Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 12 (1.4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Bratislava 6× ep/1002372
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- Ukraine 1× ep/1001131
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Nr. 12 JÜDISCHE PRESSE Seite 89 Die Sitzung des internationalen Zentralrates der Hguda in Wien. Der Zentralrat der Agudas Jisroel hielt am Montag und Dienstag Vorbesprechungen ab, die sich hauptsächlich auf die Angelegenheiten Erez Jisroels und auf Finanzfragen bezogen. Ueber den Verlauf der Sitzung werden wir in der nächsten Nummer ausführlich berichten. Eiste der Delegierten zur Sitzung des Zentralrates. Argentinien. Dr. Nathan Birnbaum, Berlin. Belgien. Koppel Spira, Antwerpen. Deutschland. Dr. Ehrmann. Frankfurt a. M. Gottfried Goldschmidt, Halberstadt. Dr. N. Hildesheimer, Berlin. Dr. Kohn, Ansbach. David Lehmann, Furth. Georg Löwy, Breslau. Dr. Siegfried Oppenheimer, Frankfurt a. M. Jakob Rosenheim, Frankfurt a. M. Dr. Jonas Simon, Heidelberg. Leo VVreschner, Frankfurt a.» M. Deutschösterreich. Rabbiner Josef Baumgarten, Wien. Rabbiner Aron Friedmann, Wien. Rabbiner Reg- Friedmann, Wien. Rabbiner Fürst, Wien. David Schreiber, Wien. Salomon Schreiber, Wien. Isaak Thunum, Wien. England. Schiff, London. Erez Israel. Oberrabbiner Horowitz. Jerusalem. Holland. Oberrabbiner Onderweiser, Amsterdam. Polen. Rabbi Alter, Gorra Kalwaria. Oberrabbiner Arrak, Buczacz. Schachne Awrach, Warschau. Fränkl, Krakau. Rabbi Nachum Markus Friedmann, Czortköw. Rabbi Leiner, Radzin. Rabbi Morgenstern, Sokolow. Schwarz, Lodz. Oberrabbiner Stimberg, Brody. Wahl, Lemberg. David Weidenfeld, Warschau. Schweiz. Botschko, Basel. Tschechoslowakei. Oberrabbiner Schreiber, Bratislava. Oberrabbiner Weber, Piestany. Oberrabbiner Spitzer, Kirchdrauf. Oberrabbiner Ungar, Trnava. Rabbiner Hirschler, Modra. Rabbiner Katz, Neutra. Isidor Pappenheim, Bratislava. Dr. Karl Rosenbauni, Bratislava. Ukraine. Abraham J. Hornstein, Kiew. Die Delediertenoersammlsnd der flaudas jisroel der Slowakei. Die Delegiertenversammlung der Agudas Jisroel in der Slowakei fand am 28. März in Trencsin- Teplitz statt. Oberrabbiner Spitzer (Kirchdrauf) führte den Vorsitz. Nach dessen Eröffnungsrede referierten Rabbiner Herzog (Stupava), Dr. Rosenbaum (Bratislava), Oberrabbiner Hirschler, Oberrabbiner Ungar (Trnava), Holländer (Eperjes), Dr. Ehrmann (Frankfurt) über Organisation. Es sprachen noch Oberrabbiner Friedrich (Homona) und andere. Detaillierter Bericht in nächster Nummer. Die Wahl ergibt folgende Leitung: P r ä s i d i u in: Präses: Ew. Rabbiner Aron Katz, Nitra. Vizepräses: Ew. Oberrabbiner Ungar, Trnava. „ Herr Läzär Fonfeder, Presov. ., Herr Isidor Pappenheim, Bratislava. Im Zentralrat: Ew. Oberrabbiner Spitzer, Kirchdrauf. Ew. Oberrabbiner Friedrich, Humene. Herr M. Petenyi, Dunajska-Streda. Ausschußmitglieder: 1. Ew. Oberrabbiner Hirschler Modor, Bratislava. 2. „ „ Herzog, Stupava. 3. 8 „ Tiegermann, Nove-Zamky. 4. „ „ Frey, V.-Surany. 5. „ „ Deutsch, Komarno. 0. „ „ Schill, Pezinok. 7. „ „ Silberstein, Alistäl. 8. „ „ Lebowitsch, Jöka. 9. » „ Tannenbaum, Sepie-Moldau. 10. „ „ Braun, Berzovice. 11. „ „ Ehrenfeld, Mihalovec. 12. „ „ Glattstein, Kiräiyhehnec. 13. Grünwald, Velka-Surany. 14. Berl Kaliser, Galanta. 15. Akiba Holzer, Piestany. IG. H. Spitzer, Nitra. 17. H. Weiß, Nitra. 18. Salainon Gelley, Topolcany. 19. Jakob Eckstein, Topolcany. 20. Josef Fürst, Trnava. 21. David Neuhauser, Dunajska-Streda. 22. M. D. Neugröschl, Kesinarok. 2H. Friedmann, Presov. 24. Juda Golclstein, Mihalovce. 25. Moses Rosenfeld, Humene. 20. Eichner, Kirchdrauf. 27. David Kaufmann, Korompa. 28. Simon Braun, Tornaalja. 29. J. Gattmann, Torna. :50. Em. Goldstein, Komarom. 31. Donath, Salla n. V. 32. Reiner, Presov. 33. D. Haberfeld, Bratislava. 34. W. Kohn, Bratislava. 35. Donnebaum, Bratislava. 