwecken anvertraut ist, mißbrauchen ihre Macht zur Unterdrückung der Orthodoxen. Es ist so weit gekommen, daß E. J. Juden auswandern, um ihre Kinder religiös erziehen zu können. Uni hier Abhilfe zu schaffen, wird es nötig sein, durch Ansiedlung tüchtiger frommer Juden das materielle Wohl der orthodoxen Judenschaft zu erhöhen und dadurch deren Stellung zu stärken, was ihnen mehr Widerstandskraft verleihen dürfte. Besonderen Dank schulde ich einem jungen Mann aus Zfas (Saffed) L. J. Kahanne, der mir als Sekretär und Reisebegleiter für die Organisation und Information unschätzbare Dienste leistete. Dank auch dem wohl zionistischen aber auch anderen gegenüber objektiven Organ „üoar Hajom", der über alle Phasen der Agudatätigkeit unparteiisch Bericht erstattete. Aus diesen Berichten ging hervor, daß es der Redaktion nur um das Wohl des Landes zu tun ist, auch wenn es Orthodoxe sind, die an selbem arbeiten. Es wird der Orthodoxie der Vorwurf gemacht, sie habe kein Gefühl für den Jischuw und habe nichts dafür getan. Was unser Interesse für den Jischuw betrifft, wollen wir von den Rischonini absehend, wir darauf verweisen, daß Rabbi Hirsch Kalischer und Rabbi Hillel Kolomea prononeierte orthodoxe Persönlichkeiten waren, von denen in den letzten Generationen die. Anregung zur Erez Jisroel-Besiedlung ausging. Die blühendste Kolonie Pelach Tikwah verdankt ihr Entslehen Rabbi Hillel. Der alte Jischuw hat nicht nur durch Jahrhunderte allein die Beziehungen zwischen Juden der Diaspora und Erez Jisroel aufrechterhalten, sondern auch in Jeruscholajim zahlreiche Wohnungen gebaut; die schönsten Institutionen, Altersversorgung, Waisenhäuser, Spitäler, Talmud Thora«, Jeschiwaus sind Schöpfungen des alten Jischuw. Dem alten Jischuw hat die Orthodoxie hunderte Millionen gewidmet. Der neue Jischuw hat auch noch nicht eine Elle in Jeruscholajim verbaut, er hat durch den rollenden Dollar die Hand auf alle Institute und Institutionen gelegt, die durch Geld in die Hand zu bekommen waren. Die Leiter dieser Institutionen standen nur vor der Wahl, ihre segensreich wirkenden Institute zu schließen oder selber in die Hände jener zu legen, die es verstanden, sich die Verfügung über die amerikanischen Hilfsgelder zu sichern. Neues geschaffen hat der sogenannte neue Jischuw absolut nicht. Bublik, der bekannte amerikanische Jargon-Schriftsteller, schreibt in einem der gelesensten New Yorker Jargon-Blätter. „New Yorker Tageblatt", folgendes: Auf einem Spaziergang durch Jeruscholajim kam ich an die Horodnoer Häuser und fragte meinen Begleiter: Wer hat das gebaut? Die Schnorrer war die Antwort. (So benamsen unsere geehrten Gegner, die Taltnide Chachomim die ihr Leben dem Studium und der praktischen Hebung der G-tteslehre widmen). Ich kam in den Warschauer, Tomsker, Minsker. ungarischen deutschen Häuser so bei 1000 Wohnungen, auf meine Frage: Wer hat das gebaut, bekam ich die stereotype Antwort: Die Schnorrer. Dieselbe Antwort wurde mir zuteil bezüglich der Schaare-Zedek und Bikur Chaulim Hospitals, des Mauschow Sekenin, des Diskin Waisenhauses, der Talmud Thoras und Jeschiwaus. Als ich nun an das zionistische Hauptquartier kam, fragte ich, das ist wohl Eigentum? Nein, nur gemietet. Also die unproduktiven „Schnorrer" haben zahlreiche Wohnungen, Spitäler, Versorgungs¬ und Waisenhäuser errichtet und die Produktiven, die über Millionen verfügen, haben nicht einmal ein eigenes Heim produziert. Dagegen hat der neue Jischuw für eine jüdische Bevölkerung von 60.000 Seelen ein Schulwerk geschaffen, das für die zehnfache Bevölkerung genügen würde, das zudem nach dem Urteil Dr. Schönfelds im „Hataur". vom religiösen Standpunkt wertlos (wir würden sagen destruktiv) ist, aber auch sonst auf einen sehr niedrigen Kulturniveau steht. Ein gutes hat dieses Schulwerk: Iis versorgt einige 100 Schnlkräfle mit einem riesigen Aufwand. Ob diese Verwendung den Intentionen der amerikanischen Spender entspricht, bleibe dahingestellt. Ebenso verhält es sich mit der Schar von Beamten, die Ricsengehälter beziehen und deren ganze Arbeit darin besteht, durch Autwand die Skala der Lebenshaltung so hinaufgeschraubt zu haben, daß Erez Jisroel nunmehr das teuerste Land unter der Sonne ist. Daß die Orthodoxie für Erez