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Jüdische Presse · 1921-03-18 · 10 (18.3.1921) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
10 (18.3.1921)
Date
1921-03-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 10 JÜDISCHE PRESSE Seite 75 beschwören würden. Oov Adrniral ließ sich sodann über die verschiedenen Richfungen im Judentum orientieren und betonte zum Schiaß der sehr freundlich gehaltenen l'nterredunjr. daß Amerika auch in Zukunft, das Land der religiösen Toleranz bleiben Wirde. Aegypten. Volkszählung. Laut der letzten Volkszählung in A'gypten, gibt es dort auf 12,718.255 Einwohner 5Ü.5H1 also ^egren 5 Prozent Juden, von denen über 2!).noo in Kairo und srt-.^cn 25.000 in A!e*x;mdria wohnen. Kanada. Farmer für Palästina. Auf der SchlußsitzunK der zionistischen Konvention wurde beschlossen, einen „Board of Colonisatiou and Liquidation" zu gründen, um den jüdischen Farmern aus Westkanada bei ihrer Lebersiedlungnach Palästina behilflich zu sein. Ein t Delegierter der Farmer erklärte, daß 300 wohlhabende jüdische Farmer bereit, seien, nach Palästina zu emigrieren, falls die kanadische Zion. Org. ein Departement bilde, zwecks Durchführung der Liquidierung ihrer Farmen. Mortimer Davis wurde zum Ehrenpräsidenten. Licm Colin zum Ehrenvizcpräsidenlen und Frvman zum Präsidenton gewählt. Die im Anschluß an die Konvention tagende Konferenz der kanadischen Iladassa beschloß, in Palästina eine Schule für Hauswirtschaft zu gründen und die nötige Summe. 100.000 Dollar, im Verlaufe des nächsten Jahres aufzubringen. Der Enthusiasmus bei Annahme der Keren Hajessod-Resolulion überstieg alle Maßen. Laut dieser Resolution verpflichten sich die kanadischen Zioniston, im Laufe dieses-lahres eine Million Dollar aufzubringen, um sodann an die weitere» Sammlungen zu gehen. Da die Keren Hajcssod- Aktion auf fünf Jahre verteilt ist, heißt dies mit anderen Worten, daß Kanada sich zur Aufbringung von fünf Millionen Dollar verpflichtet hat. Jeschiwo-Baehurim als Brdarbeiter. 115 Bachurim aus den Jeschiwos in Jerusalem sind Erdarbeiter geworden. Sie arbeiten sehr zufriedenstellend. Die erste Elektrizitätsstation wird am Teiche Jarkon in der Nähe von Jaffa gegründet. Sie wird billig elektrische Energie an Tel Awiw und Jaffa abgeben. Eine Wiener Elektrizitätsfabrik beabsichtigt, dort Maschinen und Fabriken aufzubauen, welche mit der elektrischen Kraft gespeist werden sollen. ]> sii-^M M ßekrolog. Emiptionswesen. Frau Sophie Frommer s. A. Am l. März ist in¬ Wien eine frommen, guten Werken lebende echte Jüdin zu Grabe getragen worden. Frau Sophie Frommer ist ihrem Ratten im frühen Aller von 47 Jahren entrissen worden. Die überaus zahlreiche Beteiligung an der Lawaja zeigte von der großen Würdigung der frommen Frau. Wegen des Erew Sabbats hielten bloß der gebeugte Gatte und Herr Aron Weber Nachrufe. Er pries mit den Worten des Propheten die Bedürfnislosigkeit der frommen Frau, die aber freigebige Hand für Witwen und Waisen gehabt hat. Ihr Andenken wird ein gutes sein. Albert Deutseh s. A, Aus Baden erhalten wir die traurige Kunde von dem Hinscheiden des Nestors der Badener Kehillo. des Herrn Albert Deutsch. Von seiner jüngsten Jugend an widmete er bis zu seiner letzten Stunde durch nahezu 80 Jahre dem Klall Jisroel. Er war jeder jüdischen Sache stets mit Begeisterung und Energie ergeben und so wurde er in Baden richtunggebend für alle glanbenslreuen Juden, die sich im Laufe der Dezennien dort ansiedelten. Er erhielt in seinem Hause ein Bethhamidrasch, in welchem täglich gelernt wird, und einen Tempel, der seit dem Bau der großen Synagoge nur mehr an den hohen Feiertagen — vornehmlich von den konservativeren Juden aufgesucht wird. Es ist schwer, alle guten von innigster Jüdischkeit, getragenen Taten des verblichenen Albert Deutsch hier aufzuzählen; sie sind zu zahlreich und überbieten sich in ihrer Bedeutung. iTMün Referat des Palästinadelegierten Rennmondry in der Versammlung der Aguda in Wien. In einem längeren Referate erstattete Herr Mondry, Mitglied des Zentralrates der Schleume Emune Jisroel, Bericht über seine Eindrücke in Erez Jisroel, von wo er soeben eingetroffen ist. Die Ausführungen des Redners ließen auf die Versammelten einen tiefen Eindruck zurück, der in einer einstimmig angenommenen Resolution beredten Ausdruck fand. Der Referent, der vom Vorsitzenden Herrn David Baumgarten begrüßt wurde, kann über die religiöse Lage absolut nichts Gutes berichten. Der 'm Erez Jisroel herrschende Geist ist so irreligiös, daß es den aus dem Osten kommenden Redner geradezu erschütterte. In allen Ländern des Golus ist die religöse Lage bei weitem besser als in Erez Jisroel. Die schmerzliche Perspektive, daß vor der Chaluzim-Invasion Erez Jisroel das Ziel des nach religiöser Vervollkommnung strebenden religiösen Juden war, und daß es heute eine Stätte der ärgsten Irreligiosität ist, läßt schier an der Lage verzweifeln. Mit immensen Mitteln haben es die Zionisten verstanden, die ganze öffentliche Meinung zu beeinflussen, um ein Schulwerk zu schaffen, das durchaus mit Missionsgeist durchsetzt ist. Die Orthodoxie, deren Massen in den Ostlandern mit schlechter Valuta lebt, hatte nicht die Möglichkeit, diesem Drucke entgegenzutreten und so ist es gekommen, daß selbst Kinder religiöser Eltern in den zionistischen Schulen zu einer Lebensauffassung erzogen wurden, die der ihrer Eltern geradezu widerläuft. Und es ist tieftraurig zu sehen, wie Kinder heimatlicher und eingewanderter religiöser Eltern oft wider eigenem Willen, schließlich aber dann doch dem herrschenden Geiste vorbehaltslos anheimfallen. Das Tragische an der ganzen Lage ist, daß unter hundert Chaluzim, die in allen anderen Fragen hundert Ansichten haben, leider einig in ihrem Standpunkt gegen den „Das" und den „Thauro* sind. Zur ökonomischen Lage übergehend, sag! Redner, daß Erez Jisroel ein Land ist, von dem von einer wirtschaftlichen Beschaffenheit so gut wie überhaupt nicht die Rede sein kann, vielmehr ein Land ist, das gebaut werden muß und so ist es begreiflich, daß für momentan nur Leute Beschäftigung linden, die in irgend einer mit der Bautätigkeit zusammenhängende Arbait bewandert sind. Sodann kommt der Referent auf die Mittel der Abhilfe zu sprechen. Von Wichtigkeit ist die Antwort des Referenten auf die Frage, ob nicht das einfachste Mittel zur Abhilfe, die Organisation auszubauen oder wo es nottut zu schaffen, wäre. Redner erwiderte, daß dies vom „Misrachi14 mit ungeheuren Mitteln versucht wurde, aber dieser Versuch kläglich geendet hat. Der Misrachi hat allerdings nicht die Möglichkeit, wie die Agnda selbständig zu organisieren und so ist ihr Schicksal draußen damit gegeben. Der Misrachi versuchte durch einen Aufruf, die gesetzestreuen Chaluzim selbständig zu organisieren, mußte jedoch darauf eingehen, daß sämtliche zionistischen Chaluzim, die sich als gesetzestreu bezeichneten, in diese Organisation kamen und die natürliche Folge war die vollkommene Demoralisierung der noch Standhaften und schließlich die Aufgabe des Projektes. Charakteristisch aber für den Mitteilung der Verkehrs- und Trausportgesellschaft „Siloah", Nach Erez Israel. Wie uns seitens der neugegründeten Verkehrs- und Transportgesellschaft „Siloah1* mitgeteilt wird, soll der nächste nach Palästina abgehende