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Jüdische Presse · 1921-02-11 · 5 (11.2.1921) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
5 (11.2.1921)
Date
1921-02-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite Sl JÜDISCHE PRESSE Nr. 5 Hoffnungen, auf die der politische Zionismus so lange mit der soureränen Verachtung des — Automobilfahrers für den „Eselreiter4 herabgehlickt hat. Nicht minder widerspruchsvoll, ins Dämmerlicht aufkeimender Hoffnung und müder Resignation getaucht, zeigt sich die wirtschaftliche Lage Ere* Israels. Hier ist an und für sich nach unserer Ueberzeugung ein kräftiger Optimismus durchaus angebracht — denn es ist nicht einzusehen, warum es einer erfahrenen Kolonialmacht wie England nicht gelingen sollte, das Wirtschaftsleben Palästinas in Gang zu bringen und zu befruchten. Ob es den Zionisten vergönnt ist, ihren „Keren Hajessod* zu einer Finanzmacht auszugestalten oder nicht, das mag för die künftige Stellung der zionistischen Partei in Erez Israel von großer Wichtigkeit werden, wirtschaftlich kann es nicht von entscheidender Bedeutung sein. Die Sehnsucht nach Ischuw Erez Israel im Simme des ewigen (Jottesgesetzes wird unter allen Umständen die treuen Söhne des jüdischen Volkes immer wieder in solchen Massen uud mit solcher Intensität in das Wirtschaftsleben des Landes hineinführen, daß ein aufblühendes Palästina unbedingt zugleich auch die wirtschaftliche Vorherrschaft der Juden bringen, ja zur Voraussetzung haben wird. Allerdings muff man dabei auf den Traum verzichten, Erez Israel zu einem Versuchsland für sozialpolitische Experimente zu machen, für die jede wirtschaftliche Vorbedingung 'fehlt und für die man sich beileibe nicht auf die jüdische G-ttesIehre berufen wolle. Die sozialpolitischen Grundsätze des jüdischen Rechtes sind untrennbar mit dem lebendigen Organismus der ganzen Thora verknüpft: VTP lp*TlC DÖK 7! ''IDSttflÖ. und es ist ein lächerliches Unterfangen, wenn dieselben Leute, denen die ganze religiöse Ueberlieferung Hekuba ist, nun einige Institutionen des biblisch-rabbinischeo Bodenrechf.es oder der Arbeitergesetzgebung herausgreifen, um darauf sozialistische oder gar kommunistisch-bolschewistische Programmfbrderungen für die palästinensische Siedlung zu stützen. Die größte wirtschaftliche Gefahr, die dem heiligen Boden und daher der .Mizwas Ischuw Erez Israel" in dieser Stunde droht, sind die sozialistischen Wirtschaftstheorien und die darauf sich gründende revolutionäre Wirtschaftsgesinnung der jüdischen Arbeiter, auf der sich keine Kolonialwirtschaft aufbauen laßt. Das Land braucht das individuelle Kapital, die freie individuelle Unternehmungslust, die Intelligenz und den Spürsinn des erwerbstätigen jüdischen Kaufmanns und Industriellen, die auch die Möglichkeiten zu immer umfassenderen Bodenkiiufen erheblich werden vermehren können. Hundert europäische Einwanderer mit größerem Vermögen, reicher geschäftlicher Erfahrung und dabei gutjüdischer Gesinnung dürften heute den wahren jüdischen Interessen in Erez Israel sicherlich mehr Nutzen bringen als einige Millionen Keren Hajessod-Gelder, die praktisch neben einer großzügigen englischpalästinensischen Landesanleihe doch nicht sehr ins Gewicht fallen und nur die einseitige Parteiherrschaft der zionistischen Machthaber zu stärken geeignet sind. Einstweilen steht Erez Israel unter dem Zeicheneiner schweren ökonomischen Krisis, die zu gleicher Zeit hohe Lebensmittelpreise, starkes Angebot unverkäuflicher Importwaren, Mangel an flüssigem Geld und Arbeitslosigkeit hohen Grades als charakteristische Züge aufweist. Aber in das Düster der Krisenstimmung leuchten die Aussichten auf eine Fülle großer wirtschaftlicher Unternehmungen hinein: Eisenbahn- und Straßenbauten, die Nutzbarmachung des Jordan für die Gewinnung elektrischer Kraft u. a. m, und lassen die Hoffnung nicht wanken, daß wir uns .in der Morgendämmerung befinden. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das religiöse und kulturelle Leben überhaupt, so läßt sich zwar auch auf diesem' Gebiete nicht verkennen, daß Licht und Fipsternis mit einander ringen — aber das Dunkel überwiegt für den Augenblick noch, wenn, man den beobachtenden Blick nicht durch die künstliche Beleuchtung einer etwas weltfremden , Philosophie der nationalen Erlösung" blenden lassen will. , -Die jungjüdisch-nationalistische ,Kultur", deren Wesenszüge die hebräische Sprache, die bewußte Abwerfung des „Joches der G-ttesherrschaft* und die formale Anpassung des „einseitigen" jüdischen Geisteslebens an dasjenige Westeuropas sind, beherrscht das neue Palästina noch immer mit der Kraft des amerikanischen Dollars. Welche Demoralisation dieser. amerikanische Dollar dem geistigen Leben Erez Israels gebracht, wie er bis dahin im Großen doch gewahrte Solidarität der palästinensischen Orthodoxie zersetzt und zerrissen, die Autorität der Rabbinen in Frage gestellt und schließlich fast die ganze Jugenderziehimg vergiftet hat, das zu schildern, erforderte eine gesonderte Darstellung. Sie würde als Schluß dieser ganzen Entwicklung die Anbiederung des ,Misra«hi" au die wohlgefüllte Kasse des „Waad hachinuch* und damit, die Vernichtung der letzten Aussicht, auf die Wiederherstellung einer orthodoxen Einheitsfront auf diesem wichtigsten Gebiete zu verzeichnen haben. Der Sfimmungsumschwuug in Amerika, der zunächst eine wahre Panik in' den Kreisen der palästinensischen Kulturpolitiker 'hervorgerufen hat, darf von dem wahrhaft.jüdisch empfindenden Beobachter als erstes Zeichen einer Morgen: dämmerung begrüßt werden. Das zionistische Amerika will nichts mehr von der palästinensischen Schul- und Kulturpolitik wissen und schnürt dafür den Beutel zu. Man will wirtschaftlich helfen, es den Bewohnern des Landes überlassend, ihre eigene Schulpolitik auf eigene Kosten zu machen und ihre eigene Kultur nach den natürlichen Gesetzen geistigen Wachstums zu entwickeln. Wenn auf diese Weise die Macht der'gegenwärtigen Kultur- Diktatoren innerhalb und außerhalb des rWnad hachinuch" gebrochen werden sollte, so wäre der Weg vielleicht frei für einen Zusammenschluß der Orthodoxie der ganzen Welt, um durch einheitliches Zusammenwirken die Erhaltung des G-ttesbodens für die Thora, insbesondere die Erziehung der Jugend zum altjüdischen Lernen und Ueben, die Erhaltung und den Ausbau der Tahnud-Thorasclmlen und Jeschiwo*. frei von allem unjüdischen administrativen Einfluß, zu sichern. Denn die ehrlichen Jehudim alten Schlages, ob sie in Amerika oder in Europa wohnen, werden die Pflege der Thora und des Chinuch in Erez Israel, niemals als eine palästinensische Landesangelegenheit betrachten. Freilich lauern auch hier wieder schwarze Schatten — wird es möglich sein, das furchtbare Feuer der Zwietracht zu löschen, das. wie in den dunkelsten Zeiten der Vergangenheit, heute in Jerusalem die führenden Geister der. rahbinischen Welt von einander trennt? .Der sachlichen Meinungsverschiedenheiten, die dem Kampfe zwischen den Parteien Kuck und Sonnenfeld-Diskin zugrunde liegen, braucht sich die Orthodoxie nicht zu schämen; sie werden immer vorhanden sein, solange die Dinge der Welt in verschiedenen seelischen Individualitäten verschieden sich spiegeln; aber daß heute schon sehr bedenkliche persönliche Gegenstätze, sicherlich zumeist von D vDPllÄ D^tOD D^JJltt? D^Ö^O geschürt, den Geisteskampf vergiften, das1 ist's,- was die ganze Dia pora mit tiefer Trauer und Beschämung erfüllt und die Besten ob des *?H3n Ifttt? TD!"