Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 16 (13.5.1921)
- Date
- 1921-05-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jl «.y f^|f^.l24_, aüdKvÖen von Augenblickserfolgen berauschten zionistischen Erez Jisroel-Politikern nicht gelingen. Die Orthodoxie wird um jeden Stein und jedes Staubkorn im Lande kämpfen, und sie wird zähe genug sein, um mit ihrer Thora im Arme auch über die kritischen Jahre der gegenwärtigen Feuerwerks-Politik hinwegzukommen." „Welche Stellung hat nun der Zentralrat zur Mandatsfrage eingenommen? Will man wirklich die Inkraftsetzung des Mandates hinauszuschieben suchen?" „Auch das ist eine böswillige Erfindung unserer Gegner, bei deren journalistischen Hilfstruppen der gesunde Menschenverstand leider oft mit dem Parteihaß durchgeht. Die Resolution, die der Zentralrat zur Frage der Jewish Agency faßte, ist doch klar genug. Sie lautet wörtlich: „Artikel 4 des Entwurfes zum Palästinamandat, durch den eine einzelne Partei innerhalb der Judenheit, die Zionistische Organisation, als Jewish Agency anerkannt wird, widerspricht den Grundsätzen allseitiger Gerechtigkeit und ist besonders nicht geeignet, das von der Mandatarmacht angestrebte Ziel der Heranziehung aller am Aufbau Erez Jisroels interessierten Kreise zu fördern. Der Zentralrat hält daher im allseitigen Interesse die Umbildung der im Entwürfe vorgesehenem Jewish Agency für erforderlich, derart, daß der durch die „Agudas Jisroel" repräsentierten Orthodoxie die Möglichkeit gegeben wird, ihrer geschichtlichen Aufgabe gemäß, an dem Aufbau der jüdisch-nationalen Heimstätte in Erez Jisroel im Geiste der religiösen Ueberlieferung und des jüdischen Religionsgesetzes mitzuwirken." Wären die zionistischen Zeitungsschreiber nicht mit Blindheit geschlagen, so müßten sie angesichts der ungeheuren Größe der ihrer harrenden weltgeschichtlichen Aufgabe, froh und glücklich sein, wenn auch die dem Einfluße der Rabbiner und chassidischen Führer gehorchenden Millionenmassen des Ostens ihre ganze moralische und materielle Kraft an das gigantische Werk des Aufbaues setzen wollen. Diese Massen und ihre Führer lehnen nun einmal die zionistische Organisation als eine das alte religiöse Volksideal vernichtende Neuerungjgrundsätzlich ab. Welches moralische Recht hat man, ja welche rationelle Veranlassung besteht für die Mandatarmacht, diesen Massen deswegen den Revolver auf die Brust zu setzen und ihnen zu sagen: entweder ihr werdet gegen euere religiöse Ueberzeugung Zionisten, oder ihr verzichtet darauf, euren Einfluß in völkerrechtlich gesicherten' Formen beim Aufbau eures nationalen Heimes zur Geltung zu bringen? Wenn assimilatorisch gesinntePalästina-Philanthropen ihr Geld einer einseitig zionistischen Jewish Agency anvertrauen wollen, so riskieren sie höchstens — ihr Geld, das auch dann einem guten Zwecke dient. Die Orthodoxie aber hat sittliche. Werte zu wahren; ihr ist es moralisch unmöglich, schweigend zu dulden, daß die Mandatarmacht bei den grundlegenden Maßnahmen zum Aufbau eines Heimes, das ein Heim für Juden, nicht für Parteizionisten werden soll, einseitig von denen beraten wird, die für den Gedanken der inneren Souveränität des G-tteswillens im jüdischen Volke kein Verständnis besitzen." „Hat denn nicht Weizmann dem Amsterdamer Oberrabbiner gegenüber beteuert, daß er dieses Verständnis durchaus besitze?" „Erstens sind die persönlichen Stimmungen und Neigungen des