Dampfer „Bulgaria" gegen Fnde März Triebt verlassen. Für koschere Kost wird gesorgt, doch müssen die Anmeldungen sofort erfolgen. Auskünfte und Ratschläge erteilt in entgegenkommendster Weise das Hauptbureau der „Siloah" im Lokale des Agnda, IL, Malzgasse 12 a, Telephon 49054. €m$c$en«kt. Verehrte Redaktion! Mit Bezug auf Ihre Bitte in Nr. 8 Ihres geschätzten Blattes, um Auskunft über die in Omsk verstorbenen Kriegsgefangenen, teile ich Ihnen folgendes mit: Meier Werfeid aus Dornthal, starb an Magengeschwür im ßarackenspital zu Omsk. Sein Zivilberuf war Spengler, er verdiente aber seinen Lebensunterhalt als Komiker. Dr. Arthur Taussig, ein Mann von hoher Statur, war aus Nordböhmen und starb an Flecktyphus. Dr. Salomon Reich, kleiner Statur, aus Przemyal, starb ebenfalls an Flecktyphus. Hochachtungsvoll Otto Baroch, II , Ausstelhvngsstraße 35 per Adr.: Internationale Speditionsgesellschaft. herrschenden Geist im dortigen Misrachi ist die Tatsache, die von drei Chaluzim dem Referenten berichtet wird. Diese drei Chaluzim, Mitglieder der polnischen Schleume Emune Jisroel, haben, um nicht dem Chilul Schabbos zu verfallen, vier Monate lang arbeitslos in Erez Jisroel herumgeirrt, um dann in einem Beth Hamidrasch, in dem sie der Referent antraf, als Bachurim unterzukommen. Als Professor P i c k nach Erez Jisroel kam, bemühte sich die Misrachileitung, um einige von ihnen gerettete Chaluzim zu zeigen und luden als solche die drei in Rede stehenden ein, sich bei Professor Pick vorstellen zu lassen. Die drei Chaluzim haben es in anerkennenswerter Weise abgelehnt, als Paradechaluzim zu dienen und haben lieber ihr bescheidenes Los in Standhaftigkeit weiter getragen. Wenn uns auch diese ergreifende Episode mit Stolz erfüllen mag, so zeigt sie uns andererseits, daß es notwendig ist, diesen jungen Leuten eine Organisation in Erez Jisroel zu schaffen, an die sich anlehnen können. Die zu schaffen wäre die Aufgabe eines Zerjtraljugendrates, der einen separaten Jugendfonds für diesen Zweck zu gründen hätte. Schön feld erinnert die Versammlung, daß in der nächsten Zeit Gedaule Hathauro aus Polen nach Erez Jisroel gehen werden, so daß es vielleicht angezeigt wäre, deren Urteil über die Lage abzuwarten, andererseits betont er, daß auch wir in den Galuthländern ebenso mit dem Chinuch zu kämpfen haben, wie in Erez Jisroel. S. Stern erwidert auf einen Vorwurf, daß die Orthodoxie bisher nicht genügend geleistet hätte, daß nach Ansicht maßgebender religiöser und ökonomischer Autoritäten, jetzt der richtige Schaathakoscher zur Arbeit beginnt. Bisher war wenig Bleibendes zu schaffen, was Herr Mondry an der Hand der zionistischen Arbeit, die immense Mitteln verschlungen hat, treffend beweist. Simon Schreiber beantragt zur Verwirklichung der entwickelten Pläne, dieselben der Palästinazentrale vorzulegen. Nun bringt Herr Alfred Stroh eine Resolution ein. Schönfeld lehnt diese ab, worauf eine* neue eingebracht wird, die dann nach Erklärung durch den Vorsitzenden, Herrn David Bau m g arten, von der Versammlung angenommen wird. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: „Die zur Entgegennahme des Referates des Herrn M on d r y, Mitglied des Zentralrates der Schleume Emune Jisroel in Warschau, versammelten Vorstände und Mitglieder der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien, erklären sich mit Begeisterung für die Verwirklichung von in Jerusalem, unter Beisitz des Präses der Agudazentrale Wien, Wolf Pappenheim, gefaßten und von der Palästinazentrale der Agudas Jisroel gutgeheißenen Beschluß und werden mit ganzem Können und Vermögen an den diesbezüglichen Arbeiten unverzüglich