Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 3 (28.1.1921)
- Date
- 1921-01-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2629906-2629910--0132-2631724- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 3 JÜDISCHE PRESSE Seite 21 nicht, wag die wahrhaften Orhodoxen dort noch zurückhält, i*t es bloß das Trägheitsmoment, so muß es überwunden werden. Tsrael Gl eis er. €r$k mUglieaerversanttttlung der mädchen« mm tt* flgttdas Sisroel, Wien. Die Agudas Jisroel-Mädchengruppe entwickelt sich mehr und mehr zu einer kräftigen und festgefügten Organisation. Sie reiht sich würdig der Agudas Jisroel-Orts- und .Tugendgruppe an und schließt so den Ring der mächtigen Aguda-Organisation, umfassend all diejenigen Elemente, die die Thora als höchstes und einziges Ideal im jüdischen Leben erkennen, und die mit dem Geiste untl in dem Geiste der Thora wirken, schaffen und leben. Der Vorstand der Mädchengruppe veranstaltete um Samstag, den 22. Jänner, um 7 Uhr abends, die erste Mitgliederversammlung, um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, die Leistungen der Organisation im ersten Jahre ihres Bestandes kennen zu lernen und um andererseits die Arbeit der nächsten Zukunft festzulegen. Die Präsidentin Fräulein Eva Stern eröffnet die Versammlung und begrüßt die Erschienenen. Sie sieht in dem guten Besuch der Versammlung den besten" Beweis ,des Interesses der weitesten Kreise für unsere Organisation. Rednerin bringt in Kürze eine Uebersicht über die Tätigkeit der Gruppe im vergangenen Jahre und skizziert kurz die Idee, Pflichten und Aufgaben der Mädchengruppe. Wenn erst jedes einzelne Mitglied die Leistungen seiner Gruppe in allen Einzelheiten kennt, wenn erst richtig die Idee und das Bestreben derselben erfaßt wird, dann wird jedes einzelne Mitglied mit doppeltem Eifer und doppelter Begeisterung mitarbeiten. Die Müdchengruppe hat nebst ihren schönen Leistungen auf kulturellem Gebiete, Großes und Erstaunliches auf dem Gebiete der Kranken- und sozialen Fürsorge geschaffen. Die Mädchengruppe hat das Bestreben, das in den Schiurim GeleTnte in die Tat tunzusetzen und vereinigt so in sich Thauroh und Gemilus Chaßodim, Sie schließt mit der Hoffnung und dem Wunsche, daß durch die regere Mitarbeit der Mitglieder die Organisation noch viel Größeres und Schöneres wird leisten können. Als nächste Rednerin referiert Fräulein Helene Baumgarlen über Unterricht. Sie sagt, daß sich die Müdchengruppe bei Festsetzung ihres Lehrplanes mit den hiesigen Rabbinern und Agudaführern ins Einvernehmen setzte. Wer anderer denn, als sie, die Träger der Thauroh, ist berechtigt und befähigt, zu urteilen, was der Jugend nottut, was sie braucht, um im Geist der wahren Jüdischkeit und in den wahren Geist der Thauroh einzudringen. Als das jüdische Volk aus Mizrajim zog, da führte es G-tt direkt zum Sinai, direkt zur Thauroh eilten sie hin, nicht auf Umwegen, zu ihr allein, denn nur sie allein ist uns Idee und Weltanschauung. Aus ihr sollen wir lehren und lernen, schöpfen und holen; nichts erborgen ans anderen Weltanschauungen und Ideen. Nicht tote Worte vernahmen sie' dort. G-ttes Idee, G-ttes Geist aus jeder Silbe, jüdische Lebensführung und jüdische Denkungsavt. Jedes VVorl trägt G-ttes Geist, ist herlig und soll auch