Herrn Weizmann kein sicherer Faktor, mit dem sich auch nur auf eine Generation hinaus rechnen läßt. Dann aber ~ verzeihen Sie mir ein offenes Wort. Wie wir Westeuropäer auch denken mögen — die Aguda-Orthodoxie des Ostens wil . ..1 auge unsichtbar. Doch ragen aus der Todesfinsternis zwei ungeheure Fänge, wie Käferhörner und erfassen den weltbeherrschenden Blutmenschen, während zwei entsetzlich unheimliche, dünne Händchen, wie die Fühler des Riesenkäfers anmutend, sich von rückwärts um die Augen des Opfers legen, das von der Titanengröße zu einem hilflosen Kinde zusammengeschrumpft ist, und sich mit der letzten Zuckung der blutigen Hände, denen der rote Mordstahl entgleitet, seines Peinigers zu erwehren sucht. Gibt es noch eine höhere Macht als die des im Finstern schleichenden Fürsten der Hölle? Zehntes Bild. Da fährt ohne Anfang und Ende ein blendend weißer Blitzstrahl von der Höhe, wie eine blanke Schwertklinge, klemmt sich zwischen die grausigen Hörner des unsichtbaren Dämon und schneidet die teuflichen Händchen von dem unsichtbaren Rumpfe, die sich, die Unbesiegten, in schmerzlicher ohnmächtiger Wut noch zum letzten Male zum Würgen krümmen. Das Blut ist verschwunden. Höllische Finsternis und g-ttliches Licht stoßen feindlich aneinander. Geist ringt nun unvermittelt mit Geist. Der Würger stürzt in unermeßliche Tiefen. Was dann? Beginnt der Kreislauf wieder? Wem bleibt der Preis des furchtbaren Dramas? Mit einigen gelbgrünen Kleksen zeichnet Birnbaum meisterhaft immer wiederkehrend das Lämmchen, das in paradiesischer Friedsamkeit im üppigen Grase weidet. Im Wechsel des mörderischen Ringens um den blutgetränkten Siegeskranz, ist es das ewig Bleibende. Der Refrain aller zehn Gesänge des kleinen Epos heißt doch immer: Chad gadjo. Das Schwächlichste bleibt doch der Held der Geschichte, deren Buch auch seinen Namen trägt: Chad gadjo. S. B, JÜDISCHE PRESSE nun einmal nicht auf das* Wohlwollen des Zionismus, der sie tagtäglich in den wildesten Formen beschimpft, angewiesen sein, solange der Zionismus nicht die Selbständigkeit und Gleichberechtigung der die Würde der Thora vertretenden orthodoxen Organisation ausdrücklich und durch die Tat anerkennt. Ich hoffe noch immer, daß die geistigen Führer des Zionismus klüger und leidenschaftsloser sein werden, als die Journalisten. Wenn nicht, wird der Kampf weiter gehen und dabei nicht immer die Formen innehalten, die für den unvermeidlichen Kampf der Weltanschauungen an sich möglich wären." * __ Die mandatsfrage. Einer der vornehmsten Führer des Ostjudentums äußerte sich über die Hetzkampagne der zionistischen Leitung gegen den Anspruch der Aguda wie folgt: „Unsere Gegner scheinen sich auf ihr angebliches alleiniges Recht, das Judentum zu vertreten so versteift zu haben, daß sie es der Aguda als Verbrechen anrechnen, wenn sie gegen diese Anmaßung protestiert. Allein sie selbst scheinen die Schwäche ihres Standpunktes instinktmäßig zu fühlen, da sie denselben durch die Unterstellung, als ob die Aguda sich als den alleinigen Vertreter des Judentums aufspielen möchte, zu bemänteln suchen. n Demgegenüber stellen wir fest, daß die Aguda nie die alleinige Vertretung des Judentums angestrebt hat, sie fordert bloß, daß die anderen Parteien sich auch zu diesem Standpunkte bekennen sollen." 