! i?ur Erde niederzwingt. Auf die Dauer kann» der Geist der p"Tnn m Erez Israel nur zum Siege gelangen, wenn die' Orthodoxie sich auchdort geschlossen organisiert und ihre Grundsätze im geistigen und politisch/ü Ringen zur Geltung bringt; sie'kann sich aber erfolgreich nur organisieren, sobald die maßgebenden rahbinischen Größen einig sind und den Gegnern nicht die Möglichkeit bieten, zu „spalten und zu herrschen*. Wenn es einflußreichen Führern der Diaspora durch persönliches Eingreifen gelänge, Frieden zu stiften und Einheit zu schaffen in der „Stadt des Friedens* unter denen, die doch wahrlich einem G-tte dienen wollen, so dürfte man hoffen, daß die Nebelschleier der Dämmerung, die das Land der Väter heute decken, gar bald dem Lichte froher,- erfolggekrönter Arbeit für G-tt und sein Gesetz Platz machen, wie fern oder wie nah auch die Sonne der endlichen Erlösung uns sein möge: *pxn rwt bv vnn mx> mnö »:o rouv ' (»Der Israelit/) Das Kesseltreiben gegen die flpfla. Die Unwahrheit des jüdisch - nationalistischen Treibens, wird durch das Verhältnis zur Aguda scharf gekennzeichnet. Jede ehrliche Volksgemeinschaft schätzt den Maximalisten, seihst.wenn er sich im politischen Gegensatz befindet, sie räumt diesem das Recht der scharfen Kritik ein, der sie nur eine Verteidigung entgegensetzt. Sie ehrt die Theorie des Maximalisten und verteidigt sich mit dem Argumente, daß das praktische Lehen Kompromisse verlange. Hier ist es umgekehrt, weil da „drüben politische Gewinnjäger das Wort führen, welche in der Aguda nicht den Meistfordernden ehren, sondern die überlegene „Konkurrenz" um die Macht fürchten. Der offene redliche Meinungskampf wird scheu vermieden. Die „W. M." sGhweigt sich heimtückisch über die in loco wirkende Zentrale der Aguda aus. hingegen wird den Führern der Aguda der Boden unterminiert. Dort und da springt eine Mine auf. ein häßliches Attentat auf die persönliche Ehre der kleinen Gruppe der Aguda-Arbeiter. Einen Greis, der Zeit seines Lebens davon berühmt war, daß er im Kampf für das Judentum und die Fürsorge für die Enterbten des Schicksals gänzlich an sich vergessen hatte, wagen sie, in dieser Metropole der Schieber und Geldjüger, bloßzustellen als schnöden Kriegsgewinner und Ausbeuter der«**— Thoralehrer! „Was "soll man dir geben und zusetzen, Verleumderzunge?" Wißt ihr in diesem Babel, in diesem Hexensabbath der Redouten, der Nackttanze, der Mitternachtsorgien kein besseres Objekt eurer Giftpfeile, als die kleine Gruppe von Männern, die sich mit den härtesten Geboten der Selbstbeschränkung belasten? Habt ihr Zionsheuchler keinen besseren Abschiedsgruß für euren greisen Kollegen im Kultusrat gefunden, der im überbiblischen Mannesalter Pioniere nach Palästina führt, als die Gasbomben, die ihr ihm nachgeschmissen habt? Wenn ihr keine schlechtere Menschen in diesem Sodom kennt, so führen wir euch vom Nordbahnhof entlang durch alle Cafes über den Kai und Ring, zu nächtlichen Ghampagnergelagen. in jene offenen und geheimen Nester des Lasters und wollen euch fragen: Wem gehören diese an? . . . Geht, zu den Zulukaffern politische Sitten lernen! Schämet euch! eiscnfcilspanc. Daß die Biologen noch nicht festgestellt haben, daß Leute mit. schwach entwickeltem Gehirne stets stark entwickelte Ellbogen haben — und umgekehrt! „Wohltun bringt Zinsen"-— da