Jisroel außer dem großen Aufwand für die Chaluka nichts getan, hat seinen Grund darin, daß wir immer für Gegenwartsaufgabeu unsere Kräfte erschöpfen mußten. Unsere Gegner sind in der glücklichen Lage, nie für momentane Not einen Deut ausgegeben zu haben. Wir müssen den Hungernden sättigeu, den Kranken heilen, den Nackten kleiden. Wir müssen auch für das Schulwerjc, der Flüchtlinge sorgen und diese Aktionen haben seit den Moskauer Pogromen bis zu Kriegsausbruch unsere materiellen und geistigen Kräfte vollauf in Anspruch genommen. Im Jahre 1882 gründete der Rabbiner der Schiffschul Rabbi Salomon Spitzer ges. A., ein tatkräftiger Zionsfreund, einen Bund „Verehrer Zions" in der Absicht, die tausenden Pogrommopfer uach Erez Jisroel zu verpflanzen. In kurzer Zeit sammelte er bei seinen Freunden 50.000 Gulden. Da traf ein Telegramm aus Brodi ein. 4000 Emigranten hungern und erfrieren. Was war zu tun? Die 50.000 Gulden - gingen nach Brodi, wo die Leute in Gefahr des Erhungerns und Erfrierens waren, Welch ungeheure Anforderungen der Krieg an die Orthodoxie stellte, weiß jeder, der es wissen will. Der Osten hat nur religiöse arme Juden gehabt, und die wandten sich überall in erster Linie an die Orthodoxie, die ihnen tatkräftigste Hilfe leistete. Wir in Wien hatten über 100.000 bedürftige Flüchtlinge aus dem Osten. Zahllose jüdische Soldaten, Invaliden, Kriegsgefangene, die unserer Hille bedurften. Nun wo die Kriegsfurie gedämpft ist, die stete Not nicht mehr so große Anforderungen stellt, nun da die Möglichkeit gegeben ist, für Erez Jisroel Zeit und Arbeit und Mühe aufzuwenden, nun wollen wir, dem Zuge unseres Herzens folgen, uns mit aller Kraft an den Wiederaufbau unseres Landes, des Landes der Offenbarung, machen und ein jüdisches Erez Jisroel errichten. Die erste Grundlage unserer Arbeit muß, besonders in Erez Jisroel, der Geist der Thauro sein. Wir werden dem Jischuw Hajoschon einen breiten Platz einräumen, und an "dem Jischuw Hechodosch arbeiten mit Lust und Liebe und mit interesseloser Sparsamkeit. Die Arbeitsmöglichkeit in Erez Jisroel ist groß, Handwerker, besonders Bauhandwerker haben sichere Existenz in Aussicht. Industrien sind verschiedene nötig und haben eine gesunde Basis. Landwirtschaft ist noch lukrativ. Es ist nämlich auf allen Gebieten noch alles zu tun, weil noch gar nichts geschehen ist. Ganz besonders die Orthodoxie hat die Aufgabe, durch Beschäftigung derEingebornen sowie durch Ansiedlung tüchtiger thoratreuer Elemente, das religiöse Leben zu stärken und immer mehr Jereim ein genügendes Einkommen zu sichern. Dadurch bauen wir unser Land, das Land unserer Väter, auf im Geist der Thora. Wem daran gelegen ist, daß Erez Jisroel ein auch dem (reiste nach jüdisches Land werde beziehentlich bleibe, der schließe sich uns an. Wir werden mit Herz und Kopf den Wiederaufbau betreiben; wir werden die jüdischen Gelder sparsam ohne übermäßige Verwaltungskosten ehrlich verwenden und so zum Heile des Landes, zum Wohle unseres Volkes, zur Ehre G-ttes verausgaben. Wir haben verschiedene bedeutende Fabriksanlagen in Vorbereitung. Für Kolonisation sind verschiedene Pläne reit zur Ausführung und hotten wir in kurzer Frist diese Projekte durchzuführen. Wir hoffen durch Zusammenwirken der frommen Juden aller Länder, «durch Opfer bis au die äußerste Grenze der Möglichkeit, die Schäden unserer Glaubensbrüder zu mildern und bedeutende Resultate zu erzielen. Dazu ist die Mitarbeit aller notwendig und wir bitten sie, unser Werk zu fördern, demselben Freunde zu erwerben, damit, wir Erez Jisroel als üdisches Land aufbauen und erhalten können. In keinem jüdischen Hause fehle die „Jüdische Presse". Der Sokolowcr Rabbi über die bebräifebe Literatur. Im zweiten Hefte der von der ,,Aguda-Jiigendgruppe" Warschaus herausgegebenen hebräischen Zeitschrift „Diglenir* richtet der Sokolower Rabbi in einem in brillantem hebräischen Style verfaßten Schreiben ein mahnendes Wort an die .lugend. Zuerst zeichnet er den Standpunkt, der alten Führer, die keine höhere und keine andere Literatur der hebräischen Sprache kennen wollten, als die g-ttliche Literatur. Er verweist auf die von allen Völkern gewürdigte Eigeuarf des jüdischen Volkes. Von ewiger Geltung sei das Prophetenwort: „Und was Eueren Geist befällt, daß das Haus Israels sein soli wie alle anderen Völker — das wird nie und nimmer sein!" Das war immer die Antwort unseres Volkes gegen Reformer und Neologen. Das traditionelle Judentum spann und wob sich selbst seinen Lebensfaden, wandelte seine eigenen Wege, den Weg der Heiligkeit, auf Bahnen, die von den wahren Größen und Kapazitäten unseres Volkes vorgezeichnet und ausgebaut wurden. Nachdem der Sokolower Rabbi den Unterschied zwischen der Bedeutung der Literatur für alle anderen Völker und der sittlichen Macht der g-ttlichen Literatur der Juden klarlegt, schließt er mit folgenden Worten: „Ich beabsichtige mit meinem Artikel nicht die Hände der an diesem heiligen Werke Arbeitenden erschlaffen zu machen. Ich erkenne, liebe, junge Leute, Eure gute Absicht und das g-ttgefällige Werk, ich kenne und schätze die Not Eures verwundeten, blutenden Herzens, ob die von Frevlerhand entweihte Schönheit unseres Schrifltumes: mein Herz leidet mit dem Eitrigen ob dieser Erniedrigung wegen dieser Schechina, die auch im Golus ist; ich kenne Eure brennende Begierde, sich in die Bresche zu werfen, für den Herrn Zewoot zu eifern, die Herzen zu erheben und zu entflammen, um die heilige Wacht zu halten: ich weiß Enron edlen Willen und starkes Können zu schätzen, Eure treue Hingebung für das heilige Werk, das uns Allen gemeinsam ist. Wie teuer ist mir Euer Verband, der im Heiligtum fußt. Seit jeher war es der Wunsch und die Sehnsucht meiner Seele, daß sich die Jugend organisiere, Hand in Hand mit dem Aeltesten gehe, auf daß wir mit vereinten Kräften die Ehre der Thora heben und sie in die frühere Würde einsetzen können! Große Hoffnungen setze ich in Euch, Blüten der Priesterschatt! Ihr sollt uns die Jugend zurückbringen, die in jugendlicher Betörung sich verleiten ließ, aus den schlechten Brunnen der modernen Literatur zu schöpfen. Ich achte die Macht und die Wirkung einer zu schaffenden thoratreuen Literatur; sie kann ein Heilmittel für diejenigen werden, die der Literatur der Ausgelassenheit nachhängen. Ich weiß die Kraft zu schätzen, derer wir uns bedienen könnten, als wirksames Mittel zu unserer großen und erhabenen Bestimmung. Ich will auch nichts Anderes sein, als ein Ansporn, Euch anzufeuern: Möge die Literatur in Eueren Händen zum Cherubim-Schwerte werden, wie jene Pfeile in der Hand des Helden den g-ttgefälligen Kampf zu führen gegen die Lästerer, die, wie es die Bibel rügt, sich dFeist rühmen: „Wir siegen mit der Zunge, die Sprache ist unser, wer ist uns noch Herr?!" Aber . . . irrt nicht ab von der goldenen Mittelstraße, macht ja nicht das Nebensächliche zum Hauptding und das Hauptsächliche zum Nebending, G. b.! Ich bin eines Sinnes mit Euch, wenn die durch Euch zu schaffende Literatur als Mittel und nicht als Z w e c k d i e n e n s o 11.....K Der schöne Maamar schließt noch mit der Mahnung, auch dem halachischen Gebiete einen Platz im „Diglenu" einzuräumen. Die Im in Palästina. Die Zahl der Todesopfer hat sich auf 35 erhöht. Die Regierung meldet, daß seit dem 8. Mai vollständige Ruhe herrscht; hingegen hat die Regierung verboten, daß die auf zwei Schiffen angekommenen Einwanderer ans Land gehen. Die Zionist Kommission tat, was die zionistische Leitung tun kann, sie legte Verwahrung ein, oder sie gibt ein Manifest heraus, hält ein überaus eindrucksvolles Trauermeeting ab. trägt den Führer auf den Händen im Theater herum oder ähnliches Bationisches. Die Regierung gibt die Beruhigung, daß das Verbot der Landung nur auf zwei Wochen berechnet ist. Diese Maßregel, die übrigens zu begreifen ist, geschah „unter dem Drucke größerer Kreise in Aegypten und Palästina". Die Einwanderung ist vollständig eingestellt worden und die Versorgung der steckengebliebenen Chaluzim bereitet neue Sorgen. Hingegen befindet sich Ghaim Weizmann in glänzender Kondition. Verantwortlichkeitsgefühl gehört nicht zu den Tugenden eines modernen Zionistonführers. Mit unqualifizierbarer Skrupellosigkeit wird die Parole ausgegeben, daß eine erhöhte Einwanderung der gefährlichen Lage in Palästina ein Ende bereiten könne. Glücklicherweise gibt es in Palästina noch eine verantwortliche Regierung, die in dieser

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