6eneral$turm auf die Aguda. Wie von einem einzigen Hauptquartier kommandiert, geht diese Woche ein konzentrischer Angriff auf die Stellungen der Aguda los und ein gräuliches Konzert von Beschimpfungen, Verdächtigungen, Verläumdungen, offenen politischen Denunziationen, Protestversammlungen schwirrt uns um die Köpfe. Der „Verrat der Aguda" ist ein für Dummköpfe und Feiglinge zum Weitergeben ausgeteilte Parole, die in der wenig geistvollen Art, die jetzt die zionistische offizielle Presse unvorteilhaft charakterisiert, in allen Tonunarten variiert wird. Worin besteht der „ Verrat der Aguda"? Der Zentralrat richtet an die englische Regierung das Ersuchen, die Jüdische Agentie nicht allein der zionistischen Organisation zu übergeben, sondern auch der Aguda eine angemessene Vertretung einzuräumen. Fragt einmal irgend einen Menschen mit gesunden Sinnen und unbefangenem Urteile, ob diese Forderung nicht gerecht und selbstverständlich ist!' Das wirklich Empöreride ari der Situation ist lediglich der Umstand^ daß die zionistische Organisation diesen Anteil an der Jüdischen Agentie nicht spontan angeboten hat, daß sie dieses Angebot nicht der Aguda auf silbernen Schüsseln entgegengebracht hat, daß der Zentralrat £er Aguda sich mit dieser Forderung nicht brüderlich an die zionistische Organisation wenden konnte^ sondern der englischen Regierung und der Oeffentlichkeit — genug ungerne — einen Einblick in die Erbärmlichkeit unserer Verhältnisse gewähren muß. In dem Entwürfe der Mandatsbestimmung wird die zionistische Organisation ja ohnedies angewiesen, eine Verständigung mit anderen jüdischen Organisationen zu suchen und mit denselben die Jewish agency zusammen zu setzen. Der Beschluß des Zentralrates der Aguda stellt daher überhaupt keine überraschende Forderung dar, sondern eine einfache formelle Anmeldung auf ein in den Mandatsbestimmungen festgestelltes Recht. Wenn einige Faktoren der zionistischen Bewegung diese sich aus der Situation selbst ergebende Aktion der Aguda im Zerrspiegel ihrer Presse als ein Unrecht oder gar Verrat. (!) an der jüdischen Sache darstellen wollen, so beweisen sie nichts anderes, als daß ihnen weniger an den von der Aguda ermöglichten erhöhten Bedingungen der Entwicklung des jüdischen Palästinas liegt als an der Sicherung ihres Machtbesitzes und ihres Einflusses auf die jüdische Masse in Erez Israel und Chuz loorez. Das Wehegeschrei ob des Entschlusses des Zentralrates gilt nichts anderem als der Furcht vor der verringerten Möglichkeit alle Positionen und Vorteile des Aufbaues Palästinas gänzlich dem Freundeskreise zu erhalten! Aus dieser traurigen Moral heraus ist der unnatürliche Zustand erklärlich, warum gerade die Misrachi, die in der Aguda unter allen Umständen eine willkommene Förderung ihrer Ideale erblicken sollte, sich in den skrupellosesten Mitteln des Kampfes gegen die ehrwürdigen Führer der Aguda gefällt. Eine wahre Psychose der Lüge, Verläumdung und der politischen Denunziation schlimmster Sorte hat die zionistische und misrachische Organisation, besonders in Ländern, wo der jüdischnationalistischen Landespolitik gefröhnt wird, erfaßt. Dort wird in der Regel der Bodensatz des Zionismus an die Oberfläche gewirbelt. Da wird Goluspolitik von Golus-Gharakteren mit Golusmitteln betrieben. In Kowno und Warschau wird die Masse in Protestversammlungen gegen die Aguda gehetzt. Grünbaum läßt sich da im „Theater in der Marschalik- Nr. 1« straße" (wie imposant das klingt) auf den Händen herumtragen. „Die jüdische Presse" in Berlin heult uns in einem