gibt es auch allzufromme Herren, die ihr Geld — G-tt behüte — nicht auf Zinsen hergeben. Der selbstische Führer bahnt einen krummlinigen Fußpfad för sich, der sich. klug-ängstlich der Bodenbeschaffenheit seines Weges anpaßt. — Der wahre Führer, der Wege der Ewigkeit sucht, durchbohrt in streng gerader Linie — wie der Eisenbahhingenieur — alle im Wege stehenden Berge, er ist Oker horim und sucht Klüfte zu überbrücken. Das heißt: „den Weg des Ewigen bahnen, jedes Tal werde erhöht, jeder Berg, erniedrigt.8 Auf diesem Wege ziehen später Millioneu leichten Fluges,. während auf dem engen kr-ummen Fußpfad des Pfiffigen sich stets nur der Einzelne vorwärts bringt. Die edlen israelitischen Frauen in der Wüste verausgabten viel für Trümo, ihre Epigonen Mos für — Trumeaus. Deutsclwttrreicb. Eine bedeutende Spende. Im Wiener Zentralbureau der Äguda fand sich vorige Woche das Ehepaar Bowyer aus Kalkutta ein, um sich über die Tätigkeit und die Ziele der Aguda zu informieren. Herr und Frau Bowyer haben hierauf Herrn Wolf Pappenheim, der im Begriffe stand nach Palästina abzureisen, L75 Pfund Sterling für die Armen in Palästina übergeben und haben ihr weiteres tätiges Interesse .für die Institutionen der Aguda in Aussicht gestellt. Den edlen Spendern sei der tausendfältige Dank der Anije Erez Israel hiemit ausgedrückt. Die Palästina-Delegation. Ein aus Triest eingelangtes Telegramm teilt mit, daß sich die Delegation unter Führung des Herrn Wolf Pappenheim Donnerstag, den 3. Februar, in Triest nach Palästina eingeschifft hat. — Aus Brindisi, datiert vom 4. Februar, traf eine telegraphische Mitteilung ein, die von einer »herrlichen Reise" berichtet und endlich vom 7. Februar, 2 Uhr nachmittags, die Anzeige der Landung in Alexandrien, bei „süperben" Befinden. Die Religionslehrerfrage geht einer günstigen Lösung entgegen. ,Am Montag hat eine Konferenz zwischen den Vertretern des Kultusvorstandes und der Religionslehrer stattgefunden. Seitens der Gemeinde waren Dr. Ticho und Ing. Stricker v anwesend. Die Gemeinde machte den Vorschlag einer automatischen Gleichstellung mit den Kommunallehrern bis Ende September, welche Gleichstellung bei entsprechender finanzieller Lage bis Ende Dezember verlängert würde. Die Vertreter der Lehrer versprachen die Durchsetzung dieses Vorschlages im Lehrerverband. — Der im „Abend" erschienene Angriff auf den Vorstand wird .in Lehrerkreisen selbst scharf als Vergehen gegen die Verbandsdisziplin verurteilt. Die Mittelstandsfürsorge hat 400 Pfund Sterling zufolge der Anregung Lucien Wolfs in London und Dr. Kaminka in Wien erhatten. Talmud-Thora-Knabenvolksschule mit Oeffentlichkeitsrecht, II., Malzgasse 16 Am Sonntag, den 13. .Februar, um halb 6 Uhr abends, findet im Turnsaale eine Elternkonferenz der Elternvereinigung dieser Schule statt. Herr Vorstand Professor David Kohn hält einen Vortrag über das aktuelle Thema: „Die Bedeutung des Zeichenunterrichtes für unsere Kinder." Besprechung anderer wichtiger Fragen. Gäste herzlich willkommen. C$cl>ecbo$lowakeL Verbot. Auch die Militärzensur erklärt alle hebräischen und jüdischen Briefe und Druckschriften noch immer als unzulässig, wovon in erster Reihe die Juden Karpatho-Rußlands betroffen werden, die bei ihrem brieflichen Verkehr mit ihren Verwandten in Amerika, von wo sie Hilfe erwarten, auf die jüdische Sprache angewiesen sind. Der Verein Mekor Chajim in Leutschau * (Levoca), ein Verein zur Förderung echt jüdischen Lebens und Strebens, veröffentlicht in den nächsten Tagen die Rede, welche der Oberrabbiner in Leutscbau, Dr. Gustav Löwy, zum Andenken des Hundsdorfer