darnach behandelt werden. Rednerin' führt aus, daß von diesem Gesichtspunkte aus die Vorträge der Mädchengruppe musterhaft eingerichtet sind und schließt ihre geistvollen Ausführungen der Hoffnung Ausdruck gebend, daß unsere1'Vorträge immer mehr Interesse begegnen werden und sich immer größere Kreise daran beteiligen. Dann berichtet Fräulein Thekla Adler über Krankenbesuch und soziale Fürsorge, worauf zum Schlüsse Fräulein Hedi Hirschler den Kassabericht vorlegt, der entsprechend der kurzen Tätigkeit der Organisation ganz erstaunliche Summen zeigt. Bei der hierauf folgenden Neuwahl wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt, ergänzt durch Fräulein Berta Neumann. Wir wünschen der Organisation weiteres Gedeihen. Uortrag €. BotscfoRo aus Base!. , In eineinviertelstündigen Ausführungen sprach am rfcttD 'S'p'U' Herr E. Botschko aus Basel im großen Saale der Agudas Jisroel Jugendgruppe, Wien, mit überaus großem Erfolge über die „Pflichten der Jugend"'. Ausgehend von der Spaltung des Judentums im Altertum unter den Peruschim" und Zedukim, entwickelte Redner in überaus gewinnender geistreicher Art die Entstehung der derzeitigen Parteiverhältnisse im Judentum. Redner besprach die während des tausendjährigen Golus tausendfältigen Leiden des Judentums und kam so auf die erschütternden Ereignisse der jüngsten Vergangenheit in Polen und der Ukraine zu sprechen. In ergreifenden Worten schilderte Redner die Schäden, die der Krieg in die Reihen unserer Besten geschlagen hat. Bote Medroschim, in denen hunderte Bachurim abwechslungsweise die ganze Nacht dem Thaurostudium oblagen und in denen man mittags, um Essen gehen zu können, den Platz belegen mußte, wurden Stallungen eingerichtet und Heerlager aufgeschlagen. Das gesetzestreue Judentum der Welt hat in Agudas Jisroel das rechte Mittel gefunden, um die verheerten Stätte der Thora wieder aufzurichten und findet nun den zweiten Feind, der den Geist der Bote Medroschim zerstört hat und der mit materiellen Mitteln nicht aufzurichten ist. Mit dem durch die Sache selbst bedingten Eifer setzt Agudas Jisroel ihre Arbeit auch auf kulturellem Gebiete durch. Zu den Pflichten der Jugend im besonderen übergehend, erzählte Redner das treffende Beispiel von einem Sohne, der das Vermächtnis seines Vaters nach 25 Jahren erhielt, und in dem es heißt, er möge auf einem Wege, der seine Vaterstadt mit einer anderen verbindet, den eingegrabenen Schatz, der das ganze Vermögen des verstorbenen Vaters repräsentiert, suchen. Der Sohn, der nur den neuen Weg, der die beiden Städte verbindet, kennt, erfährt erst, nach dem er unter vieler Mühe fast die ganze Straße auf beiden Seiten umgegraben hat, daß sein Vater noch einen bescheideneren Weg gegangen ist, der die beiden Städte noch von altersher verbunden hat. Es ist die Art der Jugend, die neuen Wege zu gehen, auf denen der Schatz nicht gefunden werden kann. Nur der alte Weg, den unsere Väter gegangen sind, ist der der Jugend heilbringende. Mit der geistreichen Auslegung der Talmudstelle \T1 "TÖJOtP Dipö ^3 nrop *6k "fii ijdjuip oipö ,mx kt>k itk daß überall dort, wo von den geistigen Hoffnungen nur in der Vergangenheit gesprochen wird, bittere Enttäuschungen erlebt werden können und daß nur in dem Lager, in dem von Israels Erlösung und geistiger Verjüngung in heißerwünschter und -ersehnter Zukunft gesprochen, Wonne geerntet wird. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien. Mit seiner Samstag, den 22. Jänner 1921, abends, in München stattgefundenen Verlobung scheidet einer unserer verdienstvollsten Vorstandsmitglieder und Mitbegründer der Jugendgruppe, Herr Gustav Pappenheim, statutarisch aus dem Vorstande. Als unentwegter Verfechter des Agudagedankens war er stets bedacht, bei allen Aktionen, wie Palästinenser- Repatriierung, Maschinenaktion, Jeschivoaktion usw., diesen Gedanken durchzusetzen und haben wir dem zum nicht geringen Teile unsere heutige Position, insbesondere im Auslande, zu verdanken. Wir wünschen ihm herzlichst Masel tow und Hazlacha auf seinen ferneren Lebensweg. Zur Verlobung unseres verdienstvollen Vorstandsmitgliedes Herrn Gustav Pappenheim mit Fräulein Hanna GoldSChmidft (Halberstadt) wünschen wir herzlichstes Masel tow. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien. Spendenausweis. J\qMä$ 3i$roel°3ugen<lgrui>ße. Wien, II., Obere Donaustraße 69. L Jugendgruppo: Gesammelt bei Hochzeit Glückselig-Kritzler K 550, Abraham Merlin 25, gesammelt durch Paul Richter: Max Brody 20, Nathan Adler 10, „ß"-Gruppe 50, Büchsengeld 220, Daniel Bonyhady (Salzburg) 50, M. Apfeldorf (II.) 50, Sal. Ehrenreich (II.) 50. Ernst Breuer Weil (II.) 50, Rudolf Fuchs (II.) 10, Martin Bischhofswerder (I.) 50, Alex. Frankl 50, Richard Bondy 20, Aron Menkes 50, J. L. Brandwein 50, Zawranitzer 30, Bernh. Eichler (II.) 50. Walter Lunczer (II.) 20, Baruch Friedländer (II.) 50, ßerl Klein 5, Michael Weldier 100, Nathan Adler 100, Gustav Goldherger 12, Schabse Seidmann 50, Siegm. Leist 100, Heinr. Hirschler 20, Ivan Haan 100, Paul Richter 20, N. Ehrentreu 10, zusammen K 1972. •2. Unterrichtssektion: Benschen- Verkauf bei geselliger Zusammenkunft K 2000, S. M. Erber 100, ■S. Dlugacz 20, zusammen K 2120. 3. Krankenfürsorge: Paula Freund K 50, Sandor Adler (Wochenbeitrag) 50, S. Dlugacz ao, M. Grünhut 100, zusammen K 230. 4. Soziale Fürsorge: Oskar Weinreb (Wochenbeitrag) K 100, Osias Wagschal 100, E. F. 100, S. F. 50, zusammen K 350. 5. Arbeitsansschuß: Samuel Rosenheim (Frankfurt a. M.) Mk. 10 (K 120), gesammelt durch Abraham Merlin K 100. G. P. 20, S. F. 110, Abraham Schreiber 150, Rubin 100, O. Tetseh 500, S. Dlugacz 50, Emil Adler 20, zusammen K 1170. Weitere Geldsendungen sind zu richten auf Postsparkassenkonto Nr. 170.176 für ,Jugendgruppe* und mit dem „Sektionsvermerk", oder an Herrn David Baumgarten, IL, Herminengasse 13. flgudas 3Uroei-ltiä<!cl)engruiwe< Krankensektion: Sammlung des Fräulein Rosa Wäldler K 17-14, Sammlung des Fräulein Selma Gottesmann 588. Anonvm durch P. Grünhut 400, Chaskel Feldstein (Bukarest) 250, Ilse Ruth Neuwirth 100, Fräulein Paula Freund 50, Frau R. Berlin durch Fräulein Aschkanasi 500, Frau Olga Löwy 100, zusammen K 3732. Mädchengruppe: Gesammelt durch Fräulein Hedi Hirschler: N. N., Spielgewinst K 80, Moritz Pappenheim 100, Helene Groß 100; zusammen K 280. „Keren Erez Israel." Palästinafonds der Agudas Jisroel, Wien: Emanuel Deutsch K 100, Hermann Grünbaum 100, Morgenstern 72, Anonym 500, Sara Griffel durch Rabbiner Hornstein 200, Josef Schächter durch Rabbiner Hornstein 