unerhört dumm geschriebenen Artikelchen „Bolschewik!" entgegen. „Horthy-Agenten!" tönt es von der anderen Seite. „Slovakische Patrioten!" denunziert das ungarisch-zionistische Organ die Aguda der Slovakei und legt den deutschen Agudistenführern das Motiv der Sehnsucht nach dem gestürzten deutschen Militarismus unter. „Spione!" lästert Rabbiner Schönfeld in seiner Budapester Rede. „Englische Spione!" beschuldigt die „Jüdische Rundschau" die Herausgeber des „Doar Hayom" die selbst Zionisten sind, aber die Leitung kritisieren und der Aguda ein gutes Wort gönnen. „Deutsche Spione!" zischelt man nach England. Diese ins Pathologische gehende Messira-Kampagne wird ein unauslöschlicher Schandfleck bleiben, wie das „mordu boch Jehudoe" in Esra, wie das „Esol echol kurzen be malko" in der Ghurban-Geschichte. Cimud ßatbora. Alexander der Große kam auf seinem Siegeszuge durch Asien nach Gordium, sah den Knoten an der Deichsel des dem Jupiter geweihten Wagens, von dem die Sage ging, daß derjenige, welcher ihn lösen werde, die Welt erobern werde. Siegesrausch, Größenwahn oder Tyrannenmanie ließen ihm keine Bedenkzeit; er griff zum Schwerte und zerhaute den Knoten. Das war für ihn die Lösung des Ratseis, das Tausenden nutzloses Kopfzerbrechen verursacht hat. Etwa 400 Jahre später war es, da stand Rabbi Jochanan ben Sakkai vor einem Rätsel, dessen Lösung das Schicksal Jisroel bestimmen sollte. JVespasians Heeresmassen drangen immer näher zur Stadtmauer Jerusalems und im Innern wütete ein Kampf zwischen den „Zeloten" und nPazifisten." Die Opfer des Krieges und Hungers vermehrten sich mit jedem Tage ins Ungeheuerste und die Hoffnung auf Erfolg schwand zusehends. Da stand der greise Rabbi vor der Alternative, entweder Heiligtum und Land herzugeben oder den aussichtslosen Kampf bis zum letzten Mann fortzuführen. Wohl gebrach es ihm nicht an Mut Alles zu opfern, doch rang er sich im Gegensatze zu den Zeloten, die im Verluste des Landes den Untergang Jisroels sahen, zur Ueberzeugung durch, daß die H"Viri ^er Lebensbaum seines Volkes sei und ließ sich, um die Zeloten zu täuschen, in einem Sarge hinaustragen, um von Vespasian die Erlaubnis zu erbitten, in Jabne ein Lehrhaus errichten zu dürfen. Der etwas ermüdete Heerführer war erstaunt, eine so geringe Forderung zu hören und bewilligte sie ohne Bedenken. Doch diese geringfügige Begebenheit bildete den Grundstock für Jisroels Entwicklung. Diese beiden historischen Ereignisse verkörpern klassische Beispiele der beiden großen Gegensätze in den Weltanschauungen: den Leitgedanken des Revolutionärs und — des Evolutionstheoretikers, die trotz der Philosopheme der „materialistischen Geschichtsauffassung', welche diese beiden Begriffe zu verquicken versucht, sowohl historologisch als auch psychologisch, absolut konträre Menschheitstypen reinsten Wassers darstellen. Hier das kühne Draufgängertum des Materialisten, dort die kluge und weitblickende Wohlüberlegtheit des Idealisten. Hie Kraft als Selbst- und Endzweck — hie Demut und lebenspendende Geistigkeit. Darin bestand jederzeit der Gegensatz Jisroels und der übrigen Völker und dort suchen wir die Scheidewand zwischen der Psyche des um das goldene Kalb tanzenden Am Kesche Aurew und der Psyche der Juden, die ihre Mission in den Worten „Weatem tiheju Ii mamlecheth Kohanim" (seiet mir ein Volk von Priestern) sehen. Immer wieder konnte der Götzendienst die Massen in seine Arme