teilnehmen." Der Vorsitzende dankte dem Referenten für seine eindrucksvollen Ausführungen und schloß in vorgerückter Stunde die Versammlung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien. Die von Tag zu Tag sich häufenden Arbeiten veranlaßte den Vorstand der Jngendgruppe, in seiner letzten Sitzung den Hauptausschuß mit weitgehenden Befugnissen auszustatten, um die Durchführung sämtlicher Beschlüsse zu überwachen. Der Hauptausschuß wird in der nächsten Zeit einen Arbeitsplan entwerfen, wobei das Hauptaugenmerk auf jene jungen Leute gerichtet werden soll, die der Organisation noch fernstehen, um sie für das Thorastudium zu begeistern und für die sonstigen Arbeiten zu interessieren. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Velke-Topolcany. Die besonders agile Jugendgruppe in Velke-Topolcanr trachtet, ihrer Aufgabe vollauf zu entsprechen, indem bereits für Keren Erez Jisroel rege Propagandatätigkeit entfaltet wird. Vorige Woche wurden Kc 670*— für diesen Zweck nebst den vielfachen anderen Fonds aufgebracht. Für die Errichtung einer Bibliothek wird auch eine große Propagandatätigkeit entfaltet und hat die jüngst stattgefundene Vorstandssitzung den Beschluß gefaßt, eine größere Anleihe unter den Mitgliedern zur Errichtung einer Bibliothek aufzunehmen. Diese Jugendgruppe, die unter der Leitung der besonders tüchtigen und verdienstvollen Herren Friedmann und Link steht, kann als mustergültig bezeichnet werden. Velke-Kapusany. Von der Velke-Kapusanyer Jugend kommt uns die erfreuliche Mitteilung zu, daß sich der im Jahre 1918 unter dem Namen „Ghewrasz Bachurim" gegründete Verein nunmehr in eine Agudas Jisroel-Jugendgruppe umgestaltet und sich auch schon an den Landesverband der Jugendgruppen angeschlossen hat. Es wird dort bereits eine Aktion für eine Bibliothek veranstaltet und ist somit zu hoffen, daß die slowakischen Jugendgruppen, durch diese Gruppe gestärkt, ihren schwierigen und vielfachen Aufgaben leichter zu entsprechen imstande sein werden. Agada Jisroel-Jugendgruppe Wien. vnp^ a»pw 4 Uhr nachmittags, findet in der Jugendgruppe ein VORTRAG des Herrn Rabbitier Dr. P. Kohn (Ansbach) statt. Der Unterrichtsausachufl. &$$ $$$ $pendenau$wei$< mmm <2&<2£th9& <W<Se><3? flguäas 3i$rocl-3udendgruppe. Wien, II., Obere üonaustraße 69 Jagendgruppe: Daniel Bonyhady (Salzburg) K 200, Max Kokisch (Badgastein) durch Herrn Bonyhady (Salzburg) 50, Tempel- und Schul verein (VI., Stumpergasse 42) 332, Josef Rokach 10, Bernhard Kohn 50, Hermann Reichardt 100, Arthur Weiß 50, David Bondy 50, Julius Fuchs 100, Leo Perols 100, Heinrich Schiff 50, David Breuer 50, Ludwig Breuer 50, Josef Deutsch 200, Schulim Münz 60, Julius Hirschl 50, Josef Felsenburg Kc 15, Max Tauber 50, Max Roth 50, Karl Roth 50, Zwi Meier Langfuß 10, Desider Spitzer 50, Seide Rosenberg 10, David Nerwat 10, Zwi M. Horowitz 10, Isidor Steiner 300, Emil Lock 100, Julius Schreiber 100, Bernhard Hirschler 200, Jakob Schönfeld 50, S. Dlugacz 50, Ghaim Karmel (Wien) als Telegrammablösung anläßlich Hochzeit Zanger und Kauner 100, Max Herzka 100, Osias Wagschal 100, Leopold Lederer 10, Josef Geßler 20, Nathan Ehrentreu 10, Julius Fleischmann 40, Hermann Wachs 25, Adolf Schreiber 20, Moses Bügeleisen 60, Markus Broder 25, Arie Roth 20, Ludwig Tauber 20, Markus Broda 20. Krankenfürsorge: Jenny Kollmann K 200, Alex Deutsch 100, S. Dlugacz 50, Max Herzka 100, Siegfried Steiner KU 10 und K 24, Sandor Adler (Wochen bei trag) 50. Soziale Fürsorge: Oskar Weinreb (Wochenbeitray) K100. Jeschivo-Söktioa: N. N. (VI. Bezirk) K 500. Unterrichts-Sektion: Büchseng«ld K 150.

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