3(>. Dani Rosenbaum, Bratislava. Revisoren: N. Adler, Pezinok. E. Span, Megyes. T. Grün, Lublö. Liste der Delegierten: Oberrabbiner Silberstein, Alistäl. Julius Erdelyi, Banovce. Oberrabbiner Reich, Banovce. Nathan Adler, Rösing. . Samuel Stern. Rösing. Benedikt, Bratislava. B. Donenbaum, Bratislava. D. Haberfeld, Bratislava. Wilhelm Kohn, Bratislava. Dani liosenbaum, Bratislava. Dr. Rosenbaum, Bratislava. M. J. Ungar, Bratislava. Heinrich Kollmann, Bratislava. Josef Klein, Bratislava. Samuel Schreiber, Bratislava. Jacob Goldberger, Bratislava. Wilhelm Goldberger, Bratislava. Isidor Pappenheim, Bratislava. Oberrabbiner Leo Fürst, Csicz. Lobl Baruch, Düna Serdahely. Petenyi, Düna Serdahely. Kaiisch Berruit, Galanta. Kaiisch Moriz, Galanta. Oberrabbiner Isaak Friedrich, Homona. Jacob Friedrich, Homona. L. Goldfein, Huszt. M. Davidovics, Huszt. Isidor Singer, Kesmark. .Oberrabbiner Spitzer, Kirchdrauf. Leopold Ehrmann, Komäron. Goldstein, Komäron. A. Majer, Mirhalovce. Oberrabbiner Hirschler, Modor. Spitzer Sandor, Nitra. Steinberg Abraham, Nitra. Heinrich Weisz, Nitra. Rabbiner Stern, Nove Zamky. Hermann Low, Nove Zamky. Donath Franz, N. Salle». \ M. Freund, N. Sallö. Donath Salomon, N. Sallö. Oberrabbiner Reich, Oszlany. Karl Holzer, Piestany. Jeremias Stern, Piestany. Leo Leitner, Piestany. . Prager A., Poprad. Ignaz Manheim, Postyen. Fischer N., Presov. David Müller, Presov. Salomon Friedmann, Presov. Julius Holländer, Presov. Oberrabbiner Tannenbaum, Spepsi. Oberrabbiner Herzog, Stupava. Rabbiner Emauuel Deutsch, Topolcany. Alfred Friedmann, Topolöany. Ludwig Weill, Topolcany. Löwbeer David, Topolcany. Gelley Salomon, Topolcany. Paul Link, Topolcany. Ross, Trencni. Oberrabbiner Ungar, Trnava. Josef Raab, Trnava. "Israel Abelesz, Trnava. Josef Fürst, Trnava. Grünwald, Velke Suiany. Ede Trotzer, Velke Surany. Dr. Salomon Ehrmann, Frankfurt a. M. Brief aus Bratislava. Der Reines-Vortrag, welchen die Misrachi-Gruppe Bratislava in der Vorwoche im großen Komitatshaussaale veranstalte, sollte das Hand-in-Hand- Gehen und den organisatorischen Zusammenschluß Gesetzesstreuer mit religiös Indifferenten und sogar Religionsfeindlichen — mit einem Worte das Misrachi-Prinzip — rechtfertigen und die Bedenken der „Gegner" entkräftigen. Zu Beginn des Vortrages warf der Redner die Frage auf, warum denn „ehrliche Juden" vom Misrachi ferne bleiben, sprach alsdann von unserer Liebe zum heiligen Lande, unseren Gebeten, sprach über das jüdische Elend, über die Pogrome, über die ungewisse düstere Zukunft und kam nach den Prämissen zum Schlüsse, daß nur durch das — bereits erreichte (!) — Basier Programm die jüdischen Probleme zu lösen seien. Es habe daher jeder die Pflicht mitzuarbeiten. Die aufgeworfene Frage beantwortet Redner ziemlich einfach: Weltfremdheit, und gewissermaßen Unkenntnis ist es, was Gaonim zu Gegnern des Misrachi macht — übrigens seien auch beim Misrachi zahlreiche Gaonim. Dies das Wesentliche des Vortrages. Eindringlich waren die Worte — trotz des monotonen Vortrages — über Erez Jisroel, ergreifend die Schilderung des Elends — nicht gelöst und nicht, geklärt hatte aber der Redner die Fragen, welche speziell die Gesetzestreuen betreffen, — und eine klare Aussprache über diesen Punkt dürfte und mußte man füglich erwarten. Redner versuchte es kaum die Momente, die hier in Betracht kommen, vor der Oeffentlichkeit auseinanderzusetzen. Es dürfte sicherlich auch dem begeistertsten Misrachisten nicht genügt haben, dieses Problem mit der „Weltfremdheit" der Anderen gelöst zu haben. So einfach ist die Sache wohl nicht! Bezüglich der religiösen Fragen scheint der Redner im übrigen recht optimistisch zu sein, auch in Erez Jisroel wären die Unfrommen nur 15 Prozent der jüdischen Bevölkerung, die Gesetzestreuen hingegen 85 Prozent. Es ist wohl schwer, diese Daten mit den das religiöse Leben in Erez Israel betreffenden traurigen Nachrichten in Einklang zu