reißen. Kurz nach Mattan Thora verließ das Volk seinen G-tt, um andereren Göttern nachzugehen, doch schließlich siegte das Am kodösch in ihnen. So wird die gigantische Entwicklung des Judentums stets neu durch einen kulturellen Niedergang unterbrochen. Doch die demütige Geistigkeit Jisroels hat sich vom Sinai an trotz aller Rückfälle in mächtigem Zuge Bahn gebrochen und hat sich zum Wesenskern von kol Jisroel und zur typischen Charaktereigenschaft jedes „Volljuden" krystallisiert.. Die Idee, daß Limud Hathora Ewigkeitswerte birgt, ist, wie in Rabbi Jochanan ben Sakkai, die Devise aller jüdischen Führer geworden; es war und ist das Sein oder Nichtsein aller Fragen. Das Problem, dessen Lösung jeweils gesucht werden muß, liegt in der Verbreitungsarl des Thorageistes. Wäre diese Idee der über allen Problemen ruhenden Macht des Thoragesetzes nicht schon vor Jahrtausenden Gemeingut des jüdischen Volkes geworden — hätte es G. b. schon längst das Schicksal des Alexandrinischen Reiches geteilt. Es hätte schon längst den wirren Knoten von Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben zerhackt. Wie ein Wunder mutet uns die Erkenntnis an, die sich im Limud Hathora erschöpft und die der jüdischen Nation ethische und spirituelle Werte verlieh, welches sie zum bedeutendsten Kulturträger der gesamten Menscheit entwickelten. Nur unserer Thora ha kedöscho mit ihren für alle Tagesereignisse anwendbaren festen Lebensmaximen konnte ein Volk, das zwei Jahrtausende heimatlos in der Diaspora umherirrt den in der Geschichte beispiellos dastehenden, entsetzlichsten Verfolgungen trotzen lassen. Dieses Wunder bleibt das Grundprinzip jüdischer Aufbautätigkeit. Wenn die Agudas Jisroel in den wenigen Worten: 'HlflBT? nwn nfriwn na nistöm rninn nro den ungeheuren Komplex ihres Programmes zusammenfaßte, so war es klar, daß der Grundstock in den Bothe Midroschim gelegt werden mußte und wir können es als ein besonders günstiges Zeichen ansehen, daß diese Bewegung gerade von der Jugend ausging. In der Ueberzeugung dieser jungen Juden, daß der Thorageist jene Kraft ist, die löset und bindet — in der Tatsache, daß sie diesem Ideale ihre ganze Energie widmet, liegt die Stärke und die Zukunft der Aguda. Dem Charakter einer Weltorganisation entsprechend sind natürlich in jedem Lande Nuancierungen selbst in der Art des Tuorostudiums zu konstatieren, doch zeichnet sich gerade dieses Gebiet durch eine starke einheitliche Linie aus. Wir hören aus Litauen, Polen, Galizien von der heroischen Arbeit der Aguda und insbesondere ihrer Jugend für das Schulwerk, welches trotz der ungünstigen Verhältnisse Erfolg auf Erfolg häuft. Die alten Lehrstätten des ehemaligen Ungarn haben durch den Krieg nicht gelitten und blühen heute schöner den$ je. Besondere Betonung verdienen die Leistungen unserer Brüder in Amerika für ihre eigenen Schulen als auch für die Zentraleuropas. Zweifellos umfaßt aber das bedeutendste Kapitel die großartige Entwicklung des religiösen Lebens in Deutschland und Oesterreich. Nach langem, bangen Winter beginnt hier eine Saat aufzublühen, wie sie sich wohl der stärkste Optimist kaum erträumt hat. Jahrelange, zielbewußte, aber unsagbar mühselige, oft als Tatenlosigkeit verschrieene Arbeit, trägt jetzt Früchte, die alle Erwartungen überbieten: In den verschiedensten Gegenden Deutschlands entstehen Jeschiwohs. Während früher jeder Junge wöchentlich nur wenige Stunden dem Thora-