Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 49 (7.12.1849)
- Date
- 1849-12-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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möchten wir nur? doch einmal/ die Frage stellen? „Wüs^vst jene Bit^te?'' - Wollte der moderne Rabbinismus sich nur bequemen, zu denken, würde er nur wissen, was eS eigentlich ist, worüber er den Stab bricht,' so würde er auch hier, bei weniger Unkenntnkß, bei 'minderer Ignoranz, die BeanrworNtng jener aüfgestellten Frage, die Aufstellnng jener Behauptung, verworfen haben, weyn er>> wiegesagt, nicht absichtlich darauf 'auStzWH^'d«UhMKe!t'.'nkd Verdächtigungen stch eine Autorität zu begründen. Die Bitte um Wiederherstellung des jüdischen Reiches ist lediglich ein frommer Wunsch, dessen Erfüllung wir mit kindlichem Vertrauen der Vorsehung überlassen, so wie auch natürlich die Mittel zü Lesseü Erfüllung auch ihm auheimgestellt bleiben müßten. Nicht allein, daß das orthodoxe Iudenthum den Staat ündj seine Obrigkeit als ein erhabenes, untastbares Heiligthumals ein heiliges Werkzeug L^s gokklfcheü" Willens anerkennt, Nicht "allein, daß der Talmud die staatlichen Gesetze als> heilig bezeichnet, nicht allein, daß dieser Talmud die höchste Untcrthanentreue befiehlt, — verbietet: erausddücklich, daß der Jude.Schritte thue, die seine'Stellung im Staate ändern.könne,, .indem er das Verhältniß zum Staate als ein Verhältniß zur Gottheit darstellt, dem dann auch jede Leitung ünsers Geschicks Vorbehalten bleiben muß. Innig mit diesen Gesetzen verwachsen ist schon jenes. herrUche Gebet für Staat und Regierung, welches in jeder Synagoge an dem heiligsten Tage des. Iudenthums,-am^Sabbat, an den Allvater gerichtet wird, indem der Vorbeter der Gemeinde, oder der Geistliche, im Nameu/seilrer Gemeinde Heil und Segen für das Staatsoberhaupt, für das Vaterland der,.Gemeinde erstehet. Dieses Gebet ist aber kein ,freiwilliges, kein, durch Zeit uud Umstände hervorgerufenessondern es ist, wie unsre übrigen Gebete, ein-festgestelltes und vorgcschriebenes Gebet. Auch in Tagen, wo Israel bedrückt wurde, in den Tagcn des Unheils und der Tyrannei betete Israel für das Wohl seines Staates, seiner Obrigkeit, die doch hamals sein Bedrücker war, und jetzt, wo man ihm täglich mit humanen Beweisen der Liberalität entgegen, kömmt,, sollte es weniger Liebe für sein Vaterland haben- ^sollte-Las Gebet um Wiederherstellung des. jüdischen Reiches unfern Patriotismus abstumpfen? Gerade jetzt will der moderne Rabbinrsmusj bei dem orthodoxen Iudenthum Mangel/a» Parriotismus erkennengrade jetzt, wo Ler.Pütriotismusnichts mehr als ein reines Gefühl ist, grade jetzt, wo es an Gelegenheit fehlt, den Patriotismus durch die lebendige.That zu bekunden, grade jetzt, , wo der Patriotismus uns im Worte belebt? Uiid dochals es galt, wahrhaft Patriot zu sein, als das Vaterland sein Wohl, seine Existenz mit dem Leben, mit dem Blute von Patrioten erkaufen mußte?—uwer > war-es andersals grade das orthodoxe Iudenthum, welches seine Söhne willig fü? Las Wohl zur Rettung deS Vaterlandes hergab? Wer war es anders, als grade die Sprößlinge des orthodoxen Iudenthums, die vereint mit ihren christlichen Brüdern für.Staat und Vaterland in die Schranke« traten und willig ihr Leben opferten? Wir wollen nicht prahlen, nicht lärmschlagen mit Tkaten, die nach den Grundsätzen unsers IudrÄttzums^nü^ Pflicht Schuldigkeit waren, nicht in kleinlichen Selbsthudeleien über uns selbst ausbrechen, da wir gern und bereitwillig thaten'; da wir mit unfern Patriotismus nichts weiter, als die Befehlendes Talmuds erfüllten — aber fragen möchten wir.?-Leisterere wir damals dem modernen oder?dem' orthodoxemRabbinismus Gehorsam? Hatte der ^moderne Radbinismus damals schon sein vatrioten- Trriche^d)-,Asyl. aufgeschlagen? - Hatten/ wir 1811, »12 und -13 ,schon jene modernen sogenannten Rabbinerversammlnngen, die in der unschuldigen Bitte Um Wiederherstellung des, Reiches,, mit ihren patriotenreichen Nasen Mangel an Patriotismus wittern wollten? — Ach, der moderne Rabbinismns erlaubt sich ja manches, er behauptet gar vieles, was mit der Wahrheit in arger-Eollision geräth, und fast muß ich envarre», daß kr diese Frager mit seinem süßen, unschuldigen „Ja^ beantworten werde. Dochmöchte ich ) darauf-entgegnen-- - ist-das glorreiche Bestehen des umöderne» »Radbinismus wirklich schon so alt, mit welchem Rechts hielte er sein Wirken - als modern- - als zeitgemäß? Keine Mode hat sich so lange erhalten/ folglich wäre auch er schon llLUgst mchrsÄehr anwendbar, schon längst verältek '—7- Deüken -wir uns tiefer in die Basis der Bitte um Wiederherstellung des jüdischen Reiches hinein- -so werden wir finden, daß diese Bitte, so zu sagen^LM Symbok eines körperlichem Mes-