bringen, oder wäre richtig, diese kleine löprozentige Minorität in der Lage, im heiligen Lande dessen Gepräge so' zu verändern. Dann wäre aus diesen Tatsachen wohl die Lehre zu ziehen: selbständige Organisation der Orthodoxen, denn selbst die kleinste Minorität der Unreligiösen wirkt zerstörend. Ob die recht kleine Zuhörerschaft zu diesen Gedanken angeregt wurde, bleibe dahingestellt: Derjenige aber, welcher vom Reines-Vortrag sachliche Argumente ujp sachliche Widerlegung erwartete, ist um eine Enttäuschung reicher. rk. Tnttrwew mit Baron :lame$ de Rötbscbill (Bericht der „Jüdische Pressezentrale Zürich.") Baron James de Rothschild hat soeben seine dreiwöchentliche Tournee durch Amerika, die er zum Zwecke der Mobilisierung der finanziellen Kriii'te Amerikas für den Wiederaufbau Palästinas unternommen hatte, beendet. Er ist bekanntlich ein Sohn von Baron Edmond de Rothschild, des „Nodiw Hajoduah", durch dessen Millionenspenden der neue Jischub in Palästina begründet und erhalten worden ist und der geradezu als der Vater der jüdischen Kolonien in, Palastina bezeichnet werden kann. James de Rothschild, der als Major an den Kämpfen in Palästina ruhmvollen Anteil genommen hat und den hohen Idealismus seines edlen Vaters fast noch übertrifft, gereicht durch seine geschlossene Persönlichkeit dem ganzen jüdischen Volke und insbesondere den Zionisten, für deren Ziele er mit großem Eifer eintritt, zum Stolz. Auch für die hebräische Sprache, die er während seines Aulenthaltes in Palästina gründlich erlernt hat, ist er so warm beseelt, daß er während seiner kurzen Anwesenheit in New York es sich nicht hat nehmen lassen, auch einen öffentlichen Vortrag in Hebräisch zu halten. Auf seinen ganz speziellen Wunsch hin, fand dieser nicht in einem der großen Prunksäle von New Yorks statt, sondern im Herzen des jüdischen Viertels, um so neben seinen Verhandlungen mit den bedeutenden jüdischen Finanziers auch mit der jüdischen Masse in Berührung zu kommen und von Herz zu Herzen sprechen zu können. Baron Rothschild war stets von seiner Gemahlin begleitet, die durch ihre vornehme Einfachheit alle Herzen gewann, wie auch der Baron selbst durch seine Offenheit und Liebenswürdigkeit sich einen Reichtum an Sympathien erworben hat, der die sicherlich nicht geringen Millionen seines Hauses aufwiegt. Baron James de Rothschild, der sich am 3. Februar auf der „Aquitania" wieder nach Frankreich eingeschifft hat, hatte die überaus große Liebenswürdigkeit, kurz vor seiner Abreise, den gegenwärtig in New York weilenden Herausgeber der „Jüdischen Preßzentrale Zürich" im Ritz-Carlton Hotel zu empfangen. Er, der Günstling der Pariser Salonwelt und führende Sportsmann der vornehmsten Gesellschaft, ist im Verkehr von einer so gewinnenden Schlichtheit, wie sie nur wirklich adeliger Gesinnung eigen sein kann. Gleich nach üeberreichung der Karte durch den Sekretär kam der Baron auf unseren Herausgeber mit den liebenswürdigsten Begrüüungsworten zu, in französischer Sprache bemerkend, daß er die „Jüdische Preßzentrale Zürich" regelmäßig erhalte und aufmerksam verfolge. Nachdem diese nun in deutscher Sprache erscheine, sei es ihm ebenso angenehm die Unterhaluug deutsch zu führen, worauf er, in deutscher Sprache fortfahrend, ausführte: „Sie können nach Europa berichten, daß ich mit dem Resultat meiner Amerikareise sehr zufrieden bin. Es ist mir. gelungen, meine Pläne bezüglich Förderung des Wiederaufbaues von Palästina ihrer Verwirklichung entgegenzufahren. Auf Iniative von Judge Irving Lehman sind in New Yorks zwei Meetings abgehalten worden, an denen sich prominente jüdische Persönlichkeiten der Hochfinanz, hauptsächlich Nichtzionisten, beteiligt haben, Persönlichkeiten, die für das Wohl des jüdischen Volkes tätig sind, wo ich über die Notwendigkeit der Förderung des Wiederaufbaues Palästinas durch Bildung eines Economic Council, wie ein solches in London unter