Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 51 (21.12.1849)
- Date
- 1849-12-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2625941-2626254-2626306--2162-2629877- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»ZH 4M HK» bis jetzt Juden nicht seßhaft waren, gegen deren Ansässigmachung ein absolutes Veto erhalten sollten. Pfarrer Rouland gehr noch weiter, er bringt einen Gesetzentwurf, der den Juden Mehr Rechte nimmt als giebt. Er sieht nur in der Verschärfung der Gesetze gtgen die Israeliten Heil für daS Volk, eine völlige Gleichstellung nennt er einen BolkSmvrd. Ein Antrag wird von der Rechten eingebrachr, bi« Derarhung dieses Gesetzes bis nach der Derarhung des Gemeindegesetzes d. i. sü eslenäus §raeoas aufzuschieben. München, den 14. December. So eben ist der Gesetzentwurf über die Judencmanciparion nach vier, tägigen Debatten mir einer Modifikation, ein einstweiliges Vero der Gemeinde bis zum Erscheinen des neuen Gemeindegesetzes betreffend, mir 91 gegen 40 Stimmen angenommen worden. Hannover. Zweiter Bericht über die Wirksamkeit des Vereins zur Beförderung von Handwerkern unter den israelitischen Glaubensgenossen im Königreich Hannover. Die Unterzeichnete Direktion des genannten Vereines übergiebr hiermit den zweiten Bericht über ihre Wirksamkeit während der Zeit von Ostern 1841 bis Ende December 1818 der Oeffenrlichkeir, um rheils Rechenschaft abzugeben in wie weit sie den in K. 1 der Staturen angegebenen Zwecke entsprochen habe, Menschenfreunde aufzufordern. Während des erwähnten Zeitraums sind durch den Verein, dessen Wirksamkeit sich bekanntlich nach §. 2 der Statuten nur auf den NabbinatSbezirk Hannover erstreckt, 52 Knaben unterstützt worden, und zwar mit Lehrgeld und zu ähnlichen Zwecken 41, als: 8 Schneider, 5 Klempner. 5 Sattler, 4 Buchbinder. 3 Kürschner, 3 Schlosser, 2 Glaser 1 Bäcker, 1 Drechsler, 1 Friseur, 1 Instrumentenmacher 1 Mechaniker, 1 Bürstenmacher, 1 Schumacher, 1 Tabacksspinner, 1 Tapezier, 1 Tischler, 1 Weber. L. mir kleineren Summen zu Anschaffung von Kleidungsstücken u dgl. 11. Außer den zu Ostern 1811 noch in der Lehre sich befindenden 21 haben von den unter angeführten Lehrlingen 16 auSgelerur; mithin haben während dieser Zeit die Lehre zunftmäßig verlassen und arbeiten rheils als Geselle» und rheils als Meister 37 Individuen. Es verbleiben also Ende Decbr. 1848 von den durch den Verein bei Meistern angebrachten Lehrlingen, da einer Schwäche halber und zwei wegen üblen Verhaltens die Lehre früher verlasien mußten, 22 Knabew in der Lehre.j Was die Geldmittel des Vereins und deren Ver, Wallung betrifft, so möge folgende Uebersichk zur Beurtheilung derselben dienen: A. Einnahme von Januar 1841 bis ult. Decbr. 1848. zusammen 3756 Th. 7 ggr. 8 Pf. L. Ausgabe während derselben Zeit: Louranr 1672 Th. 9 ggr. 8 Pf. wovon 1605^ Th. zinsl'ch gelegt sind. Außerdem genießt der Verein die Zinsen eines Kapitals von eirea 2000 Th., die der selige Dr. M. Cohen in seiner letzrwilligen Bestimmung demselben zugewiesen hat. Vergleicht mau nun die Leistungen des Vereins während dieser Periode mir denen der ungefähr gleichen Periode des ersten Berichts, so ergiebt sich das befriedigende Resultat, daß die Zahl der Unterstützten um 10 und die der zunslmäßig Ausgelernken um 18 sich vermehrt har. Die Zahl der Gesuche um Unterstützung zur Erlernung emeS Handwerks war, besonders in den letzte» Semestern zwar nicht so stark als man in Rücksicht auf die im ersten Berichte ausgesprochenen Erwartungen hätte vermukhen können. Diese Erscheinung hat abcr darin seinen Grund, daß seit der Veröffentlichung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Juden vom 30. Seprbr. 1842 und überhaupt durch das immermehr abnehmende Vorurtheil gegen jüdische Lehrlinge das Uurerbringen der Netzreren bei einem Meister erl ichte« worden ist, so baß Eltern und Vormünder, da sie die Knaben für ein geringes Lehrgeld und selbst unentgeltlich unterbrinqen können, weniger veranlaßt werden, die Unterstützung des Vereins in Anspruch zu nehmen. Wenn die Einnahme an ordentlichen Beiträgen sich in der letzten Zeit etwas geringer gestellt har, so hat daS seinen Grund darin, daß bi« vorhandenen Mitteln zu den bewilligten Unterstützungen susgereicht haben, und die Direktion deshalb geglaubt har, der Einziehung der rückständigen Beiträge in den letzten Zähren Anstand geben zu dürfen.