Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1849-12-28 · 52 (28.12.1849) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
52 (28.12.1849)
Date
1849-12-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2625941-2626254-2626307--2167-2629883
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

he» Gvtk-Sgebäudes muß hienieden zum Himmel reifen, seine Bestimmung ruft ihn aufwärts von der Erde, das Zeichen, welches er an seinem Fletsche tragt, mahnt chn unablässig an seinem Beruf, er soll nicht den hül lischen Machten unterliegen.*) er soll frei sein durch sich selbst, nur an Gott' gewiesen, und in Gort seinen Bundesgenossen, seine- Lebens Spiegel und «n dessen Nacheiferung des Daseins Wahrheit finden. **) Ueber die religiöse Erziehung. (Fortsetzung.) Eine gleichsam unbewußte Mikrheilnng und Ueberkragung, welche wieder unbewußt nnd unwillkürlich nachgeahmt und zur zweiten Natur wird: das «st das wahre Wesen der religiösen Erziehung. WaS dabei Absichtliches und Vorsätzliches unterläuft, sei es negativ, d. h. Solches, wovor der Erzieher den Zögling aus rein religiösen Rücksichten in Wort und Wandel bewahren, oder positiv, was er für ihn und mit ihm aus gleichen Motiven, verrichtete will, ist hiervon keineswegs ausgeschlossen, ja oft so heilsam und norhwendig, vorausgesetzt, das Alle- und Jedes ein heiliger Geist der Gläubigkeit, d. i. die Wahrheit dürchdringe, fern von aller sogenannten (pädagogischen?) Täuschung, die so leicht durch den dünnen Schleier des Gemachten dnrchschimmerr und darum so leicht zur Heuchelei, diesem Gifte aller wahren Religiüsirat. führt. Ueberdies «st ja auch das vorze'gende und belehrende Element ganz dem Geiste des JsraelttesithumS gemäß, wie Erod. 43. 8 u. 14; Deurr. 4, 9 und 10 bas. 6, 7, 20 und 21, und noch viele Stellen im göttlichen Gesetze so klar beweisen. Hierbei darf jedoch der wesentliche Unterschied zwischen Belehrung und Erziehung und weiser Vereinigung beider niemals außer Acht gelassen werden. Nun kommen bei der religiösen Erziehung die erwähnte Allgemeinheit der religiösen Anlagen und der geringe Aufwand von Geisteskräften, der dazu erforderlich ist, trefflich zu Statten und erleichtern sie gar sehr. Da hemmr nicht Mangel an Intelligenz oder an Fähigkeit, an geeignetem Talent; jeder Mensch, ohne Unterschied, empfing dazu die Mittel in hinlänglichem M,aße. Gesellen sich nun hierzu praktische Uebüng uns Pflege der mannWchstÄ» Begehungen zu Gotk und seinem Gesetze att HsÜü» gungen seines Willens und Verhütung des Mißbrauch» der moralischen Freiheit, so «st das W-rk begönnen und Vollender, weil hier keineswegs, wie bei d^inteÜektüell'eN Bildung, Maaß und Vorrreffl«chkeir b'erBekehrüügen den Erfolg bedingen. Diese, die Bekehrung nämlich, ericheinr vielmehr, so wesentlich und nortzwendig sse^für die äußere Religion auch ist, als uNrergeorsnere N'ebenfache. Den sichersten Beweis hiervon giest der Umstand, daß bet befchrankterm Wissen meistens lirehk und intensivere Religiüsträt angetroffen wird, als bet ausgedehntem, vorausge etzt, daß wirklich religiöse Erziehung starrgefunden har. Es ist mithin die religiöse Erziehung oder die Erziehung deS Menschen zur Religion eine in der qeistigen Natur des Menschrtt begründete Norhlvendigkeir wie eine dem Charakter der Gesammt-Menschheik inwohnende Eigenschaft, ünh als solche begründet in dem geoffenbarren Gesetz. ' Was ist und worin besteht nun die religiöse Er, Ziehung im elterlichen Hame. die religiö'e Erziehung, welche die Kmber von ihren Eltern empfangen. Diese ist es, welche das zarre Gemürh des Kindes anbaur Mir der Saar des Heiligen, dessen Seele erschließt der himmlkscheu Liebe, und in dessen Herzen pflanzt den Keim des Guten. Alle künftigen Wonnegefühle und Seligkeiten der Religion entfließen dieser LLnelle und gehören ihr an, wie femem Urquell der S'rom DgS erste Gebet des fallenden Kindes, die ersten Del,hrun, gen über Gsrr, den kleinen Kindern von der fromm« sinnigen vorgebetek und mirgetheilr, sind so hochss'nig so hehr und bedeutungsvoll, daß nichts an deres Ir bischer damit verglichen werden kann. Es sind heile Lichtstrahlen von Goit, welche den Glanz b«r Seelen und deren Kräfte noch erhöhen und verfchönern. Was ist dagegen ln sättigender Wirkung aller Religionsunterricht, die tiefste Metaphysik, die gelungendste Predigt, der erhebendste Ehoral? Wie dem lechzendem Gaum«» einzelne Tropfen gegen den vollen Labetrunk. Und so unterhält und nährt häusliches religiöses Walten ist den empfänglichen Kindergemüthern fortwährend hi« heiligen Regungen des Glaubens undder Liebe zu G or in hgrmon«schen» Einklänge mit der wechs«lwirk«nden Eikern- und Geschwist-rliehe, woran»dann die weitern, Kost und Menschen angenehmen Akkorde sittlichen Lebensröne hervorgehen. Denn der religiöse Gcundton

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.