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Der treue Zionswächter · 1849-12-21 · 51 (21.12.1849) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
51 (21.12.1849)
Date
1849-12-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»M 406 HZ» und üben, kann sogar von Religion verständig lehren und reden, und ein äußerlich achtbares Mitglied einer Religivnsgenossenschaft (Confessivn, Gemeinde) abgeben; aber religiös wird er schwerlich je werden, wenn und weil die rechtzeitige Pflege des Gemürhs zum be< seligenden Glauben, d. l). zur Liebe, zum Vertrauen und zur Anhänglichkeit zu Gott bei dem Keime, in der emvfänglichen Kinderseele versäumt worden. — Das Kind faßt alles gläubig auf, Alles erscheint ihm als Wahrheit und Gewißheit. Und so offenbart sich die Vernunft am reinsten im Glauben des KindcS. Er ist es, welcher als der Träger aller Dinge in das Bewußtsein des Kindes tritt, und die ganze Welt des Kinderlebens mit dem Siegel der Wahrheit stempelt. Glaube und Wahrheitssinn ist eins. Wahrheit ist nur in der Einheit, Einheit nur in der ursprünglichen Gewißheit oder im Glauben» nur so ist das Vernunftbcwutztsein erst mit dem Glauben vollständig entwickelt. Wer an dieser Behauptung zweifelt, oder durch Erscheinungen im Leben zu anderer Meinung bestimmt werden möchte, der beobachte näher und prüfe. Freilich täuscht oft der Schein; und wer möchte lieblos sich ein Unheil anmaßen über den Milbruder, über Verhohlenes, dessen Enthüllung Gott auf dem entferntesten Entscheidungsrag verweist. Aber nach dem Urtbelle. welches anthropologische Deurrheilung und vielsährige Erfahrung auS dem Leben uns aufdringensteht der Satz fest: daß religiöser Sinn und Wandel nur durch religiöse Erziehung erzielt werden können. Es ist diese Anforderung der Menschheit an sich selbst so billig, als gerecht, und deren Nealisirung durch die reichlichsten Mittel dazu verbürgt: Gcmüth, Glaube, inneres Sittengesetz, Gottes Wort. Za, viel und reichhaltig ist dazu der Stoff, der dem Erzieher enkgegenkommr und gleichsam in die Hände arbeitet, weil, wie gesagt, alle andern Seelenthätigkeiten in dem Kinde dazu beilragen. Zede andere Anlage bedarf ebenwol zu ihrer rechten Ausbildung der äußern Nachhilfe, um zum Ziele ihrer praktischen Anwendung zu gelangen. Die Muster zur Nacheiferung und Uebung. Gleiches die Wissenschaft; und wird im Beiden das Ergebniß in den verschiedenen Abstufungen von mehr ober minder, vortrefflich oder mittelmäßig oder gering sich Herausstellen, je nachdem subjektive. Anlage, Talent, Fleiß, auch äußere Nochwendigkcic oder andere Umstande dabei leitende Ursachen waren. Aber auch ohne jene äußern Hilfsmittel und Anregungen kann entschiedenes Talent, wenn auch langsamer, durch Selbstbildung zum Ziele gelangen, wie häufige Beispiele dgrchun. Und abgesehen auch von geeigneter Anlage zu dem einen oder andern Fache der Wissenschaft oder Kunst, kann schon durch Unterweisung Manches geleistet werden, und kann demnach ein Zeder in einem oder mehreren Fächern Etwas erlernen, daher man denn in diesem Sinne nicht unrichtig sagt: der Mensch kann, zumal in der Zugend, Alles lernen, insofern hierin nur die Erlernung von einigen Kenntnissen oder Fertigkeiten verstanden wird, und dies besonders die allgemeinen Elemenrarfächer oder elementarische Schulkenntniffe betrifft. Wird der Lernende nun auch kein Künstler und Gelehrter, weil er zu keinem Fache entschiedene An« lagen und kein Talent hat. so kann das Wenig Er» lernte ihm in der Zukunft doch von mannigfachem Nutzen sein als einige intellektuelle Bildung. Ganz anders verhält eS sich mit der Religion. Was von dieser erlernt werden kann, ist nicht sie selbst, sondern nur religiöses Wissen, dem Verstand und dem Ge- Gedächruiß angehörcnd, und muß man dies, wenn es Religion heißen soll, Religion des Verstandes und Gedächtnisses nennen. Die eigentliche Religion aber, die Religion, welche dem Gemürhe angehörr, und welche den Menschen 7 über daS Zeitliche erhebt, ihn religiös, d. h. gottselig macht; die kann nicht gelehrt noch erlernt, die muß anerzogen werden, d. h. durch vieljährige Uebung und Einwirkung von Glauben und GotteSr furcht, von Liebe und Vertrauen zu Gott, durch thäriqes GvrreS-und Menschenthum, in Sinn und Wandel von frühester Kindheit an angewöhnt werden- (Fortsetzung folgt.) >— Äaiern. München, vom 9. December. Morgen kommt die Frage der . Emancipakion der Zsraeliren zur Berarhung. Noch ist es ungewiß, wie die Sache ausgehen wird. Sieben Redner sind bis jetzt nach gegen die unbedingte Gleichstellung eingeschreben, zwei dafür. Die Gegner derselben bestehen vornehmlich auf dem Zu;atze, daß solche Gemeinden, in.welchem

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