Gaons s. z. 1. in der dortigen Synagoge gehalten hat. Interessenten machen wir schon jetzt darauf aufmerksam mit dem Bemerken, daß die Gedächtnisrede, die seinerzeit großen und tiefen Eindruck machte, würdig des heimgegangenen großen Mannes, aber auch würdig des anerkannten echt jüdischen Kanzelredners ist. Ungarn. Neues Eabbinatsstatut. Dieses Statut ist von einschneidender Bedeutung für die Entwicklung des religiösen Lebens im Schosse der (neol.) großen Pester Gemeinde. Es geht von dem Grundgedanken aus, daß die Rabbiner die Wächter des religiösen Lebens der Gemeinde und in religiöser Beziehung die geistigen Führer der Gemeinde sein müssen und räumt Ihnen dementsprechend zahlreiche Rechte ein. Nach, dem Statut besteht das Rabbinat aus den nach dem Gemeindestatut gewählten Rabbinen, aus den von der Generalversammlung gewählten Rabbirtatsassessoren und den delegierten Bezirksrabbinen. An der Spitze steht der leitende Oberrabbiner Rosch beth din, der von der Generalversammlung der Gemeinde ernannt wird. Das Rabbinat hat wöchentlich einmal ordentliche Sitzungen zu halten, gibt in wichtigen Fragen allgemeiner oder prinzipiell religiöser Natur Gutachten ab und entscheidet in strittigen religiösen* Fragen auf Grund der Halacha mit Zweidrittelmajorität. Es hat das Recht, in religiösen oder Zeremonialfragen dem Gemeindevorstande'initiativen zu unterbreiten. Der Rosch beth din, beziehungsweise der Rabbinatspräsidenl, hat in den Vorstandssitzungen Beratungs- und Stimmrecht und das Rabbinat als solches entsendet auch in den Ausschuß und in die Repräsentanz je zwei vollständig gleichberechtigte Mitglieder. Auch sonst enthält das Statut zahlreiche neue^ Ver-' fügungen, die dazu geeignet erscheinen, das Ansehen und den Einfluß der Rabbinen im Gemeindeleben zu vertiefen. (Bisher hatte der Rabbiner in der neol. Gemeinde eine untergeordnete Rolle.) .' . 160.000 Kronen-Spende. Die Witwe des Nyiregyhäzaer Präsidenten der Ghevrah-Kadischah weil. Eraanuel Feldmann hat für konfessionelle und humanitäre Zwecke der Gemeinde Nyiregyhäza 160.000 Kronen gespendet. 2,000.000 Kronen-Spende. In der jüngsten Sitzung'der Miskolczer Chevrah-Kadischa meldete deren Präsident, daß der Präsident des amerikanischen Zigarettentrusts Nathan Weifi über zwei Millionen Kronen als Stiftung zum Bau eines Krankenhauses der Miskolczer Ghevrah-Kadischah eingesendet habe. Durch diese hochherzige Zuwendung ist der Bau nunmehr gesichert. In dem zu errichtenden Krankeuhause werden nach altjüdischer Tradition Kranke ohne Unterschied der Konfession Aufnahme finden. Für die notleidenden jüdischen Lehrer, in deren Interesse der Israelitische Landes-Lehrerverein einen warmen Aufruf an das ungarische Judentum gerichtet hat, sind im Kreise der Budapester Kaufmannschaft auf die erste Aufforderung über 26.000 Kronen gesammelt worden. Eröffnung der neuen Pester jüdischen Bibliothek. Mitte Jänner fand im Tempelgebäude der Pester Israelitischen Religionsgemeinde die Eröffnung der neuen öffentlichen jüdischen Bibliothek in feierlicher Weise statt. Der Gemeindepräsident Hofrat Franz Szekely eröffnete die Bibliothek mit einer warmen Ansprache, in der er die Bedeutung der neuen Kulturinstitution für das jüdische und ungarische Kulturleben beleuchtete und aller jener Personen gedachte, die sich um das Zustandekommen dieser Anstalt bemüht hatten. Auch Oberrabbiner Simon Hevesi, Oberrabbiner Julius Fischer und Rabbiner Dr. Max Weiß — der mit unendlichem hingebungsvollen Eifer Tausende Bände für die Bibliothek gesammelt und katalogisiert

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