1000, A. Engelmann 100, Rabbiner Mannsohn 20. Daniel Bonyhadi 25, Jechiel Krupusk 200, Verein Gemilas Ghessed 50, Josef Rappaport 500, Heschel Breit 100, Abraham Hornstein 1000, Abraham Hornstein für Jahne 1000, Karl Salzer 1000, Sammlung durch Rabbiner.Mayerson 2500, Engelberg durch Rabbiner Friedmaun 20.000, N. N. 20: zusammen K 28.487. * Agudas Jisroel: Telegrammablysungen Dr. Komi: Josef Brody K 50, Dr. Adolf Deutsch 50, Isidor Pappenhaim (Bratislava) 50,. Gustav Pappenhaim 50. Max Hofbauer 50, Götz Hofbauer 50, Julius Hofr bauer 50, Bernhard Hofbauer 50, Adolf Hofbauer 50, Dr. Samuel Bondy 30, Emanuel Felsenburg 50, Nathan Felsenburg 50, Adolf Felsenburg 50, Moritz Pappenhaim. 100, Franz Neumann 200, Leopold Lederer 50, Osias März 20, Benjamin Felsenburg 50, Lippe Türkei 100, Dr. Josef Bondy 20, Adolf Bernfeld 25, Samuel Nussenbaum 50, Hugo Bondy 50, Markus Bondy 50, Oskar Neurath 50, Eduard Deutsch 100, Abr. Schreiber 30, Simson Schreiber 20, Nathan Schiff 50, Josef Herzog 20, Salomon Schreiber 100, Dr. Isidor Reininger 20, Jakob Deutsch 50, David Schlesinger 100, Moritz Steinhof 100,. Ludwig Adler 200, David Schreiber 100; zusammen K 2285. # Kriegswaisenfonds: Hausdorf (Rotterdam) durch Rabbiner Fürst K 5000, Karl Salzer 5000, Rabbiner Fürst 5000, Max Goyetan (Prag) durch D. Schlesinger 5000, M. Kamm 1000, J. Pinkas 5000, Telegrammablösung Hochzeit Schlesinger-Freund 6070, Telegrammablösung Hochzeit Salzer-Friedmann .'{99.5, Leopold Selmecy 5000; zusammen K 31.000. Maehsike Loimde Thoiro: Sammlung durch Herrn M. Biegeleisen: Salomon Goldstoff K 20, Jakob Schönfeld 20, S. Reinholt 20, S. Aschkenasy 20, Wolf Feiler 20, Israel Honigmann HO, N. N. durch Friedmann 20, Simon Schreiber 20, Heller Markus 20, Gans Nachem 20, Sische Blaugrund 20, Lazar Mermelstein 30, Abraham Beck 20; zusammen K 280. * Preßfonds. J. Klein (Friedmann & Co , Budapest)' K 40, J. Rubin Lodz 200, Fr. Fischof 10, S. Bettelheim gratuliert zur Hochzeit des Herrn Dr. Samuel Lemberger mit Fräulein Natalie Schiff 50. S. St. für eine Nummer 10; zusammen K 310. Gesamtsumme der Spenden: öst. K 72.216. K ALE N DAR IU M. Tag Sehe wat Sountsi g 21. Montag •22. Dienstag 23. Mittwoch 24. Donnerstag 25. Freitag 26. Samstag 27. 30. 31. Februar 1. I Notizen! Geburt des Pachad Jizchok 5439 — Märtyrertod Rabbi Izchak ben David (Krakau) 6494 Tod des Gaon Rabbi Juda Nowon (Jerusalem) 5521. 1 Alljüdischer Halbfeiertag — Tod Rabbi Benjamin Assoel 5450 — Seiicho-tag in Livorno wegen wunderbarer Errettung im Jahre 5502. , Altjüdirsdier Fasttag wegen Pilegesch-be-Giwa — Tod Belser Rabbi Josua Rokeach 5654 — Raibag beendet seinen Kommentar auf die Thora 5598 — Rabbi Horowitz wird Rabbiner von Hamburg-Altonu-Wandribeck 5525. , Tod Rabbi Saul Halevy 5420 — Tod Rabbi Mordechai ßresk-Litewsk (Majirn amukim) 5525 i — Tod R. Jechiel Glogau 5490. Schowewim VI. Tod R.Mosche -Wallersteiu (Prag) 5419 j Tod R. Izchack Charif (Stoppnitz) 5534. Autodafe von Marranen in Spanien 5241 — Tod Türe Sohow (Lemberg) 5227 Josef (Prag) 5491. Tod R. Jerucham (Krakau) 5.520 — Tod Rabbi I Mischpfttim. Haftura Jeremias 34 (Hadowor aseber hojo) — Rosch chodeseh-Benschen - Tod R. Tanchum Hakohen (Krakau) 5378 — Tod R. Mechul Speyer (Frankfurt) 5452 - Tod R. Chaim Brody (Horodna) 5586.